Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-02-18 · 7 (18.2.1927) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
7 (18.2.1927)
Date
1927-02-18
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4876568-5968785-5968950--0980-4878683
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE. LEU'6IG Seite 3 Achad haam-Gedenkfeier Die Zionistische Vereinigung Leipzig veranstaltet am Donnerstag, 24. Februar, abends '/29 Uhr, in den Kammermusik- Sälen des Centrai-Theaters eine Gedenkfeier für den vor einigen Wochen verstorbenen Arhad haam. Gedenkreden werden die Herren Dr. Nahum Goldmann und Dr. Klatzkin (beide aus Berlin) halten. V. .lahreskonferenz des „Verbandes jüdischer Studentenvereine in Deutschland e. V-" Am 26., 27. und 28. d. M. findet in Leipzig die V. Jahreskonferenz des „Verbandes judischer Studentenvereine in Deutsdilünd e. V." statt. — Die Konlerenz wird im Saale der 3 alten Handelsbürse (Naschmarkt) am 26. d. M., abends 8 Uhr, S feierlich eröiinet. Herr Rabbiner Dr. Goldmann wird ein Referat über ein aktuelles soziales Thema der jüdischen Studentenbewegung halten. Außerdem finden Begrüßungen der einzelnen Organisationen und akademischen Verbände statt. Näheres folgt. Darlchnskasse des Vereins „Bikur cholim" Der Vorstand des KrankenunterstUtzungs-Vereins „Bikur cholim" (e. V.) zu Leipzig teilt uns mit: Die Maßnahmen, die der Vorstand ergriffen hat, um eine pünktliche Rückzahlung der ausgeliehenen Gelder zu gewährleisten, haben sich als wirksam erwiesen und sind durch die Tatsache gerechtfertigt, daß die Darlchnskasse des Vereins augenblicklich über genügend Barmittel verfügt, um allen seitens der Mitglieder an sie gestellten Anforderungen im Rahmen der Satzungen geredt werden zu können. Die Vereinsmitglieder, deren Gesuche um Gewährung eines Darlehns seinerzeit wegen Munzels au Bargeld zurückgestellt werden mußten, werden gebeten, im Bedarfsfälle baldigst ihre Gesuche zu erneuern. Der Vorstand ist stets bestrebt, die Gelder der Darlehnskasse fortwährend unter den Mitgliedern in Umlauf zu halten. Er will das Geld weder in der Kasse bezw. bei einer Bank brach liegen lassen, noch die ausgegebenen Darlehen bei einzelnen Mitgliedern dauernd festgelegt haben. Vielmehr muß darauf bestanden werden, daß die Darlehnsnehmer die Raten pünktlich zurückzahlen, damit der Segen des Gemiluth Chassodim allen bedürftigen Mitgliedern zugute kommt. Bei der Bemessung der Darlehnssumme sowie der Raten und des Zieles werden häufig im Interesse der Mitglieder die Grenzen, die uns durdi unser Statut geMeckt sind, überschritten. Dagegen sieht sich der Vorstand durch die erlittenen Verluste gezwungen, einwandfreie Bürgschalt für das gewährte Darlehen sowohl als auch für die pünktliche Ratenzahlung zu verlangen. Schriftliche Gesuche sind an den Voistand des Vereins .Bikur cholim" (Geschäftsstelle Hainstraße 16/18) zu richten. Die Lage der jüdischen Jugend in Rußland Über dieses Thema sprach am Sonnabend, 5. Februar, der Chawer Akiba vor den versammelten Chaluzim und Gästen im Chaluzheim. Die letzten Briefe aus Sowjetrußland brachten wieder Nachrichten über neue Verhaftungen bei den Chaluzim und im zionistisch-sozialistischen Lager. Die Jew-Sektia will alle anders Denkenden und speziell die zionistische Bewegung von