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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-06-06 · 23 (6.6.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
23 (6.6.1930)
Date
1930-06-06
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite i» GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer; INGER Mähmaschinen In altbewährter Güte ♦ Weitestgehende ZahlungserleichterunQen Mäßige Monatsraten SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT B U Sing* Ladmn ObmraU anschauung Palästina iahen und Pallatina beurteilten. Ks waren Eindrucke und Beschreibungen eines deutaehen Schriftstellers, einea engliaehen Bozialisteni eines schwedischen Geographen, eines kommunlsti- Mellen Literaten und aller möglichen andern featgelegten Leute. Alle diese BUeher sin.l iweifelloa mein- oder weniger gut. sie teilen uns viel Interessantes und Wiaaenawertea Uber Pallatina und aeine Bewohner! »eine Landaehafl und aeine Industrie mit. schildern Typen, geben Zahlen und l*c schreiben Zustände, Mit all dieaen Bflehern kann daa Palästinabuch von Toni Hyrkan niehl In einem Atem genannt werden, Hier liegt kein Much Ober Palästina vor. Iiier lebt Palästina selbst, daa ganae Land, Menschen, Landschaft, Tier und Haus, Alles gewinn) Leben, die graue Silikatfabrik Neacher sprich! au uns mit der gleichen rerstindllchen Spruche wie der blohende Kaktus oder der König der FlOhe in Tiberiaa, Vor uns ersteht das bunte Gewimmel einer landwirtachaftllchen Auaatellung in Jaffa, wir erleben, ja wirklich, wir erleben In der wörtlichen Bedeumg des Worte», eine Eiaenbahnfahrt hinauf ins Bmek, wir schlafen in dem Zelte Irgendeinea judischen Piachen oder einea Arbeiten in Tel Josef, wir leben mit das primitive und ursprüngliche Leben in «1er Kwuaah und wir feiern die Feste des alten und des neuen Jlschuw, Was einen 10 besonders anzieht, ist diese grenienloae Liehe au allem, was palBatlnensisch ist. grenzenlos, well sie ohne Unterachled des Glaubens und der Farbe alles umfallt, was überhaupt zu umfassen ist: den Beduinen mit derselben Zärtlichkeit wie die eben eingewanderte Chaluaah aus BuBland, die englische Touristin und den audanesisehen Seger, der Irgendwo Dienst tut. eleu tonnenweiBen Himmel und die blaue, unwahrscheinliche Dämmerung; die Liehe erstreikt sieh his auf die Wanae und ihn Bkorplon, der hei aller Belästigung, die er den Einwohnern verunacht, als palBatinenelsches Wesen ebenso ernst genommen und ebensowenig feindselig angesehen wird wie das so wichtige Kl lind. Ich kann nicht alles hier anführen, was das Buch an palästinensischen Dingen bringt, ei ist eine solche Fülle vielgestaltigen Lehens, dsfl diejenigen, die noch nichl im Lande wann, nichti lehnllcher wünsehen werden, als all dies bunte Lehen ebenfalls kennenzulernen. Der Verfasserin, eine deutsche Rabbinerstochter, die als Chaluaah im Lande gearbeitel hat und zur Zeit in Deutachland weilt, um ihr Itm-h liier verlegen zu lassen, wünschen wir von Herzen. da Li ihr diel recht d gelingt, damit viele, viele Juden und Nichtjuden sieh Villi dem stark pulsierenden Lehen des Palästinsbuchei ergreifen lassen kOnnen. Wir Leipziger hoffen, dall es gelingen wird, die Verfasserin seihst ii.mal hier aus ihrem Buche und ihren Gedichten vortragen zu hören, denn wir erfahren. daU sie in Frankfurt a. II, und andern Städten nicht nur durch dir Buch und ihre Gedichte, sondern ebenso durch ihre Vortragskunst den stärksten