Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 41 (9.10.1931)
- Date
- 1931-10-09
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sicte 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 41 Wir gestatten uns, alle Freunde und BeKannton lur Barmizwahfeier mso "Q unseres Sohnes Harry, welche am Sch.-Noach, den 17. Oktober 1931, vorm. 9 Uhr, in der Synagoge Ei Chaim, Otto -Schill-Straße stattfindet, höflichst einzuladen. Empfang nach dem Gottesdienst. S. Buchsbaum und Frau Promenadenstr. 3 Ihre VERLOBUNG zeigen an Leipzig, im Oktober 1931 HEDI WEISER MENDEL ZIMETBAUM Jüdische Verbände und Gemeinden Dm Wohlf;ihrt>- und Jugcndlürsorgcanit (Irr jüdischen Gemeinde Berlin im Jahre 1930. Im Septemberhetl des (iemeindeblattes der Jüdischen Gemeinde iu Herlin gibt Dr. l-'ritz Lamm eingehend Berieht über die Tätigkeit des Wohlfahrts- und Jugendfürsorgen mt es der Gemeinde im Jahre 1880. Die Wohlfahrtspflege der Gemeindet schreibt er. trägt ergänzenden Charakter, d. h. sie ist bestrebt, dafür zu sorgen, daß die hilfsbedürftigen Gemeindemitglieder ihren Rechtsanspruch auf Hilfeleistung bei Kommune und Versicherungsträgern (leitend machen, sie tritt selbst in Wirksamkeit, wenn die Möglichkeiten der öffentlichen Fürsorge erschöpft sind oder den dringenden Bedürfnissen nicht ausreichend entsprechen. Für die Bewältigung der Aufgaben lies Wohlfahrts- und Jugendfürsorgeamtes wirkten Im Jahre 1930 neben den Beamten und Angestellten über HOO Gemeindemitglieder im Ehrendienst als „Pflegerinnen und Pfleger". Dieser Stab, der in 24 Bezirke über Oroß-Rerlin verteilt ist, hatte 1930 etwa 4000 Familien mit 20000 Köpfen und ."HKM) Einzelpersonen zu betreuen. Im Westen der Stadt, wo es früher fast nur Steuerzahler, niemals BedQrftige trab, ist jetzt die Aufgabe der Pfleger und Pflegerinnen nicht viel geringer als im Norden und Osten. Dr. Lamm berichtet über die Tätigkeit des Amtes im einzelnen: In den seehs Küchen wurden insgesamt über 14">000 Portionen ausgegeben. Au Heizmaterial wurden 11 000 Zentner Kohlen und Holz verteilt. Einzelne Bezirke unterhielten während des Winters ..Warme Stuben", in denen ausreichend Lesegelegenheit vorhanden war. auch für Vorträge war gesorgt worden. In den Pessnrhtagen 1030 wurden 12 000 Personen während der acht Tage versorgt, es waren hierzu 41S Zentner MaiSOth und 74 Zentner Mehl verteilt worden. Auch die jüdischen Insassen der interkonfessionellen Anstalten und der Gefängnisse wurden bedacht. Die Beziehungen zu den städtischen Wohlfahrtsämtern und Kommissionen wurden gepflegt E i n Gebiet starker Zusammenarbeit mit der öffentlichen Kürsorge hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr entwickelt: die soziale Geriehtshllfe für Erwach- I e n e. Eine weitere Aufgabe des Wohlfahrtsamtes ist die Gesundheitsfürsorge. Für erholungsbedürftige Frauen und Mädchen kommt in der Hauptsache das von Louis und Rosa Sachs gestiftete jetzt der Gemeinde gehörige Genesungsheim in Lehnitz in F'rage. Vier Gemeindeschwestern haben im Jahre 1030 2500 Ilausbesuche. 930 Ambulanzen und 74H Krankenhausbesuche geleistet. Die im Wohlfahrtsamt bestehende Zontralauskunttssteile, die eine Unter- Stfltstenkartol mit ungefähr 40 000 Karten besitzt, spielt eine wichtige Rolle. Hervorzuheben ist noch die seit 1920 im Gemeindegebäude in der Choriner Strafle untergebrachte Kleiderkammer (Peah). 1930 wurden ."331 Spenden abgeholt. 