Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 28 (11.7.1930)
- Date
- 1930-07-11
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seit« -i QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIQ Nummer 2 G o g r ü n d e t 1868 Aug. Siebert Fernspr. S.-Nr. 71786 Rauchwaren Versicherungen jeder Art Transport Vers. Promenadenstraße 10 Vers. «eil dei Herrn Seliger mißverstanden, Wenn er die neue jüdische Arbeiterjugend kennen lerne, >o werde er s<■ i111• Anschauungen ändern, Die Jugend forme sich »•il>>t. und zwar in allen Lagern. Die Darlehnskasse mache keinen Unterschied nach der Staatsangehörigl^.jl, der kleine notleidende Gewerbestand brauche die Kasse, Zu erstreben sei •■in«' jüdische Genossenschaftsbank. Die Volksparlei habe für den liberalen Oollesdiensl das gleiche Verhältnis wie zum orthodoxen und [ordere aus diesem Grund gerechte Verteilung nach beiden Seilen. Im Haushaltplan fehle ein Beitrag für den orthodoxen Gottesdienst als Anerkennung für die Gleichberechtigung. Der größte Peil der Leipziger Geiueindeinitglieder sei orthodox gesinnt. Das Judentum sei eine Einheit, die allen Richtungen gerecht werden müsse. Helange der Volkspartei seien nicht berücksichtigt. Ein Jugendheini sei unbedingt zu schallen. Seine Partei werde einen Beilrag für den orthodoxen Gottesdienst fordern. Die Ausländer nehmen die Fürsorge nur ungern in Anspruch und würden viel lieber darauf verzichten. sie könnten sich aber an die öffentliche Fürsorge nicht wenden. (Zwischenrufer fordern eine Abkürzung der Aussprache.) Redner fähr! fort, daß seine Richtung im Finanzausschuß sich nicht habe genügend durchsetzen können. Herr siein erklärt, die Orthodoxie habe keinen ürund zur Zufriedenheit. Allein heim Kaschrus habe man '.'(i"„ gestrichen. I>i<- Angestellten dieses Zweiges hätten Anspruch auf Schonung, gerade für diese iils Arbeiter vermißt Redner die Fürsprache des Herrn Seiinger, Wenn es heute nicht möglich sei, den orthodoxen Gottesdienst zu bedenken, s<> solle man künftighin Rücklagen hierfür bilden. Von seinem Standpunkt aus müsse er für die jüdische Jugend vor ollem religiöse Einstellung fordern, und erst dann Sport. Wenn Herr Seiinger diesen Standpunkt vertrete, werde er alle Parteien auf seiner Seite haben. Nur im Sinne der Religion kann man die Jugendförderung begrüßen. Herr Breslauer le^t dar. daß Hen Tunipowsky bei der Verwaltung nur die Ausgaben und nicht die Einnahmen beachtet habe, daß er das ProzentverhäHnis entsprechend berechnen müsse. Herr Sei Inger erklärt persönlich, daß er sich im öffentlichen Lehen cur deutschen Republik bekenne, daß er hier ober nur jüdische Interessen zu vertreten habe. Die jüdische Arbeiterschaft verweigert ni'- Arbeil und sei hereil. zu arbeiten. Er verdanke sein \ii;t einer entsprechenden Wählerschaft. Nach einer Pause wird in die Einzelaussprache eingetreten. Zu Abschnitt Kultus beantragt Herr Dubiner 10000 M. für orthodoxen Gottesdienst einzusetzen und die Verteilung dem Vorstand unter Zuziehung der beteiligten Kreise zu überlassen. Herr Hudeberichtet, daß über ähnliche Anträge im Vorstand und l-'i nanzausschuß »ehr eingehend beraten wurden ist. daß mau aber angesichts der finanziellen Laue der Gemeinde dazu gekommen ist. derartige Anträge abzulehnen, obwohl die Gemeinde die ßerechti gung des Anspruches der Orthodoxie anerkannt halte, für ihre Zwecke bedacht zu werden. Herr Tunipowsky stellt lest, daß vor läufig noch ein Schlüssel für eine gerechte Verteilung fehlt, daß er diesen in einigen Monaten erbringen zu können hofft, und dann auf den Antra'.' zurückkommen werde. Darauf wird der Gegenstand verlassen. Zu Abschnitt Wohlfahrtspflege bittet Herr Dubiner, daß die Sit zungen de- Fürsorgeausschussez regelmäßig stattfinden Die Wanderfürsorge müsse neu gestaltet werden, der Vorstand möge gemeinsam not anderen d......joden daran arbeiten. Die Gemeinde möge für .