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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-06-10 · 23 (10.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
23 (10.6.1927)
Date
1927-06-10
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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?Nr. 22 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Sei* 7 Kabln Samuel Hanagid), S. Horodet/ky (Neuer Glaube: Beseht, Israel Baal schein tob), Nordaus Trauerrede auf Theodor Herzl, und nicht zulet/t Ismar Elbogen, der Herausgeber. Es ist ungemein reizvoll, diese verschiedenartigen Schriftsteller mit ihrer wechselnden Art der Darstellung schicksalsschwerer Momente und bedeutender Figuren nebeneinander ZU sehen: sie geben gerade dadurch ein so (rettendes Spiegelbild des Wechselvollen, wie es für die jüdische Qeschichte ganz besonders kennzeichnend ist. n. Neues vom Büchermarkt (mitgeteilt von der Buchhandlung M. W. Kaufmann, Brühl 8). Ganzfried, Schclomo, Kizzur schulchan aruch, ins Deutsche übertragen von S. Bamberger, in Lieferungen, Frankfurt a. M. (pro Lieferung Mk. 1.60); Huhn, Friedrich, Der Beweis vom Dasein Gottes. Berlin 1927 (Mk. 2. ). Prof. Dr. Alfred Jeremias. Jüdische Frömmigkeit. Leipzig 1927 (Mk. 2. ). Kalter, Robert. Ein Lebensbild. Berlin 1927 (Hlbw. Mk. 2.35). Laser, s. M. u. IL Torczyner. Deutschhebräisches Wörterbuch. Berlin 1927 (Lw. 12.50). Lanko, Des)der. Sire Jisroel. Die jüdische Musik Preßburg (Mk. 3.60). Lurie, M., Studien zur Geschichte der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse im israelitisch-jüdischen Reiche von der Einwanderung in Kanaan bis zum babvl. Exil. Gießen IQ27 (Mk. 3.40). Manutius, Aldus. Alphabetum hebraicum. (Facsimile-Ausgabe nach Venedig ca. 1501.) München 1927 (Geb. i. ). Mayer, Siegmund, Ein jüdischer Kaufmann. IS31 1911. Lebenserinnerungen. Berlin 192b. (Lw. Mk. Kl. ). M eis eis. Samuel, Judenköpfe. Wien 1926 (Mk. 3. . Hlbldr. 6.50). Murawsk) , Friedrich, Die Juden bei den Kirchenvätern und Scholastikern. ' Berlin 1926 (Mk. 2.40). Wird fortgesetzt. Sprechsaal Sozial . . . Das Wort „-.ozial" stammt aus dein Lateinischen und will mau seine Bedeutung verdeutschen, so sagi man wohl, es betrifft das Zusammenleben der Menschen in Staat und Gesellschaft. Das ist so ein Sammelbegriff, der gleich den vielen anderen eine ganz bequeme Ablage ist. denn tausenderlei Dinge faßt man darunter zusammen, ohne tiefer darüber nachzudenken. Die soziale Idee ist mehr eine Massenproduktion der Gefühle, die, im Herzen der Menschen entstanden, sich auf ganz verschiedene (icbiete konzentrieren und auswirken. In erster Linie spielt dabei das Gefühl eine grolle Rolle, mau wird so leicht gerührt, lallt sich \<>n seinem Gefühl treiben, wie es Überhaupi zum größten Feil ist. daß uns die Dinge beherrschen nicht wir die Dinge. Es gibt so unendlich viel Falle, wo man hellen müßte, und so sehr verschiedene, und dieser Umstand birgt eine grolle Schwierigkeit. Im blinden Eifer verliert man sich oft in kleinen Dingen, kommt so von seinem eigentlichen Vorhaben ah. und macht mau dann die Bilanz, so Iriffl man manches nicht zu Fnde geführte Konto. Die soziale Frage wird intensiv behandelt, sie ist augenblicklich die brennendste. Vorträge werden gehalten, I ichtbilder gezeigt, mau wird aufmerksam, horcht auf. man hört, und ans dem Hören wird die Tat geboren. Es wird zweifellos auch Viel getan. Wo Juden Wuhnen, ganz gleich, ob w enige oder viele, da gibt es ein Gemeinschaftsgefühl, das je nachdem, ob der Drang nach Assimalition oder das Bewußtsein des Qolus starker hervortritt, mehr oder minder hervortritt, mehr oder minder groll ist. Jedenfalls, man lebt, läßl leben oder wenigstens man liillt nicht untergehen. Was heim das? Gibt es nicht genug gemeinnützige Vereine? Ja, aber nicht genug solche, die in die dunkelsten W inkel leuchten! Glbl man keine Spenden, wird denn nicht gesammelt? Oh, gewiß! Aber ofl ist es d..nn zu spat, in der Stille, im Verborgenen ist so manchei brave Mensch schon zu Grunde gegangen. Dabei halt das leben so manchem Geber den Spiegel seiner eigenen fraglichen Zukunft vor. Man hastete und jagt durchs I