Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 52 (26.12.1930)
- Date
- 1930-12-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 tiEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN HELKilONSÜEMElNDE ZU LEI PZ 1(1 Nummer Herr Markendorl i>t gegen .jede Ausnahme. Herr l)r, Ml c baells weist darauf hin, daß in Berlin der Friedhof am Sabbal eine Stunde geöffnet Ist. Dei Vorsitzende hält ea für notwendig, den aulslchtsführenden Rabbiner in betragen. Herr üottlieb hält die von J. I>. Löwenstein vorgebrachten Gründe für so durchschlagend, dafi man dem Antrag stattgeben sollte. Eine Ausnahme sei unter Umständen auch lür Hiesige gerechtfertigt. Hin Rosenfelder betont nochmals, dafi ein religionsgesetzliches Verbot vorliegt, dabeachtet werden müsse. Herr Hodes macht daraul aufmerksam, dafi in der Praxis gar keine Entscheidung herbeigeführt weiden kann, ob eine Ausnahme gerechtfertigt ist. Es würde also wahrscheinlich sehr bahl ein Zustand einreißen, der aus der Ausnahme eine Regel macht. Herr Lustig weist auf eine auswärtige orthodoxe Gemeinde hin. die Ausnahmen sullfit. Herr Kesten bäum meint, dafi die Religionsgemeinde sich unbedingt nach dem Religionsgesell lichten müsse, liberale Auslegungen seien nicht zulässig. Heu Markendorl spricht nochmals gegen Ausnahmen. Man möchte heute die Abstimmung aussetzen, da erst der Rabbiner befragt werden müsse. Herrn Peli genügt e>. dafi Berlin eine andere Regelung ge- Schaffen bat, das möge für unsere Gemeinde genügen, zumal es sich hei uns um um Ausnahmen handeln soll. Krau Rosenthal glaubt, dafi aus technischen Gründen dem Antrag Löwenstein nicht entsprochen werden könne. Herr Qu t in a u n und Krau Alma Schindler bitten, die Frage den Rabbinern zur Entscheidung tu überlassen, Herr Gutmann hütet außerdem, die Maßnahme nur für Auswärtige zuzulassen. Herr J. H. Löwenstein wünscht die Ausnahme nicht auf AUS- Herr Breslauer spricht namens der Versammlung dem in, hofsausschufi den Dank für seine gute und mühevolle Arbelt aus, Ks folgt eine Pause. 8. Herr (loti lieh berichtet über die Beratungen und Stellut nähme des Vorstandes und Finansausschusses Uber den in der vorigi Sitzung gestellten Antrag der Volkspartei über den Aushau der Da lehnskasse. Der Vorsittende ergänzt diese Ausführungen. Zur Zeil arbeil die Darlehnskasse mit 55000 M. Gemeindegeld. Vorstand und FinantaUSSChufi stellen folgende Anträge: a) Ein durch die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen .luden i Herlin für Zwecke der Darlehnskasse zu besondere günstigen Bedi gungen vermittelter Kredit von 15000 M, soll in Anspruch genomnu werden; h) der Darlehushelrag kann im einzelnen Kall bis zu 1500 M. i höhl werden; C) die AbfertigUUgSStunden sollen nach Möglichkeit so gelegt « den, daß die Darlehnsuehiuer nicht mit den Kürsorgchcdüi lügen sammentreffen. Diese Anträge werden ohne Aussprache einstimmig angem men, nachdem sie noch von Herrn Gutmann befürwortet wurden 4, Der Vorsitzende teilt mit, daß der Vertrag über die Brmietu des Grundstückes, Elsterstraße ". für ein Jugendheim heute tustai gekommen und vollzogen ist. Der Mietpreis hat sieh auf 7<i(M> M. ■ höht, wozu die Versammlung ihre Zustimmung gibt. Nachbewilligungen machen sieh erforderlich, um den .lug, bünden den Betrieb in den ersten Monaten des neuen Jahres zu i möglichen. Es ist vereinbart, dafi der bisherige Beitrag der Gemein für die Jugendbünde künftig in anderer Weise zur Auszahlung komi Die Gemeinde übernimmt die Zahlung der gesamten Miele für Jugendheim und ermächtigt eine Kommission des JugendaUBSCl ses. als Bevollmächtigte der Gemeinde, den bisherigen Jahresbeil Denkt an unsere Arbeitslosen! wärtige beschränkt zu sehen und führt Kälte an. in denen auch für Hiesige Ausnahmen gerechtfertigt seien. Redner ist damit einverstanden, dafi die Frage sunächsl den Rabbinern vorgelegt