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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-08-29 · 35 (29.8.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
35 (29.8.1930)
Date
1930-08-29
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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i. August 1930 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 riedhols- und BpstattmiRsweson. Jeder Sterbefall ist unversfiglich den Gemeindeamt, wenn dieses schlössen ist, dem Bettattungiordner Meyer Brande, Gottsched- Irafie 28, Femiprecher Nr. 11250 zu melden; sollte dieser ausiimsweise nicht erreichbar sein, so Übermittelt der Frledhofsinspek- : Sigmund Simon, Neuer israelitischer Friedhof, Delitiacher Landraße, Kernsprecher Nr. 68888, die Meldung. Personenstandsnnchrichten. B a r m i /. w a : In der Gemeindesynagoge. , Sonnabend, II September 1030, Peter Kaufmann, Sohn des Herrn Hugo Kaufmann und Krau Else geb. Heinach, Karl Rothe-Slr.4 (früher Prendelslr.), i Sonnabend, (!. September 1030, Werner .Jonas. Sohn des Herrn Salomen Jonas und Krau Helene geb. Ritzewoller, Heirhelstr. 1a. n Sonnabend (i. September 1030, Walter Bergmann, Sohn des Herrn Max Berumann und der verstorbenen Krau Johanna Bergmann Heb. Stein, Naunhofer Str. 88, In der Synagoge „Obel Jakob" n Sonnabend 0. September 1080, Josef Schapira, Sohn des Herrn Salomon Schapira und Frau Dora geh. Dvm. PfaSendorfer Straße 16. Todesfälle: 20, August 1080 Henriette Hubert, Yorkstrafie 80. 21. August J080 Frau Chave Zakovitsch gel» Maly, Schamhorslstr. 86. Wiedereintrltl ins Judentum : I Ilgen Hosenfelder, (irassistratie 0. Unsere Jugend Sommerlager dos Zeir«' Misrarhi 15130. linser diesjähriges Bundessoinmerlager fand vom 8.—21. Juli in Wendefurth im Harz, statt. Bs nahmen daran die meisten deutsehen i Uppen teil. Unter ihnen: Berlin. Hamburg. Altona. Dresden, Bres- 1 i Chemnitz. Plauen u. a. m. Auch die Leipziger Gruppe war / unlieb stark vertreten. Leider halten wir mit sehr großen Schwierigl iten bei unserer Vorbereitung für das Sommerlager zu kämpfen. otldem wir eine größere Subvention bekamen war es nur mög I h, einen Teil unserer C-i" mit auf das Lager zu nehmen. Da die meisten Gruppen schon einige Tage vor uns eingetroffen » ren fanden wir bei unserer Ankunft am t\iV 2"J' ein reges Leben i Lager vor. Die ganzen Vorbereitungen waren schon getroffen und I Sehnsucht erwartete man den Freitagabend. Das Beten im Freien. '■ - genieinsame Kssen und MTOT singen, erweckte bei uns allen das 1 'fühl, einen wahrhaft jüdischen ftSV zu erleben. Auch der T22'selbst taltete sich für alle unsere S'nan und rnian zum Erlebnis. Mehrere I geleitete Arbeitsgemeinschaften, ein Heferat über Ersiehung i -'-res Brith-Hanoar mit angeregter Aussprache sowie die mye ...«i«». trugen dazu bei. In den darauffolgenden Tagen fanden Fahrten und sehr gute .' beitsgemeinschaften statt. Unsere ^"2" aus der Hachscharab I dges und Fulda, die auch anwesend waren, trugen sehr viel dazu I . daß sich unter uns eine walin' Gemeinschaft bildete. Besonders 1 ■ mit ihnen verbrachten Abende werden allen von uns in dauernder I innerung bleiben. Im Mittelpunkt stand das Heferai unseres Tin Erich Michaelis 1 er ..Ethik in der Politik". Es folgte darauf eine sehr erregle Dlsision, die sich besonders mit unserer Stellungnahme zum „Brithf lalom" befaßte. Der letzte T2T. bei dem auch unser geehrter 12" 'Xander Adler aus Berlin anwesend war. und der noch herzliche Tie an uns richtete, bildete den Abschluß unseres Lagers. Das entliehe Einte war ein grofles Lagerfeuer, bei dem wir noch bis II in die Nach! singend und Horrab tanzend zusammen waren. Als r uns trennten, fühlten wir alle, daß wir in unserer Art als Jugendlid gefestigt und durch das wirklich schöne Gemeinschaftsleben serer Idee „Thors we Awoda" nähergebracht wurden. Die kommende Arbeil in unserer hiesigen Gruppe wird im Zei- 1 en unseres Bundestages