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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-06-10 · 23 (10.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
23 (10.6.1927)
Date
1927-06-10
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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"Seife 6 3 Jahrgang: Unten den neuen Ankömmling n eisige Ablehnung leiten laßt, weiden durch den vornehmen Takt umgangen, mit denen die Simlers schließlich die Achtung dei stolzen Fabrikanten erzwingen. Was diesen Stalen eine so zähe Widerstandskraft verleiht, ist der eherne Zusammenhalt der Familie. Die ererbten und immer wieder anerzogenen Traditionen haben einen Willen geschaffen, über den Einzelnen die Einheit der Familie zu stellen. Und als der eine im Begriffe steht, seiner Leidenschaft folgend, sich loszulösen, eigene neue Wege zu beschreiten, da siegt doch wieder das Bewußtsein der Gebundenheit, er gliedert sich wieder ein in die Familie. Mit Recht erblickt Komain Rolland, der dem Buche eine begeisterte F-inführung voranschickt, jjerade in diesem Problem die grolle Kraft des Buches: der Einzelne und die Qnippe. El ist etwas ungemein Fesselndes, dieses Spiel der Persönlichkeiten zu beobachten: diese selbständigen zielbewußten Männer, die doch ein „Nein" der alten Mutter, ein fester Blick aus ihren Augen bezwingt. So konnten Simlers ihren Weg gehen. Aber Romain Rolland weist auch auf die Kehrseite hin: Bloch zeichnet die Simlers als in unversöhnlichem Gegensatze zu ihrer Umgebung stehend. Darin Heut der Keim zu späterem Verfall. Die Jüngeren werden die alten Traditionen nur wahren können, wenn dem Einzelnen die Bindung nicht Zwang ist, nicht die Entwicklung hemmt. - Blochs Roman gehört nicht zu denen, die man so wie einen Spaziergang nimmt. Man muß ihn genießen, wie man Kunstwerke genießt. Dann aher wird er nicht nur flüchtigen Genuß sondern auch stark wirkende Anregung geben. —t— 3>r. Jtdol/ jtHnjann (()berrabbiner in Trier). „Jüdische Welt- und Lebensperspektiven". Abhandlungen über alte und neue judentumstragen. Preßburg (Carl Angermayer). Vor mehreren Wochen wiesen wir in unseren Blättern auf des Vertassers „Homiletische Weckrufe" Achren und Beeren hin, in denen zeitgenössische Probleme des Judentums mit hohem Schwünge des Geistes und einer edlen Sprache homiletisch behandelt werden. Die vorliegende Sammlung zieht Fragen in den Kreis der Betrachtung, die sich für die Kanzel nicht eignen oder doch aut ihr nicht in so breiter Form dargestellt werden können, wie es ihrem Wesen und ihrer Bedeutung entsprechen würde. „Gut und Böse, eine Studie über den Sinn des Daseins", „Traumwelt und Wirklichkeit in jüdischer Schau", „Energienlehre und Judentum", „Die Epochen des Niederganges und die Genien des Aufstiegs in der jüdischen Geschichte", „Ordensgedanke und Judentum in kulturgeschichtlicher Betrachtung", „Elia, ein prophetisches Charakterbild nach Bibel, Talmud und Midrasch", „Gestalten und Probleme einer jüdischen Weltbewegung", „Majorität und Minorität in der Weltanschauung des Judentums", schon dit Titel der acht Abhandlungen zeigen die Mannigfaltigkeit der Fragen, für die der Verfasser Beachtung erwecken will. Er tritt an sie mit philosophischer Schulung heran; er stützt seine Gedankengänge auf den unerschöpflichen Reichtum •unseres rabbinischen Schrifttums, alle Voraussetzungen für starke Eindrücke und anregende Stunden sind in dem Buche vereinigt. Ein modern gebildeter Geist zeigt, wie man zeitgenössische Bildung in das alte Judentum hineinträgt. Mochten /ahlreiche Leser starke Impulse in jüdischen Fragen aus den Abhandlungen gew innen. — st — ♦OC^'OC''".C%T.'C'i~ •| n ij 6 •i S1 I) O :\ I K M A II ii O S € I I K S JOS EF Till KHK H U (iRÜSSKN ALS VKRLOUTK LKII'/IG. IM .J|;\| 1927. in a»oss«r Auswahl millNlBi fiMleiil, tiouschcdsfr. 