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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-07-11 · 28 (11.7.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
28 (11.7.1930)
Date
1930-07-11
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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ii. Juli ltwo (iKMKINDEULATT DER ISRAELITISCHEN REUCIONSUEMEINDK ZU LEIPZIG Seite 7 KAKTEEN ■ DIE «ROSSE MODE verschönern Ihr Heim! Sämtliche Arien in jeder Preislage stets vorrätig. Besondere Spezialität: BLÜHENDE ZI M MERKAKTEEN Reichhaltiges Lauer aller für die kinderleichte und hochinteressante Kakteenaufzucht im Zimmer geeignete Samen Sorten. (Hemel mit Kulturanwelsung 30 und 50 Pf.) Reichillustrierte Preisliste kostenlos; ausführliche, mit Ko Bildern versehene und als Nachschlagewerk unentbehrliche Kulturanweisung /um Preise von 75 Pf. J. C. HANISCH, HOFLIEFERANT Grimmaische Str/Jit/SamnielnummcrTtH "><>/ Peteisstralüc 44 I lauptbahnhof West Papag« Ikaktni K c> nigl 11 <l b r Nacht Religion und Gemeinschafti Renaissance des JudentumSi Autbau in Eres Israel aind die Fragen, die heute die jüdische Jugend beschäftigen. Antisemitismus und Wirtschaftskrise verlangen besondere Btfirke venu einseinen Juden, Die pfadflnderische Ersiehung acheint der heutigen Jugend adäquat su aein. Sic weist den Weg dssu. Wir haben in Leip tig jahrelang Versuche gemacht, Dafl sie last ausnahmslos geglOckl sind, daß wir weiten Kreisen der indischen Jugend den Weg weisen, isi bekannt, Das Lager bewiea es. Greifen wir einseines heraus. Etwa «Irr Freitagabend im Lager, Feuer lodern empor, davor ein HolsstoB mit einem Tuch bedeckt. Rings im Kreise die festlich gekleideten Züge und Gruppen. Rufe, Gesumm. Plötzlich Ruhe. Alles erhebt sich und ein kleiner Bar-Miswa tritt vor uns. spricht den Kiddusch, schneidet die Barchea an und verteilt die Stücke pj|n eigenartiger Anblick, diese stummen Gestalten um lodern den Feuerschein. Dann beginnt das „Festmahl", und es scheint, als ob die Weihestimmung vorbei sei. .Vi er Blies beeilt sich, denn die Feier nimmt ihren Fortgang. Bei verglühendem Feuer, Im Betteln des Mondes, beginnt die eigentliche Hauptfeier. Hebräische Lieder ertönen, bald ernst, bald schwermütig. Und schließlich beginnt <lcr Führer mit verhaltener Stimme zu sprechen. Erst Hebräisch, dsnn Deutsch. Kr erzählt vom Babbat und seiner Bedeutung als Ruhetag, als Tag der Sammlung und Selbstbesinnung, er schildert den Babbat im alten Lande, im mittelalterlichen Ghetto, in unseren Tagen hier und in ESres Israel. Das Typische des jüdischen Ruhetages w ird dargelegt und daraus die Nutzanwendung für die Jugend gesogen. Klar, deutlich, auch dem Kleinsten verständlich. Ans feierlicher Stimmung heraus erklingen wieder Lieder, eine chssaidische Geschichte und weitere Lieder folgen, Iiis man ruhig, aber Innerlich froh. Ja ergriffen, in die /.ehe geht, die Stimmung, wenn anläßlich einer Verpflichtung auf Tragik des jüdischen Volkes in Ihrer gansen Schwere die Aufgabe des jüdischen Pfadfinders scharf umris Oder etwa das Gesetz die dargestellt und -cii wird. Lange Arbeit, viel Lernen und Denken mufl solch einem Lager vor ausgehen. Dann aber erfüllt es seinen Zweck. Stii. k von stück füllt von jüdischer Tradition, die Verletzung des jüdischen Geaetsea uih als modern, man verwirft ohne Kenntnis. Da neuen kämpfen wir. Ks ist ein schwerer Kampf, Wir kämpfen neuen weltfremde Isoliertheit, denn nur gemeinsames Kinnen der Meinungen