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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-07-25 · 30 (25.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
30 (25.7.1930)
Date
1930-07-25
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite fl GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer :ii .Ich Sichtung und Stilisierung, um das Liehl der Welt erblicken zu können. Allein Professor Ehrlich ist der Ansicht, dafl ein solches Werk nicht nur in der Stube und in der Einsamkeit des Schreibtisches zur vollen Reife gedeihen könne, sondern dafl es des lebendigen Kontaktes mii der Außenwelt bedarf, um wirklich .jenes Flui dum fruchtbarer Wirksamkeit iu erlangen, das sein letztes Ziel ist. So schwebt dem sehr arbeite- und tätigkeitefrohen Professor Ehrlich eine Vortragstournee in Deutschland vor. wo die einzelnen Teile seines Werkes das Substrat für eine Reihe hochinteressanter Vorträge abgeben könnten, und wodurch eine früchtbare Stellungnahme der musikalischen Kritik hervorgerufen würde, die seinem Werk im voraus den so notwendigen Rontakt mit der Öffentlichkeit vermitteln würde. Es wäre -ein zu wünschen, dafl die an dieser stelle gemachten Mitteilungen in unserm Bruderlande Gehör und Anklang fänden, und dafl durch das Arrangement einer solchen Vortragstournee in Deutschland, einem Manne und seinem Werke jede Förderung zuteil würde, ilie sie beide zweifellos im vollsten Malle verdienen. S. Taubes. Jüdische Verbände und Gemeinden Tagung di r Reiehsarbeitsgemeinsehatt der Jüdischen Landesverbände. (Amtlich) Die Reichsarbeitsgemeinschaft der jüdischen Landesverbände trat am Sonntag, dem 18. Juli 1830, nach halbjähriger Pause in Berlin zu einer Beratung zusammen. Den Vorsitz führte der Präsident des Preußischen Landesverbandes, Kammergerichterat Leo W o l f f. Die Versammlung war sehr gut besucht, insbesondere hatten .Mich die süddeutschen Landesverbände Vertreter in größerer Anzahl entsandt Zur Sprache kam eine Reihe von Gegenständen, die ülier den Bezirk eines einzelnen Landes hinaus für die Gesamtheit der deutschen luden von Wichtigkeit sind. Die Bedeutung der Tagung lag, wie von dem Vorsitzenden beton! wurde, weniger in der Formulierung von bestimmten Beschlüssen, als darin, dafl durch die persönliche Berührung der in den einzelnen Verbänden an leitenden und verantwortlichen Stellen stehenden Männer und durch den Austausch der Leücnseitijjen Meinungen und Erfahrungen eine Grundlage für ein einheitliches Vorgehen gewonnen wurde. Die Versammlung beschäftigte sich zunächst mit der schweren Lage, die durch die allgemeine in Deutschland und besonders unter den Juden herrschende wirtschaftliche Not geschaffen worden ist. Ks wurde im Anschlufl an die von der Tagung des Preußischen Landes Verbandes Ende März d. J. gefaßten Beschlüsse in Aussicht genommen, dafl aus allen Teilen Deutschlands dem bereits gebildeten Ausschusse die vorhandenen Unterlagen sugeführt werden sollen, und daß dann unter Zuiiehung süddeutscher Vertreter in einer gemeinsamen sitzunendgültig Ober die Einberufung der geplanten allgemeinen \\ irtechaftskonfereni entschieden werden soll. Auf dieser ist besonders auch die Gründung von Betirksdarlehenskassen ins Auge iu fassen. Die Vorarbeiten zur Bildung einer Gesamtorganisation der deutschen luden, die von allen Seiten als dringend notwendig beteichnel wurde, sollen in der Weise aufgenommen werden, daß zunächst durch den von dem Preußischen Landesverband bereits eingesetzten Aussrhufl ein neuer \ erfassungsentwurf ausgearbeitet, und dafl dieser alsdann einem größeren Kreise von Beauftragten aller Landesverbände vorgelegt wird, der prüfen soll, oh füi seine Annahme bei den zu ständigen steilen begründete Ausaiehl besteht Ks soll unter allen Umständen vermieden werden, daß der neue Versuch, die deutschen Juden in einen Reichsverband zusammenzufassen, wiederum durch unvorhergesehenen Widerspruch inaliu'elieuder Stellen zum Scheitern gebracht wird. Als ein,, weitere, für das gesamte deutsche Judentum äußerst bedeutungsvolle Frage wurde angesichts der ständigen Abnahme der jüdischen Bevölkerung die Durchführung einer zweckmäßigen Bevölkerungspolitik bezeichnet. Die Schwierigkeiten, durch geeignete Maßnahmen eine Besserung herbeizuführen, wurden nicht verkannt. Es wurde den am 24. Februar 1929 durch die von dem Preußischen Landesverband einberufene bevölkerungspolitische Konferenz ge> faßten Beschlüssen grundsätzlich zugestimmt und ihre Verwirklichung in die Wege geleitet. Die äußerst mißlichen Verhältnisse in den kleinen Landesverbänden, die zum Teil nur eine