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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-09-26 · 39 (26.9.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
39 (26.9.1930)
Date
1930-09-26
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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September 1030 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite. 5 Montan den 29, September 1930, abends B'/a Uhr findet im Feurichsaal, Schulstraße 1, iVIvJI 1 LCiy, ein Vortrag von dem Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Herrn Kurt Blumenfeld / Berlin ü statt über: „Die politische Situation im Zionismus Anschließend Aussprache. ZIONISTISCHE VEREINIGUNG LEIPZIG I in Leipziger Komitee lür die jüdische Gewerbeschule in Kalist-h. Der Gedanke einer beruflichen Umschichtung der Juden in produktive Berufe hat auch in Polen seit Beendigung des Krieges eine •Reihe wichtiger Einrichtungen erstehen lassen. Insbesondere die vor Jahren errichtete jüdische Gewerbeschule in Kaiisch erzieht Knaben zu tüchtigen Handwerkern und gibt ihnen gleichseitig eine gute jüdische Ausbildung. Iiisher hat die Schule, die von den besten Inu. nieuren geleitet ist, die erforderlichen Mittel zu ihrer Erhaltung aufzubringen verstanden, wenn auch die äullersle Energie erforderlich war. Die für 80 Schüler, denen auch Kost und Kleidung gewiihrt wird, erforderliche Summen von mehr als '200 000 Zloty, wurde durch die Juden Polens aufgebracht, und aus dem Auslände war nur ein verhlltnisniäfiig geringer Zuschuß nötig. Die Angelegenheiten der Schule werden durch ein Landeskomitee gefördert, bestehend aus den Herren: Oberrabbiner Ch. Li p schütz, Kaiisch (Ehrenvorsitzender), Rabbiner J. Leiner, Warschau, Stadtrat J, M. Heber, Kaiisch, Stadtrat Jacob Kohn, Kaiisch. Die gegenwärtige verzweifelte wirf- 8< baftliehe Lage macht die Forlführung der bisherigen Leistungen unmöglich, Diese lebenswichtige Berufsschule, die unter Wahrung der jüdischen Tradition die Produktiviemng der jüdischen Jugend erstrebt, ist von der Gefahr des Unterganges bedroht. Gerade hei . inem solchen Werke muH der Gedanke der Verbundenheit auch hier I reunde werben, die das Ihrige dazu tun, zur Aufrecblerbaltung des Werkes beizutragen. Aus dieser Erwägung heraus hat sich ein Komitee für Deutschland gebildet, bestehend aus den Herren Dr. Nathan Birnbaum. Ilahbiner Dr. 11. A. Cohn, Rabbiner Dr. J. Frei mann, James I! 1 h e r s t a d I. Rabbiner Dr. M. Hildesheimer, Menko Max Hirsch. Adolf S c h o y e r. Dr. med. Jacob T u g e n d r e i c h. Zur Zeit weilt das Mitglied des Landi'skomitees. Herr Rabbiner; Lein er, Warschau, in Leipzig, um auch hier die Mithilfe an der 1 rhnltung der Schule durchzuführen. Rabbiner Leiner ist eine der Ogeaehensten Persönlichkeiten Polens und verdient weitestgehende Drderung seitens derjenigen Gemeindemitglieder, die in der Laue -ind zu einem gemeinnützigen Werke beizusteuern. Um der Arbeit des Herrn Rabbiner Leiner einen Nachhall zu geben, hat sich ein I okalkontitec gebildet, dem nachstehende Herren angehören: Rabbiner Dr. Goldmann, Rabbiner Dr. E. Carlebach, Rabbiner G. Cohn. Rabbiner Rogosnitski, Rabbiner D. Feldmann, s. lt. GoMrei, Gabriel Nathansen, J. lt. Sachs. Unsere Jugend 10 Jahre J. .1. W. B. Im Bonuner WO wurde in Kreudenl ei'K der JuiiRjüdisehe Wanderband Begründet. Zum lehnJBhrigen Bestehen berichtet Wolfgang Orbach In „Der junge Jude" (X Jahr«. Nr,4) Ober die Entwicklung des Bundci Im Verlaufe dieses Jahrzehnts: In der allen Jugendbewegung rechnete mau es sich ehedem als Ehre an, eine Erscheinung nicht zu achten und zu schätzen, weil sie auf ein ehrwürdiges Alter zurückschauen konnte, weil sie „historisch geworden" war. Die Uniwertung aller Werte, die zumindeslen in einem begrenzten Sinne die Jugendbewegung wollte, wurde auch ausgedehnt auf rücksichtslose Kritik all der Formen und Gesetze, deren Legitimation manche schon in der Dauer ihres Bestandes sahen. Wir haben uns unterdessen weit von manchen Auffassungen der alten Jugendbewegung entfernt, stehen ihr als Erscheinung ablehnend gegenüber. Was wir aber sicherlich auch heute noch bejahen, ist, in der Kritik unbestechlich zu sein, allen Erscheinungen unseres eigenen und des Lebens der Umwelt auf den Grund zu gehen. Und dies tiefer noch, als die alte Jugendbewegung es wollte und konnte, denn zur Kritik der Lebensformen der nicht — „jugendbewegten" Umwelt haben wir uns die Kritik der Gesellschaft biniuerworben. Gerade der Sozialismus hat uns jene Betrachtungsweise gelehrt, die Entwicklungsprozesse als solche weder wertet noch beiseiteläßt, sondern im historischen Ablauf der Dinge den roten Faden der Entwicklung und des Fortschritts zu linden sucht. So müssen wir auch clie Geschichte unserer eigenen Bewegung ansehen. Wenn wir als die Keimzelle unseres Bundes in seiner gegenwärtigen Forin jenen Menschenkreis nehmen, der vor bald 10 Jahren auf dem Bundestag in Freudenberg den „Jüngiüdischen Wanderbund" begründete, noch innerhalb des neutralen Jüdischen Jugendverbandes, wird uns bewußt, welch ungeheuren Weg der JJWB. in diesen 10 Jahren zurücklegte. — Vom betont neutralen jüdischen Wanderbund bis zum zionistisch-sozialistischen .1. .1. W. B. ist die Entwicklungslinie gelaufen. Nichts Sprunghaftes war in dieser Entwicklung. Die Wenigen, die von 1820 bis heute den Weg des Hundes selber mitschritten — in ihrem Empfinden ist die Entwicklung des .1. .1. W. II. nichts anderes als der konsequente Ausdruck einer Eine wirkfiche Teiertagsfreude ~ Behagfichkeit im eignen Heim: * _ Gardinen, Stores, ÜBergardinen Darum kaufen dt'e TeppiaSe, Läufer, Betagstoffe Dedien affer Art im BcaStcn Sic m.'ine / ^^^-|//-r/| Hütts \ /"Li yA\ +/J IS NtUlHürh SSaufcnsur jL> k^fJTJlLiJ^ G. H.^JCiJi L/Cl l VI 31-33

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