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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-01-16 · 3 (16.1.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
3 (16.1.1931)
Date
1931-01-16
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Iii. .Iiinimr 1931 GEMEINDEN.ATT DKH ISRAELITISCHEN RKUOIONSGKMUINDE ZU LEIPZIG Seite Ii wenn man erwägt, dal.t in Ihr auch Geburten am Ehen vor dem lahr 1020 enthalten Bind. (Siehe des Verfassers Artikel „Die .luden Deutschland" im Allgemeinen Statistischen Archiv, 20. Bd., Ja brau« 1080, s. 270S.) h'ür die Mischeheu ist «Ins Ergebnis einfach ,isll(is. Sie sind fast Unfruchtbar. In der Zeit von 1020 big 1028 titsprossen '-'.Vi Mischehen im gamen 140 Kinder! Ein Kind auf fast «rel Mischehen!! 2. Jüdische (Schürten und Todesfälle. Jahr Jüdisch« Geburten Jüdische ster 1900 164 71 1901 184 75 1902 177 (18 1908 is:s 05 1004 214 100 1905 19S 75 1906 218 Kl 1!H)7 207 92 1008 280 9(1 l!M)t» 216 74 1910 256 94 Ulli 190 108 1912 100 85 1913 212 118 1914 211 121 1918 158 102 1916 180 107 1017 120 105 1018 118 188 1010 165 108 1920 287 124 1921 270 121 1922 274 186 1923* 2(>4 — 1!I24* 242 _ Ii 125* 228 — 1926 205 134 1927 167 128 1928 148 108 Insgesamt 5111 2661 *) Dil' jüdischen Sterbefllle wurden in den Jahren 1928, 1024 und 1025 statistisch nicht erfaßt ..-trachtet mau Publikationen aus der Vorkriegszeit, die sich inil der jüdischen Mortalität befassen, so wird mau ohne Ausnahme Tatsache erwähnt linden, dafi in allen deutschen Ländern die sehe Sterblichkeit vorsUglich sei, d. h. die Juden leben länger als •i' übrigen Staatsbürger. So schreibt Theilhaber: ..Ks 1161 sich kaum i ireiten, dai.i die günstige Sterblichkeit der .luden ein spezifischer 1 iraktersug ist. dalt nicht die gelegentlich von außen her dazu kommenden Eiullüsse diese günstige Lage geschaffen lullten, dalt die i lische Sterbliebkeil jenseits der Frage der Qeburtenquote, des ienlschen Standes des Landes, ihrer wirtschaftlichen Lage steht. > bei selbstredend ein gewisser, aber nicht einschneidender Kin- ■ auch von diesen Paktoren ausgelöst werden kann." Das mensch i ie Leben währet aber nicht ewig. So erklärt es sich, dat.! Mortalieinmal keinen Rückgang mehr aufweiten kann, sondern in steter ' nähme sich bewegen muß. Dieser stand ist in Deutschland erjüdische (Jeburtcn 14 1K II I« Ig 30?t 2! 2.1 24 25 if 71 > 7) jüdische Todesfälle. reicht und dies tritt auch in Leipzig in der ansteigenden Jüdischen Sterblichkeitsrate in Erscheinung. Wäre eine Altersgliederung aus dem .Iniire 1025 für Leipzig, wie etwa für Hamburg, nach Konfessionen veröffentlicht, konnte man die Ueheraltorung des jüdischen Bevölkerungsteiles zahlenmäßig belegen. Dali die jüdische Bilanz noch solch günstiges Gepräge in Leipzig aufweist, wie obige Tabelle zeigt, ist nur noch auf die Einwanderung zurückzuführen. Das Aufhören lies Zustromes auüerdeutscher jüdischer Kleinente würde einen Zustand bedingen, wie er in Berlin, wie er in Preußen bereits vorhanden ist. In Berlin, in ganz Preußen, wo die überwiegende Menge der deutschen .luden beheimate! ist, sterben mehr .luden als geboren werden. Jüdische Verbände und Gemeinden t m K.-C.-Tnz in Frankfurt a. IL Die anläßlich des 27. ordentlichen K.-C.-Tagea am 10. und 11. Ja- ' tr 10:tl in Frankfurt a. M. versammelten Mitglieder des Kartellventa der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens ' ' •) haben mit Empörung davon Kenntnis genommen, daß in Bieh- 1 n Studentenparlamenten Beschlüsse gefaßt wurden, bei den S latsbehttrden auf Kinführung des Numerus clausus für alle jüdischen li-renden hinzuwirken. Alle gesitteten Kreise des deutschen Vol- 1 müssen sich gegen ein derartiges Vordringen der Unkultur und Ungeistes energisch zur Wehr setzen, in dem Bewußtsein, daß ' deutschen Wesen unwürdig ist, in Deutschland geborene, in deut- ■ er Kultur erzogene und im deutschen Wesen wurzelnde Studen- 1 von deutschen Schulen auszuschließen. Die Uebertragung von Balkansitten auf deutsche Hochschulen wäre eine nationale Schmach, der die Staats- und llochschulbehordeii entschieden Widerstand leisten müssen. Vielfach haben bei studentischen Kundgebungen die chargierten akademischer Verbindungen von den jüdischen Korporationen einen auffälligen Abstand gehalten, um ihnen ihre Mißachtung zu zeigen. Hier handelt es sich um eine Aeclilung von jungen Männern, die lediglich ihrer Abstammung und ihres Bekenntnisses wegen mit tiefster Mißachtung behandeil werden. Wir fordern entschiedene Abkehr von diesen Verfallserscheinungen akademischen Auslandes, weil wir uns bewußt sind, daß dem deutschen Studenten jüdischen Glaubens auf deutschen Universitäten das '.deiche lleimatrechl zusteht w ie allen anderen Kommilitonen. Deii Kampf um unser ureigenes Hecht als deutsche Studenten werden wir bis zum letzten Atemzuge führen und hegen die gewisse Erwartung, darin voll allen deutschen Volksgenossen unterstützt ZU werden.

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