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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-09-02 · 35 (2.9.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
35 (2.9.1927)
Date
1927-09-02
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seile 4 GEMEINDEBLATT DER iSRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDT., LEIPZIG 3. juiir^uiljr gesprochenen, angesichts des Bildes der jüdischen Gegenwart sehr n:.h- Hegenden Befürchtungen war der Besuch der Lehrkurse'von Anfang »> n und t>auernd «.-m erfreulich reger. Wie aus dem in der ersten Jahresversammlung vom ersten Vorsitzenden des als Trlger des Lrhrhaitsca geschaffenen Vereins erstatteten Bericht hervor« g»ht, »->uden n Kurse abgehalten, deren Hörerzahl zwischen 3 und 01 sich bewegte: 2 hebräische Lehrgänge, 2 Bibelkurse, 1 Vortragskurs reNgioissgeschichtlicher Natur, I Talmudlernstundc. Neuerdings wurd>* Ulv di-.- ein« neuhebräische Arbeitsgemeinschaft eingerichtet. Das 1 "hihi i« oji:»-t sich weitgehender Unterstützung fast aller jüdischen Kreise wul Einrichtungen erfreuen: Qemeindc und Loge stellen unentgeltich W Swine zur Verfügung und geben außerdem noch nam« hafte jährliche l'nttrjlüi'ungen desgl. der Oberrat, der Centraiverein und verschieden« Einzelpersonen. Diese besonderen sowie die festen Beiträge der VcreinsmitgUedcr ermöglichen .tulici ordentliche V'eran staltungen, so im letzten Sommer einen Vortrag von Dr. Ed. Straufl übet u.i^ „Werden der Gemeinschaft", später, als das wichtigste Er- ^i^mim jüdischen Lehen Stuttgarts im vergangenen Winter, eine Vortragsreihe, in der Martin Buher die Beziehung des heutigen Menschen zur Bibel untersuchte und in unvergeßlichen Worten zum innersten 1 mpfinden seiner /ahlreichen Hörer sprach; endlieh im Fcbruai zwei Vorträge von Rabb. Dr. Schlcsinger-Buchau über neu« hebräisch) Dichtung. Wohl sind das alles erst Anfinge, noch ist es eine kleine Schar, die den Weg zum Lehrhaus gefunden hat. \ h steht voi allem die Jugend, viel beschäftigt durch Tanz und -peut und Turnen wie sie ist, meist abwartend oder vielmehr abzuwartend husute Noch fehlt da) unbedingte gutwillige gegen« seitige Vertrauen, das allein der Weg ist, aus der vielfach zerspart enen Judenheit wieder ein einheitliches Ganzes, dereinst wieder einmal eine wahre Gemeinschaft erstehen ZU lassen. Aber das Bewußtsein, die ersten Pfähle ZU der Brücke geschlagen ZU haben. Über die dei W eg in die judische Zukunft fuhren muß und fuhren wird, mag den Bauleuten den Lehrern und Verwaltern des Lehrhauses den Mut geben, ihre nicht immer leichte und dankbare Arbeit vertrauend fortzusetzen. Zur ÜbersiedlurR der Fa. Aron Hirsch & Sohn von ilalberstadt nach Berlin Dem „Israel Fam.-Bl.", Hamburg, entnehmen wir die folgende allgemein interessierende Betrachtung: Wie bereitdie Tageszeitungen meldeten, wird vom Oktober ab die Verwaltung der Linna Aron Hirsch U. Sohn von Halberstadt nach Berlin verlebt. Diese Tatsache ist von nicht ZU unterschätzender Bedeutung für das jüdische Qemeindeleben der Stadt, da die Wirksamkeit des Hauses Hirsch in der dortigen jüdischen Gemeinde eine ganz besondere Rulle spielte. Wenn die (iemeindc Halberstadt den Traditionen dei Vergangenheit treu geblieben ist, und ihre Institionen im Sinne und Geiste des uberlieferten Judentums bis auf diesen Tag gewahrt hat, so ist das nicht zum wenigsten dem Einfluß und den Bemühungen der Familie Hirsch /u danken. Dabei i-t allerdings nicht tu übersehen, daß die fuhrenden Persönlichkeiten dieses Hauses in der Zusammenarbeit mit den Vertretern aller jüdischen Richtungen die Einheil der Gemeinde gewahrt haben. Gegenüber Versuchen von rechts