Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 52 (26.12.1930)
- Date
- 1930-12-26
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSOEMEINDE 7AI LEIPZIG Nummer W ir benötigen für eine, von unserer PQltorge betreute Familie, möglichst unentgeltlich einen Schrank, einen Tisch u. Stühle. GefL Angebote sind zu richten an die Fürsorgeabtcilune; der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. I_------ Nur diejenigen Firmen werden In das Verzeichnis der ni Pessach unter Aufsieht stehenden Geschäfte, das am 28. Januar 1981 in unserem Qemeindeblatl bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die Iiis zum!». Januar 1931 einen entsprechenden Antrat; gestellt haben und denen unser Rabbinat die Aufsieht erteilt. Leipzig, den 15. Dezember 1930. Per Vorstand der israelitiseheu Rcli^ionsgemeinde zu Leipzig, Aus dem Gemeindeamt Darlehnskasse. Auskünfte über Darlehnsangelegenbeiten sind nur im Büro der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig C 1, Löhrstr. 10, Erdg., in der Zeit von 10—17 Uhr einzuholen. Die Mitglieder der Darlehnskommizsion sind nicht in der Lage, Auskünfte zu erteilen, sie bitten deshalb dringend, sich mit allen Fragen an die oben genannte Stelle zu wenden. Die Darlehnskommission. Personenstandsnschrichten Ci e b u r t e n : 4. Dezember 1!W0 Mendel Krellbaum und Jenny Jetty geb. Kern Magdeburg, einen Sohn „Achini". 12. Dezember 19H0 Leiser Seidenwert! und Sara geb. Hecht. Eutritz scher Str. 7. eine Tochter „Hanni". B a r m i z w;t : Sonnabend, -7. Dezember, Leo Brodtky, Sohn dos Herrn Israel Brodsky und Krau Genia geb. Goldenberg, Kurprinzstrafie -4. in der Kz-Chaim-Synatroge. T r a u u n ji e n : Donnerstag. J">. Dezember. 1 l'hr nachm.. Fräulein l'eppi Salomen. Nordplatz 7. mit Herrn Fritz Komgold, Karl-lihode-Slral.te. im Hotel ..Der Kaiserhof". Donnerstag, 25. Dezember. 5 L'hr nachm.. Fräulein Hertha Schmulewitzsch, Menckestr. 18, mit Herrn Jakob Fischbein, Leipzig, in der Ez-Chaim-Synagoge. Sonntag, 28. Dezember. •"> l'hr nachm., Fräulein Jobanna Lastmann, Langestraße J7. mit Herrn Leo Lerner aus Magdeburg, in Leipzig, in der Talinud-Thora-Synauope, Keilstr. Dienstag, 80, Dezember, 1' , Uhr mittags, Fräulein Ruth Fischleber. Funkenburgstr, 14, mit Herrn Fritz Graberger, Mariensir. 25, in der Gemeindesynagoge, T o d e s f 111 e : l. Dezember 1980 Otto Mahlstein, Schiegelstr. 15. 8. Dezember 1980 Isidor Blumentbai, Springerstr. 8. Dezember 1930 Chaje Wydra, Nordstr. 15. De/ember 1990 Rywka Zylbermann, Montbestr. 16, Eingesandt (Für diesen Teil übernimmt die Schriftleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung.) Kin falsrlisr Herirht des Allgemeinen Jüdischen FasüHeablatte* über die Vorginge in der nie iiiniii iitin in'Ti Gemein dastlinng vom L xn. Tn Nr. ."i0 dM FamiUenMattes vom 12. XIL UM wurden aus der Luft gegriffene Itdiniij>tun»r«-ii über Vorgänge der nielitöfTent licln-n Gemeinde sitsung vom l. XII. aufgestellt, die dasn geführt haben, daß die 5 ff entliehe Gemeindetet zunp vom 1K XII. naehträpiieh iiie NirlitiilTentlichkeit ■ufgehoben hat. damit Gelegenheit gegeben ist. filier diese Dinge volle Klarheit zu verbreiten. Infolge eines Initiativantrags! der liberales Fraktion wurde die Prags des Gehaltes des Gemsindedajsns verhandelt. Dieses Gehalt ist ■; irefa sinsn Gemein debeschlug vom Juli UM mit den OehUtern der picht fest Angestellten bemntsi gssstat stoisToa. Dies war i"i dem Da Jan moglieh, weil im Augenblick des Baachlnssss kein Vertrag mit ihm hestund. Ks war ihm abor einige Monate zuvor ein dreijähriger Vortra mit seinem alten Gehalt angeboten worden, dessen Abschlufl sich ve zögert batto, weil er eine längere Vertragsdauer wünschte. l>i" Gehalt» kllrzung war also nur ans formal rechtlichen Gründen möglich gewoset [iiiwiiehon waren mehreren liberalen Verordneten Bedenken aal Bestiegen, und sie empfanden eine solche, nur formal begründete Hand lungsweisc de:- Gemeinde als gegen Treu und Glaubon verstoßend, dei »venu dor Dajan soinerseil den angebotenen Vertrag angenommen hätti so wäre eine Qehaltakürsung unmöglich gewesen, die Gemeinde war ah< /um mindesten moralisch an den angebotenen Vertrag gebunden. i> liberale Fraktion stellte deshalb, ohne vorher mit den anderen Fral tionen Fühlung genommen zu haben, mit dieser Begründung den Antra die zu Unrecht erfolgte Gehaltskürzung rückgängig zu machen, Ii Unterzeichneten erkannten die