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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-06-19 · 25 (19.6.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
25 (19.6.1931)
Date
1931-06-19
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 6 (JKMEINDKRLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 2.r> Unsere Jugend Di«' wirtschaftliche Entwicklung im deutschen Judentum, Herichl Uber einen Vortrag von F. Fraenkel im Jüdischen Jugendbund „Franz Rosenzweig", Leipzig, vom 10. Juni. Auagehend von dem großen Interesse in allen Gruppierungen der jüdischen Oelfentlichkell Ittr den wirtschaftlichen Entwicklungsprozeß im deutschen Judentum, Bebilderte Fraenkel die wirtschaftliche Situation der Juden im 10. Jahrhundert, mit den sozialen uml politischen Konsequenzen, die der Aufstieg des BQrgertums für die luden haben mußte, Assimilation und Herzl'schen Zionismus. Der Niedergang des Mittelstandes, der die jüdische Gesellschaft schwer traf, schuf eine starke jüdische Arbeltnehmerschicht, der Wirtschaftsantisemitismua verschlechterte die wirtschaftliche Lage der deutschen Juden weiter und zeigte die spezielle jüdische Seite der großen Krise. Niemals sei das Interesse der jüdischen Jugend, der jüdischen Angestellten, der gesamten Jüdischen Oeffentlichkeit für diesen Fragenkomplex bo groß gewesen wie heule; Umschichtung, Jugendarbeit, Gemeindepolitik, Palflstinaaufbau, Soziologie der .luden würden überall diskutiert, und überall suche mau nach Lösungen, Vuch politisch wäre das Arbeitnehmerelement mit jüdisch-sozialen Forderungen in «Ii«- jüdische Oeffentlichkeit getreten, auf dem religiösen und moralsoziologischen Gebiete führe die Proletarisierung im deutschi n Judentum zu neuen Anschauungsformen. In der Diskussion wies Herr E. Loew auf den Niederbruch des Kapitalismus hin. der keine speziell jüdische Angelegenhell wäre. Um die in der Diskussion angeregten Fragen weiter zu erörtern, wurde beschlossen, Herrn E. Schichter einzuladen zu einem Referat über „Jüdische Jugend und Sozialismus", und den Relchstagsabgeordneten Engelbert (iraf über ..Krise des Kapitalismus". Neue Bücher Margarete Wiener. Vom nationalsozialistischen Wirtsrhiill«- programm. Eine kritische Relrachtuni;. (Momenreihe 10. Heft.) Berlin 10S1 (Philo Verlag). Preis M. 0.70. Seil den Erfolgen der N8DAP bei den letzten Reichstagswshlen isi eine große Ansahl von Schriften uml Zeitungsartikeln erschienen, die «ich mit Entstehung, Verbreitung, Propaganda and Organisation der Hitler parte) besehlftigen. Sie sind mehr oder minder uns dem Bedürfnis des Tages geboren, uml die molsten werden In kuraein vergessen sein, lieber das Wirtechs ftsprogramnt des NationalaoaiaUsmaa dagegen sind wirklich gründliche Untersuchungen kaum angestellt wurden. Zwar haben sich verschiedene Zeitungen und Zeitschriften mit dem Programm befaßt, aber eine eingehende Bearbeitung von wissenschaftlicher Seite, die ruhic und leidenschaftslos das Programm untersuchte, lau bisher kaum vor. Dr. Margarete Wiener hat in einer kurzen sber sufschlußrelchen Abhandlung mit wissenschaftlichem Emst doch für Jeden Oeblldeten verstlndlich die wesentlichen Fragen des nationalsnsiallstischenWirtschaftaprogramms (Antianziallsmus, Antikapitallsmus, Brechung der Zinsknechtschaft) untersucht. Sie ist 7u derartig wichtigen Ergebnissen gelangt, daß Jeder, der pdch mit dem \Ve«cn des Nationalsozialismus auseinandersetzen will, ihre Arbeit lesen muß. Billiger Preis, klarer Druck und ITeberalchtlichkeit der Darstellung ermöglichen eine weite Verbreitung der äußerst lesen* werten Schrift. Noti/bitt \r. 27 (10:11) der Gesellschaft zur Erforschung Jüdischer Runstdenkmller. Die GeseRschaft zur Erforschung jüdischer Runstdenkmller Frank Furt ■'. M„ Pshrgasae 146, hat soeben eine neue Nummer ihrer seit Jshren in weiten Kreisen eingeführten Notisblltter herausgegeben. [>|i ., Heft zeigt einen speziell Frankfurter Charakter, ohne deshalh nur lokales Interesse zu beanspruchen: das Leben und Treiben in der ehemaligen Frankfurter Tndengasae ist an sich schon geeignet, weite Der Aufruf in der letzten Nummer dieses Blattes ist von einer Firma mißbraucht worden, die keine behördliche Genehmigung zur Verwendung von hocheiftieen Stoffen