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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-09-19 · 38 (19.9.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
38 (19.9.1930)
Date
1930-09-19
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seile t Eine wirkliche Teiertagsfreude ~ tBehaglichkeit im eignen Heim! Darum kaufen Sie Gardinen, Stores, Ußergardinen Teppiche, Läufer, Belagstoffe Deaten affer Art BtOttttH Sit mein,' Scbaufensttr Teppich-Gh<Scßröcfter *§r Heumarkt 3:i Inn den ehrenvollen Auftrag erteilt, dem Kongreß des Weltverbandea für den Sabbalhschutz anlaillich »einer Tagung in der Reichshauptgtadt ihre UrttUe zu Überbringen. Der Verband, der nicht materielle Zwecke verfolgt, sondern im Dienste der Durchführung eines hohen ({lösen Ueseucea steht, vereinigt nicht nur Bekenner der jüdischen Religion uuseres Vaterlandes, Mindern erstreckt sich auch Uber weile Teile der Erde. Hie Überzeugung, daß die Einsetzung eines geheilig*!en Ruhetages eme soziale Notwendigkeit ist, ist längst Allgemein' gut, wie das die Uesetzgebung aller Völker beweist Wie lief diese Uberzeugung hei der Judenheit geht, zeigt die Teilnahme ihrer zahlreichen \ ertreter an der heutigen Tagung. Sie sind aus den verschiedenen Ländern hierher gekommen, um für den Sabbalhschutz einzutreten. ><) bringt der Kongreß die Angehörigen fremder Lander durch gemeinsame Arbeit auf einem ideeilen Uebiet in persönliche Bettung und Ir&gt dazu bei, zwischen den Nationen Berührungspunkte ku Behalten. Der Kongreß dient dadurch dem großen Werk, die Nationen einander näher zu bringen und der Menschheil den Frieden zu erhalten. Die Reichsregierung und die Preußische Staatsregierung haben ihr \ erständnis und ihre Sympathie für ihre ideale Arbeit stets bewiesen, indem sie die Bestimmungen der Verfassung in weitherpi Weise gehandhabl und im besonderen dafür gearbeitet haben, l ,iui die heranwachsende Jugend bei der Beobachtung des Sabbaths in weitem Maße Rücksicht genommen wird, sie begrüßt es lebhaft, daß die Tagung in Berlin stattfindet und wünscht ihnen einen ersprießlichen Verlauf ihrer Beratung. Nach einer großen Reihe von Begrüßungsansprachen beginnen die Referate. Chief-Rabbi Dr. Hertsogaus Dublin (Irland) spricht Uber: ..Der Sabhatli als heiligende Kraft in Israel." Er sti llt den Sabbath als Element der Lebensfreude dar und den Kampf um ihn als den Kampf der heutigen Menschheil um die letzten Reste ihre« geistig-moralischen Seins. Dr. l'a ii i Sulzberger, Vizepräsident des Weltverbandes der Schomre Schabbos hält .-ein Referat über „Sabbath und Wirt- - c Ii a 11". Di r Redner gibt eine Betrachtung der wirtschaftlichen Verhäl!ni8se der drei Uebiete, in denen die .luden wirtschaftlich beteiligt Bind: Osteuropa, Amerika und Westeuropa und Betet auseinander, wie man wirtschaftlich den Schomre Schabbos helfen kann. Schon hei der Erziehung und Berufswahl der jungen Generationen, besonders in den "-Hil le n Agrarländern, mußaul die Umschichtung der jüdischen Menschen in eine kleinbäuerliche Schicht in Form geschlossener judischer bäuerlicher Siedlungen hingewirkt werden, in /.weiter Linie muß die Berufswahl auf das nichttabrikmäßig betriebene Handwerk gelenkt werden. Wertvolle Vorarbeit i-t durch die Berufsvorbereitung der ChahizJm für Eres Israel geleistet, deren Erfahrung und Organisation wir uns zunutze machen können. Dt doch gerade in Palästina der neue Typ des jüdischen Bauers und Arbeiters entstanden. Aus diesem Gründe gehör! auch die Förderung der Palästinaarbeit zu unserem Programm, weil in Eres Israel ih r