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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-09-05 · 36 (5.9.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
36 (5.9.1930)
Date
1930-09-05
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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5 sptembn 1930 GKMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN kELIGIONSOEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 i i, dem in die Synagogen Eintretenden bei Voraelgung der Karle .. ich Platl anzuweisen. Das Umtauschen der Plätze wahrend des i isdienstes ist unter keiner Bedingung gestattet, und jeder Verh dieser Art lieht die Unannehmliehkeil nach sich, daü der Nichthtende auf seinen ihm ursprünglich lugehörigen Plats zurücklesen werden wird. Etwaige gewünschte Vertauschungen der i te müssen Tages vorher beim Synagogendiener angeseigt werden u bedUrten der Genehmigung des Vorstandes. I. Das Kin- und Austreten während der Predigt ist unter keinem \ winde gestattet, vielmehr ist und bleibt das Gotteshaus während ,1 Predigt von innen verschlossen. i. Da der Vorstand darauf bedacht gewesen ist, den Gottesdienst KU eine teierliche Weise begehen zu lassen und zu diesem Ende w er Mühe noch Kosten gescheut hat, Beamte anzustellen und zu begol tn, die in ihrem Fache heimisch sind und die auch ihr Amt mit Fli 8 und Liehe verrichten werden, damit jeder sich heim Gotlesdi iste erbaue, so ist es jedem zur Aufgabt gemacht,;n ' ine (iehete möglichst leise und nicht vorlaut zu verrichten: hl dem Cbasan keine Melodien vorzusingen; am allerwenigsten aber c) ilie Gesänge desselben durch Mitsingen zu begleiten (ausgenommen hiervon sind: usw. *S*J?DZ? usw.! K21 "SU" S,T und ähnliche Gebetsstellen, welche vorschriftsmäßig Vers um Vers von dem i hasan und der Gemeinde gebetet werden müssen). ii) Uni jede Störung bei dem (iottesdienste zu vermeiden, wird erwartet, dnl.1 ein jeder während des Gottesdienstes und der Predigt sich des Sprechens enthalte und da es jedem Andächtigen erwünscht Bein muH. solch ein etwaiges Zuwiderhandeln bestraft zu sehen, so soll nach Ermessen, eine auf diese Weise verursachte Störung sogar den Verlust der gelösten Stelle nach sich ziehen können. 7. Die Erfahrung hat gelehrt, dafi bei jeder Einrichtung Mängel an* Licht treten, die entweder durch die örtlichkeit oder die Notwendigkeit herbeigeführt werden; deshalb w ird der Vorstand es mit Dank erkennen, wenn man ihn auf dergleichen aufmerksam macht, und ist er |{ern bereit, solchen nach Möglichkeit für die Folge abzuhelfen. Ks ist aber niemandem gestaltet, dergleichen Anträge während des Gottesdienstes, laut anzubringen, oder wohl gar eigenmächtige Anordnungen zu treffen, welches ebenfalls einen öffentlichen Verweis, und nach Befinden den Verlust der gelösten Stelle nach sich zieht. s. Die Parnassim, die einzig und allein den permanenten Vorstand bilden, werden den inneren Kultus, die Agende, so wie was sonst damit verbunden und von dem Oberrabbiner Dr. Krankel zu Dresden und Leipzig genehmigt ist, anordnen und handhaben; daher müfite jeder etwaige Wunsch, Gebete betreffend, die nicht in hebräischer Sprache sind, und dgl. Dinge mehr, im voraus und ein für allemal von dem Vorstände in solchem Kalle ahfällig beschieden werden.!). Kin öffentliches Ausbielen der Mizwoth findet nicht statt, die Preise sind auf der darüber ausgefertigten Tabelle fixiert und können entere Tages vorher schon beim Synagogendiener bestellt und die darüber lautenden Marken gelöst werden; außerdem werden die noch nicht vergebepen an Sabbath- und Pesttagen In der Synagoge bezeichnet sein. Die Beträge dafür werden dann an den Wochentagen eingezogen, und damit bei der zahlreichen Versammlung vielen Genüge geschehe, so wird nicht nur in der Synagoge seihst die Tora vorgelesen, sondern es geschieht dasselbe in dem anstoßenden Nebenzimmer, und zwar