Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 21 (22.5.1931)
- Date
- 1931-05-22
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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ü2. Mai 1931 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite f> Personcnstandsnachrichten Geburten: 14. April 1881 David Zimmermann und Anita Hindu geh. Tarnowsky, (Jlriehitr. <>, eine Tochter „Ruth Julia Helga",!1. April 1081 Felix Qoldsehmldi und Margarete Mirjam geb. Preuß, rlardenbergatr. Iii, einen Sohn „Jules". 29. April 1981 Berthold Namm und Bertha geb. Graupen, Hammer- ■trafie 1H, eine Tochter „Miriam Lilian". I! a r m i z w a : Am Sonnabend, 80. Mai 1081, Armin Mouradian, Sohn des Herrn Vahram Mouradian und Krau Bett) geb. Anspach, Gneisenauslr. 2, in der Gemeindesynagoge. Todesfälle: 7. April 1081 Buoch Heinrich Michlewitscb, Lutheratr. IS. s. Mai 1!t:t1 Regina Kellscher. Rosentalgasse 8 10. 15. Mai 11K11 David Robinson, Pegau. Neue Bücher Nc'niaii (IBM), Praktisches Judentum (Richtlinien) y>TWS Leipzig 10!M (Verlad Gustav Engel). Kin Mann, dem es tiefster Brost ist um sein and um das Judentum, sucht. GrundsBtse sufsustellen, nach denen der moderoe Jude die Väterreligion su lebemlijsem ltesitz gestalten könnt«. iiimI sollte, Bs sind wohl etwas weit gestickte Ziele, wenn der Verfasser, im Anklang an Mose h. Maimons Meie n'buchim, seinem Duelle den Untertitel Madrich nhuchlm gibt und damit andeutet, daß er von seinen „Richtlinien" eins ähnliche Wirkung erwartet. Aber sowohl den leitenden Gedanken wie vielen seiner Anregungen kann nur weitestgehende Beachtung besonders seitens der Religiös-liberalen und ihrer Jugend gewünscht werden: der licichtum der jüdischen Lehre kommt nur dem /.um Bewußtsein, der Iber demselben nicht die Ausdrucksformen vernachlässigt, der „praktisches Judentum" besitzt. Die Fräße, wie dieses zu gestalten ist, beichlftigt seit jeher alle ernsthaft Suchenden. Als Gedanken eines Buchenden werden die Ausführungen Ne'msns vielfach Beigen, wie eine Krücke von dem Leben unserer Taue zu den alten Ueberlieferungen gechlagen werden kann. Die ehrlich-fromme Begeisterung Ne'mana wird manches jüdische Hers packen. gc, Sigmund Fraenkel, Aufsätze und Reden. Bin Spiegelbild deutsch-jüdischer Geschichte aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Herausgegeben von Dr. A doli K ra e Okel (Professor an der Universität Jerusalem). München DKM». (Verlag B. Heller.) Preis geb. M. 12.—, broschiert M. 10.50. Sigmund Fraenkel ist eine Persönlichkeit, die als Typus ihrer Zeil bleibendes Interesse beanspruchen darf. Tief im deutschen Kultur- und Wirtschaftsleben verwurzelt, wußte er sieh doch anderseits aus GefOhlstiefen wie in bewußtem Wollen gans und gar mit dem Judentum, und swsr n seiner traditionellen Ausprägung, verknüpft. Nach dieser zwiefachen Itichtung hat sieh Fraenkel betitigt. Seine wirtschaftspolitische Arbeil :111 gana besonders den Kragen des Verkehrs. Als Mitglied der Handels- und Gewerbekammer Oberbajrerns (später Handelskammer München), iteren zweiter Vizepräsident er seil MOS war, wirkte er vor allem als 'ahrplan- und Bteuerreferent; war Mitglied der Ausschüsse für Steuer ind Verkehr des deutschen Industrie- und 11amleistages. des Bayerischen sndeseisenbahurates, des Reichseisenbahnrates; auch im Kriege fand ine Sachkenntnis auf verschiedenen Gebieten Gelegenheil su wertvoller ubeit. Sein jüdisches Interesse galt vor allem dem Verein „Obel Jakob", er die traditionellen Binriehtungeii seiner Heimatstadt München pflegte; och auch der gesamten Kultusgcuicitidc wie der bayerischen und der utschen Judenhelt. Kiese vielseitige Arbeitsleistung hat neben derprsk- Schen Auswirkung ihren geistigen Niederschlag In einer Fülle von nfsttsen und Abhandlungen gefunden, von denen sin Teil in dem vergeuden Gediehtnisbnch gesammelt ist. Das Werk ist nach einer gc äugten Auswahl der wirtsehafts- und verkehrspolitischen Aufsätze raeukels, vor allem seiner indisch-politische n \V lrksa m - it gewidmet. Der zweite Teil des Buches vereinigt seine Abii,Hungen auf diesem Gebiete; sie sind seihst ein Teil der Geschichte s bayerischen Judentums der neueren Zeit. In der Bammung Hnd< n wir die berühmten, sehen in dem Himberger. - hen Grundwert sitierten Aufsätze Fraenkels aus der »Frankfurter Zeitung" i.'ei den ..Müneheiier Neuesten Nachrichten" zur Revision des rerischon Jndenedikts von iHi:t, die von ihm verfaßten Petitionen an u Bayerische Kultusministerium) Mine Aufsätze aus dem ..Israelit" 1 per die