Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 26 (1.7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Solte 3 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3. Jahrgang Jüdische Verbände u. Gemeinden Protokoll der Aussdiußsitzung des Sächsischen israelitischen Gemeindeverbandes am Spnntag, den IQ. Juni l()27, im Sitzungssaal der Saxonia« Loge UO.B.B, in Chemnitz, Theaterstraße <M II. Anwesend sind: der Vorsitzende Herr Rechtsanwalt Paul Sulinger, Dresden; Herr Isaak Chanange, Annaberg; Herr Qeorg Mecklenburg; Herr Rechtsanwalt Hr. Arthur Weiner, aus Chemnitz; Herr Sahitätsrat l)r. Zimmermann, stellvertretender Vorsitzender; Herr Siegfried Pionkowski; Herr Rabbiner Professor Dr. Winter, .Mitglied des Vorstandes, aus Dresden; Herr Carl Goldsehmidt, Mitglied des Vorstandes, Herr Wilhelm Breslauer, Herr Samuel Hades, Herr Rudolf Schick, aus Leipzig; Herr Rechtsanwalt und Notar Ma\ Löffler, aus Plauen; Herr Simon Schocken, aus Zwickau. Die Qemeinden Bautzen und Zittau werden laut schriftlicher Vollmacht von Herrn Rechtsanwalt Saliiyjer-Dresden vertreten. Die Vereinigung der Rabbiner im Freistaat Sachsen wird von Herrn Rabbiner Dr. Fuchs-Chemnitz, vertreten, der mit beratender Stimme au den Verhandlungen teilnimmt. Herr Rahhiuer Dr. (ioldmann I eipzig, fehlt entschuldigt. Tür die Sächsische israelitische Lehrer* Vereinigung ist Herr Prediger limanuel Heymann-Plauen, erschienen, leiner nehmen an der Sitzung als (Wiste teil: Herr Benjamin, Herr Joseph Kahn, Herr Bernhard Kupferberg, Herr Jacob Pfeffer, Herr Waller Sachs, Herr l.ipa Scharf, Herr Dr. Max Sichel, Herr Lehrer Sommerfeld, aus Chemnitz; Herr Egon Feuerstein, Herr Direktor Arthur Qlauber, die Fürsorgerin Fräulein Thea Waitzfelder, aus Dresden; Herr Justizrat Dr. Löwenstein, aus Leipzig. Das Protokoll fuhrt der Verbandssekretär Ploemacher. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung kurz, nach II Uhr mit einer Begriillung der Erschienenen und stellt fest, dal! die Sitzung satzungsgemäfl einberufen ist. Die heutige Sitzung, so erklärt der Vorsitzende, hat eine historische Bedeutung. Im sächsischen Gesetzblatt Nr. T2 vom 21. September I9'2(> veröffentlicht das (iesaiutministeriuin die Bekanntmachung Uber „Bildung des Sächsischen israelitischen (iemeindeverhandes vom 13. September 1926". Der Sächsische israelitische (iemeindeverhand ist damit eine Religionsgesellschaft im Sinne des Artikels 137 der Reichverfassung geworden. Die heutige Sitzung ist die erste unter der von der Staatsregierung gebilligten Satzung vom '27. Juni 1926. Die langjährigen Bemühungen des Verbandes um Erlangung der staatlichen Anerkennung sind damit ans Ziel gelangt. Die sächsische Judenheil ist der Staatsregierung Dank schuldig. Auf einstimmigen Beschlufl der heutigen Versammlung wird dieser Dank hiermit zu Protokoll genommen. Herr Joseph Kahn-Chemnitz erbittet das Wort und dankt dem Vernandsaustchuß, dal) er der Fiuladung nach Chemnitz gefolgt ist und hcgrüllt die Erschienenen im Namen des Vorstandes und der Qemeindeverordnetcn der Qemeindc Chemnitz. I lerr Rechtsanwalt S a I i u g e r fährt zu Punkt I der Tagesordnung „Bericht des Vorsitzenden" fort. Lr gedenkt des kürzlich verstorbenen Vorstehers der Qemeindc Plaue,i, Herrn Max Steinberg, dessen Andenken die Versammlung durch Erheben von den Plätzen ehrt. Fr spricht den Herren Stadtrat Ch a n a ng e-Annaberg und Justizrat L cI) r c c h t-Leipzig, nochmals die Glückwünsche des Verbandes zu ihrem 70. Geburtstag aus. Er gedenkt des 50jährigen Bestehens der Chebrah-Kedotchah in Chemnitz, zu der der Verbandsvorstand ebenso wie zu dem 70. Geburtstag der Herren Stadtrat Chanange und Justizrat Lehrecht die (ilückwüuschc des Verbandes schriftlich