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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-07-11 · 28 (11.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
28 (11.7.1930)
Date
1930-07-11
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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II. Juli IMO GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIGNSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 5 Bei den Beiträgen fordert Herr Se 11 nge r eine Wiedererhöhung des Beitraget für den Keren Hajessod aul 500 M. Herr Dubiner schließt sich dem an. Der Antrag wird abgelehnt. Herr D ii Ii i n e r beanstandet die Höhe des Beitrages für den Sächs. isr. Genieindeverband und (ordert höhere Leistungen dessel ben. Der Vorsltiende bringt In Erinnerung, dal) der Verband unter Mitwirkung unserer Gemeinde und unter Zustimmung der Gemeindevertretung gegründet worden ist. Der Beitrag der Gemeinden richtet »ich statutengemäß nach dein Steueraufkommen. Der Verband arbeilet Innerhalb seines Aufgabenbereiches sehr i<ul und unterstützt leistungsschwache (ieiueinden. Er ist jetzt die gesetzliche Vertretung der sächsischen Judenheit. Die Kosten sind im Vergleich tu anderen Landesverbänden sehr gering. Herr Kestenbaum beanstandet die geringe Midie des Beitrages für den Weltverband Schornre Schabboa, stellt aber keinen Antrag, weil ein höherer Beitrag nicht gefordert ist. Herr Dr. Conrad Gold se h in i d t wundert sich, dafl bei dem allgemeinen Abbau der Beitrag für die Höhere isr. Schule in vorjähriger Höhe eingesetzt ist. Herr Hades unterstreicht den Wert die ser ßildungsanstall und fordert ungekürzte Bewilligung. Herr Dr. Conrad Goldschmidl beanragt, den Beitrag von 8000 M. auf 8000 M. herabzusetzen. Herr Du Ii in er beantragt ungekürzte Bewilligung und teilt mit. daß mit Rücksicht auf die Bildung einer VolksschuUtlasse, ein Sonderantrag vorliegt, dessen Beratung für Bpäter vorbehalten bleibt. Herr Rosenfelder set/.t sich für die Schule ein. Sie sei mustergültig in der Erziehung der Jugend, so wold kulturell wie körperlich. Der Direktor leite die Ansiall bewunderungswürdig. Redner fordert Erhöhung des Beitrages aul 12000 M. Korr Kestenbaum tritt ebenfalls für die Schule ein. Der Antrag auf Erhöhung auf 12000 M. wird mit 10 gegen in Slin......n abgelehnt, da der Vorsitzende dagegen gestimmt hat. Der Beitrag von 8000 M. wird bewilligt. Für die hebräische Sprachschule bittet Herr Tumpowsk) Wiederherslellunc des Beitrages von 'JUKI M. auf :t(MKI M. Kulturelle Anstalten dürften nichl notleiden. Herr Lustig betont, daß 2400 M. auf Grund eines dein Standpunkt des Herrn Tumpowsky entgegenkommenden Kompromisses des Finanzausschusses vorgeschlagen sind. Auch Herr stein bestätigt, daß im Finanzausschuß bei allen Punkten der Weg der Verständigung beschritten worden ist. Herr D u b i n e r tritt für den Antrag des Herrn T u m p o w s k y ein. IN wird beschlossen, 2400 M. zu bewilligen. Ein Antrag des Herrn Dubiner, den Beitrag für die Bibliothek und Lesehalle auf 2500 M. zu erhöhen, wird abgelehnt; es bleibt bei 2000 M, Herr Seiinger beantragt, für die Jugendverbände 5000 M. stall 8000 M. zu bewilligen. Herr Stern teilt mit. daß vom Finanzausschuß einstimmig entsprechend dem Antrag der Jugendverbände 3000 M. vorgeschlagen worden sind. 3900 M. wird beschlossen, eine Teilzahlung von 1500 M. soll alsbald geleistet werden. Herr Seiinger lorderl einen höheren Beitrag für Ort, nämlich 500 Mark. Ks bleibt bei •">() M. Bei Beratung der Einnahmen wird beschlossen, die Gebühren für Grabstellen von 300 M. auf 860 M.. von 500 M. auf 600 M. zu erhöhen. Es wird entsprechend einstimmig beschlossen. Herr Sei Inger beantragt, die Gebühren für Verwaltungskosten der Darlehenskasse 7.11 streichen. Herr Tumpowsky hält dies nichl im Interesse der Darlehnsnehmer, weil die Gemeinde das Kapital der Darlehenskasse hoch verzinsen muß, also die Aufnahme neuen Kapitals nur erschwert würde. Der Antrag Seiinger wird abgelehnt. Zur Abrundung wird der Posten ..verschiedene kleine Beiträge" um lt<> M. erhöht. Infolge der verschiedenen nachträglichen Änderungen erhöhl sich der Posten „Gemeindeanlagen" um 5000 M. Danach scldiet.it der Haushaltplan in Einnahme und Ausgabe mit 71.