Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 28 (10.7.1931)
- Date
- 1931-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4876568-5968779-5969258--4020-4878373- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
10. Juli 1031 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 um 9 Uhr beginnt mein Saison - Ausverkauf. Preise, wie sie Leipzig für Schuhe noch nicht kannte. Darum vergessen Sie nicht: Montag morgen zu t*S HHi'J, ÜUIOUMJIÄT--SCHUHE Petersstr. 4-6 Was heilt! „Judenstaat?" Ein Land wird /.um Judenland in dein Augenblick, wo dort eine jüdische Mehrheit ist. In der Präambel des Mandats wird von der Wiederherstellung des Nationalheims im Heiligen Lande gesprochen. Wiederhergestellt werden kann aber nur ein jüdischer Nationalstaat. Die einzige legale Grundlage für unsere Forderung einer großen Einwanderung ist der Unistand, dal.» Nationalhelm eine jüdische Mehrheit bedeutet. Das ist nicht Extremismus, Mindern der normale Zustand eines Volkes, einen Staat zu haben (Beifall). Transjordanien darf aus dem Bereich der jüdischen Kolonisation nicht ausgeschlossen bleiben. Nach Jabotinsky ergriff das Wort M. M. U881 schki n. Kr Führte aus: Ich war immer und hin auch jetzt ein großer Gegner papierner Definitionen, der Definition von Weismann und der Definition von Jabotinsky. Definitionen des Endzieles, wie immer sie auch formuliert werden, begrenzen mein Ideal, das viel gröber, viel breiter, viel höher ist. Ks gibt nur eine Frage der Methode, der Forin der Arbeit. Alter wenn ich vom Kongreß fordere, keine Definitionen festzusetzen. so habe ich und haben wir das Recht, von dem Manne, der seit 13 Jahren au unserer Spitze steht, zu verlangen, daß er keine Definitionen bringt, ilie unsere Hoffnung zerstören (Beifall). Unser Endziel ist klar, and wir brauchen hierüber nicht zu sprechen. Ich danke den Revisionisten, daß sie unserer Jugend neue Hoffnungen auf eine politische Zukunft gegeben haben. Man hat uns gezwungen, gegen das englische Volk und seine Regierungen zu kämpfen. England ist ungeheuer stark und wir sind sehr, sehr schwach. Alter wir brauchen Palästina, und England braucht es nicht. Dal.i es sich hei uns um Sein oder Nichtsein handelt. ejl,| uns eine ungeheure Kraft. Unser Programm muß eine Vereinigung zweier Maxinia sein: des Maximums politischer und des Maximums praktischer Arbeit. Von diesem Kongreß, der unsere Leitung und Formen unserer weiteren Arbeil schafft, sollen keine Sieker und keine Besiegten weggehen. In den kommenden zwei Jahren muß die Innere Zerfleischung in unseren Reihen ein Ende nehmen. Die innere Genesung wird auch zur äußeren Gesundung beitragen (lebhafter Beifall). (SililuH fabjt.) Aus aller Welt Ernestine Ksrlielharher gestorben. Am Sonntag, «lern .">. Juli, verstarb in Berlin, drei Tage vor Vollendung ihres ":!. Geburtstages, Krau Ernestine Eschelbacher, Witwe nach dem hervorragenden jüdischen Gelehrten und Rabbiner Josef ßschelbacher und Mutler des Rabbiner Dr. Max Eschelbacher (DQssellorf. Die Verstorbene war eine der populärsten Krauen im deutschen luden tum, sie u;ilt als das Muster einer j ü d i s c h e n M U11 e r und Krau, und als sie vor etwa drei Jahren ihren 70. Geburtstag eierte, wurde sie in den ihr gewidmeten Zeitungsaufsätzen und in len Manifestationen jener Vereinigungen, denen sie ihre Kraft widnete, die ..Ksches Chajil" im deutschen Judentum genannt. In fast dien jüdischen charltativen Bewegungen war sie führend lütin, aber ie blieb nicht allein bei der Führung, sondern sie füllte ihre Tage ind Stunden mit Kleinarbeit zur Linderung der Not der Massen und ler Individuen aus. Ihre organisatorische Kraft widmete sie dem chwesternverband der U.O.B.B.-Logen, dessen Vorsitzende sie bis um vorigen Jahre war. In der deutscheu Frauenbewegung, «ler sie ls langjähriges Vorstandsmitglled des Jüdischen Frauenbundes in •eutscbland angehörte, war sie ebenso beliebt wie verehrt wie in den ielen Verbänden für soziale Fürsorge, denen sie mit Rat und Tat ur Seile stand. Der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Geleinde Berlin gehörte sie bis zu den letzten Wahlen als Vertreterin der religiösen Mittelpartei an. Sie war auch Mitglied des engeren □ratendes des Verbandes zur Förderung von Handwerk und Landirteehaft unter den Juden ORT, Abteilung Deutschland, und Vorsitzende der Frauenkommission dieser Abteilung. Sie hatte die von ihrem 1016in Berlin verstorbenen Gatten Rabbiner Josef Eschelbacher eingeleitete Bewegung für Reformierung der Erziehuni; der Waisenkinder fortgeführt. Ihr (lalle wurde in der jüdischen (ielohrenwell durch sein Werk ..Das Judentum und das Wesen des Christentums" (Autwort auf Harnacks Lehen des Christentums"), eine der wichtigsten Schöpfungen der Apologetik, bekannt. Ihr Sohn Dr. Max Eschelbacher nimmt unter den jüngeren jüdischen Gelehrten Deutschlands einen hohen Hau}; ein. Sein Hauptarbeitsgebiet ist das Recht «ler Halachah. Er behandelte auch in einer Reihe von Arbeiten verschiedene «ler wichtigsten Zeitprobleme vom Standpunkt des Judentums. Unsere Gemeinde Wechsel in der Srliriftlciliing. Kür die Zeil, in der der Schriftleiter des Gemebtdeblatles, Herr Gemeinderabbiner Cohn, beurlaubt ist, hat Herr Gemeinderabbiner Dr. (io l«l manu freundlicherweise die Schriftleitung für «las (iemeimleblait übernommen. Ks wird darauf hingewiesen, dall für die Zeil bis zum .'III. Juli sämtliche für die Srlirillleiliiug bestimmten Sendungen an Herrn Geinciiideriibhiiicr Dr. lioldinanii, Küiiig-Joliami-Str. 17. zu richten sind. Durch Nichtbeachtung dieser Iteka mit gäbe würden unangenehme Verzögerungen hervatgerafeu «erden. Bei dieser Gelegenheit seil erneut au die Vereinsvorstände usw. die Bitte gerichtet sein, ihre füi das Geineindelilatt bestimmten Mit leilungen nicht erst l<«>i Kcdaklioiisscliliill. sondern, soweit irgend Gewaltige Preisreduzierungen haben wh in unserem am 13. Juli beginnenden Saisonausverkauf vorgenommen Seiden ~ Gross &m Markt