Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 41 (10.10.1930)
- Date
- 1930-10-10
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile (i (IKMKINPKULATT OKI! ISRAELITISCHEN RELIfl IONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer rung Uber Vorbildung, Anforderungen, Aussiebten der verschiedenen Berutssvt elge sprechen. Arbeitsgemeinschaften, in der ersten Hälfte des Winters: „Die Frau in der Gemeinde" (Leitung und Einzelheiten werden noch bekanntgegeben). In der (weiten Hälfte des Winters: „Jüdische Geschichte", Leitung Frau Recha Carlebach. „Die spanische Periode, eine Blutezeil jüdischer Vergangenheit", Außerdem vereinigen wir allmonatlich in Geselligen Nachmittagen im licicl Königsho! vorwiegend >lie älteren Damen unseres Kreises (Vorbereitung und Leitung Krau Rosi Lampel und Frau Rosi Krause). Ebenfalls finden allmonatliche 7. n s a in in e n k D n 11 e d e i b er uf stätig e n F raue n in den Räumen der „Gesellschaft der Freunde" gtatt, (Leitung Frau Dora üry). Unsere Jugend Anlrnl an <lie Leipiiger jüdische lugend! Per junge jüdische Mensch sieht heute inmitten schwerster Konflikte. Die außerjüdische Umgebung steht ihm ablehnend gegenüber, die jüdische bietet sich Ihm voll inneren Kampfes dar, die verschiedensten Richtungen des Judentums suchen, ihn in ihre Reihen einzugliedern. Jede Weltanschauung, jedes allgemeine politische l'roblem gibl ihm Infolge seines Judeseins eine besonders schwierige Lösung auf. So entstand aus den Reihen der .lugend der Wunsch nach gemeinsamer Aussprache. Der nationaljüdischen Arbeitsgemeinschaft gelanges mit Hilfe der zionistischen Ortsgruppe, einige hervorragende Redner zu Diskussionsabenden nach Leipzig zu verpflichten. Sie werden insbesondere über das Verhältnis der jüdischen .lugend zur Orthodoxie, zum religiösen Liberalismus, zum Sozialismus, zum deutschen Staat sprechen. Die Unterzeichneten, die verschiedensten Richtungen des Judentums angehören, erwarten, daß die gesamte jüdische Jugend Leipzigs sich an diesen Abenden beteiligt, damit durch das (ielingen dieser Veranstaltung solche Diskussionsabende zu einer dauernden Institution der jüdischen Jugend werden. Herberl Hartfeld. Leo Bartfeld, Hans Baum, Heinrich Berliner, iiedalje Berlinsky, Hermann Bromberg, Emil Deutsch. Hermann Dormann, Wilhelm Dubiner, Adolf Felsenstein, Kalmann Feinluch, Max Fl um, Bruno Frucht, Leo Goldhaber, Michael Groß, Hermann Hoffner, Manfred Hoffner, Martin Hoffner, Jolan Hirschler, Max llojda. Teddy Hudensky. Paula Hudensky, Hernhanl Katz, Jascha Katsmann, Alfred Kort. Siegfried Kort. Viktor Kort, Moor Lalle. Siegmund Lehrfreund, Dr. Fritz Loebenetein, Erich Loew, Arnold Margulis. Heinrich Meth, Awraham Millet. Jakob Mittelmann, StelTi Mittelmann. Norbert Mnuchin. Mihi Monoson. Dr. Arthur Pietrkowski, Gisela Riegelhaupt, Siegfried Rieß. Alexander Rafaelowitseh, Eli Rotschild. Josef Rubin. James Sassower, Hans Singer, Dr. Harry ('. Schnur. Jakob Scheresehwsky. Sam) Steriiheim. Ruth Tisch. Martin Wang. Heinrich Waltuch, Norbert Waltuch, Max Weigter, Jsi Weiser, Max Weisenfreund, Isidor Werczberger, Heinz Wydra. Es sprechen endgültig: Sonntag, den 26. Oktober 1930, abends S', Uhr Herr Rabbiner Dr. Elk, Sletlin über: Religiöser Liberalismus. Sonnabend, den 8. November 1030, abends 8K Uhr Neri Dr. Oskar Wolfsberg, Berlin über: Jüdische Jugend und Orthodoxie. Sonnabend, den 22. November 1080, abends 8J$ Uhr Herr Dr. Siegfried Kanowits, Herlin über: Wir .luden im deutschen Staat. Mittwoch, den 10. Dezember 1930, abends Uhr Herr Dr. Georg Lubinskl, Berlin, Sozialismus und jüdische Jugend. Sonnabend, den 3, Januar 1931, abends Btf Uhr Herr Dr. A. RosenJeM, Berlin über: Warum Makkabi-Sport? Karten weiden nur zum gesamten Vortragszyklus abgegeben. Sie kosten für alle fünf Referate im Vorverkauf .">(i J'fg.. an der Kasse M. I. . Karlen werden im Vorverkauf abgegeben KeilstraBe III und durch die Jugendbünde, die der naUonaljOdisrhen Arbeitsgemeinschaft angeschlossen sind. Betraehtangen ■■ eisern Lager. JungfUhrerlager <l< s Brlth Haoliui in Schwarza. Eine Bewegung wie die unsere bat iiirt. erzieherischen Vorteile, ••ii" i auch Ihre besonderen erzieherischen Schwierigkeiten. Einerseits gibt es ichon eine Gedankenwelt, die von den Kisten erkämpft wurde Ks ist bereits ein Weg da, der erobert wurde, den man nun.....