Grund auf zerstören, und die G.P.U. führt dies mit allen Mitteln durch, die ihr zur Verfügung stehen. Tausende sind verbannt oder in Polit. Isolatoren geschickt worden. In letzter Zeit kann man nicht einmal mehr genaue Statistiken darüber erhallen. Die Behandlung der politischen Verbrecher ist sowohl im Zentrum als an anderen Stellen sehr schlecht. Unsere Genossen wurden nach den entlegensten Orten des äußersten Nordens verbannt. In Kasakstan wurden sie in Dörfer gebracht, deren Einwohner, die Kirgisen, sämtlich syphiliskrank sind. Im Ural befinden sich unsere Genossen in Orten, wo der Winter 8 bis 9 Monate im Jahre dauert. Ihre Lebensbedingungen sind schrecklich. Die nächste Eisenbahnstation liegt in einer Entfernung von 1000 bis 3000 km. In manchen Ortschaften trifft die Post nur aller 2 Monate ein. Es ist oft sogar schwer, Brot zu bekommen. Die Gefangenen erhalten sich meist von Paketen, die ihnen ihre Verwandten schicken. Die Regierung gibt den politischen Gefangenen eine Unterstützung von 6 1 . Rubel im Monat, während das Existenzminimum 20 Rubel beträgt. In den meisten Orten ist keine ärztliche Hilfe vorhanden. Gelingt es einem Genossen, Arbeit zu bekommen, so wird er sofort nudi einem anderen Orte versetzt, damit er ja fühle, daß er in der Verbannung ist. So sind einige Genossen im Verlauf von zwei Monaten viermal verschickt worden. Um sie alle ist ein Net/, von Provokationen und Denunziationen gespot.nen. Die Briefe der Gefangen», n werden kontrolliert. Briefe, deren Inhalt der G.P.U. mißfällt, oder Nachriditen, daß unter den Genossen eine gemeinsame Küche oder eine Ka?se für gegenseitige Hilfe eingerichtet ist, genügen, um ein neues „Verfahren" gegen sie einzuleiten, und den „Verbrecher" mit drei Jahren Polit. Isolation?u bestrafen. Der Zustand, in dem sich das Gefängnis belindet. ist erschreckend. Der Polit. Isolator in Susdal ist ein altes, feudites, dunkles Klostcr^ebäude. Eine Regierungskommh-sicn, der auch Vorsteher der G.P.U. angehörten, stellte fest, daß der Aufenthalt dort s(hr gefährlich sei. Trotzdem scheut man sich nicht, dauernd neue zionistische „Verbrecher" dorthin zu schicken. Ist es dann ein W'under, daß die Gefangenen in Einzelhaft alle lungenkrank sind und 1 n^D -wi " Fleischerei XOir gefraften uns-, unjer neue? 'Unternehmen bem £cip3iger 'PubliPum in Erinnerung. JU bringen unb erlauben uns, 6ie barauf aufnierElcm ui machen, baß toir nad) mic vor nur prima erfttlajjigeo Kalbunb 'ftiribjlcücb liefern. Slufter« tau haben mir burd) Aiiiusuehuiia, guter Fachleute unfere 28urfiroaren außerorbentlid) Derbeffert, fobaß ttir in ber £age firtb. nacbftebenbe!fl)urf!u>aren im guten C?ejchir.acf unb aus guten ^Icifdigualifäfcn ju liefern. Uprima ^Diener *£>ürffd)«i £tegcnsburger SDürftdjen 3Mod>~, ^raPauer-, <£ert>daf~, (JltefttDiirff tu f. tt>. 3« ff. Wuffcfinittruarcn haben wir ebenfalls febr i große 2lu*roabl an« prima {ylcifrinorteu töir bitten im 3ntercjjc ber Allgemeinheit um gütigen 3ujprud>. Wachen Sie einen "Herfudj, Sic bleiben bauernber &unbc! Cr ine Pulanfe unb prompte Sebienuug intern wir Jhncn 3u. I 6dt>ußl?eini % <Sd>umer (plauenfd>c öfrape 3-5 $(uf tclcfontfdjcm ftnruf liefern mir frei Jf)au«. £elept)on ftr. 13804! " i^^^— " "

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.