Regelung der bayerisch orthodoxen Angelegenheiten im Jahre 'is. vor allem den denkwürdigen „Offenen Brief" an Dr. [saac Breuer v im Jahre iiti ■ und viele amlere bedeutsamen Urkunden zur Geistes- und rfassungsgeseliielite des deutschen und bayerischen Judentums vor dem -'! Heg. Dieses (iedächtuishuch kann jedem aufs wärmste empfohlen werden. >' siel mit der Situation und der geistigen Haltung der deutschen Juden I Schiftigt; es hat in seinen Stärken und in seinen Schwächen, in Liebenswürdigem und vielem heute vielleicht komisch Anmutenden dokumentarische Bedeutung und ist tatsächlich das. was sein Titel besagt, ein Spiegelbild doutsch-jOdlscher Geschichte aus dem Beginn des 20, Jahr hunderte ReligionsKesellsi'hafteii und Wellaiischaiuiiigsvereiniciingcii im Yolkssi'hulrerht. Von Dr. iur. et rer. pol. M a x S t i e f e 11 i e h e r. München 19:51 (Verla« Ii. Heller) Preis M. (>.-. Die schwierigen Fragen des Volkssehulreohts nach der Iteichsver Fassung haben schon nach verschiedenen Richtungen Ihre Darstellung gefunden; doch sind dabei eine ganze Reihe von Problemen, namentlich soweit die lteligionsgesellscha fteii, und unter diesen die jüdische, und Weltansehauungsvcrcinigiingen betroffen sind, unerörlert geblieben. Die vorliegende Arbeit unternimmt es nun erstmals, das auf diesem Gebiete gellende Recht erschöpfend darzustellen. Im ersten llaiiptlcil werden, nach einer guten historischen Einleitung, der Grundsats der ausführlichen staatlichen Schulverwaltung nach dem Prinzip dos Art. III der Reichsverfassung mit der geschlossenen Zahl von sieben Ausnahmen, dann die Rechte der Religionsgesellschaften in der Verwaltung des Volksschulwesens nach dem bayerischen Konkordat vom IS. III. IHM behandelt. Der zweite Ilauplt. il. der der Arbeit ihre Sonderbedeutung gibt, hat zum Gegenstand das Recht der jüdischen Volksschule und iles jüdischen Religionsunterrichts In der Volksschule nach Reichsrechl und den Hauptlandesrechten. Schließlich wird die rechtliche Stellung der Weltanschsuungsvereinigungen Im Volksschulrecht dargestellt. Für alle jüdischen Gemeinden, Vorstandsmitglieder. Keiner und Verwaltungsbesmten, die überhaupt mit Schul- und Unterrichtafragen befallt sind, dürfte das Buch unentbehrlich sein. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Das Aprillieft der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums wird eröffnet durch einen Aufsalz <i. S a 1 z b e r g e r s über die moderne Predigt. Ausgehend von der Arbeil eines bekannten christlichen Theologen sucht Salzberger dein Zeitwandel gerecht zu werden, der über den Rationalismus des IS. Jahrhunderts zur Gegenwart geführt hat; er erörtert vor allen Dingen die Forderung der Schlichtheit und Sachlichkeit, die der neuzeitliche Hörer, ob .lud.....ler t'hrist. an die Predigt stellt. Kr weiß aber zugleich den besonderen Bedingungen der Synagogenpredigt gerecht zu werden, die, im Sinne der Ueberlieferung des Judentums, einen weil stärker belehrenden Charakter tragen muß als die Kirchenpredigt. Erfreulicherweise setzt ferner dies Heft die Darstellung des jüdischen Schulwesens fort, welche durch den Aufsatz des Herrn Professor Fürst im vorigen Heft begonnen wurde. Während, wie jener Aufsalz zeigt, die Zahl der höheren Schulen eher im Zunehmen begriffen ist. zeigt die Statistik des Volks- Schulwesens, die der bekannte Fachmann Direktor Dr. Kot holz mit erläuternden Heim rkungen vorlegt, einen starken Rückgang sowohl der Schulen wie auch der im Volksschulwesen beschäftigten Lehrkräfte. Wie wir erfahren, werden die nächsten Hefte Aufsätze über das Schul wesen in der ehemaligen öslerreichisch-nngarisiheii Monarchie bringet denen man mit großer Spannung entgegensehen darf. Von denjenigen Arbeiten, die iu erster Linie für den Fachmann bestimmt sind, darf der Aufsatz von Bchirmann ..Kino hebriisch-italienische Komödie des Iii.Jahrhunderts" als Beitrag zu der fast völlig vernachlässigten Geschichte des hebräischen Dramas wohl am h weiteres Interesse beanspruchen. Adolf Kober nennt »einen Aufsatz über jüdische Btudenten und Doktoranden der Universität Duisburg im 18. Jahr Abgetragene oder abgeriebene Silber-, Kreuz- und Rotfüchse können durch Spitzen, d.h. Einlassen von Haaren, wieder vervollständigt werden. Durch die naturgetreue, von keiner Nässe und anderen äußeren Einflüssen beeinträchtigte Spitzerei wird der Fuchs wieder so, wie er neu war. — Eine Garantie für sachgemäße Spitzerei bietet die Firma tmgotr. Warenmarkt Michel Segal, Brühl 25 Gegründet 1895 - Tel. 15718