Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 52 (26.12.1930)
- Date
- 1930-12-26
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4876568-5968776-5969206--3611-4878005- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Dezember 1930 OEMEINDERLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite ß i wechselt, die viel wichtiger und richtiger ist. In diese Selbstsinnung hinein wird das Modewort „Auferstehung der Dame" fehlender! und wird aufgegriffen, weil eine innere ßcreltschafl iiiir vorhanden ist. Aber das Wort „Dame" hat nicht den allen igegriffenen Sinn, sondern bedeutet eine neue Wandlung der Krau: e Frau der Selbstverantwortung, gleichsam der veredelte Garoonne- ,|>. Das Recht „auf sich" wird beibehalten, aber da „man wieder in träft" wird es vorsichtiger, unter Voraussicht und Bejahung ssen, was wirkliche Liebe an Lust und Leid mit sich bringt, gemdhabt. Der Mann ist weder mehr Werkzeug noch Verhängnis, indem Partner — im Beruf wie in der Liebe. Da diese Garconne ine Ausnahme- oder Aufruhrerscheinung mehr ist, stellt sich auch ieder der Anschluß an die ältere Generation der Frauenkämpterin- •n her, das Interesse für allgemeine, größere Frauenfragen, die icnnender sind als das eigene kleine Schicksal: Das Hecht auf Mutrschaft, der $ 218, Berufs- und soziale Probleme usw. Nicht zuletzt: is größte überporsünliche Problem: Anwachsen der pazilislischen dee durch die Hilfe der Frau. Auch in der Flapper-Sphäre scheint die Überspitzung zu Ende ii sein. Eine Art Gesundung, Ablehnung des Abenteuerin, dagegen ejahung des wirklichen Gefühls läßt sich sowohl bei den jungen lädels wie den jungen Männern konstatieren. Die Ehe an sich wird wieder bejaht, aber weil man ihre Schattenden offen und lange genug in den Vordergrund gestellt hat, nur i e Ehe, die eine Aufbaugenieinschaft reifer verantwortungsbewußter ienschen darstellt, die das Wagnis unternehmen dürfen. Kinder in ine Welt zu setzen, die dringend Persönlichkeiten stall kleiner Leute raucht, wenn sie wirklich einen kleinen Schritt weiter kommen soll. Venn die drei Stufen: Garconne, Flapper, Dame ein Schritt auf diesem Wege waren, dann sollen sie und was sonst noch kommen iag. uns herzlich willkommen sein. \ orstanrissitzuiiK im Israelitischen Woliltätigkcitsverein. Am 80. 11. hielten Kuratorium und Gesamtvorstand ihre dies- .ihrigen Sitzungen ab. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr SigiuikI (i ottlieb, leitete die Versammlung und wies nach her/.- icher Begrüßung der Erschienenen auf die Notwendigkeit hin, daß lein Verein, zugunsten der von ihm unterhaltenen Anstalten, die Belebtheit, deren er sich bisher stets erfreute, auch weiterhin bewahrt werde. Den (leschäftsbericht trug der Schatzmeister. Herr Fugen 1 aas, vor. (Wir sind in der angenehmen Lage, den Bericht in einer nserer nächsten Nummern zu veröffentlichen.) Aus ihm ist insbeondere der warmherzige Nachruf für die im Geschäftsjahre dahinesebiedene Inspektorin, Fräulein Selma Mieses, hervorzuheben, iachdem antragsgemäß Entlastung erteilt war. dankte der Vorsitzende Ilen denen, die den Verein durch ihre Unterstützung gefördert laben, ganz besonders dem Schatzmeister. Herrn Maas, für seine in Her Treue geleistete Arbeit. — Der bisherige I. Vorsitzende. Herr Mdms Rosenstock, hat dem Vorstande mitgeteilt, daß Rücksicht auf eine Gesundheit ihn veranlasse, sein Amt als 1. Vorsitzender nieder ulegen. Nach den Vereinssatzungen wird der 1. Vorsitzende vom 'ontande der israelitischen Heligionsgemeinde zu Leipzig ernannt: lieser hat Herrn Sigmund Gottlieb dringend gebeten, das Amt zu kbernehmen, Die Versammlung nimmt mit einmütiger Freude dann Kenntnis, daß Herr Gottlieb dem zugesliinmt und den Vorsitz Ibernommen hat. Als stellvertretende Vorsitzende wird Frau Hedwig Mathias gewählt. Die bisherigen Vorstandsmitglieder, Herr arl Goldschmidt, Herr Eugen Maas. Herr Martin Marcus ad Herr Emil I' I a u t werden wiedergewählt. Herr Albert Held Is Beisitzer im geschäftsführenden Ausschuß neugewählt: alle diese Yahlen erfolgten einstimmig. — Der Vorsitzende