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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-07-11 · 28 (11.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
28 (11.7.1930)
Date
1930-07-11
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seile « GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer lk i Brillanten * Goldu. Silberwaren * Uhren Tafelbesrede Trauringe üi tdll Silber u. Mcf Auflage »i ille» OoMqwUMttfl I 1 0 B N B P \ B R I K A T I 0 N S. ERLBAUM © CO. * JUWELIERE Reichsstraße IS 20 Gegründet 1911 Bequeme TEILZAHLUNG ohne Preiserhöhung gcsiaiM schule auf Beiträge der Mitglieder und aul Spenden angewiesen. Der Kotgemeinschaft mit dem Breslauer Seminar konnte Überkantor Davidsohn in mühevoller Werbearbeit etwa 32 000 Mark zuführen. Dennoch blieben infolge der zunehmenden Verschlechterung der Wirtschaftslage die Einnahmen der Hochschule hinter den Ausgaben um mehr als 6000 Mark mrück, wodurch die Jahresrechnung mit einem Fehlbetrag von 18000 Mark abschließt. Die bereits erwähnte Arbeit von Dr. Albeck gehl von dem Problem dei vormischnischen, außerrabbinischen Halachah ans, wie sie uns im pseudepigraphischen Schrifttum vielfach vorliegt, und untersucht e> am Beispiel des „Ruches der Jubiläen". Auf Grund eingehender Prüfung kommt Dr. Albeck zu dem Ergebnis, daß die Halachah des Jubiläenbuches in keinem wesentlichen Punkte mit der pharisäischen Halacha übereinstimmt, dagegen viele Berührungspunkte mit der sektiererischen aufweist. Standpunkt des Buches und Gesamtauffassung des Schriftwortes sind zweifellos nicht pharisäisch; sein Verfasser war allerdings auch kein Saddusäer, sondern ein Seklierer, der unabhängig von der Tradition das Schrittworl erklärte: dadurch berührt er sich häutig mit den Karäern. Dem Henochkreise, der den Phärisäern fremd war. hat er nahegestanden. In der Generalversammlung der Hochschule am 12. Juni 1080 wurde der Geschäftsbericht entgegengenommen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die ausscheidenden Mitglieder des Kuratoriums wurden wiedergewählt. In der daran anschließenden Sitzung des Kuratoriums hat der Vorsitzende, Justizrat Dr. Seligsohn, ihn mit Rücksicht auf sein hohes Alter nicht wiederzuwählen. An seine steile wurde Rechtsanwalt Dr. Heinrich Veit-Simon zum ersten Vorsitzenden gewählt Unsere Gemeinde Oneg Srhabbath für alle, die Hebräisch verstehen. Mit Rücksicht darauf, daß die Schulferien bereits am Scbabbath, dem 12. Juli, beginnen, ist von manchen Teilnehmern au den Meaibboth schel Onefi Schabbath, die schon vorher verreisen der Wunsch geäußert worden, die nächste Mesibba schel Oneg Schabbath erst am 1, Schabbath nach den Ferien stattfinden zu lassen. Diesem Wunsche wird entsprochen und die nächste Mesibba schel Oneg Schabbath Andel am Schabbath, dem j:t. August, von •"> -7 Uhr in der „Techijja"- Schule, Pfaffendorferstr. i. IL. statt. Der Gegenstand <ler Unterhaltung wird das Thema leiden: ..Islam und Judentum", eingeleitet durch Herrn Dr. M. Woskin-Nahartabi. Va«xtellaag.....I Verkaal »<>n Haadarbeitea jädiiteher Frauen Leipzigs. Der Handarbeitsverkauf, der in unserer Stadl schon zu einer ständigen und beliebten Einrichtung geworden ist. soll wieder vor Channukkah stattfinden. i>je Di......n, die sich beteiligen wollen, möchten sich schon fetzt zur Besprechung melden. Frau Fanny Rosenthal, Auen Str. 19 III, nimmt Montau, den 14. Juli und i) on nerstag, de,, it. Juli, IS i: r h r, Anmeldungen entgegen. Unsere Jugend h...... Prahlern« JMIaekei Erziehung. rkungen zun Läget Benkenteich des Kadimsli lt. J, p Von Li .olpKIg. Goldb ii I. I. Wir sind der Ansicht, daß weitgehende Unkenntnis Uber den sim und Zweck jüdischer Jugendarbeit seihst bei denen besteht, die Ihr liich gleichgültig, sondern wohlwollend und helfend zur Seite stehen. Bi< wissen wenig vom Eigenleben dieser Jugend, Die Notwendigkeit, (Jene rationen einander näherzubringen, der Wunsch, der Jugend den Plati In der Gemeinde zuzuerkennen, den sie bisher nicht eingenommen hnt, rechtfertigt diese Zeilen, die allen Leipziger jüdischen Bünden gcwld inet sind. IL Der Kadimah Bund Jüdischer Pfadfinder, Ortsbund Leipzig, ver snstaltote in den Pflngsttagen bei Torgau In landschaftlich schönster Laue ein schttägigea Lauer, an dem Kadimahner aus Leipzig und Chemnitz teilnahmen. Diesem Lager sah mau In Bundeskreisen mit ge spannter Erwartung entgegen, well der Kadimah Leipzig als grüßtet jüdischer Jugendbund, den wir außerhalb Berlins in einer deutschen Stadt haben, sieh seit einigen Jahren unter der Leitung älterer Führer iieniülit. neue Wette jüdischer Jugenderziehung zu gehen. Dieses Bxperi inentieren wird in und außerhalb