Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 38 (19.9.1930)
- Date
- 1930-09-19
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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Seite ."") . alpolitische hinzutreten, wodurch eine kirchlich-sozialistische Ein- Isfronl für *I■«- absolute Sonntagsruhe entstanden ist. Die ausd ickliche Berücksichtigung sabbathhaltender Juden in der Sonntagsiegesetzgebung nach dem Beispiele Hollands ist unter den gegebenen Verbältnissen nicht ra erwarten. Bei der Bekämpfung der absoluten Sonntagsruhe muß man sich daher aul die sozialpolitischen Argumente beschränken. Gute Erfahrungen sind mit der VCrli^iuiL; Lohnzahltages vom Wochenende in die Mitte der Woche gemacht \ irden, die Redner für die Budapester städtischen Arbeiter Im Stadl i linier sozialpolitischen Gesichtspunkten durchgesetzt hat. Für die Juden ergib! sich der Vorteil, daß sich der Einkaut der Lohnempfänger nicht auf den Sonnabend konzentriert. So müssen die Schomre Schabboa einerseits die Weekend- und Antialkoholbewegung unterstützen, anderseits die absolute Sonntagsruhe bekämpfen, was n äußerlich betrachtet widerspruchsvoll erscheint. In der Vormittagssitsung vom 25. August erstattete Rabbiner Dr. Ansbacher (Wiesbaden) sein Referat über „Sabbathidee ui d Zeitgeist", in dem er eine Ideologische Grundlegung der Sabbathbewegung und des Sabbathgedankens in dieser Zeit zu geben lichte. Anschließend referierte Rev. Dr. Bernhard Drachmann (New York) Ober „Die Fünf-Tage-Arbeitswoche als i iisnngdesSa b bathproble m s". Der Referent ging von der ese aus. daß geringe Erfolgsaussichten für die Lösung des Sabbath- Mems bestehen, so lange dieses lediglich als interne jüdische Angei enheil betrachtet w ird. Zu einer wirklich umfassenden Lösung des Problems seien die Juden aus eigener Kraft nicht imstande. Die Mitwirkung nichtjüdischer Kreise sei aber erreichbar, denn der wöchentliche Ruhetag sei vom Judentum in das Christentum übergegangen, 'holz Reformjuden, Sabbathlanern und Adventlsten sei es wohl ausgeflossen, daß Juden und Christen sich auf einen gemeinsamen Tag Ruhetag jemals einigen. Trotzdem ist eine Lösung des Problems i iglich, In der Weise, daß die bisherige Sechs-Tage-Arbeitswoche durch eine Fünf-Tage-Arbeltswoche ersetzt wird, wodurch für die ganze Bevölkerung zwei Tage in der Woche arbeitsfrei werden. Erfahrungen in Amerika zeigen, daß die Idee praktisch durchführbar ist ii I Vorteile ökonomischer, sozialer und religiöser Ari für das Individuum und für die Gesamtheit bringt Dr. med. Henry Keller (New York) sprach dann Ober „Die inedisinische Hod eu I u ng <l e r F ü n f -Ta ge-A rbei t s - v hche". Die Vorteile der Fünf-Tage-Woche seien: Steigerung der -isch individuellen und der Arbeitsfähigkeit, Hebung des geistigen Standards Verstärkung des Fainilienkontakts und Verbesserung der llsehnftlichen Beziehungen wodurch auch die Intensivierung der I dischen Gemeinschaft und Ihre Vereinheitlichung erzielt werden Irde. Als Arzt tritt Redner für die 44stündige Arbeitswoche ein, mit '■ Arbeitslauen zu 0 Stunden und einem (Mündigen Arbeitstage am Freitag, In dieser Zeit lassen >ich die wirtschaftlichen Aufgaben durchaus erfüllen. E. E. Ascher (Amsterdam) berichtete über die Bewegung in Holland, die dort bereits seit BS Jahren besteht. Auch die Forderung nach der