Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 41 (10.10.1930)
- Date
- 1930-10-10
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Oktober IMO (IKMKINDKHLATT DER ISRAELITISCHEN KKLKilONSdKMKINDK ZU LKIPZKi .Sehe S H re nach und werden nachklingen als daa Bekenntnis einer neuen,! Ibewußten, tatkräftigen, Jüdischen Generation, Der Hauptredner des Taget, Herr Rabbiner Dr. Qoldmann i Leipzig, «int; von dem Gedanken ans, daß die Friedensidee ja , hl wolle, dafi der Einzelne oder Kar ein Volk seine Eigentümlichlen ablegen solle. Nein, kennen lernen, achten lernen soll einer | anderen, ein Volk das andere. Der Friedenswille ist durch I lik nicht zu lösen, ist keine Sache der Diplomaten vom grünen l Ii. Der Friedenswille nrafl von innen heraus kommen, muß vom V iiscbenhenten zu Menschenherzen sprechen. Auch der Nalionalisii 9 ist kein Gegensati zur Friedensidee, denn der kulturelle gei ide Nationalismus ist eine natürliche Entwicklung der Nidker. I len müsse man sich nur vor den Auswüchsen des Nationalismus, \ der Nichtachtung der Meinung des anderen, die er so leicht Im i olge hat, hüten auch vor der Gewalt. Denn durch Gewalt ist noch ii eiwas Bleibendes errichtet worden. Der wahre Friedensgedanke I. niil nach unseren Propheten aus der Seele, er isl daher Erti hungssache und muß von der Muller im Kinde grofl gesogen werdi n. Kr muß den Handwerker, den Kaufmann, den Arbeiter, den B imlen von innen heraus ergreiten. Daher nützen alle Verträge n Iiis, denn der Kriech» kommt aus dem Herzen, aus dem Willen, aus dem Glauben an Goti und Befolgung seiner Gebote. Und das fi l nicht nur Tür die .luden, es ist gleichgeltend für alle Religionen. \\ r müssen den Frieden erst in unseren Häusern, in unseren engeren Kreisen verwirklichen, dann erst kann er seinen Weg finden tu den Regierungen. Der Krie<_' kann nur von Menschen kommen, di ■ sich nicht achten. Daher lasse sich ein Jeder das Gotteswori zur M ihnung sein, daß ein jeder an seiner Stelle ein Apostel des Friedens sei. Daher erziehe sich jeder zur Güte gegen «len Mitmenschen, iur Achtung vor den Anschauungen des anderen und wirke so mit, durch Ersiehung die Idee des Friedens zu verwirklichen. Unsere Gemeinde \ iirlrag Theodor Leasing. Am 11. Oktober ds. .1., abends 8 Uhr, linde! im Feuriohsaal, Schulstr., auf Veranlassung des Verbandes Jüdischer Frauen für Palästinaarbeit, Ortsgruppe Leipsig, ein Vortrag von Prof. Dr. phil. i1 med. Theodor Leasing, Hannover, statt, der über sein demnächst im Jüdischen Verlag, Herlin. erscheinendes Buch „Seibathaß der Juden", referieren wird. Die Persönlichkeit Theodor Lesslngs ist eine der interessantesten und umstrittensten im geistigen I .'heu Deutschlands. 1872 als Kind einer jüdischen .\rzlefaniilie geboren, trat Leasing in früher .lugend, w ie er selbst schreibt, „aus Bequemlichkeit" zum evangelischen Glauben über, um alsbald aus i merster Oberzeugung wieder zum Judentum zurückzukehren und - hon im Jahre kkio Zionist zu werden. Sein Innerer Beruf drängte ihn von jeher zu freier literarischer Tätigkeit; er veröffentlichte - hon früh Gedichtbände, in denen ein besonders nahes Verhältnis iur Natur zutage trat, ein Verhältnis, das sich im Verlaufe seines i ''bens nur noch vertiefte, und dessen Zeugnis seine zarten Skizzen ill seinen Blumen und Tieren gewidmeten Büchern ist. Kr studierte I ist Medizin, übte