Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 7 (18.2.1927)
- Date
- 1927-02-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3. Jahrgang vollkommene Invaliden werden? Eine ganze Reihe unserer fähigsten und hingebungsvollsten Genossen stehen vor dem Untergang! Die Bedingungen, unier denen sich die politischen Gefangenen in S.SR. befinden, sind nicht besser als die des zaristischen Regimes. Die Politik der Sowjets ihren politischen Gegnern gegenüber ist eine Politik der vollständigen physischen Vernietung. Ein solches Dahinmqrden geschieht ohne Laim und ohne Pulver, ohne daß die Öffentlichkeit im In- und Auslände irgendwelche Kunde davon erhält. „Wird die jüdische Gesellschaft," so fragte der Redner, „nicht einen Moment ihre alltäglichen Interessen vergessen können, sich über alle p Apolitischen Ambitionen stellen und sich fragen: .Können wir ruhig bleiben, wenn Hunderte jüdischer junger Menschen auf so schreckliche und grausame Weise ausgerottet werden? Doppelte Hilfe tue not: Es müßten Mittel gesammelt werden, um den Chaluzim die Auswanderung aus Rußland zu ermöglichen, und es müsse versucht werden, ihre Lebensbedingungen in den verschiedenen Gefängnissen tu erleichtern. Aber das sei noch wenig. Die gesamte demokratisch gesinnte jüdische Gesellschaft ohne Unterschied der Partei und Richtung müsse sich wie ein Mann in einem scharfen Protest gegen die Grausamkeiten erheben, sich zu einer gemeinsamen Rtttungsaktion für die russisdien Chaluzim zusammenschließen. Die Leipziger Chaluzim haben mit ihren bescheidenen Mitteln eine Selbstbesteuerung durchgeführt. Werde ihre Stimme eine „rufende Stimme in der Wüste" sein?" Es sei zu hoffen, daß das Parteipolitische noch nicht alles Menschliche in uns ertötet habe. Die gemeinschaftliche jüdische Tradition, erprobt in unserer tausendjährigen Leidensgeschichte, werde auch diesmal siegen. Die Chaluzim erwarten Antwort und hoffen, es werde eine würdige sein. O. K. Unsere Verein« l:ür die in dieser Rubrik erscheinenden Berichte usw, übernimmt die Schrnttlnitung nur die preßgesetzliche Verantwortung. An die Mitglieder und Freund« des Jud. Jugendbundes (früher Jüd. Theaterverein) zu Leipzig wenden wir uns mit folgenden Ausführungen. Nach dem außerordentlich erfolgreichen Winter 1925-26 hitten wir zu Beginn des Herbstes 1926 aus dringlichem AnlaU versucht, uns ein neues Heim zu beschaffen, welches günstig gelegen und gemütlich ausgestattet, unserer Arbeit dienen und unseren Mitgliedern und Freunden einen gern besuchten Aufenthaltsort bi ten sollte. Leider wollte uns dies nicht gelingen, und die dabei eingetretenen Schwierigkeiten lülirlen zu weitgehenden Störungen unserer regelmäßigen Arbeit. Wir waren uns klar darüber, daß dies verhängnisvoll für das gesarte Vereinsleben werden konnte Immerhin glauben wir aber doch bei den wenn auch wenigen Veranstaltungen dieses Winters festgestellt zu haben, daß das Vereinsleben durch eine erhebliche Interesselosigkeit unserer Mitglieder mehr litt, als durch oben angeführte Grunde gerechtfertigt schien. — Es war dem Vorstand deshalb eine erwünschte Aufmunterung, als in einer programmatischen Kundgebung an unserem Gesellschaftsabend vom 1. Januar 19 7 und in der Generalversammlung vom 31. Januar der dringende Wunsch