Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 23 (5.6.1931)
- Date
- 1931-06-05
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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>. Juni 1031 QBMEINDBBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 neint, daß in diesem Jahre ein Anlafl zu einer allgemeinen Ausirache wohl nur insoweit gegeben sei, um zu prüfen, ob die gegeneitigen Belange überall gewahrt Bind, Dies sei wohl <ler Fall, doch i i der Vorstand hereil, auf jede Frage Hede und Antwort zu stehen, [err Gott lieb glaubt, «laß die früheren Debatten nur Wahlreden . wesen seien. Nachdem die Volkapartel dauernd den Gemeinde- Idingen fern bleibe, möge man hieraus die Folgerungen ziehen und on einer allgemeinen Aussprache abeeben, Herr Ury hält die Anichi des Herrn Gottlieb für zu weitgehend. Da zu einer Wahlrechtsebattekein Anlaß vorliege, niög(> man sich auf die Aussprache hei den inieinen Punkten beschränken. Frau Schindler findet einen Wi- •rspruch darin, dal! Angestellte abgebaut, aber Unterstützungen für lese vorgesehen sind. Ferner wünscht sie Auskunft über die Kiellinien für die Aufstellung des llaushallplanes. Auch stellt die Red- ■rin ein Mißverhältnis zwischen den Subventionen an private nterrichtsanataHen gegenüber der kargen Bedenkung der Religionshulen fest. Herr Joake sprich! gegen eine Generaldebatte, weil ie Volksparlei sich von dem wichtigsten Gegenstand, der Beratung ei Haushnltplaucs, fernhält. Nachdem ihr bereits die linud zum rieden gereicht worden sei, hiervon aber kein Gebrauch gemacht luden ist, lehne er eine allgemeine Aussprache ab. Herr Kesten - aum bestreitet, dal! man der Volkspartei entgegengekommen sei. err A r o n s t e i n stellt fest, dal.! es sich heute um den Haushaltlau und nicht um das Wahlrecht handele. Der Finanzausschuß habe ich bemüht, den Haushaltplan unparteiisch zu gestalten. Der Friede •i von der Seite der Volksparlci gestört worden. Man möge in die eratung dea llaushallplanes eintreten. Herr Lustig schließt sich iler Meinung des Hern Aronstein an. Herr Stein erklärt, durchaus . icht eine Wahlrechtedebatte herbeiführen zu wollen. Der orthoiloxen Partei sei es um sachliche Mitarbeit zu tun. und es liege ihr : nni und gar nichts an Auseinaudersclzungcn. Nachdem die Meinun- u geklärt seien, erledige sich sein Antrag. Auf die Bemerkung von Frau Schindler erklärte der Vorsteher, r Haushallplan sei lediglieh nach dem Gesichtspunkt einer unpari iischen, gleichmäßigen Behandlung aller Fragen unter Berücksicht rung der Wirtschartslage aufgestellt worden. Die Generaldebatte wird damit geschlossen. Es tritt eine Pause i ,n. Nach WiedererO&nung der Sitzung wird der llaushaltplan ZUi ichst in Ausgabe durchgegangen. An dem vorliegenden F^ntwurf v i rden nur unwesentliche Aenderungen vorgenommen. Aus der i eiteren Aussprache ist folgendes bemerkenswert: Der Krsatzunlerrichl für Kinder, welche vom Schulunterricht an - ibbaten und Feierlagen befreit sein wollen, ist schon früher nicht I P Aufgabe der Gemeinde erklärt worden. Ein gegenteiliger Antrag i s Verordneten Stein wird abgelehnt; es sei Sache der Eltern, für ■ n Krsalzuntcrrichl zu sorgen. Heim Kasehrus findet eine Auseinandersetzung über die Höhe der Ausgaben für die beiden religiösen Richtungen stall. Eine vom Vorsitzenden vorgenommene Zusammenstellung ergibt, daß die Ausgaben für beide Richtungen fast genau gleich hoch sind. Der Beitrag für das Ritualbad sollte nach dem Beschluß des Finanzausschusses, wie andere Ausgaben, gekürzt werden. Auf eine Eingabe des Gesetzest reuen Verbandes bleib! der Beitrag in vorjähriger Höhe bestehen, doch wird eine für den Bedarfsfall beantragte Bereitstellung eines weiteren Betragen abgelehnt. Die Mittel für die Wohlfahrtspflege sind gegenüber dem Vorjahr von 100 000 HM auf 80 000 HM herabgesetzt worden. Der Vorslandsdezernent, Herr Gottlieb, erklärt, daß sich nicht voraussehen läßt, oh man mit diesem Betrag auskommt, man solle es versuchen. Notfalls müsse man später ein Nnchforderung stellen, Herr Markendorf regt an, wie vor dem Krieg, freiwillige Heiträge für die Fürsorge zu sammeln. Herr Gott lieb glaubt nicht an einen Erfolg. Ein Vorstandsbeschluß, wonach sich die Gemeinde künftig zu Pcssach auf die Versorgung mit Mazzos