geringe Zahl Seelen umfassen und deshalb kaum als leistungsfähig angesehen werden können, wurde aufs neue besprochen. Ks wird erforderlich sein, daß mehrere kleine Ver« bände sich zuaai.......ntun oder Anlehnung an einen der großen Verbinde suchen, die bereit sind, nach ihren hosten Kräften dazu beizutragen, das jüdische Lehen auch iu den kleinen deutschen Ländern i erhalten und ZU stärken. Die Versammlung beschäftigte sich noch mit einer Reihe weiten Angelegenheiten, von denen Insbesondere die Krage einer wirksam. Unterstützung des für die Ausbildung konservativer Lehrer unen behrlichen Seminars in Würzburg hervorgehoben sei. Dieses ist a Reichsanstalt anzusehen; seine Erhaltung liegt daher allen Lande verbänden ob. Die Vertretung der Landesverbände auf dem Ende August Berlin zusammentretenden Kongreß des Weltverbandes Schorn t Schabboa wurde als wünschenswert bezeichnet. Als Vertreter der Reichsarbeilsgeineinschafl in dein Kurntoriui welches unter Führung der Berliner .Indischen Gemeinde zur Verwi hing der bisher dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund gehörend« FUrsorgeanstalten sich gebildet hat, wurde Kammergerichtsrat Wol1 gewählt. Aus Leipzig hat au der Tagung Herr (iemeindevorstele G o 1 d s c h in i d t teilgenommen. Hilfsvrrcin der deutsehen .luden. Vor einigen Tagen fand eine Sitzung dos Geschättsführenden Au Schusses des llilfsvereins der Deutschen .luden unter Vorsitz ve Dr. James Simon statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung hielt Dr. James Simon einei warmen Nachruf auf die dahingeschiedenen Herren Ludwig Schi (Krankfurt a. M.). Mitglied des (ieschäftsführenden Ausschusses. Ott Lippmann (Aachen). Mitglied des Zentralkomitees, Kautor Baut (Bonn), Vertrauensmann des llilfsvereins. Aus den erstatteten H' richten geht hervor, daß die Arbeit in den letzten Monaten auf de verschiedensten Gebieten erhebliche Fortschritte gemacht hat Dil Sammlung für Litauen, die der Kinderfürsorge dient, hat ein seh günstiges Ergebnis gehabt. Der Geschäftsführende Ausschuß beschloß, angesichts der fürcl terlichen Notlage, die Kinderfürsorgearbeit auch auf Polen aussudeli neu unter Zugrundelegung von Vorschlägen von Herrn Dr. Bern hard Kahn. Die Hilfsarbeit sowohl in Litauen wie in Polen erfolgt ii Einvernehmen mit dem American Joint Distribution Committee. In di Ukraine und in der Krim vollzieht sich die sanitäre Hilfsarbeit de llilfsvereins in engstem Zusammenwirken mit der Jewish Colonizatio Association und dein Agro Joint, die bei dein Itau von Ambulatoriei die der llilfsverein in den genannten Gebieten errichtet, ihre Mithill 1< Ihen. Das Kulturwerk des llilfsvereins in Rumänien wird in umfassen dem Maße fortgeführt. Der Produktivierung der jüdischen Jugeni die durch eine intensive Berufsberatung vorbereitet und gefördei werden soll, wird hierbei besonderes Augenmerk gewidmet Die Kürsorgetätigkeit für die Auswanderer, für Waisenkind) und für Studierende nimmt ihren Fortgang und beansprucht MC wie vor erhebliche Mittel. Die Organisation des Hilfsvereins hat auch im letzten halben dal eine sehr wesentliche Erweiterung erfahren. Jiiilisi-li-tlieolinzisclics Seminar in Breslau. (l-'riicm-kelsi-lii> Stiltiiiiü Im Wintersemester 1980—1981 werden folgende Vorlesungen uu Uebungen gehalten werden: 1. Herr Seminarrabbiner Prof. Dr. M ichael (! u 11 in a n n wir lesen: 1. Talmud A Baba Halra Abschn. III. 2. Eben Haeser A § 1—1;t. Apologetische Uebungen, 2. Herr Dozent Prof. Dr. Isank Heinemann wird lesei 1. Ueberblick über die Geschiente des jüdischen Denkens im Mitte alter. 2. Lektüre aus Maimunis More. A. 8. (irundzüge einer jüdische Homiletik. 4. Homiletische Uebungen. r>. Talmud. B, Ros Haschana I. (!. Hebräische Grammatik (Fortsetzung), H. C. 7. Ar. maische Grammatik lt. C, 8. Herr Doz-nt Dr. Albert Lewkowits wird lesen: 1. Di Einfluß der Romantik auf das Judentum. 2. Die reUgiousphilosophiscli Krisis der Gegenwart in ihrer Bedeutung für das Judentum. •!. Di Weltreligionen des Orients. :t. Uebungen zur Philosophie der R mantik. •">. Pädagogische Uebungen. 4. Herr Dozent Dr. Israei Rabin wird lesen: 1. liihelexeges a) Das Uiich Hieb. A (Kortselzung): b) Samuel I. Ii: c) Megillot. I d) Der Pentateuehkommentar des Raschbam, A. 2. GrammaUk: D Syntax des Hebräischen fmit Hebungen für Fortgeschrittene). G< schichte: a) Von dein Untergang des 2. Tempels Iiis zum Abschluß d< Mischna; l>) Das Sendsehreiben des Gaon Seherin, Uebungen. 4. Ts mnd: Horajot, A. 5. Herr Seminarassistent Dr. IL .1. Z im in eis wird lesen: 1. Dl

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