*. oiH) M. ab. Einverständnis herrscht darüber, daß über die Deckung des Mehrbedarfes von 35000 M. für das laufende Rechnungsjahr gegenüber dem soeben verabschiedeten Haushaltplan später besonderer Beschluß gefaßt werden soll. Die Sitzung wird um 28 Uhr l"> Min. nach Verlesung der Niederschrift gi schlössen. Ks folgt eine nichtöffentliche Sitzung. Der Abdruck de« Haushaltplane« erfolgt in der nächsten Nimmer. her Jahresbericht der Hochschule für die Winseaxehafl de« Jaden tum«. Die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums versendet soeben ihren IT. Bericht. Er enthält in der hergebrachten Form den Jahresbericht des Kuratoriums für 1920 und als wissenschaftlichen Beilrag eine Untersuchung des derzeitigen Vorsitzenden des Kollegiums, Dr. Ch. Albeck, über die Beziehungen des Jubiläenbuches zur Halacha. Der Geschäftsbericht nennt als neuen Namen unter den Mitgliedern des Kuratoriums Dr. Sigmund Waasermann; der Vorstand ist gegen 1928 unverändert geblieben. Die Hochschule ist in der erfreulichen Laue, die bevorstehende Uebernahme einer größeren Erbschaft ankündigen tu können, die freilich mit großen Auflagen behütet ist. Der Ertrag soll in der Hauptsache Aufgaben der Studenten- Fürsorge tugule kommen. Kerner soll ein von der Erblasserin bewohntet Haus mit Park in Aremlsee i. Meckl. als „Erholungsheim für jüdische Akademiker" eingerichtet und von der Hochschule erhalten werden. In bemerkenswerter Weise drücken sich die Beziehungen der Hochschule zur jüdischen und zur wissenschaftlichen Oeffentlichkeil aus durch die Teilnal...... an den Feiern in Berlin und in Dessau zum Mendelssohnjubiläum, Bowie au der Feier zum 75jährigen Bestehen des Jüdisch-theologischen Seminars in Breslau; mehr aber noch durch Berufungen der Dozenten zu (last- und Austausch Vorlesungen im In- und Ausland. Prof. Dr. Julius Guttmann hält von Februar bis Juni 1930 Vorlesungen über jüdische Religionsphilosophie am Mehrow Union College in Cincinnati; Rabbiner Dr. Itaeck hat auf Einladung der Evangelisch-Theologischen Fakultäten in Gießen und Marburg im Januar dieses Jahres gut besuchte Vorlesungen gehalten. Als Preisaufgabe über das Thema ...Moses Mendelssohn« Bibel Übersetzung in ihrer literarischen und exegetischen Bedeutung* ist eine Bearbeitung von Frl. Dr. Ellen Littmann eingegangen und preis gekrönt worden; für 1930 sind drei weitere Arbeiten aus dem Ge biel der jüdischen Geschichte, der Bibelwissenschaft und der Religionsphilosophie ausgeschrieben wurden. Der Ministerialerlaß, durch den die jüdische Religion als Prüfungsfach für das lädiere Lehramt zugelassen wird und die Hochschule als eine der darin anerkannten Anstalten vor neue und wichtige Aufgaben stellt, ist in der Presse bereits eingehend erörtert worden. Ebenso ist das Anwachsen des theologischen Nachwuchses an den Seminaren Gegenstand regster öffentlicher Diskussion gewesen. Ks hat sich zahlenmäßig so ausgewirkt, dal! im Souimersemester 1929 7!» ordentliche und 21 außerordentliche, im Wintersemester 1929 :><> gar i'T ordentliche und 16 außerordentliche Hörer zu verzeichnen waren. Es ist begreiflich, dal! unter diesen Umständen die Hörsäle oft nicht mehr ausreichten und dali die starl« Belastung der Dozenten und Beamten kaum noch erträglich ist. Die Bibliothek der Hochschule hat durch Kauf und Schenkungen w iederum den nennenswerten Zuwachs von Uber 500 Itüchern aus allen Gebieten jüdischen Wissens erfahren. Rechnungsberirht und Bilanz neben über Vermögensstand und -bewegung Aufschluß Nur ilie eine Hälfte etwa der Jahresausgaben konnte durch Zinsen und durch Beiträge von Landesverbänden und Gemeinden gedeckt werden; für die Deckung der anderen Hälfte war die Hoch kühle elektrisch durch Kelvinator es ist wichtig das ist richtig Kelvinator Kelvinator Elektro Kuhlanlagen A.-G., Leipzig Ausstellungsräume Oittrichring IS.Thüginahaus Vertretung: Max Petruschka, Leipzig N 22, Landsberger Straße 86, Fernsprecher Nr. 57807

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