Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 25 (19.6.1931)
- Date
- 1931-06-19
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4876568-5968779-5969255--3979-4878335- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19. Juni 1931 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 Adresse für Gelds e n d u n g e u : Man ns & Volkmar, Postcheckkonto Berlin 1540. Adresse Tür Zuschritten: Jüdischer Friedens bund, Berlin-Wilmersdorf, Hindeuburgstr. kx>. Friedenssteuer-Hefte i io Quittungen zum Absati in Bekanntenkreisen sind unter dieser \dresse zu verlangen. Der Ehrenausschuß für die freiwillige jüdische Friedenssteuer littet alle Frauen und Männer, die bereit sind, in ihrem Beslrk für lie Verbreitung der Frledensldee ehrenamtlich zu wirken, ihm betreten zu wollen. Sächsische der nationalsozialistischen Plauen: Neuer utisemitioeher Vorstoß Stadtverordneten-Fraktion. Zur Stadtverordneten-Sitzung vom 10. .luni 1031 lag ein Antrag ler nationalsozialistischen Stadtverordneten-Fraktion (olgenden Inhalts vor: „Das Fleisch geschlichteter Tiere wird, soweit es von den rituell lebenden deutschen Staatsbürgern jüdischer Kasse nicht abgenommen wird, als minderwertig der Städtischen Freibank zum Verkauf Uberwiesen. Den Mindereriiis haben die am Schlichten interessierten Kreise zu tragen." Der Antrag wurde von den Antragstellern nur gans kurz dahin begründet, daß sie bezwecken, „den .luden in Plauen die Moglichkeil ■Ii geben, ihre sozialen Empfindungen zu betätigen dadurch, dal.l das nicht abgeno......ene Fleisch geschichteter Tiere für billiges Geld ler minderbemittelten Bevölkerung lugeführt wird". Genen den Antrat; und die demagogische Begründung nahm der Stadtverordnete Dr. Goldbern Stellung. Er wies darauf hin. daß las von den jüdischen Interessenten nicht abgenommene Fleisch reschlchteter Tiere sehr gern von hiesigen christlichen Fleischern wegen der Hochwortigkeit gekauft werde. Im übrigen bestimme der imtliche Tierarzt darüber, welches Fleisch minderwertig und der Freibank zuzuführen sei. Es sei also bereits eine gesetzliche Regelung vorhanden, welches Fleisch als minderwertig zu bezeichnen sei. Der Vorstofi der Nationalsozialisten sei ni ui etwa entsprungen der Misicht. dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen, sondern lediglich ius parteipolitisch-antisemitischen Gesichtspunkten heraus gestellt. Die Hochwertigkeil des Fleisches geschichteter Tiere sei auch schon vlhrend des Weltkrieges Festgestellt worden; damals sei auf Veran- RSSUng der Obersten Heeresleitung in der Zeit des Ludendorffsrhen Kiliflusses eine Verordnung publiziert worden, wonach für Konervenfleisch für das im Felde stehende Heer nur Fleisch von «•schachteten Tieren genommen werden durfte, weil sich infolge der '•sohlten Auablutung des Fleisches dieses als haltbarer wie jedes ndere Konservenfleisch erwiesen halb«. Diese Mitteilung ri. r groll,« leiterkeil auf Kosten der Antragsteller hervor. Stadtv. Dr. Ooldberg « antragt schließlich, um ein für allemal die Rechtslage festzustellen, ie Ueberweisuog des Antrages an den Rechts- und Verfassung»- usschuß. Dies geschah auch mit größler Mehrheit. Abgetragene oder abgeriebene Silber-, Kreuz- und Rotfüchse können durch Spitzen, d.h. Einlassen von Haaren, wieder vervollständigt werden. Durch die naturgetreue, von keiner Nässe und anderen äußeren Einflüssen beeinträchtigte Spitzerei wird der Fuchs wieder so, wie er neu war. — Eine Garantie für sachgemäße Spitzerei bietet die Firma n>Uft' W<treiimatke Michel Segal, Brühl 25 Gegründet 1895 - Tel. 15718 Bemerkenswerl ist aber, dal.l ein kommunistischer Redner, der sich nur zur Geschäftsordnung über den gestellten Verweisungsantrag gemeldet hatte, alter unzulässiger Weise zur Sache sprach und dein infolgedessen das Wort entzogen wurde, soviel noch sagen konnte, daß er den Antrag der Nationalsozialisten als begründe! Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Reliflonsgemeinde zu Leipzig Aufsicht Uber Kolonialwarengeschafte. Die Firma F. Diamant. Leipzig, Nordstr. II. hat in hiesigen indischen Zeitungen bekanntgegeben, daß sie Vollfettkäse. Sahnenkäse und Süßrahmbutter unter Aufsicht unseres hiesigen orthodoxen Rabbinats vertreibt. Diese Anzeige entspricht nicht dm Tatsachen. Wie wir in Nr. 22 unseres Gemeindeblattes bekanntgegeben haben, vertreibt die Firma E. Diuinant lediglich Butter unter Aufsicht unseres orthodoxen Rabbinats. Weißkäse, der unter Aufsicht Unseres hiesigen Rabbinats steht, w ird nur durch die Firma S. Ringelblum, Gerberstraße 43, Filiale Lohmühlgasse, Ecke Eberhardstrafle, vertrieben. Leipzig, den 16. .luni 1931. |),«r Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Barmiswa-Vorbereitung, Zur Barmiswa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. Januar 1919 bis Bl.Mars 1919 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 1.Juli 1931. Nur wer daran teilgenommen hat. wird als Barmiswa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 80. Juni 1981 im Gemeindeami. Löhrstraße 101. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch dies.« Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den l.Junl 1981. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Personenstand «.nach richten B a r in i l w a^: Am Sonnabend. 'II. Juni 1981, Georg Beer, Siilm des Herrn l>i Baer und Frau Lore, geb. Siegel. Rietschelstraße 27, in der Gemeind Synagoge. T r a u u Ii g i' n: Am Sonntag. 21. -luni 1931, •"> Uhr nachmittags, Fräulein Fanny Koch. Chemnitz, mit Herrn Karl Katzenel. Leipzig. Eisenbahnstr. 74. in Leipzig im Hotel Sachsenhof. Tod esfälle: 7. Juni 1981 Sclmnil Jakubowitsch, Haust. Steinweg 13 s. Juni 1981 Luser Mihrtein, Bleichertstr. 7. 9. Juni 1931 Hugo Colin. Humboldtstr. 4. 10. Juni 1931 Isaak ffersch Blairh, Rerlinerstr. 80. 14. Juni 1981 Dr. Salomon Lentschner, Lessingstr. 221. 14 Juni 1981 Max Mehlmann, Lange Reih,« 81. LINA KLAUSNER JOSEF KUHNREICH Verlobte Empfang! Sonnabend, den «20. 6. 31 bei M. Klausner. Humboldtstr. 33 ab II Uhi r-^ Anlaßlich unserer Vermahlung sind uns von so vielen Seiter herzliche Beweise der Liebe und Verehrung zugegangen, daß es uns unmöglich ist, jedem einzelnen besonders zu danken. Wir bitten deshalb alle, die uns durch ihre Aufmeiksamkeit unser Fest verschönt haben, auf diesem Wege unseren wärmsten Dank entgegenzunehmen. VjktQr Wejnreich und prau Danzig, im Juni 1931. Hanna geb. Pollak. ^__.__s