Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 36 (5.9.1930)
- Date
- 1930-09-05
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZO LEIPZIG Nummer 3(1 Bekannlmadiunä T \ul Grund des Art. 94 des Gesetzes über die Allgemeine Wehrpflichl werden hiermit tämtliche männliche Pertonen polnischer Staatlangehörigkeit, die im Amtibereiche des hiesigen Konsulates vohnen und in diesem Jahre das 18. Lebemjahr vollenden bzw. vollendet haben, aufgefordert, sich zwecks Registrierung in der Zeil vom 1. September bis 15. Oktober d. J. im Konsulate der Republik Polen In Leipzig, GellertitraBe - [, periönlich /wischen i) und ig l lir oder Schriftlich zu melden. Entiprechende Legitimationipapiere — Geburtiurkunde, Paß oder Penonalauiweii — sind vorzuweisen. Dir Nichtbefolgung dieser Bekanntmachung zieht persönliche Verantwortung nach sich. Der Generalkonsul: Leipzig, den 15. August 1930. i.V. W.,Wolowski, Konsul. Synagoge Ez Chaim Otto-Schill-Strafle 6 Die Vermietung von Plätzen für das Jahr 1930 31 (5691) findet vom Sonntag, den 14. September ab in der Synagoge werktäglich von 5—7 Uhr nachmittags statt. Leipzig, den 5. September 1930 Der Vorstand. Synagogen-Verein schare Zedek Schillerweg 31 Die Platzkarten für die hohen Feiertage sind bei Herrn Barn ey Taub, Elsbethstraße 12, oder am Sonntag, den 7.,14.u.21.d.M. in der Synagoge, Schillerweg 31, von 11— Uhr vormittags zu entnehmen. Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde davon gefl. Kenntnis zu nehmen. Der Vorstand. Bekanntmachung Für'die hohen Feiertage ruwi rx- -:cs er haben wir einen Saal im Gesellschaftshaus Schloß Lindenfels, Karl-Heine-Straße, gemietet. Für gute Vorbeter und Ordnung ist wie alljährlich gesorgt. Platzkarten sind zu haben bei Herrn J. Boritzer, Leipzig W33, Aurelienstr.14. Vorbestellungen bis 14. Sept. erbeten. Synagoge Ohel Jacob e. V. Leipzig, Pfaffendorfer Straße 4 Den geehrten Mitgliedern und Platzinhabern unserer Synagoge zur gefl. Kenntnisnahme, daß die Erneuerung der Plätze für das Jahr 1930 31 (5691) von Sonntag, den 31. August 1930 bis einschließlich Sonntag, den 14. September, allabendlich von '.',8 bis '.',10 Uhr stattfindet. Bis dahin nicht eingelöste Karten werden bei Verlust des Anrechtes ohne weiteres anderweitig vergeben. Der Vorstand. jetzt aber, im Jahre 1800, seien es zu Jeder Messe 200 und mehr, so daß der Raum im »Blauen Harnisch" nicht mehr zureiche, weshalb sich bereits „ein beträchtlicher Theil davon in die Berliner- und Hamburger Schule habe drängen lassen." Die letztere Beobachtung war in der Hauptsache der Grund, weshalb die Brodyer den Hat um einen größeren Platz zur Abhaltung Ihres Gottesdienstes baten. Da die Neujahrsmesse isoi vorüber war, erteilte die Brodyer Judenschati dem Leipziger Advokaten Klau am 10. Januar 180l Vollmacht, für sie in der fraglichen Angelegenheil mit dem Rate zu verhandeln. Als Vorsteher der Brodyer Judenschafl hatten diese Vollmacht Solig Schlesinger und Abraham Nelcken unterzeichnet. Der Hat nahm seinerseits Stellung zu dieser Angelegenheil Und gestattete, ..daß die Brodyer .luden entweder in l'rivathäusern oder in einer Synagoge ihren Gottesdienst abhielten." Zur Ostermesse 1801 überreichten die Brodyer Kaufleute Schlesinger und Meyer dem Leipziger Magistrai ein versiegeltes Schreiben des Bürgermeisters ihrer Heimatstadt, In dem dieser Fürsprache einlegt für die jüdischen Kaufleute seiner Stadt. Vom Rate gefragt, wo sie die Synagoge zu errichten gedachten, sagen beide, „daß selbige nirgends besser als auf dem Kselsplatz in der Hitter- BtraSe angelegl werden könnte, indem die allda stehende Holtmühle-') zu dieser Absicht Verwendung linden könnte." Kin Teil dieser Mühle könne sehr gut als Schule eingerichtet werden. Kin Drittel des Gebäudes würde für ihre /.wecke genügen, nur müßte das Dach etwas höher gelegt werden. Man wollte dem Rate für Ober lassung gern einen /.ins bezahlen. Der Hat verlangte noch näher über die Größen Verhältnisse der Synagoge unterrichtet zu werden. Selig Schlesinger teilte deshalb dein Rate mit. „daß die zu errichtende Judenschule 'in EUen breit. L'ii EUen tief und 12—14 Kilon hoch seyn müsse, in welchem Raum die Schule und vor selbigem eine, Vorhalle nebst Treppe, darüber aber noch ein Kaum für die Judenweiber, die nach der unteren Schule zu Fenster oder Gitter bekommen, angelegt werden soll." Das Rofimühlengebäude aber war nur ein Geschofi (5 Ellen) hoch. Der städtische Baudirektor schlug deshalb vor. das Dach abzunehmen, die Mauern um 7 —8 Ellen zu erhöhen und dann wieder solche überdachen. Die Baukosten wurden mit KHM) Talern veranschlagt. Am 12. Oktober 1NW erkundigten sich Schlesinger und Meyer, in deren Begleitung sich der Brodyer Schulmeister David Friedland befand, nach dein Umbau, erklärten sich an Katsstolle auch bereit, das Gebinde auf zehn Jahre zu pachten und einen entsprechenden Pachtzins zu zahlen. Wenige Tage später aber, am 17. Oktober, erklärte der Hai dem Brodyer Schulmeister plötzlich, daß er die Hoßniühle zur Aufbewahrung seines Heues benötige, auch keinesfalls gewillt sei, die Baukosten vorzustrecken. Damit war die Angelegenheit auf Jahre hinaus begraben. Die Brodyer Schule blieb nun im „Blauen Harnisch" auf dem Brühl. Schulbedienter bei der poloischen .ludensrbule war Joseph David Pick, gebürtig aus Lissa. In einem Schreiben vom '27. Oktober •) Du. RoBmtthJe gehörte der Stadt (heute RitterstraBa M). Sie hatte während der Belagerung die EJnwohnerschsf 1 mit Mehi zu versorgen. Sie lag um „Kselsphitz" oder ..Ititterplal/.". lKII'J hcRumi ihr teilweiser Abbruch. I*er Best hicU ..die Brodyer BynagOge", weil in ihm hier die Brodyer Gottesdienst abhielten. Brsl nach dem Abbrach (1M0) verlegte msn den Gottesdienst wieder in den ..Blauen Harnisch". Gegründet 1868 Fsrnipr. S. Nr. 71786 Aug. Siebert Rauchwaren Versicherungen jeder Art Transport Vers. Promenadenstraße 10 Vors.