Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-08-14 · 33 (14.8.1931) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
33 (14.8.1931)
Date
1931-08-14
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4876568-5968779-5969264--4087-4878435
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

14. August 1031 QKMEINDEBLATT DER ISUAELITISCHEN RELIQIONSGEMEINÜE ZU LEIPZIG Seite 7 iT'2 Die Barmizwah-Feier unseres Sohnes Siegmund v'i findet n"V3 am xxn"0 'B j?"B? 22. August 1931, 7,9 Uhr in der Tiktiner-Synagoge, Brühl /1, statt, wozu wir alle Freunde und Bekannte ergebenst einladen. , Empfang 11-2 Uhr in der Wohnung, Gustav-Adolf-Straße 34. Aus dem Uemeindeamt l'crsonenstandsnachrichten Geburten: 22. Juli 1981 .loser Weiglei und Vera Johanna geb. starc-r, Werder Str. 26, einen Sohn „Bernd Jürgen". 22. Juli 1931 Dr. Gustav Birkenruth und Lore geb. Bergheimer, Brühl 25, eine Tochter „Suse Franziska". 25. Juli lUIJl Beil Hern Grosser und Jettl geb. Wanderer, Annaberg, einen Sohn „Fred Paul". B a r in i z w a : Am Sonnabend, 22. August, Egon Motulsky, Solln des Herrn Robert Motulsky und Frau Friederike geb. Heilbronner, Leimig, Chemnitzer Str., in Leipzig in der Gemeindeaynagoge. Todesfälle : Ii. August Sara Lipka Zimmer, Reudnitzer Sir. 10. 7. August Abraham Streng, Löhntrafie 21. Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschaft (nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum) : Rosa Bäckermann, Funkenburgstr. IG. Rosa Müller, Eutritucher Str. 3. Dr. med. Robert Triest, Nicolaistr. 10. Eingesandt (Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung nur die prefigetetiliehe Vcranlwortung.) An die Sehrittleitung des „Gemeindeblatt d. liraeL Religionsgemeinde zu Leipzig" Leipzig. Sehr geehrter Herr Rabbiner Cohn! Folgenden Vorfall, welcher mir dieser Tage bei der Firma August Pölich zustieU. möchte ich der jüdischen (»Öffentlichkeit nicht vorenthalten, zumal er mit großer Deutlichkeit zeigt, wohin politische Verhetzung führt. Als Vertreter sehr bedeutender westfälischer Webereien hatte ich der Firma August Pölich, mit der ich schon seit dem Jahre 1904 in Geschäftsverbindung stehe, ein Angebot abzugeben und befand mich gerade im Gespräch mit dem Abteilungsleiter B., als auf diesen ine „Dame" zugeschossen kam und in empörtem Tone fragte: „Sie lesehäftigen also jüdische Angestellte?" Der Abteilungsleiter hatte mf diese Frage nur das eine energisch gesprochene Wort: „Jawohl." >arauf die „rassereine" Dame tieferschüttert: „Dann werde ich nicht wieder bei Ihnen kaufen." Für mich war leider keine Möglichkeit gegeben, einzugreifen, da ich mich als Gast des Hauses zu betrachten hatte. Als ich einige Zeit darauf als Kunde das (ieschäftsliaus betrat, vurde ich von einein der Herren der Direktion angesprochen, der ein tiefstes Bedauern Uber den Vorfall aussprach und mir die Veriehening gab, dati die Geschäftsleitung sowohl in politischer als auch onfeaaloneller Hinsicht vollständig neutral sei und sich von keiner eite beeinflussen lassen könne, wenn sie dem Geschäfte, das allen iiufern diene, keinen Schaden zufügen wolle. Sie lege Wert darauf, cli den grollen und guten jüdischen Kundenkreis durch eine tadcl- 80 kaufmännische Bedienung zu erhalten. Es zeigt sich auch in diesem Falle wieder einmal ganz deutlich. II welchen verwerflichen Mitteln einzelne Elemente infolge ihrer I >litischen Verhetzung greifen, um überall Druck auszuüben, wo nach i irer Meinung die „echte Vaterlandsliebe" noch nicht durchgedrungen ist. Nicht allein, daß erst in jüngster Zeit gegen jüdische Kaufhäuser zum Boykott aufgefordert wurde, nein, jetzt wagt man sogar christliche Geschäfte wegen einiger jüdischen Angestellten zu boykottieren. Kein jüdischer Geschäftsmann nimmt Anstoß daran, welchen Glauben seine Angestellten haben, und im allgemeinen wird er mehr christliches Personal als jüdisches beschäftigen. Es wäre wirklich an der Zeit, wenn das Gesetz einmal