eben, gibt hier und da ein paar Mark, und ist froh, wenn man nicht mehr belästigt wird, man bat ja keine Zeit. Was aber wird aus denen, die auf unser „Mitgefühl" angewiesen sind, die Alten und Schwachen, die Kranken und Gebrechlichen, von denen oftmals kein gemeinnütziges Institut etwas weiß, denn sie sind ja im Winkei. Sollen die warten bis wir Zeit haben? Von Verbitterung, Entfremdung, Verzweiflung und ihren Folgen haben wir schon oft gehört, wir sind auch schnell dabei, ein Urteil zu fallen, ganz gewib schneller, als dein Ursprung nachzugehen, sonst würden wir finden, dab ein beträchtlicher Teil Schuld auf unser Konto kommt. Unsere einzige Ausrede, die uns einfällt, wenn wir uns schon ja einmal darüber Vorwürfe machen, ist ein bedauerndes Achselzucken, ja hatte man gewußt man hatte . . . Kann und darf das so weiter gehen? Ich denke dabei au die Jugend und ich wende mich auch in erster Linie speziell au sie. Da gibt es welche, die werden sagen: ja, was will man denn von uns jungen? Sollen wir denn auch geben? )a, natürlich und sogar erst recht! Nicht Geld! Nur ein kleines Teilchen eurer Kraft. Wir Jungen stehen in der besten Schaffenskraft, wir haben noch keinen Anspruch auf Bequemlichkeit, denn das wären wohl sehr kümmerliche Lorbeeren, auf denen wir uns ausruhen wollten. Natürlich erfordert unser Mithelfen in erster Linie Liebe zur Sache. Liebe heißt Opfer! Wir müssen imstande sein, aut kleine wirklich im Vergleich zur Sache sehr nebensächliche Wünsche zu verzichten, unser hochwohllöbliches „Ich" eine Wenigkeit zurückzustellen, und nur keine Angst wir sind immer noch Fgoist genug, daß wir nicht kurz dabei kommen. Die weibliche Jugend muß beireit werden vom Sammeln und solchen Dingen, die die männliche Jugend erfüllen kann, damit sie sich dem widmen kann, wozu sie verpflichtet ist: AI! den kleinen Diensten, die oft nur Handreichungen und trotzdem von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit sind und im Vergleich zu ihrer Notwendigkeit so geringe Mühe erfordern. Von jedem einzelnen wird nur wenig verlaugt, aber der gute Wille ist Voraussetzung Und es ist etwas Grolles, zu geben, was man nicht mit Geld erkaufen kann! Es kommt gerade auf die Kleinigkeiten, die uns oft entgehen, an: die Einzelarbeit, die jeden Fall wirklich individuell behandelt, ist wichtiger und stillet genau so viel, oft sogar noch mehr Segen als die Massenabfertigung. Und ich bin lest davon überzeugt, daß es auch erreicht werden kann und wird. Denn alles ist da: Das Arbeitsfeld, das sehnsüchtig wartet, die freudige Schaffenskraft der Jugend, die bereit ist, zu helfen es fehlt nur noch der Hinweis, da:. Wie. Wir müssen das /iel erreichen und wir werden es mit Gottes Hilfe, denn solche Pflichten zu Übernehmen und zu erfüllen, lösen das befriedigende Gefühl im Menschen aus: Mau braucht dich, deine Person, nicht nur deine Mittel, und sie bestärken die Existenzberechtigung, das heißt, nicht nur uns und nochmal uns sollen wir leben sondern auch den andern. Esther F t. Vereinsnachrichten (Redaktionsschluß: Dienstagvormittag 10 Uhr) Reichsbund jüd. Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig Geschäftssieile Gellertstr. 7. Postsdieckkonte Lei.-vi,: 9630, Tel. 19388. M i t g 1 i e d e i \ eis a in in i u n g am Montag. 1 1. J u u i 1927 abends S Ib. im Kaffeehaus rilebein, llainstr. 3. Tagesordnung: I.Vortrag des Kameraden Kantor Max Jaffe, Leipzig: „Vaterländisch" „Jüdisch", l in weltanschaulicher Vergleich 2. Aussprache, i. Die Gedenkfeier der „106er". 4. „Vaterlandsverräter, Deserteure und Juden" Max Moritz Schiffel. j Die Gefallenenfeiei in dei Synagoge, 6 Verschiedenes. M i I t e i I u Ii g c n : Kameraden, die noch Bilder vom Sachsentreffen bestellen wollen, werden gebeten, dies sofort an die Geschäftsstelle zu melden Die Aufnahmen sind sehr gut gelungen und werden in der Mitgliederversammlung \ orgelegt. Der Vorstand. LEIPZIGER EBSENBAUANSTALT G. M. B. H. - inh.: «JULIUS KRAUSE LEIPZIG N 21 EISENHOCH BAU Dachkonstruktioncn, Fachwerkgebiude, Wellbledlbaiiten FEINEISENBAU Schmiedeeiserne Fenster, Türen. Treppen. Roste. Oberlichte

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