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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-05-29 · 22 (29.5.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
22 (29.5.1931)
Date
1931-05-29
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 2: Modell 1931 Neue kleine Form Lux-Springkamera für Rollfilm 6 9... Optik Rodenstock 4,9 RM 36.- Höh & Hahne, LeipzigCI Katharinenstraße 16 Buch die außerordentlichen Möglichkeiten, die sich aus der heil-pädagogischen Erziehung, die mit Arbeitserziehung verbunden ist. ergeben. Das Heim in Wollig verfügt heute bereits über fünf Lehrwerkstätten, in denen alle Zöglinge zu einem passenden Berufe vorgebildet werden. Das neue Heim soll dazu dienen, dem Zögling den Uebergang in das freie Leben zu erleichtern und ihm die Kraft zu liehen, als Vollwertiger im Lebenskämpfe seinen Mann zu stehen. Dr. Lubinski ging auf die besonderen Schwierigkeiten der Fürsorgeersiehung Überhaupt ein und betonte die Notwendigkeit, auf diesem Gebiete wissenschaftlich weiterzuarbeiten, um der grofien Zahl gefährdeter Jugendlicher wirklich helfen zu können. Kr dankte allen Helfenden, insbesondere der ..Aktion der deutschen .luden für Erziehung und Arbeit", die das Werk ermöglich! hat. dem Deutsch- Israelitischen Qemeindebund und dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. und Wohlfahrtsamtes der Jüdischen Gel)r. Lamm herzliche BegrüBungsworte und weitere gemeinsame gedeihliche Arbeit Namens des Jugendmeinde zu Berlin sprach gab der Hoffnung auf Ausdruck. Ks folgte eine Führung durch das Haus, das für etwa 80—85 Zöglinge Platz bietet. Allgemein wurde die Einrichtung des Heimes. das mit sparsamsten Mitteln vorzüglich ausgestattet wurde, bewundert. Besondere Beachtiiuii fanden die Möbel, die in den Werkstätten des Wolziger Erziehungsheimes selbst hergestellt worden sind. Allgemein kam die Meinung zum Ausdruck, dafi das Heim allen Anforderungen einer statte jüdischer Jugenderziehung Rechnung trägt. (.ITA.) Besirkstagang der Freies Vereinigung für die Interessen des artke» dexea Judentums. Mitte Mai fand in Uersfeld die erste diesjährige Bezirkstagung der f reien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums unter starker Beteiligung aus den Gemeinden der Rabbinats-Bezirke Kuhla. Kassel und Eschwege mit etwa l'MI Teilnehmern statt. Nach Begrüßung durch Vertreter des Vorstandes der Gemeinde Uersfeld und des Veriiandes gesetzestreuer Synagogen-Gemeinden in Halberstadf referierte Rabbiner Dr. ('ahn. Fulda, über „Persönlichkeit und Gemeinde". Er legte in den Grundzügen die Aufgaben der führenden Persönlichkeiten in jüdischen Landgemeinden (Vorstand, Jugendbildner, Kultusbeamte) dar und berichtete über die Tätigkeit des Breuls. Landesverbandes gesetzest reuer Synagogen-Gemeinden in Halberstadt, Hieran Schlott sich ein Vortrag: .Midi sc he Landgemeinden einst und jetzt" von Herrn Redakteur Scbachnowi tz, Frankfurt a. M.. welcher darlegte, von welcher Katastrophe die deutsche Judenheil durch den Untergang der Landgemeinden bedroht ist. Der Schilderung jüdischer Landgemeinden in der Vergangenheil folgte eine Darstellung der drei Ursachen, die für die gegen wirtige Situation hauptsächlich bestimmend sind: Landflucht, Geburtenbeschränkung und wirtschaftlicher Materialismus. Die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums hat et sich /ur Aufgabe gesetzt, gerade auf diesem Gebilde den Landgemeinden fördernd und helfend zur Seite zu stehen. Das tief ergriffene Auditorium zollte den Ausführungen des Redners lang andauernden Beifall. Es folgte ein Referat von Herrn Eschwege, Fulda, über den „gegenwärtigen stand der Sehlchtf rage". Herr Dr. s. Entmann, Frankfurt a. M.. schloß die mehrstündige Tagung mit dem Appell zur Treue gegenüber der „Freien Vereinigung für die fnter essen des orthodoxen Judentums", welche diese Veranstaltung al einen Erfolg buchen darf. Sächsische Gemeinden Binnen (GeBMinderatssitsug), Am 1S>. Mai 1981 fand eine (ienieinderatssitzung statt. Ks WUfdi zunächst einige Einginge verlesen, die sich auf den Schächlsverbol antrag im hiesigen Stadtverordnetenkollegium, auf die Elnweihun des Leipziger Allersheims, auf Schenkungen zur Gemeindeblbliothi bezogen. Sodann wurde eine Verordnung des Roirhsiunonmiuish Wirth bzgl. Beschimpfung von jüdischen Gemeinden bekanntgegeb. Ferner wurde mitgeteilt, daß die Nationalsozialisten gegen unser. Prediger Heymann eine Anzeige wegen wissentlich falscher Aussa als Gutachter in einem Prozeß wegen Gotteslästerung eingereiel haben. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall geprüft und ist auf Grui! der Unterlagen zur Abweisung der Anzeige gekommen. Der Sehn Wechsel in dieser Sache soll in der vom 1. Juni Dilti monatlich i scheinenden Plauener Gemeindezeitung veröffentlicht werden. Die Wahl des zweiten Vorsitzenden, die in der letzten Sitzun vorgenommen war, mußte auf Anordnung der Kreishauptmannsch. aus formalen Gründen wiederholt werden. Sie fiel natürlich Wied i auf Herrn Jacob Goldmann. Diese formalen Schwierigkeiten veran Indien den Vorstand, darauf hinzuweisen, daß es an der Zeit wirr unsere Satzungen zu überprüfen. Bisher sei jedoch seitens der I. meindeverordneten ein derartiger Antrag nicht gestellt worden. He einer eventuellen Ueberprüfung der Satzungen wäre mich die Bill, des Jugendnussohusses in Betracht zu liehen, wonach das aktivi Wahlalter auf 21 Jahre, das passive Wahlrecht auf 'J(> Jahre feslgel. und die Karenzzeit verringert wird. Sodann erfolgt Rechnungslegung des Kassierers für das Jall liKMl und Kntlnstung desselben. — Schließlich weist der Synagogen Vorsteher. Herr Kariel. darauf hin. daß leider ZU Pessacfa derGoth - dlenst sehr schlecht besucht gewesen ist. Er führt diesen schlecht' l Besuch auf die Gründung des Konservativen Gemeindevereins hin dem ein Besuch des liberalen Gottesdienstes ebensowenig zusagt wie ein Besuch des orthodoxen Gottesdienstes in der Synagoge Seh l lerslraßo. Bei einer Gemeinde von der Grölte Plauens sei es aber im möglich, drei verschiedene Gottesdienste abzuhalten. Es müsse eil Weg gefunden werden, der mittels Konzessionen beider Teile ein würdigen Gottesdienst gewährleiste. Ks wird eine Kommission bildet, der es obliegt, sofort im obigen Sinne ein Resultat zu find Schluß der Sitzung 11 Uhr. Unsere Gemeinde Exzellent .laknh Teitel in Leipzig. Dieser Tage treffen in Leipzig der Vorsitzende des Verbat russischer Juden in Deutschland. Exzellenz Jakob Teitel, in gleitung der Herren K. Kaphin und Dr. S. Spiegel ein. Zu Ehren hochverdienten Mannes, welcher vor kurzer Zeit seinen NOjähii Geburtstag feierte, wird hier auch ein Begrüßungsahend. am I) o nerstag. dem "JH. Mai im Hotel Astoria stattfinden. Dem Komil gehören an die Herren II. Bromberg, Rabbiner Dr. ('arlebach. Ch Bitlngon, Max Eitingon, S. L. Fuchs, Rabbiner Dr. Goldmann. Hil Goldberg. S. Hudes. Stadtrat Julius Krause, K. Kirschuer, J. Lau Rechtsauwalt Dr. Löwenheim. N. Silberkweit. ZiunisteiikoiiKreß. Die W a h I k 0 m m ISSiOn für den 17. Zionistenko groß trifft Montag, den t. Juni 1981 im Wahllokal. Keilstr. I. kämmen. Kinder brauchen Erholung! Unterernlhrte Kinder, in ihrer Freizeit sich selbst und all Gefahren der Großstadl überlassen, sind leider eine alltägliche i scheinung. Die Ortsgruppe Leipzig des Jüdischen Frauenbundes w hier helfend eingreifen und hat schon seit mehreren Jahren durch d Halbtagsferienkokmie 180 Kindern, wenigstens in den Sommerferh Luft und Licht. Erholung und Frohsinn gegeben. RIO Kinder sind ei große Zahl, und doch ist es nur ein kleiner Bruchteil der viel" Kinder, die in luftlosen, engen Wohnungen aufwachsen, deren mit" lieber kindlicher Frohsinn durch die sorgenerfüllte Atmosphäre Elternhauses erstickt wird. Eine beträchtliche Vergrößerung der K lonie wäre schon seit Jahren eine dringende Notwendigkeit, denn fs

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