Fünf-Tage-Woche ist in Holland nicht unbekannt. Oer Verband der Diamantenarbeiter hat, nach anfänglicher Gegnerschaft, auf Betreiben seiner jüdischen Mitglieder, bereits die Fünf- Tage-Arbeitswoche zu seiner Forderung erhoben. Der Kongreß ging nach Stäglger Dauer am Dienstag, den '27. August, am späten Abend zu Ende. Der :t. Kongreßtag war hauptsächlich der Beratung und Annahme der Statuten des Weltverbandes der Schomre Schabhos. der lieraluni; und Annahme der liesolutioneii und der Wahl eines Präsidiums und eines Generalrates gewidmet. Der Statutenentwurf wurde nach mehrstündiger, oft recht lebhafter Debatte nach verachiedentlichen Abänderungen angenommen. Der Kongreß schritt nach Annahme der Statuten und der Entschließungen zur Wald des Präsidiums und des Zentralkomitees, Zum P r ä s i d e ii t e n d e s W el t v e r b a n d e a wurde der bisherige vorläufige Präsident. Herr SeminardozenI Dr. Samuel Grünberg, gewählt. Zu Vizepräsidenten wurden gewählt Dr. Paul Sulzberger und Dr. Emil Hirsch. Es wurde ein vielgliedriges Zentralkomitee gewählt, dem jüdische religiöse Kührer aus allen auf dem Kongreß vertreten gewesenen Ländern angehören. Mit einer Ansprache des Präsidenten Dr. Grünberg schloß der Kongreß. Unsere Gemeinde Feiertagsruhe! Am Wahltag sind Glaubensgenossen auf offener Straße Uberfallen worden und mußten polizeilichen Schulz in Anspruch nehmen. Ks wird deshalb nochmals mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß an den hohen Feiertagen alle Ansammlungen vor den Gotteshäusern unterbleiben, damit nicht radaulu8tige Personen in Versuchung geführt werden, die Ruhe zu stören. Auf Veranlassuni! der Gemeindeverwaltung werden die Mitglieder des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten vor den Gotteshäusern für Ruhe und Ordnung sorgen. Die Synagogenvorstände haben im Übrigen dem Frontbund das Hausrecht übertragen. Dringende Warnung! Mit den Namen der Unterzeichneten wird leider offenbar systematisch Mißbraach getrieben. Fortwährend erbitten Leute, die unwürdig sind, milde Gaben unter dem Vorgeben, einer der Unterzeichneten hätte sie gesandt. Wir erklären, daß wir grundsätzlich niemand mit einer mündlichen KmmVhlung an irgendeine Stelle senden. Ergibt sieh die Notwendigkeit der Befürwortung einer Bitte, so geschieht dies schriftlich. Auch bei telefonischen Anrufen lal die größte Vorsicht *o- JJkte Qlückufünsche zum Tleulahcs^est kleiden Sie am besten in eine sinnige Blumenspende, die Sie. Ihrei Geschmacksrichtung entsprechend, in der bekannten Erlesenheit, vollendeten Ausführung und Preiswürdigkeit in meinen Geschäften erhalten. Insbesondere empfehle ich meine als Festgruß sehr geeigneten und beliebten Arrangements auch zum Postversand, z. B. Echte Rosenthal- oder Japanvase mit duftenden Rosen und Neujahrs-Glückwunschkarte inkl. Porto RM 2.25. Reichhaltige Auswahl von Schnittblumen, blühenden und Blattpflanzen zu Geschenkzwecken, außerdem Tafel- und Zimmerdekorationen von der einfachsten bis zur künstlerischsten Aufmachung zu allen Familienfestlichkeiten./ Meine hervorragende Stadt- und Versandexpedition gewährleistet pünktliche und tadellose Zustellung. Lieferung innerhalb Leipzig frei Haus. / Bis 22 Uhr ist mein Bahnhofsgeschäft auch am 22. und 23. September für Reisende geöffnet. 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