stehen, der. s. <i. w., in Leipzig zu Weih 1 übten sein wird. Wir hoffen bestimmt, dal.i es uns mit Hilfe aller 1 is nahestehenden Kreise gelingen wird, denselben auf «las nichtigste 'zubereiten. I larukiina. JOSEF KRISCHER FELLÄ KRISCHER geb. solniza VERMÄHLTE j I AUGUST 1930 Z. ZT. AUF REISEN I iiiiiiiiniiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiH Eingesandt (Für diesen Teil übernimmt die Schriftleitung nur die prefigesetsliche Verantwortung.) Brlebaisse hei der BHchsenleeruBg. In diesen Tagen lindel die 4. Iliirhsenleerung des KKL. statt. Aus allen jüdischen Bünden stellen sich die Jugendlichen mit einer Aktivität dem Jüdischen Nationalfonds zur Vertilgung, die erkennen läßt, dal.!-es ihnen wirklich darum gehl, alle Wege EU nützen, die den Aufbau unseres Landes fördern. fi!s wird sicher interessieren, zu hören, wie sich nun die Büchsen- Inhaber zu dieser Aktivität stellen, denn sie sind es ja, die die Jugendlichen mit noch größerem Elan erfüllen sollen. Es ist erfreulich, daß es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die verstehen, worum es geht. Da ist ■/.. B. irgendwo eine alte Frau. Sie hat sehr knapp zu leben, aber in ihrer Büchse ist Inn jeder Leerung 2—3 Mark. Oder einmal war ich im Allersheim, da ist auch eine Büchse, bloß nicht in der Küche oder in einem Winkel, sondern so. daß sie jeder benfltsen kann. Ich wünschte, alle BQchseninhaber hätten gesehen, wieviel Kupfer und <iröschen ich aus der Büchse holte, wie die Allen noch dazulegten, und dann baten, ihr Ergebnis nicht in die Zeitung zu setzen, denn es wäre zu wenig und sie könnten leider nicht mehr geben. Ähnlich ist es in einem Rinderheim mir ergangen. Dort wetteten die Kinder für die Büchse, freuten sich, wenn sie jemandem etwafür den KKL. abknöpfen konnten, und machten sich selber einen Sporl daraus, möglichst viel von ihrem Wenigen hineinzuleben. Aber nicht immer empfängt man uns Heller freundlich, ofl werden wir schlimmer wie Schnorrer bebandelt. Es sollte doch eigentlich so sein, daß durch das Beispiel der Uteren Generation die Jugendlichen zu immer größeren Elan der jüdischen Idee gegenüber angespornt werden — aber der Ansporn sieht oft recht mager aus — und die Jugend nimmt nur ein bitteres Gefühl mit. denn sie sieht bei den Büchsen Inhabern eine derart große Kälte, die schon mehr wie ein,' passive Resistent ist. Meistens läßt der Buchseninhaber den Sammler gar nicht erst zu Wort kommen, sondern erzählt, daß erst vor S Tagen gesammelt worden sei. Dabei linden die Büchsenleerungen, für manchen besonders guten Freund des KKL. zu seilen, nur alle Vierteljahre statt. Andere Inhalier machen sich die Sache noch einfacher: wir geben andauernd für Palästina, mau soll uns zu Hause in Hube lassen. Ein Blick in die Kartothek zeigt, daß gerade die kleinen Spenden in der Büchse jährlich in Leipzig M. 6000.— bringen, und machen doch sicher die täglich ."> Pfennig auch den großen Gebern nichts aus. Bei vielen ist es klar, «laß der Sammler vor der Türe abgefertigt wird, denn er ist ja auch einer von den Schnorrern. Ferner ist vielfach die Bekonnlmodiuntf T Auf Grund des Art. a |. des Gesetzes über die Allgemeine Wehrpflicht weiden hiermit sämtliche männliche Personen polnischer Staatsangehörigkeit, «He im Amtsbereiche des hiesigen Konsulates wohnen und in diesem Jahn das 18. Lebern jähr vollenden bzw. vollendet haben, aufgefordert, sich iwecki Registrierung in der Zeit \om i. September bis 15. Oktober d. .1. im Konsul.ile der Republik Polen in Leipzig, dellert slralie 7 I. persönlich zwischen g und ij l hr oder schriftlich zt.....slden. Entsprechende Legitimationspapierc — Gc burtsurkunde, Paß Oder Personalausweis — sind vorzuweisen. Die Nichtbefolgung dieser Bekanntmachung ziehl persönliche Verantwortung nach sich. Der Generalkonsul: Leipzig, den 15. August 1950. i. V. \N . W olowski. Konsul.

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