Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 30 (25.7.1930)
- Date
- 1930-07-25
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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i Juli 1930 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGBMEINDE ZU LEIPZIG Seito 7 t meinöTeleben der Juden im Mittelalter. 2. Historische Uebungen: i ktüre historischer Responsen. 8, Liturgische Vorschriften. 4. Tal- ,i K: Taanit 1. Talmud (': Auswahl aus Berakot, (i. Herr Amtsgerichtsrat a. D. Dr. Rechnits, Verwallungs- •klor der Synagogen-Gemeinde, mit der Abhaltung von Vorlesuni um Seminar beauftragt, wird lesen: Die rechtliche Stellung des lentumi in Preußen. 7. Herr Direktor Ii las e r , Leiter des Jüdischen Wohlfahrtsamtes, der Abhaltung von Vorlesungen am Seminar beauftragt, wird l en: 1. Die Kinder- und Jugendfürsorge und das Recht der Minderj rigen unter besonderer Berücksichtigung der jüd.-sozialen Arbeit, rintsprecheiide Hebungen, Besichtigungen usw. Nach Vereinbarung. Reginn der Vorlesungen des Wintersemesters: 81. Oki, ier 1980. — Aufnahmeprüfungen: 20. und :to. Oktober I 10. — Alle Anfragen sind an den derzeitigen Vorsitzenden des i isentenkollegiums, Herrn Dr. Rah in, zu richten. I hhinisehc Lehranstalt ...leschiwu", Frankfurt a. M. Das Wintersemester an unserer Rahhinischen Lehranstalt esehiwa" beginnt am Mittwoch, dein 22. Oktober. " Anmeldungen für alle vier Abteilungen (Vorstufe, Unter-, . iltel- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Der I nterricht erstreckt sich auf: Bibel, hebräische Grammatik, Tallid mit Kommentaren kursorisch und statarisch und Dezisoren. Den liiileru ist eventuell Gelegenheit geboten, sich in profanen Fächern . der fachgemäßer Leitung fortzubilden. Die Lehranstalt verfolgt den Zweck : 1. schulentlassenen Jüllg- I ngen auf traditionell-gesetzestreuer (irundlage Fortbildungsunteri cht in den jüdischen Religionswissenschaften zu erteilen, und junge Leute, die sich dem Berufe eines Rabbiners, Rebgionslehrers ■ Ier Kultusheamlen widmen wollen, durch Studium des biblischlalmudischen Schrifttums für ihren Lehonshoruf vorsubereiten. Anmeldungen sind zu richten an den Leiter. Herrn Rabbiner l)r. .1. II off mann, Frankfurt a. M., Borneplati Iii, der zu Jeder näheren Auskunft bereit ist. I in Reich-verband der Schmhliin in Deutschland gegründet. Im Hörsaal der Synagoge der Religionsgesellschaft zu Main/, v urde die K onferensderSe hochti in in Deutschland abgehal I n, der etwa IH) Delegierte aus allen Teilen Deutschlands beiwohnten, lind in der die Gründung eines Reichsverha Ildes der Schochtim in Deutschland beschlossen wurde. Den Vorsitz führte Herr Gustav Neust Idter. Worte der Begrüßung sprachen Rabb. Dr. Rani berger (Maina), Rabb. Dr. Levy (Mainz) (im Namen der Israelitischen Religionsgemeinde), Rabb. Dr. Merz ha eh (Darmstadt) (für das berliner Bureau für Schlchtangelegenheiten), der Gemeindevoritsende Dr. Schlesinger. Hugo ('ahn (für den Darmstfidter andesverband), Redakteur S. Schach nowitz (Frankfurt a. M.) im Namen verschiedener orthodoxer Organisationen). Saal h e i m e r Bayerischer Landesverband) u. a. tu. Die Statuten wurden durcheilten und genehmigt. Der Verband führt den Namen „Reichsver and von Schochtim in Deutschland" und hat vorläufig seinen Sitz in lainz. F.s wurde beschlossen, ein eigenes Organ des Schochtiin-Ver- 1 andet als Beilage des „Israelit" periodisch erscheinen zu lassen. (!. Neustädter wurde zum ersten, Holtmann (Oherhausen) iiiii zweiten Vorsitzenden, Wetzlar (Köuigstein) zum Schrift- Ihrer und Kassierer gewählt. Unsere Gemeinde . ilbelfcicr der Firma Maren- Marmel in. Anläblich der Hundertjahrfeier der Firma Marcus Harme- I i n fand in den festlich geschmückten Geschäftsräumen am Brühl l ine schlichte Feier statt, zu der sich zahlreiche freunde des Hauses 1 Bgefunden halten. Nachdem ein Vertreter des Gesamlpersnnuls eine I ronseplakette überreich! hatte, überbrachte Stadtrat Dr. Leiske rie Glückwünsche des Rates. Herr Landmann die der Industrielud Handelskammer Leipzig und Konsul Seiter die des Reichs- Tlmudes der Deutschen Rauchwaren-Finnen. Für den Vorstand der raelitischen Religionagemeinde Leipzig sprach Herr II od es, für e Gemeindeverordneten Herr Rosenfelder und für die Wohl- I tigkeitsorganisationen, insbesondere den Hilfsverein Israelitischer l ewerbelreibender, Qemeinderabbiner Dr. Gold mann. Die An- 1 iliiahme der MieterschaM brachte Herr Eisenbach zum Aus- 1 ruck. Namens der .luhellirma erwiderte Rechtsanwall Dr. II a ri i e 1 i n, und galt die Errichtung von Stiftungen zum Zwecke der irtschaflspolitischou Forthildung von Leipziger Beamten und Kauf- I uten und zu ünterstützungszwecken bekannt. Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Religisnsgemelnde zu Leipzig Ausgabe der Synagogenkartea, Die Erneuerung der Synagogenkarten findet vom 28. Juli his 15. August dieses Jahres im Gemeindeamt, Löhrstraße 10,1, statt. Karten, die nicht rechtzeitig abgeholt sind, weiden anderweit vergeben. Wegen Zuteilung verfügbarer Plätte erfolgt später persönliche Benachrichtigung. Leipzig, den U. .luli 1080, Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Pcrsoneiistandsnachrichteii Geb u r ten i (>. Juli 1990; Max Hermann Petruschke und Käthe geh. Wronker, Landsberger Straße N(>, eine Tochter ..Marion", s. .luli 1080: Jechok Rubin und Emma geh. Rosenberg, Wedell- BtraBe 11, einen Sohn „Manfred". 15. Juli 1!>:t<): Baruch Samuel Reisler und Esther geh. Wühl. HalUsche Straße 238, eine Tochter „Klara". T o d e s f ä lle : 15. Juli 1080: Feige Popper. Berliner Straße 58. 17. Juli 1980: Heinia Locker. Bottchergäßchen 9,111. 17. Juli 1980: Isaak Heger. Berliner Straße (>(>. 17. Juli 1980: Malhilde Klein. Richterstraße Di. .luli 1980: Malwine Brandt. Bisenbahnstraße 6. Neue Bücher Löhel Tau lies. Tuliiiuilisrhe Elementen ia'm jiddischen Sprichwort. .Mit au Anhang: Talmadische gelligelte Werter in der jiddischer Sprache. Zweite, farbesserto un farinebrte Auflage. Wien. In eigenem Verlag fun'm niechaher. |ln hebräischer Schrift.| Das Tu Seiten starke, sorgfältig gedruckte Büchlein empfiehlt sich durch die einleitende Abhandlung, die wir In der vorliegenden Nummer abaudmeken In der Lage waren, ganz von selbst Oer Verfasser zeigt an 428 Beispielen von Redensarten, die dem jüdischen Volksmund geläufig sind, den Zusammenhang mit talmudischen Vorbildern und anderen hebräischen Parallelen, in einem Anhange werden ferner an :>imi talmudische Aussprüche, die su geflügelten Werten geworden sind, zusammen gestellt, mit der Angabe der Quelle und den Abweichungen zwischen der Volksübung und dem Talmud, Wer sieh mit Jüdischer Volkskunde befaflt, wer m die Seele des Juden einsudringen bestrebt ist, findet hier eine groSe Fülle eines Btoffes, der. ohne viel Beiwerk, zum Nachdenken anregt Die Arbelt ist um so wertvoller, als sie. soweit wir nachgeprüft haben, die Stellen überall genau zilierl. Da das Büchlein nicht durch den Buchhandel vertrieben wird, isi die Bchriftleitung gerne bereit für Interessenten die Vermittlung su übernehmen. (Treis M. S.fiO.) G.O. Franz Reseasweig. Eine Qedenkschrifl der Frankfurter jüdischen Gemeinde. Soeben erschien die Im Auftrage des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde Frankfurt a.M, von Dr, Bugen Mayer herausgegebene Qedenkschrift für Franz Kosensweig. Neben einem Lebensabrifl und einem Verseichnil ,1er Werke und Aulsätze Rosensweigs enthält die mit drei Bildnissen versehene Schrift sahireiche Kinxelbeiträge, u.a. von Marlin Buber, Richard Koch, Eduard Straufl, Brnst Simon, Viktor v. Weissäcker, Karl Wolfakehl, sowie die grofie Gedenkrede von Rabbiner t>r. Leo Beeck. Philipp Paneth, Rabbena Jeehesk'el. Mit Aufnahmen des Verfassers. 2.—3. Auf läge. London W J (World Edition). Kiu schönes Zeichen der Pietät bedeutet das vorliegende Buch. Der Verfasser widmet es dem Andenken seines großen Ahnen, Rabbi Jeehesk'el, su dessen Grabe noch heute, Jahre nach seinem Tode, alljährlich Hunderte von Juden wandern, um ihr Herz von Leid und Kummer su befreien. Rabbi Jeehesk'el ist nicht nur der Stolz seiner angesehenen Familie auch leine Söline waren grolle Gelehrte sondern eine snerkannte Leuchte in der siebenbürgischen Judenheit js In ganz Israel. Sein Wirken fiel in eine Zeit da Such dem sieben bflrgischen Judentum der Verlall dfohte; es ist um so bedeutungsvoller für die Entwicklung des dortigen Judentums. Seiner Autorität gelang es, ,ias Judentum in seinem Bereich wieder zur Hinte zu führen. Große Talmudgelehrsamkeit und starkes ethisches Wollen sicherten Ihm Ober seinen Tod hinaus ein Andenken. Trotz seines Tlioraw issens war er nicht weltfremd, sondern vertrat geschickt auch in politischer Besiehung die Interessen der Ihm anvertrauten Gemeinde. Mit besonderer Lebensklugheil nahm er sieii der Agunoth au. und das Büchlein berichtet von vielen kleinen Episoden, in denen zutage tritt, wie er mit seiner Menschenkenntnis oft Rai und Hilfe erweisen konnte. Ks braucht