Umschichtungsproseß Oberhaupt .im Anfang der Arbeil Btehl und jeder, der dort hingeht, auch Sabbath halten kann. t Im Golus Bind nur Teillösungen möglich, auch Erei Israel kann heute nicht die Sabbathnot aller .luden lindern. Aber wir hoffen, dal.» eine gütige Vorsehung die jetzt auf dem Palästinaaufbau liegenden Schallen beseitigen und eine Einwanderung im großen Stil wied zulassen wird, so dal', es möglich sein wird, immer mehr jüdisi'l Arbeitswillige dorthin zu bringen, wo auch der wöchentliche Rubel; sein alles jüdisches Gesicht bewahrt hat. Das Schlußwort hält Oberrabbiner Dr. Josef Carlebach a - Altona. Kr bezeichnet den Sabbath als das große „Schaar batnisrach . durch das die Gesamtjudenheil den Weg zurückfinde! zum Tempel des Judentums, der von den Propheten gemeint ist als der Tempel d i Menschheit. Mit großer Spannung angehört werden Referate zui K a I e n d e r r e f o r in": Rabbiner Dr. Rosenthal (Köln) rückt in den Mittelpunkt sein Darlegungen die religiöse Bedeutung des stabilen Sabbathtages: ...\ i Sabbath rühren, beißt am Göttlichen rühren." Das haben Christi tum und Islam erwiesen, die die Aufgabe der göttlichen Eineinzigk* symbolisier) haben durch die Aufgabe des Sabbath. In der Mitte zwi sehen den Feiertagen von Islam und Christentum hat der Sahha seinen Ort gefunden als Mittelpuukl religiösen Lehens und geistig Kultur. Ihn zu erhalten ist Autgabe der luden. Das Korreferat hält Rabbiner Dr. Lewe nslcin (Zürich), l gleich als Vertreter des „Internationalen jüdischen Komitees hei Kalenderretorm". Der Referent verbreitet sich Uber die Einzelheit! der einschlägigen Kalenderreformfragen. Kr rechtfertigt die Ort dune und das öffentliche Auftreten des jüdischen Kalenderrefor komitees mit der Iiis vor kurzem zu beobachtenden Indolenz ui ■ Passivität weiter jüdischer Kreise. Überall war das Echo imponierend stark, besonders in Englan l und Holland. Nur Deutschland schwieg bisher. 100000 Unterschrift für eine Petition au den Völkerbund sind schon gesammelt. Der Hei ist anzusetzen hei den noch nicht festgelegten Länderbehörden, I der jüdischen Masse und bei der öffentlichen Meinung. Dr. Lew« stein schließt mit einem eindringlichen Appell au das deutsche .lud< tum. seine alte VorkämpferroUe im jüdischen Lehen nicht zu verteil neu. den Parteikampf zu begraben, und der Well und dem jüdisch Volke ein itild jüdischen Lebensmutes und Zukunftswillens zu gel. Während dieses Referates hatte den Kongreß die vom Büro N A. Ubermittelte Nachricht vom A bieben Lucien Wöll s reicht. Spontan erhöhen sich alle Anwesenden, und. mit den Trän kämpfend, gedachte Dr. T. I.ewensleiu des großen Sohnes und I geisterten Vorkämpfers von Klal Jlsrael. Er würdigle Linien Wo Verdienste um den Kampf für Sabbath und gegen Kalenderreform u sein letztes großes Verdienst um die jüdische Lehre, seine hervi ragende Mitwirkung hei der Befreiung der Minsker Rabbonini vi Haft und schwerem Verdacht. Wenn auch Lucien Wolf nicht a Mizwoth zu halten Lebensinhall war. so war er doch dem Judenti ein „Meliz jauscher" (Fürsprecher), und als solcher leöge er vor d< Gottesthron erscheinen. — Die Nachricht vom Ableben Lucien Wo hat in allen Kreisen des Kongresses tiefe Trauer ausgelöst In der Nachtsitzung vom 24. August erstattete Stadtrat Desid Korein (Budapest) sein Referat Uber ..Sonntagsruhe. Ki chen - oder Sozialpolitik". Die moderne, für die Sabbal haltung katastrophale Entwicklung der Sonntagsruhegesetsgebu Kehl im wesentlichen darauf zurück, daß zu den kirchlichen Motiv

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