Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 15 (15.4.1927)
- Date
- 1927-04-15
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Sei« 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEtfZIG & janrpangi gestellt haben! Ordnet Euch den von Euch gewählten Führern nicht in stumpfem Gehorsam, sondern in freiwilliger Disziplin unter! Wahrt im R.j.F. die uns durch die Bundcsstatuten auferlegte Neutralität in allen Fragen der deutschen und der innerjüdischen Parteipolitik! Die schwere wirtschaftliche Not, unter der unsere Glaubensgenossen ebenso leiden wie christliche Volksgenossen, zwingt uns alle, unsere persönlichen Ausgaben einzuschränken. Der R.j.F. legt deshalb Wert darauf, die Kameraden nicht bei glänzenden Festen, sondern in Form gehaltvoller Vortragsabende und gemütlicher Kameradschaftsabendc zusammen- und einander nahezubringen. Er sorgt dafür. dali die den Mitgliedern aus der Beteiligung erwachsenden Kosten so niedrig bleiben, daß jeder Kamerad, ob arm, ob reich, ob Arbeitgeber oder Angestellter, sich beteiligen kann. Im Frontbund gibt es keine Unterschiede der sozialen und wirtschaftlichen Stellung; wir kennen nur Kameraden! Unsere Abwehrarbeit, unsere Pflege der Kameradschaft, haben mit der Tätigkeit und den Tendenzen von Militär- und Kriegervcrcincn nichts zu tun; sie stehen auch nicht im Widerspruch hierzu. Wir wollen dem Wohl unserer Kameradon und überhaupt aller unserer Glaubensgenossen in Deutschland dienen; damit kämpfen wir zugleich für die innere Befriedung Deutschlands! Es kann daher für keinen Glaubensgenossen deutscher Staatsangehörigkeit Gründe geben, die ihn am Beitritt zum R.j.F. hindern. Wer nicht Frontsoldat gewesen ist, schließe sich uns als passives Mitglied bzw. als Förderer an. Die nichtdeutschen Kameraden aber wenden sich an den Bund jüdischer Frontsoldaten der ehemaligen österreichischungarischen Armee iB.j.F.I, mit dem wir in enger Arbeitsgemeinschaft stehen. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig, i. A.: Dr. A. Jacohy, 1. Vorsitzender, i. A.: Koppenheim, 1. Schriftführer. Anmeldungen sind an die Geschäftsstelle, H. Bucki, Gellcrtstr. 7'9 C III. zu richten. Aus dam Gemeindeamt Kalendarium 15-23. April 1927. — 13 —21. Nissan 56*7 1027 April Ni:-san Omer 56X7 FreitaR 15. 13. Sonnabend 16. 14. Sonntag 17. 15. 1 Montag IS. 16. 1. Dienstag 19. 17. J 2. Mtttwodi 20. 18. 3. i) mnerstag 21. 19. 1 4. creitaR 22. 20. 5 Sonnabend 23. TTTTrurrrm 21. 6. -rrr ttttttttttttttt Sabbath Achre Peßadi 2. Tag PcBnch 7. Tag Gottesdienste Gemeindesynagoge Sablathgottesdienst: Freitag, 15. April, Abendgebet 7 Uhr mit Predig» (Rabbiner Dr. Goldmann); Sonnabend, 16. April, Morgengebet 9 Uhr, Tnoravorlesung 930 Uhr, .Mincha 7 Uhr. Peßadigottesdienst: Sonnabend, 16. April, Abendgebet 7*5 Uhr (in Abänderung der in der Zeittafel angegebenen Zeit); Sonntag, 17. April, Morgungebe» 9 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Abendgebet 7 Uhr; Montag, 18. April, Morgengebet 9 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Nachmittagsgebet 7*5 Uhr, anschließend lehrvortrag (Rabbiner Dr. Goldmann); Abendgebet 7 56 Uhr. Wochentags früh 7 Uhr, abends 7 Uhr. Neue Bücher S- Polja^o/f, Sabbatai Zewi. Roman. Aus dem Russischen von Z.Holm. 1926. (Der Heine-Bund.) p\cr Heine-Bund (eine jüdische Buchgemeinde, Berlin W 9. Link- '-' straße 39), tritt mit dem Roman „Sabbatai Zewi" des russischjüdischen Dichters S. Poljakoff als seiner ersten Veröffentlichung hervor. Nach dem Muster der so rasch großgewordenen Buchgemeinschaiten organisiert, gibt er im Wege des Abonnements an seine Mitglieder jährlich vier Bände von durchschnittlich 3(10 Seiten zum Einheitspreise von Mk. 3,75 (bei jährlicher Vorauszahlung 14 Mk.). Man darf wohl sagen, daß die Wahl dieses vorliegenden Romans zur Eröffnung der Tätigkeit eine überaus glückliche war. Die Gestalt des Sabbatai Zewi ist in der jüdischen Geschichte wegen mannigfacher Rätsel umstritten. Er trat um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Smyrna als Messias auf. Die Judenhcit, nicht allein im Lande des Sultans, sondern weit darüber hinaus, bis tici nach Europa hinein gab sich voller Begeisterung dem Glauben an seine Erlöscrkraft hin. Viele ließen sich nicht einmal dann aus ihrer Berauschtheit in die Wirklichkeit zurückrufen, als Sabbatai Zewi zum Islam übergetreten war, um sein Lehen zu retten; noch lange Zeit nach seinem Tode glaubten unentwegte Anhänger, daß dieser Schritt keineswegs seiner messianischen Sendung widersprochen habe. Poljakoff sucht dichterisch zu deuten, wie in Sabbatai der Glaube an seine Erlöserkraft Gestalt gewann. Man soll ihn nicht einen Betrüger nennen. Seine Geistesgaben, seine Gestalt, ein starker Zauhei seiner Persönlichkeit, Glaubensglut und Sonderbarkeiten seines Wesens erwecken in einem Kreise von Kabbalisten den Gedanken, ihn als den in jenen Tagen sehnsuchtsvoll erwarteten Messias anzusprechen. Ahnungen einer großen Bestimmung lassen den Jüngling aufmerken. Ist es eine Schuld, wenn er schließlich den begeisterten aufmunternden Reden seiner Lehrer und seiner Freunde folgt? Zumal da Sonderbares sich zuträgt, indem aus fernpm I.nnrir die *rhöne Sarah den Weg zu ihm sucht und findet, um seine demütig« und glaubensstarke Gefährtin zu werden und damit dunkle Träume zu erfüllen? Ob er auch nach außen den Schein des Glaubens an seine Sendung wahrt: im Innern nagte ihm Zweifel und Zwiespalt. Daran zerfällt er im entscheidenden Augenblick. Der Sultan fürchtet ihn. Sein Minister (ein abgefallener Jude) ist auf dem Wege, an ihn zu glauben. Darum ersinnt der Minister eine kMmi berechnete Probe: Er soll eniweder seine Brust den Bogenschützen reiephon Nr. 243.« '.2137 reinigt und färbt schnell und preiswert lepplche, Portieren Krnen- II« Damengard. Nächste Filiale: Sslzgäfichan Nr 6 'TTTr""""TrrrT7TT;TTfTT""""" ■ *—-^jui-.mr.irua: Wann besichtigen Sie Leipzigs schönste Maushaltwäschcrci. die Wäscherei der Hausfrau? 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