Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 31 (31.7.1931)
- Date
- 1931-07-31
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 31 Weiteste Verbreitung dringend erbeten! Verschollen Jizchak Schmidt aus Secureni, Bez. Hotin, Rumänien, 26 Jahre alt, Mittelgröße, dunkelblond, aus Brasilien, anscheinend geisteskrank, im April 1931 nach Bremen in Begleitung eines Herrn Ephraim Wenger zurückgekehrt. Nachricht erbittet herzlichst Rabbiner Dr. E. Münk, Berlin. Pfofess«? Anin Freimanii M .Iiihro. Am 5. Auguli 1981 vollende! Professor Dr. Aron Freimann, stellvertretender Direktor der Frankfurter StadtbibUothefc und Leiter der von ilnn selbst eingerichteten hebräischen Abteilung dieser Bibliothek, sein 60. Lebensjahr. Professor Freimann wurde in Filehne (Pose») nls Sohn von Rabbiner Israel Meir Freimann geboren und ist mütterlicherseits ein Knkei von Oberrabbiner Jakob Ettlinger aus Altona. Er studierte an der Berliner Universität Geschichte und orientalische Sprachen und besuchte gleichseitig das Berliner Rabbinerseminar, In den Jahren 1900—1921 gab er gemeinsam mit Oberrabbiner Professor Heinrich Brodle (Prag) die „Zeitschrift für hebräische Bibliographie" heraus, ist gegenwärtig Mitredakteur der ..Zeitschrift für die Geschichte der .luden in Deutschland". Zusammen mit Hrann redigierte er das historlsch-lexikographische Werk „Germania Judalca". Kr ist Vizepräsident der Publikationsgesellschaft „Mekise Nirdanim", Professor Freimann hat auch die hebräische Abteilung der Vatikan- Bibliothek in Pom eingerichtet, der von ihm verfaßte Katalog wird demnächst erscheinen. Kr ist auch Vorsitzender der „Soncino-Gesellschaft". Vor Jahren gehörte er auch dem Vorstand der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt an. Von seinen zahlreichen Veröffentlichungen sind zu nennen: Die lsngoge des Porphyriiis in den syrischen Uebersetsungen (1898); Ueber hebräische Inkunabeln (1902); Bibliographie der Schriften und Aufsätze des Dr. A. Berliner (1iW>:!); Stammtafeln der freiherrlichen Familie v. Rothschild (1906); Konteres hamefaresch ba'schalem, Bibliographie der gedruckten und ungedruckten Talmudkomnientare von Schriftstellern des Mittelalters (1!>14>: Stadtbibliothek Frankfurt a. M.. Literatur über die .luden in Frankfurt a. M. (1!)14): Die hebräischen Inkunabeln der Stadthihlio- Ihek zu Frankfurt (1920); Thesaurus typographiae hebrairne saccull XV. (1928); Die hebräischen Inkunabeln der Druckereien in Spanien und Portugal (1924). Zu mehreren wichtigen Werken schlich Freimann Einleitungen und Anmerkungen. Vor einigen Jahren erschien in einem amerikanischen Verlag sein (ieschichtswerk über die Frankfurter Juden „Francfort". (.I.T.A.) Da- Karleil hri-chcr Valoren gib) eine Lvrik-ainniluiig einejiddischen Dichter* heraus. Das beim Schutzverband deutscher Schriftsteller bestehende Kartell lyrischer Autoren (Berlin-Wilmersdorf. Kaiserplalz 18) gibt eine LyrikSSmmlung ..Fischerdorf" des in Herlin lebenden jungen jiddischen Dichters A. N. Stenzel. aus dein Jiddischen übertragen von Kita Federn-Kohlhaas. heraus. Das Vorwort schrieb Arnold Zweig. Ks beifit darin: .....Was wird er (der Leser) antworten, wenn diese Gedichte ihn nun ansprechen? Wird er den mächtigen und ruhigen Gehalt an Anschauung fühlen, der sich ihm hier gegenüberstellt, die wortlos zwischen den Zeilen schwingende dichterische Kraft nachfühlen die das Bildhafte mit lyrischer Stimmung sättigt? . . . Nach all den rednerischen und überschwenglichen Poeten spricht hier mit der langsamen