Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 15 (15.4.1927)
- Date
- 1927-04-15
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 5 sonic übernommen, da die Arbeitslosenunterstützung als solche von der Gemeinde endgültig ab 1. Dezember 1926 eingestellt wurde. Die übrig bleibenden Arbeitslosen wurden in derselben Weise betreut, wie die Fürsorgebefohlenen, d. h. unsere Pflegerinnen besuchten die einzelnen Familien, orientierten sich über ihre Verhältnisse, und jeder einzelne Fall wurde dünn vom i-ürsorgeausschu^ bearbeitet und die beireffende Unlerstiitziii!.'! von ihm festgesetzt. Vom Juli 1926 bis Januar 1927 wurden 10 Mildchen und Frauen in einer Näh Stube in den Räumen des Gemeindeamtes dreimal wöchentlich 2 Stunden beschäftig. S>e erhielten dafür je 7 Mark pro Woche. Im Jahre 1927 erübrigte sich die Nähstube, da bis auf 1 oder 2 Personen sämtliche Teilnehmerinnen anderweiti.; Arbeit gefunden hüben. Es wurde im Rahmen der Fürs rge nach Möglichkeit Stellenvermittlung gefordert. Es gelang uns, 14 Personen in gute dauernde Stellung unterzubringen. Anderen konnten wir vorübergehend Arbeit verschaffen Die für Krankenanstalten ausgegebenen M 20 544 22 entfallen in 51 Fällen mit M 10595.10 auf die städtischen Krankenhäuser und in 41 Fällen mit M 9949.12 auf das is raeliiische Krankenheim M M M Die für offene Krankerlürsorge ausgegebene Summe von 11 428 84 zerfällt mit 5 460.22 auf die Wirtschaftliche Vereinigung der Ärzte für Leipzig und ümgeb., mit der wir ein Abkommen getroffen haben, nach welchem sie nach Art der Allgemeinen Ortskrankenkasse mit uns arbeitet; und mi; 5 968 62 für Apotheken und Heilmittel. Verschiedene Apotheken gewähren uns einen Rabatt von 8-10" „ Unter Seelsorge verstehen wir kleine Liebesgaben, die in den Kranken-, Gefargenen- und sonstigen Anstalten durch die Gemeinderabbiner und die Gemeindeschwester verteilt worden sind Im ganzen erstreckte sich die Fürsorge aul 472 Fälle. Darunter befinden sich 53 deutsche Familien und Einzelpersonen urd 409 ausländische Familien ur.d Einzelpersonen. Leipzig, im April 1927 Cohn Aus unserer Gemeinde Beginn des Religionsunterrichts in der Religionsschule I: Ostschule Es wird an dieser Stelle noch besonders darauf hinge- : A-iesen. daä der Unterricht in der Ostschule am 25 April nachmittags 5 Uhr (nicht wie in voriger Nummer bekanntgegeben, um 3 Uhr) beginnt. Prot. Theodor Lessing in Leipzig Der durch seine geistvollen Schriften bekannte Philosoph, i der wegen seines mutigen Bekenntnisses zum Judentum von der völkischen Sludcntenscbnlt Hannovers so arg angefeindet wurde, wird am 18 April in der Alten 1 landelsbörse am Naschmarkt als Gast des Vereins jüdischer Studenten über „Nationalität und Freiheit" sprechen. Bei der bedeutenden Person lichkeit des Vortragenden darf ein äußerst interessanter Abend erwartet werden. (Näheres siehe unter „Vereinsnachrichten".) Max Singer Uhrmacher u. Juwelier Plauenfche Str. 2 Fernsprecher 1273 2 7 Gegr. I.J.1906 Eigene Werkstatt Juwelen Schmuck Verlobungs- Ringe Kultus-,Gebrauchs- Stlber-Gegen»t>nde besonders preiswert! Plastiken von Raphael Chamizer In der lovis-Corinth-Gedächtnis-Ausstelung, über deren Wert mar. nicht mehr zu streiten braucht, otcllt Raphac 1 Chamizer zum eisten Male Plastiken aus Plastiken, in zwei Jahren Geschäften, von einer Vielseitigkeil, Veriiinerlichung und Grütie, die erstaunen lassen. Beim Anblick des Elias ist man anfangs über die Gewaglheit der Linie verwundert, dann aber vom inneren Rhythmus der Plastik bezwangen. — Zwei kleine Kopfe, der Philosoph und der Prophet, interessieren in ihrer Gegensätzlichkeit. — Im Oberlichtsaal die Salome und der Sav o n a r o 1 a in Bronze zeigen eine eigene Auffassung. — In Marmor stellt der Künstler drei Arbeiten aus; formvollendet die Trauer Die Intensität des Schmerzes, der in dieser Plastik lebt, trifft letzte Regungen des Mrnschen. — In dem I d i o l e n spiegelt sich mehr a:s eine satyrisebe Beobachtung. — Warm wächst aus dem spröden Marmor die Portraitbüste. hin Augenblick tiefster, seelischer Bewegtheit in geballtem Ausdruck festgehalten. Fern von der Einseitigkeit und Begrenzung jeglicher Richtungen geht hier ein Künstler se;nen ureigensten Weg. Dr. Sch. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Vom Reichsbund jüdischer Frontsoldaten geht uns folgender Aufrul zu, dem wir gerne Raum geben: Glaubensgenossen,Kameraden! Die Schandtaten der Völkischen in Plauen, Zwickau, Chemnitz, Köln. Rastättcn und Berlin aus der neuesten Zeit beweisen deutlicher als alle Reden und Warnungen, daß der Radauanlisemitismus, diese von allen Einsichtigen als Kulturschande erkannte Bewegung, in Deutschland noch immer nicht ausgerottet ist. Infolgedessen ist auch die Hauptaufgabe des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten, der Schutz unserer Glaubensgenossen, noch aktuell und notwendig. Helft uns bei der Erfüllung dieser Aufgabe, die wir uns zum Besten aller Juden in Deutschland M.W. Kaufmann, Brühl 8, Leipzig 1 lieteit ■ jedes Buch in jeder Sprache . Für PeBach alle Ritualien ■ am Lager, Hauijadarts usw. " Alle Schulbücher der hiesigen Schulen ■ vorrätig ■