Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 31 (31.7.1931)
- Date
- 1931-07-31
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4876568-5968779-5969261--4059-4878409- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
31. Juli 1031 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE Zü LEIPZIG Seite 6 letzt untere eigene Vereinigung für das liberale Judentum — Ihr deutschen .luden und Jüdinnen, Ihr selbst habt sie geschaffen, weil Ihr ihre Arbeiten als unentbehrlich erkanntet. Lallt Euer eigen Werk nicht Im Stich; noch einmal: Notzeit ist l'flichlenzeit. (J, T. A.) „Arewn" und „Kinuiiu". Unter deT Ueberschrifl „Arewus" und „Kinuno" führt „Der Israelit" (Nr. 30) u. a. aus: „. . . Wieder einmal waren es, wie vor siebzehn und vor dreizehn Jahren und wie in so manchen anderen bedeutungsschweren Momenten der Wettgeschichte, diese „drei Wochen" mit ihrem Gipfelpunkt, dem Tischobeaw, in denen für die Menschheit, wie für das jüdische Volk schicksalhafte, entscheidende Krisen zu ertragen und zu überstehen waren. Was nun die nächsten Tage auch bringen mögen an ehrlich gemeinten Versuchen, die Kulturwell über die ihr drohende Gefahr ökonomischen Zusammenbruchs, politischen Umsturzes und selbstmörderischer gegenseitiger Vernichtung hiuwcgzuhringen — zwei grolle Lehren dürfen wir als Weltbürger und .luden aus dein, was sich ereignet hat und was sich zu entwickeln im Begriffe ist. schöpfen, zwei Lehren, die zu dem ureigensten Bestand offenbarten jüdischen Geistesgutes gehören, die aber die ganze Menschheil in den schweren Wehen der Selbsterfahrung sich zu ihrem geistigen Eigentum zu machen hat. Die eine dieser beiden Lehren ist die Ueberselzung des uralten jüdischen Arewus-Begriffes ins Allgemein-Menschliche... Die zweite Lehre ist: die Unenthchrlichkeit dessen, was man in der Sprache der Völker Vertrauen nennt und was die heilige Sprache mit dem viel mißbrauchten Worte „Ktnuno" wiedergibt----Vertrauen auf die unverbrüchliche Wallung eines Höheren, Vertrauen auf den Bestand und auf die Höherentwicklung auch der menschlichen und der gesellschaftlichen Ordnung. . . . Arewus in Nation und Menschheit und Kmuno an Golt und seine Weltwallung sind die Genien, die das jüdische Volk durch die Jahrtausende geleiten, und die es immer wieder aus der Trauer zum Trost, aus dein Zusammenbruch zum Wiederaufstieg erhoben haben. Arewus und Kniuno sind auch die guten Deister der Menschheit, deren Nationen, ob auch auf getrennten Wegen, zusammen mit dem Gottesvolke dein Endziel entgegensteuern, das die jesajanische Verheißung uns nun in unseren Gotteshäusern in siebenfältig gesteigertem (ilanze bis zum lleranbruch eines neuen Jahres und einer neuen Schicksalsverwaitung Woche für Woche in die Seele senk!." (.1. T. A.) Verschärfte antisemitische Propaganda in Polen. .,(i a z e 11 a W a r s r. a w s k a" macht die Juden für die Wirtschaftskrise verantwortlich. Das Zentralorgan der nationaldemokratischen Partei ,.(lazetta Warszawska" hat in ihren beiden letzten Nummern Artikel veröffentlicht, die heftige Angriffe und ernste Drohungen gegen die jüdische llevölkerung enthalten. In den von den nationaldemokhitischen Führern Nowaczynsky und Prof. Hybarsky verfaßten Artikeln werden die Juden für die gegenwärtige schwierige ökonomische Ijige in Polen verantwortlich gemacht. Prof. Hybarsky erklärt, in den nationalen Kreisen Polens werde der Unmut über die Juden wachsen, wenn diese weiterhin die Politik der Regierung stützen. Wenn von der polnischen öffentlichen Meinung ein Keldzug gegen die Juden eröffnet werde, so sei dies nur die natürliche Folge der