Zum.'" des echten Berufenen ein Dichter, dem sich auf notwendige Weise, über die Schwere seines Daseins hinweg, alles in Anschauung, Prägung, rhythmischen Ablauf umsetzt, was er erlebt. Das Fischerdorf, in dem er arbeitet, wird Stellvertretung, und er sagt von. Dasein der Menschen aus, von ihren Gefährten, den Tieren, von ihrer Arbeit und ihrer Freude, wenn er nichts weiter in seine knappen Bilder setzt als eben den Alllag des „Fischerdorfs". (.I.T.A.) Sächsische Gemeinden Plauen. Am 1. August d. .1. vollendet der Vorsieher der Israelitischen Religionsgemeinde Plauen, Herr Dr. I. Gold borg, sein 50. Lebensjahr. Kr ging allen Ehrungen aus dem Wege. Dr. Goldberg, ein bedeutender Anwalt, übt eine weitgeschätzte Tätigkeit in der Demokratischen bzw. Staalspartei aus, ist seit langem (ein übrigens sehr verdienstv(dler) Stadtverordneter und als Führer der von ihm mustergültig geleiteten Ortsgruppe „Vogtland" des Centraivereins I). st. j. Gl. unstreitig einer der hervorragendsten sächsischen Kämpfer gegenüber der hier besonders starken nationalsozialistischen Bewegung. Krst kürzlich brachte er hier einen nationalsozialistischen Antrag auf Herbeiführung eines Schüchtverbotes zu Fall, wie er auch dieser Tage erfolgreich die Boykotthetze des hiesigen ..Freiheitskampf" unterband. Die Gemeinde Plauen verdankt ihrem Vorsteher eine Fülle fruchtbarer Anregungen, ein blühendes Gemeinde- und Vereinsleben. Durch seine mitreißende Energie und seine vorbildliche ideelle und materielle Aufopferung ist er recht eigentlich der Schöpfer unserer weitbekannten Synagoge mit Gemeindehaus, die von der .lury der grollen Bauausstellung in Berlin jetzt als einer der bedeutsamsten deutschen Bauten des neuen Stils bezeichnet wurde. Persönlich religiös-liberaler Anschauung, gehört Herr Dr. Goldberg mit seinem hohen Idealisinus und seinein schöpferischen Optimismus dem ganzen Judentum. Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Relizionsrenieinde iu Leipzig Ausglitte der Syiiazorcnkarten. Die Erneuerung der Synagogenkarten findet vom 20. Juli bis 7. August d. .1. im Gemeindeamt, Löhrslrnlle 10 I, statt. Karlen, die nicht rechtzeitig abgeholt sind, werden anderweit vergeben. Wegen Zuteilung verfügbarer Plätze erfolgt später persönliche Benach rieht! gong. Leipzig, den 8, Juli 1031. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. flsllgiilsrkfkik'tna Ks besieht begründeter Verdacht, dali zum Schächten bestimmte GeflQge] nicht riluell geschlachtet wird. Die Hausfrauen müssen dehalb darauf achten, dal! das (iellügel das Sehäcltlsiegel der Gemcind< trägt. Nur in diesem Fall trägt das Itabbinat die Verantwortung fü das Kaschrus. Leipzig, den Iii. .luli 1981. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzn Sprerhstunde des Gemeinderalihinrr Dr. Goldiiiann. Während der Monate .luli und August ist Gemeinderabbiner D> Goldmann nur in der Lage, einmal iu der Woche allgemeine Sprech stunde abzuhalten, und zwar am Freitag von 9—11'/, Uhr. in besonderen und dringenden Angelegenheiten kann eine ander Zeit telephonisch verabredet werden. Das israelitische Gemeindeamt. Abgetragene oder abgeriebene Silber-, Kreuz- und Rotfüchse können durch Spitzen, d.h. Einlassen von Haaren, wieder vervollständigt werden. Durch die naturgetreue, von keiner Nässe und anderen äußeren Einflüssen beeinträchtigte Spitzerei wird der Fuchs wieder so, wie er neu war. — Eine Garantie für sachgemäße Spitzerei bietet die Firma linjatr. Warenmarkt Michel Sega!, Brüh! 25 Gegründet 1895 — Tel. 15718