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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-10-09 · 41 (9.10.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
41 (9.10.1931)
Date
1931-10-09
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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9. Oktober 1931 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Jüdischer Frauenbund / Ortsgruppe Leipzig riOnfäÖ, 12. OKI. Im Rahmen der Gesamtvorstandssitzung des J. F. B. Hammermus.Ksaa, AUSSP^CllC MTt^MMttlSt IMfl BtVUV MtlUflMUMUll Einleitendes Referat: Änp,u7nk,K Frau Gertrud Prodiownlk Fortsetzung abends 20 Uhr Leiterin des Jüdischen Arbeitsnachweises, Berlin Zu dieser Diskussion, an der viele führende Frauen der jüd. Frauenarbeit teilnehmen, sind alle Mitglieder unserer Gemeinde herzlichst eingeladen. Die Aussprache wird durch eine Pause zwischen 19—20 Uhr unterbrochen; während dieser Zeit ist ein Imbiß zu mäßigem Preise erhältlich. werden solle zur Beratung des Wahlrechte! und der Frage, ob im nächsten .luhr eine Gesamtneuwahl der Gemeindevertretung statt zufinden habe. Der Antrag wird wie folgt formuliert: „Es wird beantragt, eine Aenderung der Qemeindesatsungen dahingehend zu beschließen, daß die satzungsgemüß im Jahre 1981 vorzunehmende Neuwahl von Verordneten um ein Jahr vertagt und daß sämtliche zur Zeit laufenden Wahl-Perioden um ein .lahr verlängert werden. Die Gemeindesitzung beauftragt eine paritätische Kommission, die Frage einer zweckmäßigeren Gestaltung des Wahlrechts zu prüfen und der Gemeindesitzung entsprechende Vorsehläge zu machen." Herr Rosen leider erklärt, daß Herr Stein allein von seiner Partei auf bestimmten Forderungen bestehe. Dem Frieden hätte es gedient, wenn die Volkspartei-Vertreter heute zur Sitzung erschienen wären. Herr Kestenbau in weist darauf hin. daß auch die Volkspartei nichts weiter als die Einsetzung einer Kommission zur Beratung der Wahlrechtsfrage verlangt habe. Der Antrag der liberalen Fraktion mit dem Zusittzantrag wird einstimmig angenommen. Darauf verzichtet Herr Kodes auf die Beratung des Antrages der vereinigten demokratischen und orthodoxen Partei und bittet, ihn der Kommission zu überweisen. Es wird demgemäß beschlossen. Hinein aus der Mitte der Gemeindesitzung geäußerten Wunsch, die Wahl dieser Kominission sofort vorzunehmen, begegnet der Vorsteher mit dem Hinweis, daß sich zunächst der Aeltestenausschuß mit der Frage zu befassen und Vorschläge zu machen habe. Diese \»sieht wird von Herrn Dr. Conrad Goldschmidt unterstützt mit dem Bemerken, daß dadurch auch der Volkspartei Gelegenheil gegeben werde, bei der Zusammensetzung der Kommission mitzuwirken. 2. Dem Verein Hachnossas Aurchim werden für das vergangene Geschäftsjahr '250 M nachbewilligt, 3. Von einem Vermächtnis der sei. Frau .lustizrat Broda von KKKI M und einer Schenkung des Herrn Wilhelm Breslau er von 500 M zur Breslauer-Stiftung wird mit Dank Kenntnis genommen. 4. Zu einem Antrag auf Aenderung des $ 16a der Geschäftsordnung für die Gemeindesitzungen hat der Aeltestenausschuß ablehnende Stellung genommen. Herr Stein tritt für Streichung des Paragraphen ein, der den Minderheitsfraktionen nicht die Möglichkeit lasse, allein die mehrmalige Beratung eines (iegenstandes innerhalb einer gewissen Zeit durchzusetzen. Der Vorsitzende erklärt, daß dieser Paragraph wohl die Möglichkeit biete, unter gewissen Voraussetzungen die wiederholte Beratung eines einmal behandelten Gegenstandes zuzulassen, daß er aber unbedingt nötig sei, um die Sabotage eines Gemeindebeschlusses zu verhindern. Es sprechen hierzu noch verschiedene Mitglieder der Versammlung. Herr Stein wünscht wenigstens eine Milderung der betreffenden Bestimmung, zieht aber im Laufe der Aussprache seinen Antrag zurück. Es wird gemäß dem Vorschlag des Aeltestenausschusses beschlossen; es wird also an der Geschäftsordnung nichts geändert. Nach Verlesung der Niederschrift wird die Sitzung um 19 Uhr 4."