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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-09-26 · 39 (26.9.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
39 (26.9.1930)
Date
1930-09-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite t GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOION'SGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 30 Gruppe (allen Referate Uber das jüdische Arbeiterwerk in Palästina, jüdische Arbeit und Zionismus, die Aufnahmefähigkeit Palästinas, das jttdlsche Kolonisationswerk und die Araber, Völkerbund und Palästina-Mandat, «Ii*- Beiiehungen des arbeitenden Palästina zur Mandatarmachl und zu den Arabern, c) Konkretes Tltigkeitsprogramm; in diese Gruppe lallen Referate über die Aufgaben der Ligen für das arbeitende Palästina, die Arbeitsniethoden in den verschiedenen Ländern, die Jugendbewegung Im arbeitenden Palästina. Sächsische Gemeinden Planen: Antisemitischer Ueberfall. Zu der Meldung von einem antisemitischen Ueberfall am 81. v. M. ist nachzutragen, daß die Täler ermittelt werden konnten und gegen sie Strafantrag gestelll worden ist. Sit» hahen den feigen Ueberfall tu gegeben. Planen: (iemeinderatssitzung. Aus der am 1S. September stattgehabten Sitzung des Gemeinderates ist /.u berichten, daß der langjährige Gemeindeverordnete. Herr Paul L e w i n (Falkenstein) sein Amt niedergelegt hat. Der Gemeindevorsitzende, Herr Rechtsanwalt Dr. Goldborg widmete ihm ehrende V/orte für seine stets eifrige Mitarbeit. — Aus den zahlreichen Eingängen i>t bemerkenswert das Urteil des Landgerichtes Plauen, das die Gemeinde zur Räumung des Retraumes verurteilt, in welchem bisher der chassidlsche Gottesdienst stattfand. Um dem chassidischen Teil unserer Gemeinde die Ausübung des Gottesdienstes in seinem Ritus zu ermöglichen, hat die Gemeinde auf 5 Jahre das Riirkgebäudo Schillerstr. 41, gemietet und für die chassidischen Zwecke vorrichten lassen. Der Vorstand der chassidischen Gemeinde. Herr M. Reifen, dankt dem Vorstand für seine tatkräftige Hilfe. — Der Vorsitzende. Herr Dr. Goldberg, gibt ferner davon Kenntnis, daß zum 1. Oktober to:to das Schiebtverbot in Bayern beginnt. Infolge der nächsten Nähe unserer Gemeinde zu Orten, in denen bayrische .luden rituell leben, hat die Gemeinde Weiden i. d. Oherpfall die Ritte anher gerichtet, sie mit Koscherfleisch zu versorgen, lli'-rzu ist selbstverständlich unsere Gemeinde gern bereit und hat auch, um durch größere Mengen im Verbrauch Vorteilhaftes in Qualität und Preis bieten zu können. Fühlung mit den Gemeinden Hof und Rayreuth aufgenommen. Es ist eine selbstverständliche Pflicht, daß wir in jeder Weise unsere bayrischen Glaubensgenossen unterstützen Es wird darauf verwiesen, daß der Jüdische Friedensbund am 28. September in unserer SymiL'oge eine öffentliche K u n d g e l> u n g abhalten wird, zu der Herr Rabb. Dr. Goldmann aus Leipzig als Hauptredner gewonnen wurde. Es folgten nunmehr die Berichte der einzelnen Ausschüsse. Der Wirtschaftsausschuß1, dem die Bewirtschaftung des neuen Synagogengebaudes obliegt, hat verschiedene Sitzungen abgehalten und dabei unter anderem beschlossen, den Genieindesaal an Vereine und Privat.' gegen Miete zu vermieten. Die betreffenden Sätze wurden von der Gemeindevertretung genehmigt. Der Mietertrag soll zur weiteren Ausgestaltung der Innenräume verwendet werden. — Für den Sehulausschufl berichtete Herr Prediger Heimann, über seine Verhandlungen mit hiesigen Schulleitern. Bekanntlich hat das Volksbildungsministerium angeordnet, daß die Zensuren für den jüdischen Religionsunterricht nicht wie die entsprechenden Zensuren bei Protestanten und Kathollken auf das allgemeine Schulzeugnis gesetzt werden. Zum Zwecke der Oleichberechtigung unserer Rellgionssensuren mit denjenigen anderer Konfessionen hat der Verband Isr. Lehrer in Sachsen eine Eingabe an das Vollurbüdungsministerium gemacht. Bis zur Entscheidung über diese Eingabt* hat die Gemeinde ^u\iu{~-~."--~™JLfTTl+ -. iiu Uu^EÜer^ Petersstr.30/Schillerstr.EckeUniversitstsstr.26 und Leipzig-Gohlis, Hallische Straße 87—89 Bitte beachten Sie Crhillorc + r Eck« mein* Neueröffnung *» »SS S S IVIa »Ii Universitätsstr. 