Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 52 (26.12.1930)
- Date
- 1930-12-26
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I, Dezember 19:10 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN HELIQIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 .'! die Gründl' il;ir. aus denen die Klaffe nichl erst dem Finanzausüuß vorgelegl werden konnte. Der Antrag auf Bewilligung von HMMI M., wovon bis IHM) M. zur ete, der liest iu Anschaffungen und Betrieb gelten, wird hierauf »stimmig angenommen. r>. Dom Gesuch «los Vereint Obel Jacob, dafi die Mgung »einer v'pothekenschuld um (-in weiteres Jahr hinausgeschoben wird, wird ohne Aussprache stattgegeben, (i. An Stelle dos Horm Dr. Markow ilz, der das Ami eines itgliedes Im Fürsorgeausschuß nicht annehmen kann, wird Herr . (i r ü I) o l gewählt. 7. Außerhalb der Tagesordnung bringt Herr Hodes einen utsalz in Nr. 50 dos Allgemeinen Jüdischen Familienblattes zur räche und bittet, Uber den in nichtöffentlicher Sitsung behandelten egenetand nunmehr In öffentlicher Sitsung zu sprechen, um vollo ufklärung geben su können. Der betreffende Zeitungsaufsati wird teilweise verlesen, In dem Aufsatz wird dor liberalen und der orthodoxen Fraktion der Vorwurf gemacht, dafi sie wegen des Gehaltes des Dajans ein Schachergeschäft abgeschlossen hätten, Infolgedessen die demokratisch-orthodoxe Fraktion Verrat In der Frage des Wahlrechts gellbt h&tte. Zunächst wird beschlossen, über die Frage iu öffentlicher Sitsung zu spreohen und den betreffenden Teil der nichtöffentlichen Sitsung nachträglich für öffentlich tu erklären. Herr II ödes stellt nunmehr den Sachverhalt dar. der zur Änderung des Gehaltes dos Dajans geführt hat, wie er In der Niederschrift Uber die nichtöffentliche Sitsung dargestellt ist. Der Vorsitzende stellt lest, dafi nunmehr jede Fraktion die Möglichkeil hat, in voller Öffentlichkeit zu dem Gegenstand Stellung iu nehmen. Die Niederschrift wird vorlesen und genehmigt. Schluß 22 Uhr. Katsenstein, Gemeindeschriftführer. Sächsische Gemeinden I lauen i. Vegtl. Wahlen. Am 7. Dezember 1990 landen die Neuwahlen für 7 turnusmäßig b isseheidende Qemeinderatsmltglieder statt. Zufolge lebhaft bei ebener Agitation war die Wahlbeteiligung stärker als in vergangenen Jahren. Die Israelitische Religionsgemeinde ist eine Besirksg tnelnde. Ks haben sich an der Wahl etwa 85% der im Bezirk wohnenden Wahlberechtigten beteiligt. Von den in der Stadt Plauen i Vogtl. wohnhaften Wahlberechtigten machten sogar 87% von ihrem \ ahlrechte Gebrauch. Gewählt wurden die Herren Markus Pohoryles,! Rovinsky, Adolf Heymann (ölsnits I. Vogtl.), Ernst Goldberg, Bchafl „Ort" isl eine durchaus Uberparteiliche, in der Gesellschaft sind alle Jüdisch-religiösen und politischen Richtungen vertreten. Dr. Bramson - einstiges Mitglied der russischen Duma und als solches über den Entwicklungsgang der wirtschaftlichen Verhältnisse im Osten besonders gul unterrichte! — schildert den tieteingreifenden Umschwung in der Wirtschaftslage im Osten und die seit .">•) Jahren seitens der Gesellschaft »Ort" durchgeführten Bemühungen, dem Prozesse unaufhaltsamen Niederganges entgegensunrbeiten. Er stellt die organisatorischen Einrichtungen, die von der Gesellschaft „Ort" getroffen sind, in äußerst eindrucksvollen Bildern dar. wie auch die Methoden, mit denen die Gesellschaft die Kxistenz- Fördenmg für «Iii* .luden im Osten bereitet. — Namens der Israeli- Denkt an unsere Arbeitslosen! Gustav Silberstein, J. Mylewski, Adolf Langgut; die beiden letaleren ii - Stellvertreter. Die Mehrzahl der Gewählten gehören der liberalen Richtung an. Der Gemeinderal setzt sich für 1981 nunmehr nisamnien aus 12 Gemeindeverordneten und '2 Stellvertretern. Von den i Gemeindeverordneten besitzen!) die deutsche Staatsangehörigkeit, von «Ion Stellvertretern einer. Nach der religiösen Einstellung der