des Hundes mit wachsendem Interesse beobachtet, zumal auf wirkliche Brziehungaerfolge hinzuweisen ist. Das Lager gelang. Wir linden im Lauer eine Leitung, die so trefflich wirkt, daß ohne Kommando, ohne lauten Ruf. in Disziplin und Zusammenarbeit In technischen Dingen die Voraussetzungen für ein harmonisches Zu sammenleben geschaffen werden, Zelte sind im Hau. Gräben werden auf geworfen, Hammer, Bäge und Axt arbeiten. Dnd überall strahlt Aua gelassenhelt und Freude aus den Augen der der Großstadt HSntronnenen, Dort werden die Kochherde gebaut, hier entstellt der Pau-Waukreia für die Abendfeiern, im Wasser werden Badestege errichtet. Inis Lager steht, mit Btacheldrahtsäunen abgesperrt, und kein Fremder kommt hin ein. Alles, was der Bequemlichkeit und dem Bchmuckbcdürfnis dient. ist selbst erhallt. So ist es erklärlich, daß eine Stimmung entsteht, die den Linzel neu besonders empfänglich für alles Schöne macht. Bunte Wimpel und Lahnen, hellgrüne Zelte, der dunkle Wald im Hintergrund und ein hlauer Himmel vereinigen sieh zu einer Farbenbuntheit, die durch die schmucken Trachten der Pfadfinder sn Pracht gewinnt. Lud am Bab einei Ki>i die Vorfrage zu beantworte«, inwieweit das Lebsa Bandes, der einer unter vielen |.t, die OffenUichkeit interessieren konnte auch, we,m es dich um die Bcauäerung .i,„.s Lagers ton.....it. Denn ein Lager su p&dagogiwhen Zwecken Ist der iUdiurl..... .lugend in Deutsch land noch ziemlich neu. hat. da wirkt das Ganze auf Weiß der Babbatkluften hebl Landschaft ab. den Beschauer noch sich wirkungsvoll v HI. schöner« denn im dem Grün das der da Man ist der Großstadl entronnen, will sieh austoben. Abet Lager ist nicht allein dazu da, daß Bport und Spiel und ..IIa de feste" nach Herzenslust die gesamte Zeil ausfüllen. Bs gibt eine Lagerord nung mit genauer Zelteinteilung, es gibt viel Arbeit, um die technischen Voraussetzungen su erfüllen. Ks gilt ver allem, da* Lager zum [natru Dient jüdischer Erziehung su machen. Dazu dienen Heimabende und Arbeitsgemeinschaften, Abendfeiern und Kurse. Das Wesentlichste ist aiier das Gespräch, Mensch zu Mensch. Führer zum Gefährten, In aller Ruhe draußen im Wald, l ud die Krönung des Ganzen bildet die Freitagabendfeier, den begeisternden Abschluß die Bndfeier. IV. Dies sei mehr Übersicht über das, was sieh im Lager abspielt* Der Jugendbund ist heutzutage als gleichberechtigter Brziehungafaktor neben Schule und Elternhaus getreten. Kr kann diesen Plata ausfüllen, sofern er Führer besitzt, die wirkliche Erziehungsarbeit leisten: er ist nutslos, wenn tinreife führen und Arbeit durch Spielerei ersetzen. In Notzeiten, wie wir sie jetzt erlc hen, wo der Kampf um das Materielle die Bitern erfüllt, und die Erziehung zu Mause vernachlässigt wird, kommt dem Jugendbund besondere Bedeutung zu. Eins seiner Erziehungsmittel kann das Lager sein, denn hier ist jeder äußere Einfluß ausgeschaltet. Der Hund bestimmt die Umgebung. Kiu Lager durchzuführen, Ist erst nach jahrelanger Präzis der Führer möglich. Bons) scheitert es. Und wenn man. wie wir. davon ausgeht, dali es lediglich unsere Aufgabe ist. schlummernde Anlagen zu wecken, Gefühl und Vernunft zu gestaltender Kraft zu vereinigen, su liegi hier keine Massenersiehung vor, sondern ein schweres Bingen um jeden Einzelnen, mit Erfolg und Misserfolg. Ki rn liegt die Partei, das Dogma, die Politik und gewiß der „Betrieb". Erziehungsziel isi gründliche Vorbereitung einer eigenen Btellung nähme zu den Hingen im Leben, Rüsten für den Lebenskampf. Dazu brauchen wir das Lager, das als Pfadfinderlager seine besondere Hc deutung besitzt. Pfadfinder treten für den Fortschritt ihres Volkes ein, kämpfen für die Verbrüderung der Menschen. Lud jüdische Pfadfinder kämpfen innerhalb ihrer Gemeinschaft, innerhalb ihres Volkes wie mau es nennen mag für sittliche Ideale, für jüdische Renaissance an Kör per und Geist, heim Binse Inen und der Gesamtheit, dieser Versuch, die Pfadfindererslehung auch auf.luden anzuwenden und im BegriffZophiuth Judentum und Pfadfindcrtum zur Einheil zu gestslten, gibt uns unsere Zielvorsteillingen. Pfadflndertuin gibt einer Jugend die Losung, in Reinheit su leben, dem Mitmenschen su helfen, der Gesamtheil su dienen. K* i-i schwer genug, unseren Jungen und Mädchen die Qolusbeschwertheit zu nehmen und sie zu bescheidenem Auftreten und freiheitlich selbstbe wüßtem Handeln zu erziehen, t'nd noch schwerer ist es, ihnen eine Verbundenheit mit jüdischen Dingen zu gehen, die nicht auf gedankenlos zeitweilig übernommenem beruht, sundern in gefühlsmäßiger und ver standeamlßiger Verbundenheit ihren sinnvollen Ausdruck findet.

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