-im- Herberge sorgen. Aufgabe der Fürsorge sei. Leuten, die iii Not geraten sind, wirtschaftlich wieder aufzuhellen. Herr Pfef ferblO th klagt darüber daß die Mittel der Gemeinde nicht ausreichen, der großen Not zu steuern. Man möge dafür sorgen, daß .luden in die städtische Fürsorgeverwaltung aus der Mitte unsere Fürsorgeaussehusses aufgenommen werden. Mau möge die Mittel in die Fürsorge nicht kürzen. Herr Gottlieb erklärt, «lall der I nanzausschuß eine Verkleinerung des Fürsorgeausschusses gefordei hat. dall ihm diese Frage jedoch fremd sei, dal.t mit wenigen Ausna! inen die Sitzungen regelmäßig stattlinden. Die Wanderfttrsorge se für das ganze Reich durch einheitliche Richtlinien geregelt, gewissi Härten ließen sich hei dem ziellosen Wandern vieler Gesuchstelle nicht vermeiden. Die Sladt sei verpflichtet, allen Fürsorgebedürfligei zu hellen, davon müsse die Gemeinde Gebrauch machen. Hei' Pfefferblüth weist darauf hin. dall den Fürsorgebedürfligei rasch geholfen werden müsse: man solle von der Stadl einen Hei trat; für die Wohlfahrtspflege fordern. Herr Sei Inger (ordert füi <iie Fürsorge eine besondere Besprechung, heule beschränkt er sich darauf, die vorjährigen Mittel ungekürzt wieder zu fordern. Dei Studentenhilfe solle man einen größeren Beitrag zuweisen, ebensi solle man für Brautausstattungsbeihilfen einen größeren Beitrag ein setzen. Für Pessachunterstütsungen solle man wieder 6000 M. ein setzen. Herr Kesten ha um fordert für llachnossas Aurchim wie der 2000 M. slatl lötM» M. Für Pessachunterstütsungen solle man wie der 0000 M. einsetzen, Der Antrag, den Heilrae für llachnossas Aur chim auf '_'(hki M. zu erhöhen, wird abgelehnt, ebenso die Erhöhuni der Pessachunterstützungen. Herr Gott lieb erklärt, dall für Essen am Sahhai für Durchreisende in allen Fällen von Gemeindewegei gesorgt wird. Herr Seiinger fordert für Studienbeihilfen Iii höhung von 1000 M. auf 4500 M.. der Antrag wird abgelehnt; eim Erhöhung des Betrages für Brautausstattungen von 2000 M. am 3000 M., für die sich Herr Pfefferblüth einsetzt, wird an genommen. Der Finanzausschuß hat beantragt, daß zu Badereisen von Ge ineinde wegen keine Mittel mehr bewilligt werden. Herr Pfeffer hlüth tritt ilafür ein. dal.t in begründeten Fällen Heihilfen bewil ligl werden. Herr stei n beruft sich auf die ungeheuere Vorarbeit im Finanzausschuß und bittet, es hei diesen Beschlüssen ZU belassen Herr Sei Inger schließ! sich Herrn Pfefferblüth an und ver weist auf die früheren Erfolge. Es wird beschlossen, Badereisen beihilfen grundsätzlich abzulehnen, nur in ganz begründeten Aus nahmen darf hiervon abgewichen werden. Herr Tunipowsky bittet, den Beitrag zur Ausbildung Leipzi ger jüdischer Handwerker von 2000 M. auf 'J-'ifKl M. zu erhöhen. Herl Dubiner unterstützt den Antrag, der produktiver Hilfe üilt. Dei Antrag wird abgelehnt. Zu Abschnitt Darlehnskasse erklärt Herr Dubiner, daß dieGe btlhr, weiche von den Darlehnsnehmern erhoben wird, zur Deckung der Verwaltungskosten dient. Redner beantragt, die Darlehensbeträge hie zu 2000 M. zu erhöhen. Herr Gottlieb stellt fest, daß die Ge bührenerhebung auf einem Gemeindesitzungsbeschluß beruht, dal also die Vorwürfe des Herrn Sei Inger unbegründet sind. Hen Seiinger bittet, die Gebühr wieder abzuschaffen. Der Vorsitsendi Btelll fest, dali die Gemeinde das Kapital der Darlehnskasse selbst mit K"„ HHKI M. jährlich verzinsen muß. Herr Rosenfeldel weist auf ih n sittlichen Wert hin. daß der Darlehusni'hmer das Dar lehn nicht als Wohltat erhält, sondern wenigstens für die Spesen aufkommt. Herr Gottlieb tritt dein bei: eine Erhöhung der Dar leben erlordere eine Änderung der Statuten der Darlehenskasse. Zum Abschnitt „V erschiedenes" beantrag! Herr Tumpowsk} diirieten Reisekosten sowie Zeitschritten zu streichen. Herr Holt lieh widersprich! diesem Antrag. Der Posten Reisekosten wird aul Kid M. herabgesetzt, der Posten Zeilschriften bleibt. Ihr; Dubiner fordert belehrende und literarische Aufsätzi für die Jugend im Gemeindeblatt. BiOX-ULTRA-1 AHN PASTA Iffl die rUiitUje, sie nuuht dU '/.iihne hletutend weiß und f" zeitigt \tundgeruth, spritzt ni<i\' ixt hmtikanzentriert. daher spAt snmer. Mar Bfb, A.-C, Uresdrr