wird. Di r Vorsittende schließt sich Krau Rosenthal au und bittet Herrn .1. Ii. Löwenstein, -einen Antrag nach der Berliner Regelung zu ändern. Ihn .1. R. LoWenstein gibt dieser Anregung Folge und beantragt Ri gelung nach Berliner Brauch. Herr Gott lieb ündet die Berliner Regelung keineswegs zweckmäßig und nimmt den ursprünglichen Antrag Löwenstein auf. Bs wird beschlossen, dafi die Gemeinderabbiner über alle drei Anträge befragt werden sollen. Eine im Ausschuß für die Friedhofsordnung ausführlich erörterte Frage wird durch Annahme folgender Kassung erledigt: In bestimmten Feldern de- Friedhofs mit den dazu gehörigen Garten-, Hund- und Erbbegrlbnisstelleu dürfen Andersgläubige und Aschenreste nicht beigesellt werden. Weiterhill wünscht Herr .1. H. Löwenstein. dali man Abbildungen von menschlichen Gestalten oder Köpfen auf Grabsteinen nicht unbedingt verbietet. Gegebenenfalls wünscht Redner das Verbot auf die 'leihdes Friedhofes beschränkt zu -eben, in denen die Beisetzung von Andersgläubigen und Aschenresten untersagt ist. Herr Rosenfelder stellt sich in vollen Gegensatz zu diesem Antrag. Es stehe die Oberlieferung entgegen, die dem Grundsatz der Gleichheit nac h dem Tode entsprungen sei. Herr Markend ort erklärt, daß der aufsichtsffihrende Rabbiner gegen den Antrag i>t und unbedingt gefragt werden müsse. Ihrr Lustig bittet, den Antrag abtulehnen, Frau Alma Schindler ist nicht nur aureligiösen, sondern auch aus künstlerischen Gründen gegen den Antrag. Herr (i ott lieb i.-t der Meinung, daß der religiöse Standpunkt dem Antrag im Wege ist. Derselben Meinung ist der Vorsitzende. Herr .1. I!. Löwenstein zieht -einen Antrag zurück. Nachdem noch einige von Herrn .1. H. Löwenstein vorgebrachte technische Kragen erledigt sind, wird die Kriedliofsordnung unter dem obigen Vorbehalt im ganzen angenommen. der Gemeinde in Form von Miettx Iträgen der Jugendbünde von sen einzuziehen und die eingegangenen Gelder nach einem von Kommission aufzustellenden Schlüssel au die Jugendbünde altrag der Gemeinde zu verleilen. Herr Dr. Zander befürwortet die beantragte Nachbewillif von kiiki M. als einmalige Beihilfe auf das laufende Rechnungsjah Herr Gottlieb wünscht, die Nachbewilligung zunächst als Darlehen anzuseilen. Er glaubt, daß die Jugendbünde wohl in Lage kommen können, den Betrag von sieh bus aufzubringen > zurückzuzahlen, während die Gemeinde selbst in sehr bedräng bilanzieller Lage sei. Herr (i o I d s c h m i d t erläutert die finanziellen Verhälli, der Jugendbünde. Herr Dr. Zander meint, dafi die Jugendbünde nicht im Stai sind. Gelder zu sammeln, um die Rückzahlung vorzunehmen, würde sich also um ein Darlehen handeln, auf dessen RQckzahll nicht gerechnet werden kann. Kr befürwortet also Hingabe als maligen Beitrag. Herr Pelz beanstandet, daß nach den früheren Erklärungen dem Jugendauaachufi angehörenden (iciuciudevcrtrcter jetzt ' Nachforderung kommt, mit der nicht gerechnet werden konnte. I aller Sympathien für die Jugend möchte doch die Krage erst KiiianznusschuM geprüft werden. Herr Ii o s e n f e I d e r glaubt, dal! mit der Rückzahlung ei Darlehens nicht gerechnet werden kann. Er ist für Bewilligung Beitrages, da Iii.-, jetzt für die .lugend nicht so viel geschehen sei. \ in anderen Gemeinden, Krau Alma Schindler ist für Bewilligung, aber mit gleichzeitigen Erklärung, dali danach auf weitere auüerordentlh Heil rüge nicht mehr gerechnet werden darf. Herr Gut mann pflichte! den Ausführungen des Herrn P bei. glaubt aber, daß man diese Bewilligung aussprechen mflSSe. I bei müsse es aber nun unbedingt sein Bewenden haben. Herr Pelz zieht seinen Antrag auf Verweisung an den Ein. i ailSSchllß zurück, bittet aller, durch die Vertreter der Gemeinde .lugendausscliul.i den .lugendbiiiiden mitzuteilen, dalt weitere auß ordentliche Beiträge nicht mehr geleistet werden. Der Vorsitzen