ergreift Gelegenen, Herrn Solms Rosen stock für die jahrzehntelang dem Verin und seinen Einrichtungen geleisteten außerordentlichen Dienste en Dank des Vorstands zum Ausdruck zu bringen und schlägt eine BUernde Ehrung des ausgeschiedenen Vorsitzenden vor. Die Ver- .inimlung Stimmt dem freudig zu und beschließt einstimmig. Herrn losenstock zum Ehrenmitglied des wohltltigeit8vereins zu ernennen. Besonderen Dank spricht der orsitsende auch der trotz ihrer .lahre noch immer unentwegt rühgeu Frau Anna Nelke für ihre stets und auch gerade jüngst ieder besonders erfolgreiche Arbeit zugunsten der Anstalten des Vohltätigkeilsvereins aus. An die Kuratoriunissitzuiig schloß sich eine Oesaintvorslandstzung an. Sie begann mit einem Bericht über die Arbeit der letzten •lonate. Ks wird festgestellt, daß die Eingänge an Spenden und Belagen hinter denen im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres rL-N Allen Freunden und Bekannten machen wir auf diesem Wege die ergebene Mitteilung, daß die Barmizwah unseres Sohnes Leo s.G.w. Sonnabend, den 3. Januar 1931, vorm. 9 Uhr in der Ez-Chaim-Synagoge, Otto-Schill-Straße, stattfinden wird. Benjamin Rabenbauer und Frau Empfang 12-14 Uhr Nordstraße 55, II zurückgeblieben sind, daß aber die Ausgaben, insbesondere für Reparaturen, sich erheblich gesteigert haben. Von dem für solche besonderen Aufwendungen zur Verfügung stehenden Betriebsfonds sind etwa M. 1000.— verbraucht worden, so daß dieser auf M. 1400. zusammengeschmolzen ist. Besonders stark ist die Inanspruchnahme der Speiseanstalt. — Bei dem Bericht über den Kinderhort appelliert der Schatzmeister an die Anwesenden, darauf bedacht zu sein, daß dein Kinderhort reichere Spenden zulließen. Diese Einrichtung sei eine selbständige und müsse als solche auch mit selbständigen Spenden bedacht werden. — Das Altersheim wird zur Zeit von 9 Insassen bewohnt, die im Alter von SO, 81!. 79, 70, 09, 67, 64 und 03 Jahren stehen. — Die Kindererholungskolonie Dürrenberg hat im letzten Sommer 4 Kolonien mit je 88—38 Kindern beherbergt. — Die Sabbat-Speisung, die unter der Voraussetzung eingerichtet wurde, daß die dafür entstehenden Kosten durch besondere Spenden gedeckt werden würden, mußte aus den (iesamterträgnissen aufrechterhalten werden, da diese Spenden bei weitein nicht in dein Umfange erfolgten, der erforderlich wäre. Der Vorstand wird bemüht sein, trotzdem die Sabbatspeisung weiter durchzuführen, solange die Mittel des Vereins es gestatten. — Auf Anregung der Frau Hedwig Mathias beschäftigt sich der Vorstand mit der Frage, wie dem Verein weitere Mittel zugeführt werden könnten, damit er den schon jetzt entstandenen und auch weiterhin zu erwartenden Fehlbetrag decken kann. Für solche Zwecke darf allerdings auch die Stiftung des verstorbenen Fräulein Mieses verwendet werden. Darüber hinaus aber wird beschlossen, einer Anregung des Herrn Josef (iarfuukel entsprechend, mit besonderem Schreiben an eine Reihe vermögender Gemeindemitglieder heranzutreten, um von ihnen Spenden für diesen Zweck zu erlangen. Die ersten Zeichnungen sichert Herr Garfunkel für sich und Mitglieder seiner Familie in dankenswerter Weise zu. Der Vorsitzende schließt die Vorstaudssitzuug mit nochmaligem warmherzigen Appell an alle Vorstandsmitglieder, den Verein in hingebender Weise zu fördern. Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Ileligionsgcmcindc zu Leipzig Aufsicht zu l'essach. Kolonial Warengeschäfte, die tu Pessach 1930 nicht unter Aufsicht des Genieinderabbinates gestanden haben, aber zu Pessach 1931 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 9. Januar 1931 beim israelitischen Gemeindeami zu melden. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt werden wird, wird dem Antragsteller schriftlich bekanntgegeben. Die glückliche Geburt eines kräftigen SOHNES zeigen hocherfreut an Hermann und Dora Baron geb. Marienburg Leipzig, den 22. Dez. 1930 z. Z. Privatklinik Marienstr. 29 LEIPZIG Empfang Sonntag, DORA KALFUSS LEON KALFUSS VERLOBTE 28. Dezember 1930, von 2—4 Uhr, HANNOVER YorkstraQe 8, II