19 1 £«fcz-s ^^s^s^i^^i^fcasdieaKcifciiisaKrSissafS Dil Telephon Nr. 2VSS3 MM reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche, Portleren Herrenu. Damengard. Nädiste Filiale: Salzgäßel eu Nr. 6 •| Ii •i Ii o fl H H •1 (• •i ■ J)r. ßTijhard JtmpUr,..„Die Entstehungsgeschichte des. Gpferkultus im Mosaismus". Apologetik des Alten Testamentes. Wien und Leipzig 1926. (A. Hartlebens Verlag.) Im Rahmen einer Untersuchung über eine Einzelfrage aus der israelitischen Religionsgeschichte unternimmt der gelehrte Verfasser den Versuch, unsere Bibel gegen die durch die Kritik geschaffene Auslegung zu verteidigen. Er kommt zu dem Ergebnis, dal! alle vormosaischen Opfer in Israel Brandopfer gewesen sind; was dem Entgegenstehendes in Schriften nichtjüdischer Theologen geäußert wird,,, ist nach dem Vf. unzutreffend. Nach eingehender Untersuchung auel» der jüdischen Erklärer, besonders des Maimonides, kommt Templer zu dem Ergebnis, dal) „durch den Anblick der Opferung der Tiere" „derr in der Anfangsentwicklung sich befindenden Volke durch den Anschauungsunterricht, durch das tägliche Leben, durch den naturlichen Eindruck, durch die szenische Veranschaulichiing einer Hinrichtung" die Liebe zu Gott beigebracht werden sollte. Nie seien die Opfer Selbstzweck gewesen, immer nur Mittel der vollständigen Unterordnung unter Gottes Willen. — Es muH der Erörterung in wissenschaftlichen Organen vorbehalten bleiben, zu dieser Variante in der Auffassung des israelitischen Opferkultes Stellung zu nehmen. Wir möchten aber nicht verhehlen, dal! wir ihr wenig Geschmack abgewinnen können. Noch weniger geschmackvoll aber ist die Art. mit der sich der Verfasser mit den bibelkritischen „unberechtigten, herausfordernden Angriffen des Alten Testamentes, Verdrehungen und Unterschiebungen des Buches der Bücher" auseinandersetzt. Aue« sachlich schadet man einer guten Sache mit unsachlichen Anfällen. „Skrupvllosigkeit", „mutwillige Behauptungen", „Ungeheuerlichkeit", ,,bewullte Irreführung" mit derartigen Ausdrücken überzeugt man nicht. Auch David Hoffmann hat sich gegen die Bibelkritik gewandt, aber anders. C. gestalten und Jtfoment« aus der jüdischen Geschichte Herausgegeben von Prof. Dr. J. Elbogen. Zweiter Band der Jahresreihe. Der Heine-Bund. Berlin 1927. Unter glücklichen Auspteten hat der Heine-Bund, wie an dieser Stelle berichtet, seine Veröffentlichungen mit Poljakoffs Sabbatai Zewi-Roman eröffnet. Der zweite Band führt in das Gebiet der Geschichte. Auf 320 Seiten (mit mehreren Tafelbildern) sind aus der langen Reihe der Jahrhunderte „Gestalten und Momente" nach Darstellungen verschiedenster Gelehrter zu einem Mosaik zusammengestellt. Daneben auch Dokumente, die Anspruch aut das Interesseweiter Leserkreise erheben dürfen. Die Namen der einzelnen Verfasser bürgen für Gediegenheit des Inhalts: u. A. Elias Auerbach (Prophet und Staatsmann), Heinrich Graetz (Am Hofe zu < iranada: 4t"-1 " Versicherungen aller Art Siegmund Cohn Elsfersfraße 2,4 Fernspr. 15QÖ6 IWn^g8»'^B<W8i1g<& g^''»B'li»i&l'J^qS>HpieiiesSi^BV»<tSfc»!?«paEaE5?ES!jc-i -ssöi rasa ea&aeaEsig Gärtenmöbel Gartenschirme BBB5BBB3B Ie Blumenhaus M.KröberNchf. 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