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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-01-16 · 3 (16.1.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
3 (16.1.1931)
Date
1931-01-16
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDKHLATT DK« ISRAELITISCHEN RELlOlONSliEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer .'! Rabbiner Dr. Felix Goldmann Donnerstag, den 22. Januar, um 4 Uhr im Holel Hauffe, Ronstrane 2-4 __________________ Thema: uom GhettosKiaven zum freien Bürger Gaste willkommen! ^in Gang durch die jüdische Soziologie des 19. Jahrh.) Verband jüdischer Frauen für Palästina-Arbeit Unsere Gemeinde I ran Paula Olleiidnrff in Leipzig. Die weil Uber Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Vorkämpferin jüdischer Frauenbewegung, Frau Paula OUendorO (Breslau), spricht am Montag, dem Iii. Januar, In Leipsig (siehe Anseigel). Krau t Hiendorf!' ist den Leipilgem auch persönlich keine Fronide, denn die Vortrage, die sie in Leipsig gehalten hat, haben stets stärkste Anregung bedeutet. Ihr diesmaliger Vortrag hat ein äußerst aktuelles rhetna: »Die jüdische Krau und ihre Umwelt". Hier wird von erfahrener und berufener Seite ein Probien behandelt, das unter den gegenwärtigen Zeitverhiillnissen im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses stellt. Frauenvereia ..Ruth". Am 20. Januar findet im grölten Saale des Centraltheaters der traditionelle Tee nach m i 11 a g des Frauenvereins „Ruth" statt. Die katastrophalen Wirtschaftsverhältnisse wirken sich in den Finanzen dieses so wichtigen Frauenvereins hesonders schmerzhaft aus. Die Einnahmen aus dem Teenachmittag sind für den Verein eine Notwendigkeit, um seine segensreiche Wirksamkeit nicht einstellen zu müssen. Da auch für künstlerische Darbietungen und allerlei geistige und leibliche OenflSSO wie in früheren Jahren gesorgt ist. soll auch an dieser Stelle die Hoffnung des Vereins auf zahlreichen Besuch seiner Gönner und Freunde wärmstens unterstützt werden. S\ nagogciiw eine. Die seit '27 Jahren in Leipzig bestehende Kolomea-Synagoge ist nach der Berliner Strafte 1 verlegt worden. Am Sabbat K3 t) . den 24. Januar, im Morgengottesdienst, soll die Synagoge, die schon kurze Zeit in Benutzung ist. feierlich eingeweiht werden. Der Synagogenvorstand bittet alle Interessierten au der Feier teilzunehmen. Lianna de- Zcntralaiis.< In.....« de« Allgemeines: Rahhincrvcrhandcs in Leipsig. Am 5. Januar tagte in Leipzig in den Räumen der Leipzig-Loge der Zentralausschufl des „Allgemeinen Rabbinerverbandes in Deutschland". Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden B a e c k (Berlin) erstattete der Schriftführer Dienemann (Ottenbach) den Gesehnt sbe rieht und gab einen (Jeberblick Uber die im Berichtalahr vom Vorstand erledigten Aufgaben, (i nid mann (Leipzig) hielt ein Referat über das Thema: „Spesialaufgaben des Rabbiners und seine Ausbildung für sie". Nach der Debatte fanden die folgenden Thesen (ioldmanus Annahme: „In der Ausbildung des rabbinischen Nachwuchses sind neben den ffauptgegenstlnden der Ausbildung als Spezialgebiete Pädagogik, Apologetik und soziale Tätigkeit zu betonen. Dies soll dadurch geschehen, daß an den theologischen Lehranstalten Lehrstühle für diese praktischen Aufgaben errichtet werden, deren Inhaber aus der rabbinischen Praxis hervorgehen sollten. — Zur Erlangung der Anstellungsfälligkeit ist es wünschenswert, dafi Jeder Kandidat ein Jahr lang als ililfsrabbiner in einer grölten oder mittleren (iemeinde arbeitet." Rosenthal (Köln) referierte über die ,.K a I e n <1 e r r e f o r m" und die der Sabbatheiligung drohenden Gefahren, die mit der Einführung eines Blankotages verbunden sind. Die folgende Krklärung wurde beschlossen, die an die zuständigen Stellen gesandt wird: ..Der Allgemeine Rabbinerverband in Deutschland erklärt zu der Fragt der Kalenderreform: Wir begreifen das Interesse weitester Kreist an einer Kalenderreform. Wir sehen uns aber genötigt, mit allem Nachdruck Einspruch zu erheben gegen solche Reform Vorschläge, die durch die Einsetzung eines Blankotages Geltung und Heilighaltung lies Sabbats aufs schwerste gefährden. Wir weisen ilarauf hin. dal.t es Vorschläge uibt. die diese Gefahr vermeiden, und zwar durch