iu einem Schreiben zum Ausdruck gebracht hat. Der Vorsitzende weist darauf hin, da.fl ahe Wahlen für den Vorstand und den Ausschult des Verbandes satzungsgemäll für die Kalenderjahre 1926 und 1027 gelten. Der umfangreiche Schriftwechsel des Verbandes mit den einzelnen Qemeinden betrifft in der Hauptsache Angelegenheiten der Besteuerung, der Aufwertung und der Wohlfahrtsrente. Der Vorsitzende bemerkt, dali eine Steuerordnung erst dadurch Rechtskraft erlangt, dall sie verkündet wird. Die Verküiidung hat in dem in der <icmeindesatzung vorgeschriebenen Organ zu erfolgen. Er macht weiter Mitteilungen über Mallnahmen im Ahwchrkainpf gegen den Antisemitismus. 2. Einginge und Mitteilungen. Hier sind noch ZU erwähnen: Eine Mitteilung der Gemeinde Plauen über die Neuwahl des Vorstandes. Vorsteher ist Herr Rechtsanwalt und Notar Dr. Isidor Goldberg, Schriftführer Herr Rechtsanwall und Notar Max I oftler, Kassierer Herr Alex Löwenthalj der Schriftwechsel mit dem Vorstand und dem Rahhinat «ler < lemeinde Leipzig über die Ehen von Ausländern. Der Bericht winl genehmigt und dem Vorsitzenden und Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Punkt J „A nerk e n n U n g des Sächsischen i s r a e I i t i s c h e n (iemeindeverhandes als eine Körperschaft des öffentlichen Rechts durch die sächsische Staatsregierung" ist durch den Bericht des Vorsitzenden erledigt. 4. Kassenbericht für das Kalenderjahr 192b. Die Rechnung des Jahres 1926 und zwar die Abrechnung des Sächsischen Israelitischen Qemeindeverbandea und die Abrechnung der Landeswohlfahrtsstelle bei diesem Verband schlieltt am 3t. Dezember 1926;ib iu Einnahme mit 10139.11 Mk., in Ausgabe mit 9352,85 Mk., also mit einem Bestände von 786.26 Mk. Herr Georg Mecklenburg nimmt eine Prüfung der Rechnung und Belege vor. Auf seinen Antrag wird die Rechnung später richtig gesprochen und dem Vorstand Entlastung erteilt. — Für den Separatfond — zur Errichtung eines sächsischen Versorghauses bestimmt — sind Einnahmen und Ausgaben nicht zu verzeichnen. Die zum Separatfond gehörenden Wertpapiere sind zur Aufwertung und zur Wohlfahrtsrente angemeldet worden. 5. Festsetzung des Haushaltplans für das Jahr 1027. Die Vorlage für den Haushaltsplan enthält die l innahmen und Aussahen für den Verband als solchen und die Landeswohlfahrtsstelle. Punkt 8. Antrag der Verbandsgemeind e Zwickau: Sämtliche von den Qemeinden auf dem Umlagewege ZU erhebenden Beiträge sind nach dem Verhältnis der von den Geineindemitgliedern zu zahlenden Reichseinkommensteuer auf die Qemeinden umzulegen", wird mit der Beratung des Haushaltsplans verbunden. Zu dem Antrag Zwickau wird einstimmt; beschlossen: Vom Jahre 1928 ab werden die Beträge der Verbandsgemeinden nach dem Reichseinkommensteuergesamtbetrag berechnet, der dem zuletzt festgestellten Cicmeindehaushaltsplan zu Qrunde liegt. — Für den heute vorliegenden Haushaltsplan für das Jahr 1927 bleibt es bei 'dem bisherigen Verfahren. Herr Schick-Leipzig berichtet über die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden in Berlin. Nach seinem Bericht beschloß der VcrbandsausschuR einstimmig: Nur ewnn dem Sächsischen israelitischen (iemeindeverhand im Vorstand der Zentralwohltahrtsstelle ein Sitz eingeräumt wird, bleibt der Sächsische israelitische Gemeinde- \erhand Mitglied der Zentralwohltahrtsstelle. Für diesen Fall wird Herr Rudolf Schick-Leipzig, zum Delegierten des Sächsischen israelitischen (iemeindeverhandes bestellt. Der Zentralwohltahrtsstelle der deutschen Juden in Berlin ist von diesem Beschluß Mitteilung zu machen. •TAGLICH ÜBER 100000 AUFLAGE* CD Cd UJ ftttteJfoipji&er Mtun& BEZUGSPREIS 2.50 MONATUCH IM POSTBEZUG 3.42 EINSCHL. BESTELLGELD CD »täglich Ober 100000 aufläge*