zu gleicher Zelt 10, Wenngleich es kaum der Erörterung bedarf, daß jedes SynagOgeninitglied schon von seihst dazu beitragen wird, dal.) zur Ehre Gottes die Würde und der Anstand dieses Gotteshauses aufrecht erhalten und nicht verletzt werde, so glaubt der Vorstand dennoch den Wunsch äußern zu müssen, dal! das Eintreten in die Synagoge und das Verlassen derselben möglichst leise und ohne alles Geräusch geschehe, ferner, daß die Kopfbedeckung aus Hüten bestehe, Mützen aller durchaus nicht erlaubt sind. Nur an den Neujahrs- und Versöhnungstagen ist es gestattet, sich sogenannter Samtköppchen zu bedienen und in solchem Falle die Hüte dein Garderobier beim Eintritt zu übergeben. L e i ]> i i g und Berlin, den 26. September 1H4">. Der Synagogen vorstand .1. Meyer. L. Ii- Oppenheimer, B. Rathenau. L. S. 1 J. It. Oppenheimer. Der Synagogen Verwaltungsausschuß Dr. Kürst. .1. W. Jacobsohn. M. Meyer. Dr. Jellineks Rede gehalten bei der Grundsteinlegung zum neuen israelitischen Tempel in Leipzig, Donnetstag, den 7. Dezember 1854, Morgens 8 L'hr c k. ..Neue Beweise göttlicher Muhl und Gnade bringt uns jeder Morsen; darum iel groB dein Vertrauen, o Knien xnlm!" t) ruft der Prophet tröstend und ermunternd aus (Klagelieder .lerem. 8, 311. <i oft die Morgensonne, meine verehrten Zuhörer, strahlend Ober unserem Haupte sich erhebet und alles in der Natur, und Hieb deren Kelierrscher. den Menschen, zu neuem Leben SUti'kt, da erleuchtet zugleich das majestätische Licht der göttlichen liung. das alle Weltenräume durchdringt, alles beherrscht und ringt, unsern gottähnlichen Geist, und erwärmt unser Herz zum ke, daß vorüber die schauerliche Stille der Nacht, daß wir wieder wacht durth die Gnade dessen, dem wir unsere Seele anver- ' und der Uber Tod und Lehen unumschränkt gebietet. Welch Fülle neuer (inadenheweise aher breitet der heutige Morgen. Morgen des 14. Klul 5fll4 vor uns aus! Wir stehen liier feierlich festlich vor dem ewigen Gölte: Die Vorsteher und die Aufseher Gemeinde, Greise und Jünglinge, Männer und Krauen, Israeliten Nichtisraeliten. Einheimische und Fremde, um den Grundstein inem neuen, zu dem ersten israelitischen Qottcshause in Leipzigs rn zu legen! Was der schöne und liebliche Traum einer laugen, en Nacht gewesen, was die Hesseren und Edleren seit Jahren im de getragen, woran viele bereits ungläubig gezweifelt stdit. es zur Wahrheit, soll heute begründet werden, soll vor unseren en Luid sich erheben! Oh, danken wir der allwaltenden Vqr- ') "iruiCK ran c,-;:;'r CWn Behling aus dem tiefsten Grunde unseres Herzens, daß sie uns alle, die wir hier versammelt sind, diesen neuen, denkwürdigen Morgen des religiösen Lebens hat erblicken lassen, daß wir Zeugen sein können der feierlichen Handlung, die den Bau heiligen und weihen soll: lasset uns eine andächtige Erinnerung den Mitgliedern unserer Gemeinde widmen, die bei ihren Lebzeiten für unser künftiges Gotteshaus sich begeistert hatten, und die. fem von uns, im Scholle der Erde ruhend, nur mit ihrem verklärten (leiste hier gegenwärtig sein können: lasset uns ferner die Fragen in Betrachtung ziehen: I. Wodurch erw ies sich die Gnade Gottes an dies e in M o r g e n? II. Worin bestehe unser Vertrauen ohne Zagen und S o r g e n? 1. Auf den Sieg des Guten sollst du Immer zählen; •J. denn die rechten Männer wird Gott sicher wählen. 8, läl.tt's au reichen Mitteln nie und nimmer fehlen, so lauten die (Inadenheweise des heutigen Morgens! Auf den Sieg des Guten sollst du i in in e r I ä Ii I e n! Was ist es denn, das wir durch den künftigen Hau dieses Hauses zu erreichen streben? Will der Eigennutz etwa eine Stätte hier gründen oder die Kitelkeit ein Denkmal sich errichten? Wollen wir irgend Jemanden stören, überbieten, verdrängen? Leitet uns die Aussicht auf Bereicherung oder auf irdisches Wohlbehagen? Ein Gebäude

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