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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-08-14 · 33 (14.8.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
33 (14.8.1931)
Date
1931-08-14
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 0 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 33 E. Neumüller ÄSSSä. Leipzig C i Trondlinring 1/2 Min. vom Hauptbahnhof / Gegr. 1877 * Ruf 22107 Wandersport-Wochcncnd-Zelte / Faltbootstoffe, Jutegewebe / Rohlcinen Segeltuche I Bindfaden, Scheuertücher / Pferdedecken / Bindegarne Schlafdecken wasserdichte Planen, Budenplanen Für Messen und Märkte Leihplanen zu günstigen Bedingungen. Paul von Mendetaeohn-Bartholdy (Berlin), Professor Dr. Spranger (Berlin)! ReichakunstwaH Dr. Redslob (Berlin). Landesrabbiner Dr. Walter (Dessau) und Arnold Zweig. Die Stiftung hat bekanntlich Im vorigen Jahre beschlossen, eine Preisaufgabe über das Thema „Die Aufklürungsphilosophie im geistigen Leben Berlins" zur Ausschreibung zu bringen und als Preis dafür die Summe von 5000 Reichsmark ausgesetzt. Da die Einreiohungstrlal DOCfa nicht allgelaufen ist, wurde beschlossen, für dieses Jahr von der Ausschreibung einer neuen Preisaufgabe abzuseilen. Dagegen konnten aus den vorhandenen Mitteln wieder eine gröflere Anzahl Beihilfen für wissenschaftliche Forschungsarbeiten gewährt werden. Der Rest der Erträgnisse wurde dem Vorstand zum Zwecke der Bewilligung von Studienheihilfen zur Verfügung gestellt Ente internationale Konlerenz jüdischer Gehörloser in Prag. Vom 24. bis 26. Mai fand in Prag die erste Weltkonferenz der jüdischen Gehörlosen statt, an der sich Delegierte aus Belgien, Deutschland, Oesterreich. Ungarn, Polen und der Tschechoslowakei beteiligten. Die provisorische Leitung des 1030 in Krakau begründeten Bundes israelitischer Gehörloser in Europa legte dem Kongreß einen ausführlichen Tätigkeitsbericht vor hinsichtlich Stellenfürsorge, Erschließung neuer Arbeitsgebiete. Schutz gegen falsche Diagnosen, die zur Ueberfflbrung Gehörloser in Geisteskranken-Anstalten führen. Förderung von jüdischen Taubstummenheimen usw. Aus dem Tätigkeitsbericht war zu ersehen, daß die materiellen Lasten der Rundesarbeit fast ausschließlich von den Gehörlosen seihst getragen worden waren. - Der Kongreß beschloß einstimmig die Gründung eines „Weltbundes jüdischer Gehörloser", dessen Ziel die Zusammenfassung jüdischer Gehörlosen verbände und -Vereine in allen Ländern, gegenseitige Beratung und Austausch der Erfahrungen, Rechtsschutz, Waiiderfürsorge und Heimfürsorge für alle Mitglieder ist. Zum Präsidenten des Weltbundes wurde Erwin Kaiser, Berlin, zum Ehrenpräsidenten Dr. Felix Reich. Berlin, Direktor der israelitischen Taubstummenanstalt Berlin-Weißensee, zu Vizepräsidenten Bogumil Liban. Krakau. Adolf Lederer, Wien, gewählt. (Aus: Jttd. Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik. 1031, Heft 7.) .lüdisrhe Wissenschalt in Not. Die Berliner Hochschule für die Wissenschaft des Judentums legt den 48. Jahresbericht vor. der Rechenschaft über ihre Tätigkeit während der letzten zwei Semester gibt. Ihm ist zu entnehmen: Das Interesse am Studium der jüdischen Wissenschaft zieht immer größere Kreise und hat die Zahl der Studierenden in unerwartetem Maße ansteigen lassen. Sie betrug 1030 schon rund 120 und hat jetzt wieder eine Zunahme erfahren. So erfreulich diese Erscheinung auch sein mag. so bringt die Ausbildung solcher Massen doch manche Schwierigkeiten mit sich. Auch die Verantwortung für die Zukunft der Studierenden bereitet schwere Sorge; der Zuwachs rekrutiert sich zumeist aus Deutschland seihst, die hier gebürtigen Hörer haben sich im Laufe der Jahre 1028 bis 1030 mehr als verdoppelt. Diese jungen Menschen gilt es zumeist beruflich in Deutschland einzuordnen. Obwohl die Zulassung der jüdischen Religionslehre als Prüfungsfach beim philologischen Staatsexamen ein wenig Erleichterung in der Berufsfrage zu schaffen verspricht, ist doch der Ernst der zukünftigen Situation nicht zu verkennen. Die drohende Gefahr der Proletarisierung sollte von seilen jüdischer Wissenschaftler bei Zeiten ernstlich beachtet werden. Das Lehrerkollegium hat einen schweren Verlust durch das