Einfflhriing einer Schaltwoche. Ks wäre wünschenswert, dieser Schaltwoche den Charakter einer .Weltfriedenswoche' zu geben." An die Landesverbände soll das Ersuchen gerichtet werden, Rabbiner ii Städten mit Universitäten und anderen Hochschulen mit den Pflichte: eines S t u d e n t e n r a b b i n e r s zu betrauen. Ocffcntliclic Versammlung der Zionistischen Vereinigung. Donnerstag, den 18. Dezember 1080, fand eine öffentliche Vei Sammlung der Zionistischen Vereinigung Leipzig statt, in der Her Dr. Soloweitschih sprach. Dieser Abend war hauptsüchlicl der Sehekelpropaganda unter den Leipziger .luden gewidmet. — Lei der war die Versammlung nicht so gut besucht, wie es sich für die sen Zweck gehört hätte. ■ Herr Dr. Soloweitschik ging im 1. Toi seiner Ausführungen auf die Bedeutung des Schekels ein, der al finanzielles Rückgrat für die zionistische Weltorganisation einerseit dient und andererseits alle Zionisten zahlenmäßig zusammenfassen sol Im '2. Teil kam der Redner auf die politische» Situation zu spn eben, in der er ausschließlich vom radikal-zionistischen StandpunK aus die Lage beleuchtete und die Forderung nach dein Grofisionismu erneut erhob. Nur in der Erziehung zu diesem größeren Zionismu sei die Propaganda in geeigneter Weise durchzuführen, um den Nacli wuchs an die große zionistische Idee heranzubringen. In der Diskussion trat Herr Dr. Loebenstein in gedrängter Fori diesen Ausführungen entgegen und legte Insbesondere die Entwick hing der deutschen Zionisten dar. die aus anderen Gebieten hei kommen, sich in entschiedener und für sie verbindlicher Form IUI Zionismus durchringen und ihn für ihr Leben durchzuführen vor suchen. Unsere Jugend III. Bundestag des Zi ire Misrnrhi für Deutschland. Leipzig 25—28. Di /.einher 1930. Der Bundestag fand vom H, bis 28. Dezember llL'tO in Leipsig nnti irroßer Anteilnahme der jüdischen Oeffentliehkeit statt. Ks waren etv äiKi Teilnehmer aus den verschiedensten Städten Deutschlands erschi neu. Dr. .Tesajn I. e i bo w i t z - Köln behandelte das Thema: ..<i set /.e s tre n es Judentun und sobta la Verpflichtung Kr kam zu dem Ergebnis, daß Arbeit im Sinne einer radikalen I'ii t ütaltung der sozialen Verhältnisse der jüdischen Gemeinschaft eine Vo bedlngung zur Prfflllung der Thors ist. Der erste Schritt auf dies. Wege ist die Rekonstruktion einer autonomen Jüdischen Gesellachai ist Mitarbeit am Zionismus. Praktische Kranen erörterten Rtl H e r s - Gehringshof über „gesetsest reue Hachaehara ui ChalUSiut h a r Ii <• i t in Den tsch tan d" und Grete W i n t e Köln Ober „Unsere Verpflichtung snm Gesetz ui ihre BegrQndttng". Hesonders an dieses Referat schloß sieh ei rege Debatte über KrzichuiiRsfragen an. Besonderes Interesse fand d Referat des Bundesvursitsenden U.-A. Krieh M i e h ii e I i s - llambii liier „Politische Probleme des Eelre kfierschi". II kam klar BUffl Auadruck, daB der ZeTrc Ifisrachl mit der Richtung ' F arbatei n und Fi ach mann Im Qeaatntmlsrschl endgfl11 gebrochen hm. jener politischen und wirtschaftlichen Methode, d den Ifisrachl in Bies-Iarael und Im Gsluth dadurch schwer schädig) ja fast vöIür ruinieren konnte, daß sie ihn diktatorisch beherrschte. Ii Plenum betonte in dieser Franc seine Einhelligkeit mit dem deutsch Misrnrhi. - Kinen Höhepunkt der Tagung bildete das auf dein von etwa U Personen lesnehten ötTent liehen IteRrilßimRsabend gehaltene Refei von Dr. Oskar W o I f I b e r K - Berlin Uber „T 0 r a w n Awoda". I wurden mit dialektisch-antithetischer Methode die Ziele des Zeire M i achi als politische und als Krzieliniifrsfjcmeinschnft die soziale Oes BUng im Geists der Tborn bezeichnet, die, in harmonisch zu Tat und D ken eraogenen Menschen wirkend, zu einer nach Grundsätzen des pru tischen Sozialismus konstruierten Gesellschaft führen soll. Als Delegierter des Brith otamith berichtete Oha wer s k u i t o w s k i - Jerusalem über die Ij n e e des II ■ p o (• I II n m i r a e h i in Krez-.lisrnel. Kr betonte, daß der Hipoäl Ilnmisraehi gerai den deutsehen Zeire Ifisrachl als seine besondere Stütze betrachte. UI wies auf die Verpflichtung hin. die nns solchem Vertrauen erwäelr XfeIBberg• Hamburg referierte Uber den Koren tors w

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