mit aller Schärfe gegen Personen vorginge, die auf diese Weise „Vaterlandsliebe" predigen. Kann sich kein Kaufmann in so schwerer Zeit gestatten, sich seine Kunden auszusuchen, so muß er auch großzügig genug sein und das gleiche bei der Wahl seiner Angestellten gellen lassen. Es sei festgestellt, daß die Firma August Polich sich In jeder Hinsich durchaus korrekt benommen hat, was mir persönlich deshalb sehr angenehm war, weil sich nachträglich herausstellte, daß die „gute Deutsche" angenommen hat, ich gehöre zum Personal der Firma. Indem ich Sie, sehr verehrter Herr Rabbiner, höflichst bitte, diese Ausführungen in das Gemeindeblatt zu bringen, grüße ich Sie mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ganz ergebner Unterschrift. Vereinsnachrichten Einschränkung notwendig! Eine wesentliche Kürzung im Umfange des Textes unseres Gcmeindcblnttes wird für die nächste Zeit voraussichtlich nicht zu umgehen sein. Wir sehen uns daher genötigt, auch den Kaum für Vereinsnnchrichten erheblich einzuschränken. Es können künftighin Ankündigungen der Vereine usw. nur in knnppcster Form vcrtilfentlicht werden. Wir müssen uns vorbehalten, notwendige Kürzungen vorzunehmen. Die Schriftleitung. Gottesdienst an den hohen Feiertagen. Der Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender wird wie alljährlich, so auch in diesem .Iniire an den hohen Feiertagen Im Krollen Santo lies C. T., Kingnng Gottscheds!r.. einen Gottesdienst veranstalten. Die Preise der Eintrittskarten werden, entsprechend den wtrtschsftlichen Verhältnissen niedrig gehalten sein. Als Vorheler tungiert der In Leipzig bekannte Chasen Herr B. Landesberg. Der Kartenverkauf findet in der Geschäftsstelle des HUfsvereins Brühl 24 Ii, täglich (auder Bonnabends) von 10—13 und 15-17 Uhr statt. Interessengemeinschaft der jüd. Erwerbslosen. Am 19. August ItKII findet in der Aula der Höh. Isr. Schule eine Brwerbslosenversammlung mit folgender Tagesordnung slntt: 1. Gibt es eine JudcnfrngeV (Freie Aussprache.) 2. Lösung der Heimtrage. 8. Verschiedenes. Im Interesse des sehr interessanten Themas, und da verschiedene innerliche, wichtige Organlsattonsangelegenheiten so besprachen sind, ist der Besuch dieser Versammlung jeder Kollegin und jedem Kollegen wärmsteiis EU empfehlen, Achtung, Erwerbslose! Am Freitag, dem 14. August, 16 I hr, findet die erste Lcbensmittelverteilung in der Isr. Schule, Gustuv-Adolf-Str. 7 (Turnhalle), statt. Ohne Vorweisung der weiden Karte keine Aushändigung des Paketes. Jüdischer Jugendbund „Kranz Koseiuweig" Leipzig im Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Deute Abend, 21 Uhr Freitagabend f e i e r. Dienstag, den 18. August Arbeitskreis üher potttische Tagesfragen. Mitt woch, den lit. August Heimabend. Sonntag, den 2:1. August Sa< iiscntrofTen in Augu.duslun'g. Sämtliche nähere Angaben hierüber erteilt Bundesfreund Ludwig Hahn. Anmeldungen haben bis spätestens den 17. August zu erfolgen. Wir bitten unsere Mitglieder rei ht zahlreich an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Poalc-Zlon Leipzig. Montag, den 17. August, 2(),lä Ohr pünktlich, Mitgliederversammlung. Das Programm für das am :I0. VIII. im Gotischen lind. Piöüner Weg. stattfindende Kinderfest, Veranstalter l'onle-üion, S.P.D.-Nord, Turnverein ..Eiche" Nord ist folgendermaßen: 1:1,15 Uhr: Aufstellen au der Schule. Lohrstr: 13.45 Uhr: Abmarsch mit Musik: 14,30 Uhr: im Gotischen Bad, zwischen 15—10 Uhr Kaffeestunde, von 16—18 Uhr Kinderspiele, von IS Ii) l'hr Schauturnen und Kegeln, um 10 Uhr AbendbiotfiSSen, um 20 Uhr Abmarsch mit Fackeln, zwischendurch Verteilen von Geschenken an die beteiligten Kinder. Für Machkuren,bei Harz-, Nerven-, Frauenleiden BiOX SAUERSTOFF-BÄDER?« gibt nicht« Reuseres zur Beruhigung vu* ►Wz und Nerven, ebenso zur Erfrischung be M»Uigkeit u. Ueberanstrengung Bad M 1.8C n Aonth u Orog. Maa Elb A G. Dresden 2B

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.