9271 Personen wurden mit Kleidern und MObeln im Werte von K0 000 M. bedacht. Insgesamt haben Für mehrere durch unsere Fürsorgeabteilung betreute Personen benötigen wir dringend gebrauchte Möbelstücke aller'Art. Nähere Angaben betr. Abholung erbittet die Fürsorgeabteilung der israelitischen Gemeinde zu Leipzig. die Leistungsfähigkeit de« jüdischen Handwerksmeisters und fordern Sie bitte bei Vergebung von Klempner-, Installation»« und Dachdecker-Arbeiten unverbindL Kostenanschläge Prompte Erledigung. Bette Referenzen stehen zur Verfugung. Kolterst«In, Klempnermeister, LöhrstraB« 11 Tel. 17556 / Büro und Wohnung: Reichsstraße 26 sich die Aufwendungen des Wohlfahrtsamtes im vorigen Jahre auf 1 729 000 M. belaufen. Dr. Lamm teilt mit, dafl im Jahre 1031 die Aufgaben des Wohlfahrtsamtes wiederum sehr gestiegen seien, das Wohlfahrtsamt erhoffe und erbitte die Unterstützung der Gemeindemitglieder. Kr schließt: „Füi die Stimmung der Hilfsbereitschaft bilden die herannahenden .gewal (igen Tage' einen machtvollen Kinleitungsakkord, der in jedem Ge meindemitglied anklingen soll. Möge sich ihm niemand entziehen!' Unsere Gemeinde Zur Aufklärung! Die Nummer 40 vom 2. Oktober 1931 ist einen großen Teile unserer Bezieher verspätet zugestellt worden. Sofortig« Rückfragen beim Post-Zeitungsverlag und dem zuständigen Zustel lungsamt ,C 1 ergaben, daß die Verspätung durch Ueberlastung de^- letzteren eintrat. Wir stellen fest, daß die Zeitung pünktlich wie immer fertiggestellt und aufgeliefert wurde und irgendwelches Ver schulden den Verlag nicht trifft. Ks sind Maßnahmen hei der Posi ergriffen worden, ähnliche Vorkommnisse für die Zukunft nuszu schalten. Schriftleitung und Verlag. Warnung. Es wird uns mitgeteilt, daß ein Jugendlicher, der sich Holtmann unterschreibt, unhefugterweise für eine jüdische Organi sation Beträge kassiert hat. Es empfiehlt sich in allen Fällen, die Ausweise von Personen, die im Namen von jüdischen Institutioneil kommen, genau zu prüfen und im Zweifelsfalle bei der betreffenden Organisation anzurufen. Wirtschaftskrise und Beruf ist das Thema der öffentlichen Veranslal tung, die, im Rahmen der Gesamtvorstandssilzung des Jüdischen Frauenbundes, am Montag, dem 12. d. M. nachmittags 5 Uhr, im Kammerniusiksaal des Zentraltheaters stattfindet. Die Aussprach- Uber diese brennende Gegenwartsfrage wird durch Frau Gertrud Prochownik, Leiterin des Jüdischen Arbeitsnachweises, Berlin, eingeleitet. Nach einer kurzen Pause zwischen 7 und "8 Uhr, in dei zu mäßigem Preise ein Imbiß erhältlich ist, abends Fortsetzung der Diskussion. Diese Aussprachen versprechen besonders interessant zu werden, da an ihnen viele der führenden Frauen der jüdischen Frauenbewegung teilnehmen. Alle Mitglieder der Gemeinde sind herzlichst geladen In Anbetracht des Themas ist vor allem Anwesenheit junger, im Benn stehender Mensrhen sehr erwünscht. Aus dem Gemeindeamt Personenstandsnachriehtea Geburten 11. September 1931 Simon Fayner und Breindel geh. Margosches, Rar Städter Steinweg 13, eine Tochter „Kdith Ellen". 14. Sepieniber 1931 Chaim Wolf Landau und Chaja Scheine geb. Wol Koustanliiistr. 0. eine Tochter „Ester Hösel". 25.September 1931 Leon Rudolph Zwerge] und Hildegard Jenny ge Viehweg. Bornaisrhe Str. 72. eine Tochter „Dorn Edith Trauungen Am Sonntag, IL Oktober 1931, 2 Uhr mittags, Fräulein Anna Burstei Pianistin, mit Herrn Hirsch Bieler-Suwalski. Köni Johann-Straße 4, in der Wohnung des Herrn Rahbin Dr. Goldmunn. Am Sonntag. 11. Oktober 1931. 4 Uhr nachmittags. Fräulein Toni Kai Elsässer Str. 0. mit Herrn Carl Schmerzler, Leipzig, der Synagoge Keilslraße 4. Am Donnerstag. 15. Oktober 1931. 4 Uhr nachmittags, Fräulein Frie< Kohs, Leipzig-Lindenau, Kaiserstr. 3, mit Herrn M01 Omsteiii aus Hamburg, in der Ez Chaim Synagoge, Ol Schill-Straße. Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschaft (nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus 1 israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem J d e n t u m) : Maria Riwkin, Kanstüdter Steinweg 5. Dora Riwkin, Ranstädter Steinweg .">. Siegmund Montag, Landsberger Str. 124. I Unsere Jugend JUdisehe Jugend und Wirlsrhartsnot. Die allgemeine Notlage, d- WirkmiK sieh auf jeden einzelnen und auf jede Meiisehengruppe streckt, hat 11« 111 ipemii U auch für die jüdische Jugend eine erhöhte I