aber den Ar/.tberuf nicht aus, und ging später zur Philosophie über als deren Lehrer er in den Verband der Technischen Hochschule Hannover aufgenommen wurde. Seil kurzem iii Auswirkung Jener allgemein bekannten leidenschaftlichen Auseinandersetzung über seine politische Stellungnahme zur letzten Reichspräsidentenwahl, die ilie führenden Köpfe Deutschlands zur Verteidigung der Geistesfreibeil und eines ungewöhnlichen Bekennermuts an seine Seite rief lebt er, seiner wissenschaftlichen Arbeit ganz hingegeben, iii der Nähe seiner Vaterstadt Hannover. Seine bedeutendsten wissenschaftlichen Werke Bind: „Geschichte als Sinngebung des sinnlosen", eine umfassende Geschichts- und Kulturphilosophie und das soeben in Neubearbeitung erschienene philosophische Hauptwerk: „Europa und Asien, Untergang der Knie am Geist", das in ganz eigenartiger und eigenwilliger Form auf die brennenden, durch den Namen Klages, angedeuteten Probleme der deutschen Philosophie, die des Verhältnisses von (ieist, Seele und Welt zueinander, in bedeutsamer Weise eine systematische Antwort zu geben sucht. Der Jüdische Frauenbund. Ortsgruppe Leipzig versende! folgendes Winterprogramm; A 11 g e in e i n e V e r a u s t a 11 u n g e n (Diskussionsnachmittage — Abendvortrage - Gesellige Zusammenkünfte). Oktober. Dienstag, den L'.N. |(l„ nachmittags •"> Uhr, llolel Hauffe (im Rahmen der Tagung des mitteldeutschen Landesverbandes), Referat: Krau Alma Schindler ..Die Lebensgestaltung der jüdischen Krau" (Berich! über die Sommerschule und Gesamtvorstanda- Sitzung in Bad Dürkheim). November. Im llolel Hauffe. Referat: Herr Prof. Dr. S. Kusenbaum (Prof. a. d. Univers, Leipzig) „Unser nervöses Kind". Keiner Ende November (anläßt, der Handarbeitsausstellung des Schwesternbundes der Leipzig Loge) in den Logenräumen : T e e ii a c Ii iii i I I a g, gemeinsam veranstaltet mit dem Schwesternbund, anschließend Referat: Fräulein Dr. Gertrud Oesterreicher. Leipzig „Kür und wider die Eheberatungsstelle", I) e z e m b e r. (hamikkahveranslallung. Januar. Referat: Krau Margarete Susmann, „Die Berufsproblematik der jüdischen Krau". End« Veranstaltung. Referat mit Lichtbildern un Krust Cohn-Wiener, Herlin „Jüdische Seele Februar, Referat: Krau Lotte Spitz, Leipzig „Erkentnis neueren Psychologie in ihrer praktischen Anwendung". Februar: Krau Paula Orlendorff, Breslau. Thema unbestimmt anstaltung gemeinsam mit dem Schweslei rbund). März. Geselliger Nachmittag im Panorama-Künstlerspiele: „Opernaufführung". Ende März: Generalversammlung. Außerdem Sonder Veranstaltungen für die an sozial e n K r a g e n b e s o n d e r s i n t e r e s s i e r t e n K reis e. Krau Vera Kusenbaum: „Neue Weg«' der Wohlfahrt »arbeit" (Bericht über den Individualpsychologischen Kongreß in Berlin). Marie Wach. Leipzig: „Was leistet uns die inlerkonfessioni hofshllfe". VotragS Zyklus für Kl lern und Jugend: und Leiden des Berufslebens". Vertreterinnen der verschi Berufsgruppen werden zur Orientierung der Jugend aus ihrer Frankfurt a. M. Januar: Abend- Musikbegleitung : Dr. jüdische Kunst". W der Ende (Ver¬ Fräulein le Bahn» .Freuden leiten Srtah- Eine wirkfiche Teiertagsfreude ~ Beßagfichkeit im eignen Heim: Darum kaufen Sic Gardinen, Stores, Übergardinen Teppiche, Läufer, Befagstoffe Dechen affer Art BfOtßttH Sic meint' Schaufenster Teppid^GiiScßrödter N™ 'Heumarkt 33