-hgeht. Man echt die ersten Epochen, 'leren Bewältigung einmal groBen Kampf gekostet hat, schnei] hindurch. Anderseits iiher gerade durch unseren Drang zur persönlichen \ wirklich, g verlieren wir schneller als andere unsere Führer. Wer s den Forderongen des Bundes gemäß entscheidet, worauf die zai Erziehungsarbeit eingestellt ist. verläßt die innere Arbeit, er gehl in i Hachscharah und dann nach Palästina. Die tragende Schicht verläßt il Hund. Jährlich tritt eine solche Abwanderung ein, stets rücken ne sehr junge Menschen an die verantwortlichen Stellen. Gerade heule steht der Hund in einem sehr starken Goneratloi Wechsel. Gingen doch im letzten Frühjahr nahezu SU seiner Ohawei in die Hachscharah. Menschen, die seihst noch in dem ersten Kundin in die wesentlichsten Kranen stehen, sehen sich gezwungen, die Fflhril in die Hand zu nehmen. Sehr deutlieh trat dies auf dem .TungfUhrerlager, das der Bund Juni in Schwarza (Thüringen) veranstaltete, hervor. Autgabe des Lag war. den neuen Führern die Griindzügc der Arbeit auf ideologischem Ii pädagogischen Gebiet lebendig zu machen. Und wenn auch diese neue Führorgonoration mit dem Bund seinen Forderungen sostark verknüpft ist. daß ihnen ihre Arbelt . selbstverständliche Forderung ist. ist die Anlehnung an den vom B erkämpften Weg ihnen doch nicht Beruhigung. Ks gilt, das Gewonm ganz zu durchdenken, auch zu erleben. Erst dann wird man sich i allein, auch mit seinen Zweifeln in die Bewegung stellen. Und es gilt nicht nur die Kundiernng. Insofern haben wir es. die wir nicht die mittelbar Ersten sind, schwer. Wir haben nicht mehr die von der Vi terie unbeschwerte reine Idee vor uns. Wir müssen den sehen begaugei Weg. der in der Wirklichkeit sieh den reellen Schwierigkeiten n111■:,- mußte, verteidigen. Wir dürfen nicht weltfremd abstrakten Vorstclhin nachstreben. Dieses sich Nichtiufrledengeben trat auf dein Lager in entscheid' den Aussprachen Uber die Begründung unserer Ideologie sehr dein hervor. Mit großer Strenge wurde an jede Krage herangegangen. .1. Angriff, der von der Umwelt Unternommen wurde, mußte hier >. Klärung linden. Die 8 Tage reichten nicht aus, um auch nur in il wesentlichsten Kragen Klärung zu linden. Die Aussprache Ober die pädagogische Arbelt zeigte, daß der Btai Wille und die Bereitschaft zu führen besteht. Seihst noch anlehnun bedürftig, und nach Können des Zusammenleben!) suchend, sehen - die Jungf(ihrer vor die Aufgabe gestellt, die (Jodanken des Hundes j goren Mensehen nahezubringen. Bicherlich wird es ihnen an der u fassenden Uehersieht mangeln. Aber sie haben den Drang, sieh aller Hingabe den jungen Menschen zu widmen. Sie sind mehr Del i mehr Freund, als Führer. Vieles ist auf dem Lager erreicht worden. In den Arbeltsgemi Schäften Ober Fahrt und Spiel wurde manches für die weitere All gewonnen. Der Hund hat sich vom neutralen Jugendbund zu einer Gerne schuft entwickelt, deren Menschen in fester Anschauung ihren Platz der Welt zu erringen suchen, angelehnt an die Arbeiterschaft Palästil Wir wissen, daß wir einen Kampf zu führen haben, der im Stärksten / sammenhang mit der Bewegung der internationalen Arbeiterschaft st. l Kino Linie verbindet uns mit den groUen Geschehnissen der ganzen W< Unser Leitsatz ist Selbslverwirkliehung. Wir wissen, dal! wir hu nicht nach unseren Vorstellungen unsere Gemeinschaft errichten könni Von den Werten der gegenwärtigen Gesellschaft uns abkehrend, cm linden wir eine jähe Lücke. Wir verspüren die Sehnsucht nach ein. ganzen Leben, die nicht nur wegen objektiver Schwierigkeiten nicht I friedigt wird. Auf unserem Lager kam das ganz stark zum Ausdruck. Ks kau die Kührer einer Gemeinschaft zusammen, die mehr wollten als sachlii Vertiefung. Sie kamen, um auch zu versuchen, das zu leben, was durchdacht haben. Das BewuHtsein, es sei ein Führerlager, war jedem und stets wärtig. Der Freitagabend sprach das aus. was alle wühlend der ganzi Zeit empfanden. Man fühlte. daß man auf einem Hosten steht, der all von dem Menschen verlangt, der ihn als den seinen erkannt Ii Und daß unsere Aufgabe groß und schön ist, wert, sieh dafür einsusetzi Man bedarf aber der Gemeinschaft. Mau weiß, daß man nur dann ' erreichen kann, was uns vorschwebt, wenn man gemeinsam schon jel zu bauen beginnt. Aharon Nellenbogen Aus dem Gemeindeamt Personenstandsnachrichten (i cburteii : 29. Juli 1980 Pinkaa David Brand und Cecilie geb. Platner, Löh slralJe 15, einen Sohn „Victor". 4. September 1980 Ernst Wilhelm Wahrenberg und [Ha geb. Pitte mann, Keilstr. l(i, eine Tochter „Perla". 13. September 1930 Suüinann Mendel Kästner und Reche] Breine Goldfeld, Berliner Sir. 34, einen Sohn. 18. September 1930 Schmerko Weinzweig und Eva geb. Hochnuui Nordstr. 2(5, einen Sohn „lsi".