hat. —"»'enden Sie sich nur an KAMMER JälGER. %l KNORR Zeitzer Straße 19 Kreise zu interessieren. Dies gilt utn so mehr wenn, wie in dein vor liegenden lieft sugleich wichtige neue Aufschlüsse Ober die Anfänge des Hauses Rothschild gegeben werden, das inzwischen Weltruhin et kniet hat. Durch die zahlreichen Abbildungen wird auch ein oberfiacli liches Durchblättern des Heftes reichlich belohnt. ..Merkhiii hlcin zur Mutter- und S;iiiglingsnllege" von Prof, Dr. med Martin Vogel. .">(> Seiten. Mit Abbildungen. Deutscher Verlan fii Volks wohlfahrl (i. m. b. II. (Verlag des Deutschen Hygiene Museums). Dresden-A. 1. Einzelpreis M. 0.90. Das Gesicht des Büchleins hat sich' hei dieser Neuauflage voll, verändert; ein frisch farbiger Umschlag, geschmückt mit einem künstl« riachen Bolsachnltt, leuchtet uns entgegen und die hislier für den Te> verwendete Antiqua hat einer schönen, gut lesliaren Fraktur Platz gl macht. Aber auch inhaltlich ist es vollständig neu bearbeite! und sui Teil erweitert worden. Viele praktische Erfahrungen, die in den letsti Jahren von bewHhrteri Mitarbeiterinnen des Deutschen Hyglene-Museun gesammelt worden sind, kamen der Neuauflage sugute. Besonders zu In «Hillen ist ein Anhang, der die wichtigsten gesetzlichen Vorschrift! zum Schutze von Mutter und Kind (Gesetz vom In. Juli l'.i'-'T Ober d Beschäftigung vor uml nach der Niederkunft) enthält. Das handliche BOchlein wird seinen Zweck, allen Müttern ein klau zuverlässiger Berster zu sein, nicht verfehlen uml zu den alten Freund. viele neue gewinnen. Vor allem ist ihm weiteste Verbreitung in <\< Schulen zu wünschen: der Preis von .'III Pf., der hei Mengenbesug noi wesentlich ermUBigt wird, ist so ungewöhnlich niedrig, daß die .\ Schaffung wohl jedem einzelnen mOglich sein müßte. Eingesandt (Kür diese Rubrik übernimm! die Schriftleitung nur die P reßgesetzlich e Verantwortung.) ..Zur Kenntnisnahme", Vorginge im Bar Kochba-Hasair. Auf Grund von Empfehlungen mir bekannter Kinder erlaubte i< meinem lOjShrigen Hohn an den Veranstaltungen der hiesigen Jugem gruppe des Bar Kochba-Hasair teilzunehmen. Der erste Besuch war zt fällig au einem Babbatnachmittag. Mein Kind, religiös erzogen, kam vi. dieser Aktion gans entüuscht zurück. Als Grund gab es an: der Führ, dieser Jugendgruppe, ein Iii l7jHhrlgcr Junger Bar Kochbaner, hat I Gegenwart aller Kinder am Salb.it geschrieben, Ks ist nicht zu Obet sehen, weic he Verwirrung ein derartiger Vorgang l>ei uns,.reu Rindet anrichten kann: der Babbat wird Öffentlich vor Augen solcher Kindi entweiht, denen in ihrem Elternhause die Heilighaltung iles Babbal sl eine wesentliche Pflicht eingeprägt worden ist. Deswegen halte ich für sehr bedenklich, unseren Kindern, die wir .indisch religiös um schwerster Mühe und in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen . ziehen, den Besuch derartiger Vereine zu gestatten. Kitern, denen eil jüdische Erziehung im Sinne unserer uralten religiösen Tradition st Herzen liegt, können, glaube ich. ihre Kinder solchen JugendgrUppi nicht anvertrauen. Ich halte es für ineine Pflicht, öffentlich darauf Ii zuweisen. 0. G Vereinsnachrichten Jiid Arhcilergcincinsi luifl I.einzig. Kaust. Btelnweg Sl. Wir weh nochmals darauf hin. daß am Freitag, dem l'.l. Juni unsere nlch Mitgliederversammlung stattfindet. Mitgliedskarten sowie rflckstlnd Beiträge sind mitzubringen. Mitglieder, die noch keine Kartell hahi können diese in Empfang nehmen. Im Anschluß an die Mitgliederversammlung findet ein Lichte Vortrag statt. Ks spricht Gen. Litwack Ober das Th.....a: Bwe ii n d Ziel der Koten Hilf e. Wegen der umfangreichen Tagesordnung beginnen wir pünktlich ".'II Uhr und ersuchen wir alle Mitglieder, sich rechtzeitig einsuflni Gleichseitig verweisen wir auf unser nächstes Referat am S. abend, dem IT. Juni Ober das Thema: »Die Wirtschaftskrise". Refen Gen, Klausner. June-Jüdischer Club. Am S 0 u u a he n d . dem 10. Juni l'.KIO. ab 'M.'W I hr. Andel im Cafe Sportplatz, Lindenau, Frankfurter Str. Plissee Hohlsaum, Knopflöcher, Zickzac Dreifadenstich, Kunststopfen und ■ ins Fach einschlagenden Arbeiten fuhrt I Gustav Schultze, Promenadenstr. 13 Tel. 5041 fawirato 11/1 SCHREIBMASCHINE

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