seitens dar Mitglieder und vielfach auch seitens der Kitern laut wurde, die Arbeiten des Ve: eins fortzusetzen. Der neugewählte Vorstand hat deshalb in seiner ersten Sitzung beschlossen, mit einem neuen Programm vor den Verein zu treten In der Annahme, daß der Wille zur Mitarbeit aufrichtig war, erwartet der Vorstand eine lebhafte Teilnahme an seinen Veranstaltungen und bittet insbesondere, sich auch durch den oft notwendigen Wechsel der Lokalität nicht vom Besuch der Vereinsabende abhalten zu lassen. — Folgende Abende sind für die nächste Zeit vorgesehen, zu denen unter der Rubrik „Vereinsnachrichten" d. Bl noch nähere Einladung erscheint: Mittwoch, 23. Febr. in Hotel Fröhlich: Jüd. liter. Abend mit Vortrag des Herrn Rabbiner Gustav Cohn — Mittwoch, 2. März (Ort noch unbestimmt): Dramatischer Abend — Mittwoch, 9. März (Ort noch unbestimmt): Beethovenfeier — Sonntag, 20. März in Hotel Fröhlich: Purim-Gesellscbaitsabend. Bar-Kochba-Box-GroQkampl-Abend. Frischer und Flaschmann kämpfen gegen die Deutschen Meisterl Am Montag, 7. März, veranstaltet die Bo.xabteilung im Sportklub „Bar Kochba" im Theateraaal des Krystallpalastes ihren größten Boxabend Zum ersten Male wagen sich Bar Kochbaner an die Deutschen Meister heran. Ein glänzendes Programm ist zusammengestellt Im Mittelpunkt des Abends stehen die Kämpfe des Gaumeisters Frischer (BK) gegen den Deutschen Meister im Weltergewicht Rieke (Tennii Borusaia-Berlin) und des Repräsentativen lies hiesigen Gaues Flaschmann (BK) gegen den Deutschen Meister im Fliegengewicht Schulz (Punching - Magdeburg). Um diese sensationellen Paarungen gruppiert sich ein erstklassiges Programm. Der Mitteldeutsche Meister im Halbachwergewicht Roßberg (H ros-Chemnitz) trifft auf Gaumeister Pietsch (Atlas). Der Gaameister Mittelsachsens King (Heros Chemnitz) geht mit Gaumeister Thamm (Atlas) in den Ring. Man darf auch mit einer Mittelgewichtspaarung zwischen dem Mitteldeutschen Exmeister Koch (V.f.B.-Schönebeck) und dem erstklassigen Katzmarczyk (Punching-Halle) rechnen. Engel (BK) und Reiter (BK) gehen mit Löftier und Bräfigam (Sparta-Altenburg) in den Ring. Baldermann (BK) und Kahne (BK) haben in Zimmermann und Pohl (beide Punching-Halle) kampferprobte Gegner erhalten. Das Programm in seiner Gesamtheit ist hervorragend, die Eintrittspreise volkstümlich. Der Vorverkauf hat bereits sehr lebhaft eingesetzt. Man sichere sich rechtzeitig Karten. Jüd. Turn- und Sportverein Bar Kochba e. V. Am vergangenen Sonntag wurde das Tischtennis-Turnier des JTV Bar Kochba und der Kadimah, Bund jüd. Piadfinder, in der Turnhalle der Höh. isr. Schule in der Zeit von 10 -2 Uhr ausgetragen. Wie erwartet, gab es teilweise sehr scharfe Kämpfe, und die Sieger hatten es nicht leicht, sich durch die verschiedenen Runden zum Siege durchzuspielen. Von den 23, größtenteils jugendlichen Spielern gefielen außer dem Sieger K Höaigsberg auch S. Braun, S. Nebenzahl und *5üfcifd><zr ^rauenbuni) Ortsgruppe Veipjtg $ofd kaufte SHoniag, ben 21. Februar 1927 nachmittags 4', Uhr Generalversammlung 1. Sättahettoberirtjt anjchließenb 2. Äoffenberidjt Referat: Frau Else Cohn 3. (gntlaftung bes <8orftanbe« 4. Anträge Soziales Denken und soziale Tat 5. ißerfrtjiebenes Um püntflicbc» (frjebeinen roirb gebet«: Cßäft« tmtllommen.