Berechtigung des Antrages an and stimm ten ihm zu Bs handelt sich also nicht um eine Gehaltserhöhung, sondern im um eine Wiederherstellung des alten Standes. Das Allgemeine Jüdische Familienblatt hat in seiner Darstellut diesen Beschluß mit der vorher in Öffentlicher Sitzung behandelten Fra di's Wahlrechtes in Zusammenhang gebracht und daran Betrachtung«' geknüpft, die bereits in einem „Hingesandt" in Nr. M des Gemeinde blattes gebührend gekennzeichnet wenden sind. Ks ist scheehterdings unverständlich, wie das Familienblatt ssiner Gedankenkonstruktion gekommen ist. Wir müssen diese als jede: Unterlage entbehrend und der Wahrheit widersprechend auf das enl Bchledenste zurückweisen. Damit sind auch die Bemerkungen hinfällig, die das Familienbla in Nr. äl an unsere Berichtigung geknüpft hat. Die Demokratische und Orthodoxe Fraktion der Gemeindeaitsnni Barauel lindes. Versitzender. Zu den Behauptungen In Nr. 50 des Allgemeinen Jüdischen Familiei blattes über die Vorgänge in der nichtöffentlichen Sitzung vom 1. XI i 1M0, betreffend den Vertrag mit dem Gemeindedajsn war eine stoiium nähme nicht eher möglich, weil die liberale Fraktion sich zur Wahrung ües Sitsungsgeheimnisaea für verpflichte! hält. Die unter Bruch diese« Geheimnisssa veröffentlichten Mitteilungen sind wshrheltswidrig. Nai Aufhebung des Bltsungsgoholmnlssei durch die Gemeindeverordneten wird hiermit folgendes erklärt: Die durch die (ieineinileiina nzen leider erforderliche Hersbsetzut von Angestellten-oder Beamtengehältern war dort nicht möglich, wo vi tragliche Verpflichtungen der Gemeinde vorlagen. Das war s. B. t sämtliehen liahhiuern. außer dem (,emeindodsjan der Fall, Dieser hatl nach seiner Einbürgerung durch Brief vom fi. III. I'.t.'iii gebeten, Iht lebenslänglich anzustellen. Das hatte die Gemeindesttsung abgeleht aber eine Anstellung zu di u bisherigen Bedingungen von II zu :t Jahn in Aussieht gestellt. Ditreh Brie! vom I. V. i;i:;o hatte der Gemeindeda gebeten, ihm wenigstens naeh Beendigung einer 10jährigen Tätigkeil Leipsig eine lebenslängliche Anstellung zuzusichern. Durch diese Bitl war die vnrgeschlsgene Verlängerung des bestehenden Vertrages :t Jahre nich! bedingungslos angenommen wurden, streng joristis« bestsnd deshalb dem Gemeindedsjsn gegenüber ein vertragloser Zustan Durch Mitglieder der Fraktion wurde aber bereits damals betont, da die Ausnutzung dieses, ohne ein Verschulden des Gemeindedsjsn eb getretenen Zustandes zwar streng juristisch gerechtfertigt, aber mit dei Ansehen einer Gemeinde als Vertrsgspsrtnerln unvereinbar sei. Dies< Empfinden führte zu einer nochmaligen Beratung Innerhalb der Überall Fraktion und ohne Fühlungnahme mit Mitgliedern anderer Parteien / Stellung eines entsprechenden Antrages nlchl auf Erhöhung, sondern a Belassung des alten Gehaltes und Abschluß eines dreijährigen Vertrag! mit di m Gemeindedajan. Mit der Wahlrecht!!frage hat diese Abstimmung such nicht dei mindesten Zusammenhang, die liberale Fraktion hält sieh nur verpflichte «Ii,- Würde der Gemeinde jederzeit zu wahren. <>hne Unterschied, wos Interessen dadurch betroffen werden. I lie liberale Fraktion der Gemeindoverordnetcti .....I nil Ziiinislen feiern! Der einfache Jude, der .lüde, der mit (]< ganzen Naivität seines Glaubena am slonistisehen Gedanken häng' -lein auch unter dem Bindrucke der letzten Geschehnisse in und n Krsz-IsraeL ESr hat Doch Dich) vergessen und kann es nicht vergessen, dl Unrecht der englischen imperialistischen Politik gegenüber der gesamt! Judenhcil und gans besonders gegen den mit grOBten Schwierigkeit! kämpfenden „Jischuw" in Palästina! Dieser ehrliche, mit ganser Beel an dem Aufbauwerke hängende .lüde hat mit wahrem Schmerz Bufg' Hchrien und mit zitternder Btlmme flammenden Protest erhoben gegei über diesem verräterischen Tun! Ti it/ gliedern ist der Jude bereit, mehr noch als bisher seine Pfet nige mit unerschütterlichem Glauben an die heilige Bache - das Aufbs wi rk - abzuführen, Kür ihn sind diese Pfennige mehr als nur Bj psthie er weiß, daß er damit dem Aufbauwerk dient und daß er dar seine Pflicht erfüllt. In der ganzen Welt, In der alten wie in der neu< ■ Ii gkt so dor Jude aus dem Volke, überall spüren die Führer des Zion Inns diesen starken Willen ihrer Brüder und in Leipzig?! Woh wurde hier wie überall eine Protestverssmmlung einberufen, auch hl« wurden Reaolutionen gefaBt gegen das verräterische Verhalten jenei