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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-03-18 · 11 (18.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
11 (18.3.1927)
Date
1927-03-18
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. II QSMEINDBBLATT DER ISRAELITISCHEN RR LI 01ONSO EMEINDE, LEIFaKJ Seite 3 seele (z. B. Simdia bes haschoeva, Fest des Wasserschöpfens am Sukkot und das Holzfest im Ab) nicht nur den hohen Sinn, sondern sie pflegten sie geradezu mit liebevollem Verständnis, und die Folge war, daß der ganze reiche Pharisäismus, der Involvent des Thorajudentums, Gcmeirgut der Majorität des Volkes wurde, während das steife, gemütlose Saduzäertum der Volksseele stets fremd blieb und zum Segen des Judentums nie so recht in das allgemeine Bewußtsein drang. Darum zurück zum Gemüte, und wie es aus jener großen Zeit des Purim heißt: rwsn nnösn mm ruvn dti.tV, „den Jehudim ward Lust und Freute, Jubel und Würde", so wird alldies auch uns werden, denn wem „Licht im Haupte sich mit Wärme paart im Herzen", in dem wohnt und wirkt die Freude und das Glück. Aus unserer Gemeinde Leipziger jüdisches Abendheim In stiller Arbeit hat sich das Abendheim im Zoo unser der unermüdlichen, opferfreudigen Führung des Herrn Dr. Soloweetsdhik zu eint r stehenden Einrichtung gefestigt. In mehr als 100 Heimabenden während des noch nicht zweijährigen Bestehens hat es einen Zusammenschluß vollzogen, der zur Beschäftigung mit Fragen aus allen Gebieten des Lebers in zwangloser, aber ernster, zielbewußter Arbeit geführt und manche Anregung zur Vertiefung und zu eigenem Nachdenken unter junge jüdische Menschen gestreut hat. Nach längerer Pause tritt das Abendheim mit einer Veranstaltung größeren Stils vor eine breitere Öffentlichkeit: einer Beethovenfeier, die durch die Namen der Ausführenden für einen des großen Genies würdigen Verlauf Gewähr leistet. Soolbadkolonie Dürrenberg (Alfons Jacobsohn-Kinderhc:m) Die Solbadkolonie Dürrenberg wird am 3. Mai d. J. 1 eröffnet, Es werden 4 Kolonien hinausgeschickt. Anmeldungen für sämtliche Kolonien werden entgegegengenommen Löhrstraße 10 ptr. am Montag, dem 21. März 1927 am Montag, dem 28 März 1927 von 10—12 Uhr vormittags. Spätere Meldungen körnen nicht berücksichtigt werden. V. Tagung des Verbandes jüdischer Studentenvereine Deutschlands (SchlLß des Berichtes aus voriger Ausgabe) Am Sonntag, 27 Februar, beginnen die Beratungen der Konlerenz. Aus den Berichten, die die Exekutive gab, war zu ersehen, welch ein kolossales Arbeitsgebiet bewältigt wurde. Um em Bild von der Größe Her geleisteten Arbeit zu geben, sei erwähnt, daß nur für Kolleggelder und Exumengebühren zirka 40000 Mark ausgegeben wurden. Die Ge^amtarneit erstreckt sich auf das wirtschaftliche und kulturelle Gebiet. Die wirtschaftliche Arbeit besteht aus der Hilfe für die bedürftigen studierenden Kommilitonen, durch Organisierung der Studenten« mittagstheht, Gewährung von Stipendien und Kolleggeldera, kurz und langfristigen Darlehen usw. für die Absolventen — dureäi den Arbeitsnachweis. Im Zusammenhang mit dtm letzten Arbeitsgebiet beschloß die Konleren/, die Klee i'es Weltverbandes jüdischer Studentenorganisationen zu unterstützen, obwohl die Konferenz mit dem Erfolg der bisherigen Arbeit des Weltverbandes unzufrieden ii>t. Die Konferenz steht auf dem Stand punkte, daß dieser Mißerfolg nur den Personen, i!ie an oer Spitze des Weltverbandes stehen, /.uzuschreiben sei, aber nicht der Organisation selbst, die als Vertreterin der Interessen de; gesamten akademischen jüdisden Welt anzusehen ist, die einzig erfolgreich den Numerus clausus auf dem inlernationalen Forum bekämpfen kann und die beste Übersieht über die Arbeitsmöglicr keiten auf dem Arbeits Weltmarkt zu geben imstande ist. Auf dem kulturellen Gebiet ist auch viel geleistet worden. Die Aufgabe der kulturellen Arbeit besteht in der Erziehung der Mitglieder zu bewußten Gliedern der gesamten jüdischen Gesellschaft. Dieses Ziel wird erreicht durch das Studium der jüdischen Kultur. Deswegen hat die Exekutive immer die Organisierung der Kurse für hebräische und jüdische Sprache, der Seminare lür jüdische Geschichte und verschiedene Vortragszyklen über jüdisch soziale und allgemeinkulturelle Themen gefördert. Im Zusammenhang mit der Frage der Produktiv»?rung unJ d<r sozialen Umschichtung, die jetzt im lüdisdhen Volke vor sidi geht, hielt Herr Chaschin ein Referat, in dem er zu beweisen suchte, daß die jetzigen Bemühungen der Sowjetregierung, die Juden aut das Land?u übersiedeln und den produktiven Berufen zuzuführen, die L<;ge der Juden bedeutend verbessern wird. Sehr großes Interesse wurde dem zweiten Vortrage des Herrn B. Locker über „Das arbeitende Palästina" entgegengebracht, Der Referent behauptete, daß d e Produktivierung und Normalisierung des jüdischen Volkes mir auf iiem Wege der Kolonisierung Palästinas durch den jüdischen Arbeiter erfolgen kann Die Kolleren/ erhob einen Protest gegen den Numerus clausus und die Verfolgungen, denen die jüdischen Akademiker in vielen Ländern ausgesetzt sind Die Konferenz sprach der bisherigen Exekutive das Vertrauen aus u: d letztere wurde wiedergewählt. Nach der* Wahlen in den Zentrairat (3 P^;ile Zfon i;nd 3 Unabhängige) wurde die Konferenz geschlossen, Seh» Offeriere fämtliche Sorten: PalSstinaweinc österr.Süßweine noö Rheinu. Moselweine Süvowitz 55" „ und 75";, I Selterswasser Versand frei Haus. TOD nos Et wird gebeten, die Bestellungen für Selterswasser rechtzeitig aufzugeben, da ich zu nOD nur eine bestimmte Anzahl Flaschen hübe. 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