Oemeinderatamitglieder herrscht die liberale Richtung, wie bisher, vor. Unter der liberalen Leitung der Gemeinde wurde ein besonderer k mservativer Gottesdienst neben einem schon seil Jahren unter Auf- - ht iler Gemeinde bestellenden chassidischen Gottesdienst eingei biet. Unsere Gemeinde K nadgebaig des ..Ort". In einer eindrucksvoll verlaufenen Kundgebung des hiesigen . iT'-Komiteos wurde auf die ungemein wichtige und ernste Arbeit d s „ort", ihre alle Kreise der Judenheit in gleicher Weise aufi hende wirtschaftliche Bedeutung und die Notwendigkeil der Fürd rang der „Ort"-Arbeil hingewiesen. Der Vorsitzende lies Leipi er Komitees, Herr Gemeinderabbiner Dr. Goldmann, hatte d ■ grolle Freude, drei hervorragende Vertreter der „Ort" Arbeit, die Herren Direktor Dr. Klee mann. Geheimrai Professor l . Rosin und Dr. Leo Bramson zu begrüßen, die nach Leipsig f kommen waren, um über „N e Ii e F 0 r m e n j ü d i SC h 8 u W i r t - - haftslebens" zu sprechen. Direktor Dr. Kleemann wies auf d wirtschaftliche Bedeutung der Gesellschaft „Ort" hin. die vor in in der Betonung des Sol 1 da r i täts-Gedank en s erk; mit werden muß; wie in neuerer Zeil der Genossenschaftsgedanke n hr und mehr als wirtschaftliche Methode sich durchsetzt, so müsse h unter eleu .luden iu ihrer gegenwärtig im Osten ganz besonders * wierigen Lage dieser Gedanke der Förderung durch Gegenseitig- ' I gepflegt werden. Professor Dr. Rosln Wendel sich als deuts er .lüde besonders an die deutschen Juden, um ihnen die g e - hiehtliehe Verbundenheil mit den Ost-Juden vor \ gen IU führen, die ihnen zur Pflicht mache, auch in eigener » Isebaftlicher Schwierigkeit für die Behebung der Bxistenssorgen in -a>rcr Brüder im Osten bemüht zu sein. Die Arbeit der Geselllischen Keligimisgeiiieinde zu Leipzig begrüßt Herr Gemeindevorsteher Goldschmidt die Bestrebungen des „Ort", mit dem Wunsche, daß diese auch in Leipzig Fortschritte machen we rden. — Namens der Ortsgruppe des C.-V. gibt Herr Morilz Gry die Versicherung ab, «laß auch von dieser Seite die „Ort"-Arbeit laikräftige Förderung erfahren wird. — Im gleichen Sinne äußert sich auch Ib-rr Dr. Pietrkowskl namens der Zionistischen Vereinigung Leipzig. Der Vorsitzende. Itabbiner Dr. Goldmaiiu. betont nach den Schlußworten der Redner nochmals mil herzlicher Eindringlichkeil die Wichtigkeil der „Ort"-Bestrebungen und bittet die aus allen Kreisen der Leipziger jüdischen Bevölkerung Erschienenen, in Einmütigkeit die Gesellschaft „Ort" in ihren wichtigen Unternehmungen zu unterstützen. Die außerordentlich wirkungsvolle Kundgebung dürfte der Gesellschaft ..ort" in Leipzig einen starken Antrieb verschafft haben. Verein jüdischer Händler lad Reiseader. Mit Stolz kann der junge Verein den glänzenden Besuch und Erfolg seiner Cbanukka-Feier als eine machtvolle Sympathiekundgebung der Jüdischen Oeffentlichkeit unserer Stadl buchen. Die Autopferung und das Zielbewußtsein seiner Führer hat gute Früchte getragen und wird sie anspornen, ihr segensreiches Werk weiter auszubauen. Mit hochwertigen künstlerischen Darbietungen verschönten erlesene Kräfte das Programm; allen voran Oberkantor W i I k o m i r s k i . dessen prachtvoller Tenor schöner klang als je. weiter Frl. Wllamowaka, die sich auch durch die unzulängliche Klavierbegleitung nicht aus dem Konzept Illingen ließ, die beliebte Diseusi' trau Dulitzkaja und die 10jährige Pianistin Mirjam Do nun n n. Als wir das Fest verlieben, konnte man aus der Stimmung der tanzenden oder die zahlreichen Zelte umlagernden Menschheil eine gute Prognose für die Kasse des Vereins stellen, und wir wünschen, daß sie in Erfüllung gegangen sein möge. —tz. Jgdischer Frauenbund. Der tradionelle gute Slern. der über den Veranstaltungen des Jüdischen Frauenbundes sieht, hatte sich bei dieser Chanukkateier derart mächtig ins Zeug gelegt, dal! der Saal die Fülle der Gäste