> Minuten geschlossen. Es folgt eine nichtöffentliche Sitzung. K u t z e 11 s t e i 11, (lenieindeschriftführer. Aus aller Welt \mrrikanisrhe Juden gaben im letzten jüdischen Jahre 56 Millionen tollars für Wohllahrtsiwecke aus. Nach einer von der Jüdischen Telegraphen-Agentur in New York gemachten Feststellung, die auf ingehenden Untersuchungen basiert, haben die .luden der Vereinigen Staaten von Amerika ungeaentet der bestehenden Wirtsrhafts- ■pression in dein im September 10:H> begonnenen und im September Ml endenden jüdischen Jahre eine Summe von 50 200 870 Dollars ir jüdische und allgemeine Wohlfahrtszwecke in Amerika ausgeben. 30 3:15 000 Dollars wurden für speziell jüdische Wohlfahrtsvecke aufgebracht. 28805 870 Dollars wurden summarisch für allgeeine und jüdische Zwecke gespendet: von dieser letzteren Summe urden 20 497 120 Dollars allgemeinen Wohlfahrtszweckon zugeführt, ie von amerikanischen .luden speziell für jüdische Zwecke gespenten 30X15 000 Dollars setzen sich unter anderm zusammen MU Millionen, die für die Jewish Federath»- und Jewish Communitynds, 5 Millionen, die für die Wohlfahrtsanstalten der lokalen Young n'l und Young Women's Hebrew Association! und Jewish Centres. ■00 000, die für die Institutionen der Bnei Brith und der Brüderaftsorden, 1200000, die für Tuberkulosen-Hospitäler. 1 Million, die religiöse Organisationen und Seminare (nicht inbegriffen die Ortslagogen und die Institutionen für religiöse Erziehung). 5tH>000, die r den National Council of Jewish Women. 3U00O, die iür die Jewish ricultural Society gegeben wurden. 1080 000 Dollars gingen nach Palästina für Zwecke der .lewish Agenry, Hadassah, und des jüdischen Nationalfonds. 1 KM) (HM) Dollars wurden dem Joint Distribution Committee, 1 Million Dollars der American Society for Jewish Farm Settlement in Russin (Agrojoiut). 350 000 Dollars der Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society (Hias). 280(MM) Dollars dem amerikanischen ORT und 06000 Dollars dem People's Tool Campnign (Volkswerkzeugskampagne des ORT) zur Verfügung gestellt. Von einzelnen Spendern sind zu nennen: Felix M. Warburg, der 50 000 Dollars dem Joint Distribution Committee und 50 000 Dollars dem American Palestine Campaign zugewendet hat; eine Hinterlassenschaft von 1 Million Dollars für vier jüdische Institutionen in New York vom verstorbenen Morton Meinhard: eine Hinterlassenschaft von äfMHMH) Dollars für jüdische Wohlfahrtsanstalten New Yorks vom verstorbenen Mortimer Schiff: 85 (MM) Dollars, die Mortimer Schiff im vergangenen Jahre noch vor seinem Ableben jüdischen Wohlfahrtsanstalten zugewendet hat (M. Schiff vermachte 500 000 Dollars verschiedenen nichtjüdisclien Wohlfahrtsanstalten): Dr. A. S. W. Rosenbach, der eine Judaica-Sammlung im Werte von 150 (MM) Dollars der Jewish Historien 1 Society gestiftet hat. Die Spenden für nichtjüdische Zwecke schließen ein die Kunstsammlung im Werte von 10 Millionen Dollars, die der verstorbene Oberst Michael Friedsam dem Metropolitan Museum of Art. 1 975(MX) Dollars, die der verstorbene Daniel (iuggenheim dem Guggenheim-Fonds für Flugwesen vermachte, ferner die I-Million-Dollar-Spende Julius Rosenwalds zur Errichtung einer Kinderznhnklinik in Berlin.

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