führt zur Inneren Festigkeit und sur Entscheidung Ober die selbsterkannte Werthaftigkeit. Wenn im Lager Inmitten des bunten Getriebes einer frohen Jugend ernste Entscheidungen vorbereitet werden, so gibt Ihm daa den Wert. Nur selten lüftet ein Jugendbund den Bchleier des Geheimnisses, der Ober seiner Arbeit liegt. Wir lieben diesmal an bestimmten Tagen Eltern und ältere Freunde zum Besuch des Lagers su. Wir dünken den vielen, die kamen. VorhVlfig merkt man in Leipzig nicht allzuviel von dem Interesse der älteren Generation an der Jugend. Aber auch das wird sich Indern, miiU sich Indern, soll jene Kette der Geschlechter, von der Buber spricht in unseren Tagen sur Verbundenheit von Kettenglied zu Ketten glled fähren, die der Erhaltung und Renaissance des Judentums dient. Ks ist schwer, jüdische Jugend zu führen, noch schwerer, sie zu missen. Aus dem Gemeindeamt l'crsoncnstamlsiinchrirhtcn. ti e Ii 11 r len : i:;. Juni mini Samuel Leon Hacker und Eva geh, Kasner, Weststr. "s. eine Tochter „Sonja". 17. Juni 1080 Samuel Rabinowitsch und Recha geb. Jacobson, Thomasiusstr, s, eine Tochter „Elka". Todesfäl le : :!. Juli l!>:!<> Kind Emil Teicher, Langestr. 48. 4. Juli!!>:«> Sara Mansbach, Uferstr. 10. 5. Juli 1980 Meier Hermann Luchtenstein, Wunen. Austritte aus der israelitischen Rcliginnsgcmcinsehaft (nach geltendem sächsischen Recht bedeute! der Austritt aus der israelitischen Rcligioiisiii'scllsrliuft den Austritt aus dem .lull e 111 u m) : Kaufmannsehefrau Hildegard Edith Roaenfelder geb. Moser, Grassi- Straße!». Alexander Luft, Sternwartenstr. 81. Sara Lea Dinerstein, geb. Schermann, Bmilienstr. 21. Neue Bücher Prof. Dr. Hugo Iltis. Volkstümliche Rasseaknade. Mit 4 Abbildungen. Jena [1880], (Urania-VerlagsgesellschafI m. I». II.). Broschiert M. 1.50; in Ganzleinen M. 2. Vorzugsausgabe M. 2.75. Völkische und nationalsozialistische Rassetheorien und Heilslehren werden überall mit groBem Stimmaufwand. Btultlbeinen und Biergläsern als die besten angepriesen. Jahrmarkt. Gewifl Man könnte darüber hinwegsehen, wenn nicht der wertvollste Teil der Gesellschaft, die Jugend, davon in stärkstem MsBe ergriffen wäre. So muH in allen Volksschichten dazu Stelluni; genommen werden. Ks ist sehr zu begrQBen, dafl eine Autorität auf dem Gebiete der ltassenkun.il-. Prof. Dr. Hugo litis, der bekannte Biograph Qregoi Mendels, auf ihn die moderne Kasse und Vererbungsforachung mrückgeht, es unternommen hat, In volkstümlicher Weise, jede Einseitigkeit vermeidend, das Wissen-werte Uber die Rassenkunde der Menschen in einem reichillustrierten Bändchen zu ■amenzustellen. Trutz des relativ geringen Umfange* des Werkes wird alles Wesentliche gründlich behandelt und dadurch dein Laien ein Bild vermittelt was es nicht nur mit der .luden- und Negerfrage, sondern überhaupt mit den Menschenrassen für eine Bewandtnis hat. Alle wich tigen Raaseti.....rlen sind treffend gekennzeichnet. Das Buch ist deshslb noch von besonderem Interesse, weil hier zum ersten Male von einem auf dem Buden des Sozialismus stehenden Naturforscher eine Kritik der Rassenkunde unternommen wird. Eine große Anzahl von Abbildungen erhöhen die Anschaulichkeit, die fei der gemeinverständlichen Schreibweise des Verfassers in vorzüglicher Weise gewährleistet wird. Das Ruch verdient weiteste Verbreitung und Eingang in alle Volks schichten, zumal es auch preiswert und in der Ausstattung allen An sprächen genügt.

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