26 Sieben Sdiaufenster / Größte* Herrenhut - Qeuht/1 Leipzigs. tZaV^f n eigene Zensurbücher herstellen lassen. Die Besprechungen des Heri i Prediger Ueimaun zielten dahin, die Direktoren zu bitten, dii Zensurbücher zusammen mit den anderen Zensurbüchern am II. Jahresschluß den Schülern auszuhändigen. Dieser Bitte ist allenthalli; entsprochen worden. — Vom S y n a g o g e n a u s s c h u ß wurde um geteilt, daß außer dein liberalen llauplgottesdiensl noch ein konservativer Gottesdienst abgehalten werden soll. Auch dieser findet unter Aufsicht der Gemeinde statt und mit den Beamten der Gemeinde. Unsere Gemeinde Feiertagsruhe! Am Wahltag sind Glaubensgenossen auf offener Straße überfallen worden und mußten polizeilichen Schulz in Anspruch nehmen. Es wi deshalb nochmals mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß an d< hohen Feiertagen alle'Ansammlungen vor den Gotteshäusern unb■• bleiben, damit nicht radaulustige Personen in Versuchung gefüll werden, die Ruhe zu stören. Auf Veranlassung der Gemeindeverwaltung werden die Mitglied des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten vor den Gotteshäusern i Ruhe und Ordnung sorgen. Die Synagogenvorstände haben im Übrigen dem Fronthund das Hausrecht übertragen. Der Israelitische Kindergarten im eigenen Heim. Nach jahrelangen Bemühungen ist es dem Vorstand des Israelitischen Kindergartens gelungen, die für seine Zwecke geeigneten Räume Im Hause Leibnizstr. 30. direkt am Rosenthal gelegen, zu finden. Aber auch diese Möglichkeit ließ sich nur realisieren, indem der Vere Isr. Kindergarten das Haus erwarb. Anfang dieses Jahres wurde — ermutigt durch sachverständige Beratung und durch gütige Mithilfe einiger großzügiger Freunde des Kindergartens — die ei Anzahlung auf das Haus geleistet, vor etwa % Jahr eine zweite. .Ii stehen wir vor der für uns hocherfreulichen Tatsache, unsere Eta in eigenem Hause in den allernächsten Wochen beziehen zu kOnni Weniger erfreulich, aber als Voraussetzung unabweislich, ist d Notwendigkeit, auch in diesen Wochen den Rest der Kauf summe zahlen und die Mittel für notwendige Instandsetzung der Wohnung aufzubringen. Wer unseren Kindergarten kennt, weiß wie notwendig die 1 haltung und zeitgemäße Ausgestaltung und Erweiterung die>. Institution ist, die seit 15 Jahren tagtäglich 50 Kleinkindern \ früh bis abends Unterkunft, fachgemäße Unterweisung, Beköstignn ärztliche Betreuung und alles das gewährt, was diese Kleinen im Elternhaus nicht finden können. Die Mütter sind zumeist tagsiib unterwegs, die Wohnverhältnisse denkbar schlecht, sodaß den Rin dem in hygienischer und pädagogischer Beziehung nahezu aR< fehlen würde. In dem neuen Heim wird der Kindergarten fiO Kin der in schönen, hellen, luftigen Räumen und einem direkt an Rosental liegenden großen Garten Unterkunft bieten können. Es erfüllt den Vorstand mit tiefer Freude, daß er gerade IUI Jahresbeginn seinen Schutzbefohlenen und der jüdischen Qomeindi Leipzigs, eine so dringend erforderliche Verbesserung auf dem G< biet jüdischer Jugendpflege darbringen kann. Wir schließen mit der warmen, herzlichen Ritte an alle Ge ineindemitglieder Leipzigs, durch sofortige Zuwendung von freuiu' liehen Spenden, die in jeder Höhe dankbarst angenommen werden dazu zu verhelfen, daß wir unsere Pfleglinge noch im Monat Ok'nlie. in die für sie bestimmte Behausung bringen können. Spenden hittei wir auf unser Postscheckkonto ffr.66008 einzuzahlen oder an ein der unterzeichneten Frauen des Vorstandes abzuführen. Bettin» Brenner. Helene Felsenstein. Rosa Schiel Studentenhilfe. Anträge auf G S w ä h rungVOnSti p e n d i e n aus der Studen tenhilfe für das Wintersemester 1930 31 müssen bis spätestens zur 15. Oktober 1030 bei dem Vorsitzenden Herrn R a b h i n e r Dr. G o I d mann, KSnig-Johann-8tr. 17 eingereicht sein. Allen Ge suchen sind zweckmäßig Semesterseugnisae Uber die Fort schritte eines Bewerbers, und, soweM seine materielle Lage hei dei Studentenhilfe nicht bekannt ist, auch Nachweise Uber die Verhüll nisse der Eltern beizufügen. Es muß darauf hingewiesen werden, dal die Einnahmen der Studentenhilfe im letzten Jahre so gering gewor den sind, «laß eine bedeutende Einschränkung ihrer Tätigkeit er folgen mußte.

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