und links nach Absonderung hat das Hau- Hirsch gemäß den Traditionen des auch heute noch in der gesamten Judenheit mit I hrfurcht genannten Kommcrzienrats Benjamin lln-Ji die Einheit der judisdn-n Gemeinschaft hochgehalten. In den Brnos der I irma. die an Sabbat- und Feiertagen streng ge-- schlossen waren, wurden mitunter mehr als 2(10 Angestellte beschäftigt. Wer Wert auf die Beobachtung des Sabbats legte, bevorzugte eine Stellung im Hause Hirsch. Da/u kam, dall das jüdischgesellige 1 eben in der kleinen St.idt den jungen Leuten mannigfache Vorteile bot und ihr Dasein behaglich gestaltete. Durch die grolle Zahl junger Kräfte w ar das (lemcindclcbcn aufs stärkste beeinflußt, ein blühendes jüdisches Vereinsleben. das sich mit dem mancher Großstadt messen konnte, war Halberstadt ZU eigen. Diesen Eindruck gewann man sogleich, wenn man als Fremder in die (iemeindc kam. in der der Glau vergangener OescMechter noch hell er-tralilt. wo im Wechsel und Wandel der Zeiten judisches Leben in alter SChUchtcr Form lebendig war. Dali Haiherstadt als orthodoxe Einheitsgemeinde der Sit/ des Hundes geset/estreuer Svnagogengemeindett und des deutschen < mippcnverbandes der Agudas Jisroel i-t. duifte nicht nm wenigsten durch das Vorhandensein der Firma Hirsch bedingt gewesen sein. Für I l.ilbcist.idts Juden erhebt sich jetzt die bange Frage, wie man ohne die Firma Hirsch* das jüdische Leben auf seiner Höhe hält und die Institutionen ungeschwächt weiterfuhrt. Es wird die Aufgabe der besonnenen Kreise sein, hier verständnisvoll ZU handeln und /u verhüten, dal! die Bedeutung und das Ansehen der altehrwürdigen Gemeinde Einbuße erleidet. Sicher aber ist, daß die Erinnerung an das Haus Hirsch bei Haiberstadts Juden und darüber hinaus auch in weiteren Kreisen von starkem Nachhall sein wird. Unsere Gemeinde Auslegung der Wählerliste Unter den amtlichen Bekanntmachungen der vorliegenden Nummer wird die Auslegung der Wählerliste angezeigt. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß Einsprüche nur innerhalb der angegebenen Frist erhoben werden können, und daß bei Versäumnis derselben niemand Anspruch auf nachträgliche Berichtigung hat. Von der richtigen Eintragung ist die Ausübung des Wahlrechtes am Wahltage abhängig. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig Arbeitsplan, für den Winter 1927-28 Mittwoch, den 7. September, 20,30 Uhr, im Feurichsaal, (Schulstralte): Herr Gemcindcrabhincr Dr. Gold mann: Mädchenhandel und Frauenschutz. Als Festvorbereitung Montag, den 19. September, 20,30 Uhr, im Hotel Hauffe: Frau Anna N e u m a n n! Unsere Festtagsgebete (Rauschhaschono). Montag, den 3. Oktober, 20.30 Uhr, im Hotel Hauffe: Frau Anna Neumann: Unsere Festtagsgebete (Jörn Kippur). Oktober: Fräulein Hau nah Karminski, Berlin: Die Seele des jungen, judischen Menschen. November: Frau Dr. (iertrud Ehrmann: Zur Berufswahl des jüdischen Mädchens. Dezember: Rednerin noch unbestimmt: Haus wirtschaftliches Thema. Januar: Jüdisch-musikalische Veranstaltung. Februar : Generalversammlung mit Referat von Frau Bettina Brenner, Thema noch unbestimmt. Mär/: Frau Ella Chami/cr: Jüdische Rezitationen. P ti r i m : Kinderfest. Arbeitsgemeinschaften: Frau Anna Neumann: Die Festtage des jüdischen Jahres. Frau Hadassah Chamizcr: Aus judischer Literatur. Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Praktisch-soziale Arbeit: Familienfflrsorge (Mittwochsitzung) tagt jeden Mittwoch vormittags 10 Uhr im Gemeindeamt, Löhrstr. 10 pari — Leitung: Frau Flora Calm. Mitarbeiterinnen sehr erwünscht! Rechtsschutzstelle: Vermittlung von Rechtsberatung an be-

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