jüdischen Politik in Polen. Die jüdische Presse kommentiert lebhaft diesen Artikel, der als eine direkte Drohung gegen die Juden aufgefaßt wird. Die Zeitungen weisen darauf hin, daß schon lange nicht so gehässige antisemitische Artikel in Polen veröffentlicht wurden. (LT. A.) Der Afcuda-Führer Eli Maiur Präsident der Warschauer Jüdischen Gemeinde. Unter dem Vorsitz des Misrachi-Fiihrers lleschel Farbstein, bisherigen Präsidenten der Warschauer Jüdischen Gemeinde und jetzigen Mitglieds der Exekutive der .lewish Agency. fand eine Sitzung des neugewählten Vorstandes der Warschauer Jüdischen Gemeinde statt, in der die Wahl des Präsidiums der Gemeinde vorgenommen wurde. Hei den letzten Wahlen zur Hepräsenlanteiiversaninilung der Warschauer Jüdischen Gemeinde haben bekanntlich die Agudisten so starke Fortschritte erzielt, daß es ihnen möglich wurde, mit einigen kleineren Gruppen einen Mehrheitsblock zu bilden und den maßgebenden Einfluß auf die Gemeinde zu gewinnen. Mit Hilfe der Verbündeten (]nippen verfügt die Aguda auch in dem engeren Vorstand der Gemeinde über eine knappe Mehrheit, die auch schon bei der Wahl des Präsidiums der Gemeinde in Aktion trat. Lebende Huer und Hühnchen sowie frische Eier aus eigener Farm täglich eintreffend Alfred Hildehrand/molherei Tel. 12234 Ranstädter Steinweg, Ecke Naundörfchen Zum Präsidenten der Warschauer Jüdischen Gemeinde wurde mit acht gegen sieben Stimmen der bekannte Aguda-FUhrer Herr Eli Maiur gewählt. Den Ausschlag gab die Stimme des Vorstandsmitgliedes Stanislaw Rosenberg, eines früheren Zionisten, der jetzt der Aguda beigetreten ist. Die sieben zionistischen und misrachistischen Vorstandsmitglieder (nationaldemokratischer Klork) stimmten für den bisherigen Präsidenten lleschel Farbstein, der in der Minderheit blieb. Zum Vizepräsidenten der Gemeinde wurde der Agudist Moses Lerner mit der gleichen Stimmenzahl gewählt, nachdem der zum Vizepräsidenten vorgeschlagene Zionist Herr Moses Feldstein erklärt hatte, daß er eine Verantwortung für die Tätigkeit der jetzigen Mehrheit nicht übernehmen könne. Herr Eli Mazur dankte für die Wahl und erklärte, er werde das Amt eines Präsidenten der größten jüdischen Gemeinde Europas (die Gemeinde Warschau zählt heute über 800000 Mitglieder) mit Stolz und Verantwortungsbewußtsein ausüben und auf das Wohl der gesamten Gemeinde ohne Ansehung der Partei bedacht sein. Zum Präsidenten der Repräsentantenversammlung der Warschauer Jüdischen Gemeinde wurde der Führer der polnischen Aguda. Herr Jacob Trockenheiiii, gewählt. (J. T. A.) Offashiaft fllota Nen erfaßte natürliche kohlensaure Stahl-Sprudel von auBerordentllch hoher Brg-Ia bhrkel t! Mineral-Moorbäder, Hydroa. Elektrotherapie Alle diagnostischen und therapeutischen Hilfsmittel iur Behandlung: Herikranker. — Neuzeitliche Kur- und Badehluser. — Behaglich« Wohnungen, gute Penstonen aa mJBif. Preisen. Pauschatkur«n 90 «tont« Sanatorium Bad Altheide ChclarztProt.Dr.Ernat Nelsssr. bisherStt«In Klinisch ge'eltcte Kuranstalt für Hersand Uefa U'ciJun.liljtkrankhciten, Basedow. Zuckerkrankheit usw. — Diltkuren, eigen» SpruJelbldar Im Haasa Sprudeland Moorbäder Im Haas«. — Atta Zimmer mit flicBcndem Wasser, einige mit Privdtbad. — Bekannt gnte Küche. .AltheiJer Herz - Di«* Ohas Preisaulschlag Aaskunlt und Schrtftea kostenlos durch die Reisebüros und die Badeverwaltung Altheide in Schlesien 1 In Bad Atthelde empfehlen s ch De .dtgemä^ herabgesetzten "reisen M Villa Hand;^;\.u I Haus Heilbora des Bado, rt!tuendes Wasser Zeotnlheitun Wlrn-r Küch.- lim. m. Pens.t. S.7i Mk.aa. 5Min.t Kurpirk. idealeLa 18, Ue •ewiese us*