beschränkt, wird gutgeheißen. Heim Posten Kindergarten kommt die Gründung eines orthodoxen Kindergartens zur Sprache. Frau Schindler bedauert eine Spaltung und rindet hierbei die Zustimmung der Versammlung. Der Beitrag für den Israelitischen Kindergarten und ebenso der Beitrag für den Frauenverein Ruth bleiben in vorjähriger Höhe bestehen. Der Beitrag für die Hebräische Sprachschule wird nicht so wesentlich gekürzt, wie der Finanzausschuß beantragt hatte, er wird auf 1800 Mark festgeetzt. Bei den Einnahmen wird eine das Bestattungswesen betreffende Acnderung der Gebührenordnung beschlossen. Der sich hieraus ergebende Nachtrag wird ausgelegt werden. Hiernach wird der Haushaltphn in Ausgabe und Einnahme mit je RM 628000.- festgesetzt und Im Ganzen angenommen, der Steuerbedarf stellt sich auf 478 000 RM. 4. Der Vorsitzende gibt noch Kenntnis von einem Antrag auf Armierung des Wahlrechts, der in einer folgenden (iemeindesitzung zu behandeln sein würde. Der Antrag wird den Gemeindevertretern in Abschrift zugehen. Herr Gott lieb bittet, die Behandlung nicht zu überstürzen. Herr Aronstein ist für Zurückstellung bis nach den Sommerferien. Nach Verlesung der Niederschrift wird die Sitzung um '_':t t'hr SO Min. geschlossen. Kataensteln, GemeindeschriftfOhrer. Der Abdruck des Haushaltplanes erfolgt in der n Ichs t e n N u m m e r. Jüdische Verbände und Gemeinden i imeiultaige jüdische Klieniihaliiiiin»t'--t<dl«' „KV". Frankfurt a. M. Um ihre Arbeit wirksamer erfüllen zu können, hat die gemeini Izige Eheanbahnungsstelle „EA" beschlossen, Zweigstellen in gröüei ii Städten zu errichten. Diesbezügliche Verhandlungen sind bereits ii a. mit der Schwesternvereinigung der Henry-Jones-Loge in Hamb rg angeknüpft. Damen und Herren, welche die gemeinnützige jüdische Eheanb hnungsstelle „EA" ::: Anspruch zu nehmen beabsichtigen, wollen ii re Anmeldungen jedoch ausschließlich nach Frankfurt a. M.. Eschersli iinerlaiidstrnßc _'!> I. gelangen lassen. I> ( TaKCsiirdiiung des XVII. Zionisteiiknnjrrcsses. Die Tagesordnung des XVII. Zionistenkongrneses, der am Diens- I. . dem SO. Juni, ebenda, in Basel eröffnet und voraussichtlich Iiis I itag. den 10. Juli, «lauern wird, ist folgende: I. Bröffnungssitsung, Dienstag, so. Juni, 8 Uhr abends: ' Eröffnung des Kongresses durch den Präsidenten «1er Exekutive, II rrn Nulluni Sokolow; '1. Ansprache des Herrn Ch. N. Bialik: ,.Palii tina und seine Bedeutung für die Diaspora"; S. Begrüßungen: 4. Aull;iche «les Präsidenten dea Aktionskomitees, Herrn Leo Motskin: I ir Zionismus und die jüdisch«" Gegenwart". II. '.! Sitzung. Mittwoch. 1. Juli. 10 Uhr vormittags: 6. Wahl des Ki igrefiprasldiums; 6. Bericht des KongreBgeriehts über «Ii«- Prüfung 'I' Rechtmäßigkeit der Kongreßwahlen. Berichterstatter: Vorsitzender dea Kongreßgerichts, Herr S. Gronemann; 7. Bericht von Herrn Dr. Chaim Weitmann über: „Die politische Lage". III. S. Sitzung. Mittwoch, 1. Juli, 3 Uhr nachmittags: 8. Ergänzender Bericht des Herrn Prof. Dr. S. Brodel sky über: „D i «• politische A rbeil"; 0. Referat: „Probleme der Palüstiuaurhcit" von Dr. Arthur Ruppin: 10. Wahl des Hesolutionsausschusses; 11 Eröffnung der Generald<• ba11«*. IV. 4. Sitzung. Mittwoch, 1. Juli,!• Uhr abends: 12. Fortsetzung der Generaldebatte. V. 5. Sitzung. Donnerstag. .luli, 10 Uhr vormittags: 13. Referat: ..Lage der zionistischen Organisation und ihre Probleme" von Herrn Felis Hosenblüth: 14. Fortsetzung der Generaldebatte. VI. <!. Sitzung, Donnerstag. '1. .luli. S Uhr nachmittags: 16. Wahl der KongreUkominissionen; 10. Fortsetzung «ter Generaldebatte. VII. 7. Sitzung. Freitag. S. .luli. 10 Uhr morgens: 17. Fortsetzung der Generaldebatte. VIII. 8. Sitzung. Freitag. 3. .luli, 3 Uhr nachmittags: IS. Fortsetzung un«l Schluß der Generaldebatte. IX. 0. Sitzung. Sonntag. 5. .luli. 10 Uhr vormittags: 10. Heferat des Vorsitzenden des Direktoriums des Keren Kajemeth Lejiarael M. M. Daslschkin: ,.D i e Arbeit des Keren Kajemeth Lejisrael": 20. Heferat des geschäflsführenden Direktors des Keren Hajessod Dr. Arthur II a n t k e : „L eistungen und Aufgaben «ies Keren Hajessod": 21. Heferat über: ..Probleme der Finanzierung des Palästinaaufbaues"' von Dr. Chaim Arlosoroff (Sonntagnachmittag finden Sitzungen der Rommissionen statt.)