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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-06-06 · 23 (6.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
23 (6.6.1930)
Date
1930-06-06
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Inn! IÜ30 QEMEINDBBLATT DER ISRAELITISCHEN R EL I (i lONSG KMIiINI)Ii ZU LEIPZIG Seite 5 nchnerhandwerk, Seidenweberei u. a., sind sehr wenig ertragi "'h, Führer der Judenheil von Buchara ersuchten «1<mi JTA.-Vertreter, jüdischen Hilfsorganisationen In Buropa und Amerika aul die läge der Buchara-Juden aufmerksam iu machen, damit endlich äs sur Linderung der verz weiften Wirtschaftslage Buchara-Juden getan wird. Der größte Teil dieser .luden tähll den Deklassierten. Die Sowjetregierung stellte ihnen zwar Hoden Verfügung und verhilft ihnen dazu, sich in Produktiontgenosseniften susammenzutun. Aber das jüdische Element ist an Landen noch nicht gewöhnt, es fehlen Instrukteure, auch fehlt es an srhinen für die Produktionsgenossenschaft. Würde ihnen agronoche Beratung zur Verfügung stehen, so könnten sie auf dem , len überwiesenen Hoden Baumwolle und Getreide hauen. In Buna existieren bereits über 30 landwirtschaftliche Produktionslossenschaften mit insgesamt mehr als 2000 Mitgliedern, unter i nen 45 jüdische Familien, die nach der Revolution aus der Ukraine d aus Weißrußland nach Buchara gekommen sind, lieber -luon lische Kleinhandwerker sind in Produktionsgenossenschatten orgasiert. Ks fehlt nicht au Rohstoffen, aber an Maschinen. Der stellrtretende Ministerpräsident von Usbekistan erklärte, dafl die Re- •rung die Ansiedlung von 5000 Familien der Buchara-Juden auf i m Lande plant. Jüdische Frauen in Buchara werden immer mehr Arbeiterinnen in die Seidenwebereifabriken aufgenommen. Der JTA.-Vertreter konnte feststellen, dafl das religiöse hon unter den .luden Bucharas unter der Sowjetherrschaft sich rht vermindert hat. Allein in der Stadl Sainarkant mit einer lischen Bevölkerung von 8000 Seelen zählte er im jüdischen Viertel Synagogen und Bethäuser. In All-Buchara mit '.'(MM) jüdischen Seo- - Ii. existieren sechs Synagogen, während drei andere durch die unmunisten in Kulturanstalten umgewandelt wurden. Die religiöse radition wird intensiv geübt, in keinem jüdischen Hause wird am S bbatb gearbeitet. Die jüdischen Kinder aber, die die Sowjetschulen i suchen, werden in einem antireligiösen (Seist erzogen. In ganz i ichara existieren 24 Sowjetschulen für jüdische Kinder, die von 2750 Kindern der Buchara.luden besucht werden. Unlerrichls- - .rächen sind russisch und tndzschikisch. hebräisch ist verboten. Auch die Unterhaltung von Chedarim ist gesetzlich untersagt. Die hebräische Sprache, die unter den Bucharer .luden so stark verbreitet war. i id auf deren lebendiije Beherrschung diese .luden so stolz waren, ist i/.l im Untergehen. Nur ein ganz kleiner Teil der Jugend pflegt heute noch «las Hebräische. Da in Buchara Fleisch nur auf Karten durch die Konsumllden ausgegeben wird, wird kein Vieh geschichtet und oscher-Fleisch ist überhaupt nicht zu haben. Die jüdische Bevölkerung verzichtet darum auf Pleischnahrung, nur in seltenen Fällen mn man sich geschichtetes Geflügel leisten. Der Kommunismus ist unter die Buchara-.Iudcn nur wenig gerungen; in ganz Buchara zählt man 113 jüdische Kommunisten, die meist Kleinhandwerker sind. Aber auch diese Kommunisten hüten ie religiöse Tradition und besuchen die Gottesdienste in den Synaogen. tinler der kommunistischen Jugend (Komsomol) zählt man Iwa IHM) jüdische Knaben und Mädchen. Mehr als 1(M)() jüdische 'Inder Bind den kommunistischen Pionieren angeschlossen. Die inlen nehmen teil an den Sowjetverwaltungsorganen. Im allgemeinen tauben sie an die Zukunft der Sowjethernehaft. Einige der jüdischen owjetmandatare, die nicht Kommunisten sind, erklärten dem JTA.- ertreter gegenüber, «lall die Juden sich unter der Sowjelherrschafl ie! besser und freier fühlen als unter der Herrschaft des Emir und es Zarismus: die Sowjetregierung, so sauten sie, läßt den .luden osiale Fürsorge durch Ermöglichung konstruktiver Arbeit zuteil erden. Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Keligionsgemeindc tu Leipzig Synagoge iii-hur. Im Herbst dieses Jahres werden es fflnfundsiebzig Jahre her sein, sfl die Leipziger Gemeindesynagogo eingeweiht wurde und in ihr iottesdienste abgebalten werden. Nicht durch rauschende Feste, was die Not der Zeit verbietet, sonern in ernster Weihe soll dieser Tag begangen werden. Eine Feier ird in der Synagoge abgehalten werden, und in dieser soll vor allem uch die Bedeutung, die dieses Gotteshaus für die Geschichte der vnagogeumusik gehabt hat. zum Ausdruck kommen, denn die Leipiger Gemeindesynagoge war das erste jüdische Gotteshaus in Deutschind, welches eine eingebaute Orgel halte, und hier wirkte auch einer der bedeutendsten unter den jüdischen Synagogenkomponisten der Gegenwart, Salonion Jadassohn. im nun bei der Gedenkfeier größere musikalische Werke aufführen zu können, isl es notwendig, dafl sich freiwillig auch musikalisch begable Mitglieder der Gemeinde in den Dienst der guten Sache stellen und im Chor mitwirken. Wir richten hiermit an alle musikalisch interessierten und begabten Freunde unseres Gotteshauses die herzliche Bitte, dafl sie sich zur Verfügung stellen, damit ein großer Chor diesem Feste die höhere Weihe gibt. Meldungen werden erbeten an den Keiler des Synagogenchors. Herrn Barnet Licht, Kaiser-Wilhelm-Straße 67 (Ruf 808 16), oder an Herrn Oberkantor Lampel, König-Johann-Straße 28 (Ruf 270 77). I. e i pz i g . den '27. Mai 1080. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Barnet Licht, Chorleiter. S. Lampel, Oberkantor. Aulsicht über Ka>e. Wir sehen uns erneut veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß der von der Firma B.Diamant, Leipzig c l. Nordstraße II. geführte Sahnenkäse nicht Unter der Aufsicht unseres RabbinatS hergestellt wird. Le i pz i g . den :ti). Mai 1980'. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. t.rin mleiic (.egenstände. Bei der Mädchenkonflrmation am Sonntag, dem 25. Mai 1880, in unserer Gemeindesynagoge ist ein beigefarbiges Handtäschchen gefunden worden. Die Verliererin möge sich in unserem Gemeindeamt melden. Leipzig, den 30. Mai 1930, Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Aehtugl Die Reichsverwertungsstelle, welche durch Vertrag mit der Reichsregierung mit der Verwertung der durch die Räumung der besetzten Gebiete freiwerdenden reichseigenen Bestände an Möbeln. Textilien und Hausrat betraut worden ist. hat in Dresden-Albertstadt, Arsenal, Musen m s g e b ä u d e . ein Verkaufslager für den Freistaat Sachsen eingerichtet. Zum Kauf berechtigt sind u.a: Wohlfahrtsämter der Gemeinden, Wohlfalirtseinrichtungen der Gewerkschaften u.dgl. zur Versorgung der ärmeren Bevölkerung, Krankenhäuser. Wohlfahrtseinrichtungen und gemeinnützige Unternehmen zur Durchführung ihrer Zweckbestimmungen, ferner auch In Sonderfällen Private und Beamte (ohne Bevorzugung der letzleren) für den eigenen Bedarf, wenn der Nachweis einer be sonderen Bedürftigkeil oder eines Notstandes durch Beibringung einer begründeten Bescheinigung des zuständigen Wohlfahrtsamtes oder einer Wohlfahrtsstelle erbracht wird, liierunter fallen auch kinderreiche Familien mit geringem Einkommen. Als kinderreich gelten Wilweu mit 3 Kindern und Familien mit 4 und mehr Kindern. Bei den zur Verwertung gelangenden Beständen handelt es sich überwiegend um gebrauchte Waren, die aber fast durchweg einen guterhaltenen und brauchbaren Zustand aufweisen. Die durch amtliche Abrchätzungskommlssionen festgesetzten Preise stellen sich ab Lager äußerst günstig. Käufe dieser reichseigenen Geräte können daher auch trotz evtl. entstehender Verladung*- oder Frachtspesen unbedingt empfohlen werden. Bezahlung hat grundsätzlich in bar zu erfolgen. Vordrucke für die Bf'dürftigkeitshesohoinigungen sind in der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Fürrorgeamt (Löhrstr. 10. Erdgeschoß), zu erhallen und werden dort bestätigt. Neue Bücher .In Chalili. Ja Assalil Bin Paläst i nab u c h von T o nl Hy rk a n. Ks gl hl schon eine ganz.. Menge PsWstlnsbtlcher, von den versehiedenartigsten Autoren Beschrieben; aber Immer waren es Irgendwie eingestellte Mensehen, die mit ihren Augen, ihrem Urteil, ihrer wvit- 3OHA N" N A T.AS'1' M A X N LEO LERNER v i:k Lobte Leipzig, Lange Straße 27 Magdeburg, Breite Weg 49 Empfang : Montag, den 9. Juni 1930, 16—18 Uhr

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