Hinscheiden von Professor Baneth erfahren, der fast 3T> Jahre an der Anstalt als Talmud-Dozent gewirkt hat. Dagegen ist die Mitarbeit Professor Julius Guttmanns. an den ein Ruf an das Hebrew l'ni'iii College ergangen war. der Hochschule erhalten geblieben. Stil.....pflege und Sprachübung der zukünftigen Rabbiner und Lehrer sind neuerdings der besonderen Obhut der bekannten Vortragsktlnstlerin Edith Herrnstadl-Oett innen anvertraut worden. Eine neue Aufgabe hat die Hochschule in der Verwaltung des „Erholungsheimes für jüdische Akademiker" in Arendsee in Mecklenburg übernommen. Dieses bildet den wesentlichen Bestandteil einer Hinterlassenschaft, die mit der Aufgabe verknüpft ist. Haus und Park der Erblasserin als Erholungsheim für jüdische Akademiker und deren Angehörige zu verwalten. Für die Zwecke der Hochschule seitist sind aus dieser großen Stiftung keine Mittel verfügbar, so daß die Finanznot der Anstalt auch ferner nicht behoben ist. Das Haushaltsjahr begann mit einem Defizit von annähernd 30 000 Mark, die Genieinden und Landesverbände haben ihre Zuschüsse reduziert, der Preußische Landesverband gleich um 10 00(1 Mark. Für das laufende Jahr ist die Finanzkalamität noch .viel schwieriger, wiederum verringern sich die Beiträge der wesentlichsten Institutionen, der Bayrische Landesverband hat eine weitere Kürzung vorgenommen. So ist in dieser Zeit wirtschaftlicher Krisen, die an Verantwortungsgefühl und Hilfsbereitschaft jedes Juden ohnehin schon starke Anforderungen stellt, die Hochschule gezwungen, 50 000 Mark auf privatein Wege aufzubringen, um die zwangsläufigen Ausgaben zu decken. Trotz aller Not darf es nicht unmöglich sein, die zur Erhaltung der Anstalt notwendigen Beiträge aufzubringen. Die Erkenntnis ist nur erforderlich, daß das Judentum sich auf der Höhe seiner Aufgabe allein dann erhalten kann, wenn es mit der zeitgenössischen Kultur Schritt hält. d. h. sich durch wissenschaftliche Forschung Immer wieder vertieft und erneuert. Wenn in einer Zeit so drückender Not auch allerorts gespart werden muß. so darf die Rationalisierung doch nicht so weit getrieben werden, daß die Wissenschaft ganz leer ausgeht; der ihr eingeräumte Platz ist wahrlich Immer sehr bescheiden gewesen, und wenigstens dieser muß ihr erhalten bleiben. Amtliche Bekanntmachungen der israelitisrhen Religionsgemeindc tu Leipzig Ausgabe der Eintrittskarten tum Zweiggottesdienst im Sliidt. Kaufhaus. Die Vermietung der Plätze zum Zweiggollesdienst für Neujahr und Versöhnungstag im Konzertsaal des Städtischen Kaufhauses erfolgt von Montng, dem 17. August 1031. ab werktäglich von 9—18 Uhr im Gemeindeamt, Löhrstraße 10 1. Preise der Plätze 3—10 Mark. Leipzig, den 10. August 1031. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Sprechstunde des Gemeinderahhiner Dr. Goldmann. Während der Monate Juli und August ist Gemeinderalibiner Di Goldmann nur in der Lage, einmal in der Woche allgemeine Sprech stunde abzuhalten, und zwar am Freitag von 9—11'/, U h r. In besonderen und dringenden Angelegenheiten kann eine ander Zeit telephonisch verabredet werden. Das israelitische Gemeindeamt. JUdisrhe Pflegestellen. Wir erfahren, daß mehrere jüdische Kinder in nichljüdiscle Pllegestellen untergebracht sind. Die Kinder sind dadurch dem jti< sehen Einfluß entzogen und gehen somit fast ausnahmslos der jfl<J sehen Gemeinschaft verloren. Unsere Vorstellungen beim Jugenda der Stadt Leipzig, einen Pflege Wechsel vornehmen zu wollen, achtern daran, daß keine Meldungen von jüdischen Familien vorlieg' die sich bereit erklärt hätten, Kinder in Pflege zu nehmen. Im Interesse dieser Kinder bitten wir dringlich um schrif - liehe Meldung von jüdischen Familien, die geneigt sind. ji)dis< Kinder bei sich aufzunehmen. Der Verpflegungssatz für ein Ki I liegt zwischen 30—40 Mark monatlich. Die eingehenden Meldungen werden wir dann dem Jugenda il der Stadt Leipzig weiterleiten. Ebenso wäre es sehr erwünscht, wenn wir Angaben über in uichtjüdisrhen Pllegestellen untergebrachten Kinder erhalten, mit wir ihnen unsere Betreuung zuteil werden lassen können. Pflrsorgeabteilung der israelitischen Iteligionsgemeinde zu Leip

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