Bindruck hinterlassen hat. Martin Buber, Bduard Strauß und der kUnlich verstorbene Franz RosenaweJg sollen ihrer Kunst hohe Anerkennung, K. M. Dr. Manfred Saalhel.....r. Der jüdisrhe Reirhsverhand. Ober ine öffentlich-rechtliche Geeamtorganisatioa <ler deutschen .luden. München 1 i»:ttt (Verlag II. Heller). Die grOndlicbe Arbeil wird von allen »m jüdischen Gemeinde leben Interessierten «ann begrOBl werden. Die Bestrebungen, einen Reichsverband der deutaehen .luden zu schaffen, die schon vor dem Kriege eingesetSt hatten, und nach Inkrafttreten der Weimarer Ver- Fassung in ein akutea Stadium treten konnten, sind bedauerlicherweise noch immer nichl verwirklicht. Nach einem geacUcktikhea Abriß übst die priTatrechtlichen Formen der Gesamtorganisationen, DJGB. und Verband der Deutschen .luden and die auf Grund der Weimarer Verfassung vorgenommenen, immer wieder fehlgeschlagenen Versuche untersucht der Verfassser die Rechtsgrundlagen rur eine solche Öffentlichreehtliehe Organisation. Fi kommt zu dem Krgehnis, daU ein Zu- DER ANKER Kumnqm mnanmim^umn - ocsillsoiAn öcörllnöit 1858 Generalvertretung J. Sprechmann Leipzig C1. Yorkstraße 9, Telephon 28693 «rsrunaet 1858 sammenschluB der Kultusgemeinden im Reich im Sinne des Artikels 7 der RV. kein Verband der Religionsgesellschaften sein würde, da Gemeinden ..weder begrifflich iReliglonsgeaellachaften' wären, noch at 1 allesamt als solche zu fungieren vermöchten". Auch ein Verband 1 jüdischen Landesorganisationen würde nicht ohne weiteres eine Köri Schaft des Öffentlichen Rechts sein: er bedflrfte der Verleihung dii Eigenschaft. Boichs Verleihung würde jedoch uneehwer au errolcl sein. In einem weiteren und letzten Kapitel untersucht er Aufgal und Aufhau eines Reichaverbandes der Landesorganisationen unter V grundelegung der Entwtlife von lll'.'tl und HR!**. Die Arbeit wird weg ihrer gut orientierenden Behandlung der Keehtsgrundlagen und Btn punkte viel zur Klärung der schwierigen Probleme beitragen, s Karl I) r e y e r , Die religiöse Gedankenwelt des Salome ihn-Guhir . (Veröffentlichungen des Forschungsinstituts fiir vergleichende Rt liionsnescliichle a. d. Univ. Leipzig. HereUBgegeben von l'rof. I Hans Haas.) Leipsig, 1980, 15S S. (Verlag Ed. Pfeiffer.) Der Titel bedarf insofern einer Kinsihräiikung. als hier fast a schlieBlich die dichteriachen Werke Gsbiroli beurteilt werden, wähn sein philoaophiachea Werk „Mekor Ohljim" heinahe unberflckslchi hMbt, Trotz der tausend Jahn ist Gablrol kein vergessener Dicht. noch ist er ein Beatandteil der heute lebendigen hebräischen Literat und die vor kurzem vollendete sechsbändige kritische Gesamtauagi seiner poetisehen Werke, herausgegeben von Itinlik und Rawnitakl, WUri in der jfldlachen Welt mit großer Freude aufgenommen, Fragen wir na der l'rsaehe dieser Vitalität, so linden wir in dem einleitenden Kapil des vorliegenden Werkes in der groUartigen Darstellung Dreyers .1 beiden polaren Momente Gabirolacher Dichtung die Antwort. Galut ut Gfiulah! Die Galut-Btlmmungi das Beherrschtsein vom tiefühl des Lehel in der „Verbannung", diesem Cefülii „der Unsicherheit, des Bchwanket der Dnnatflrllchkelt und Unbeständigkeit des Lehens" einerseits und il damit verbundene »brennende national-religiöse Behnsucbl nach Befn Ung", nach der tieulah, sind die Grundmotive Cahirols. Diese GefOh beherrschen aber auch das Dichten und Denken der .luden im Laufe di Jahrhunderte! von .lehmla Halevi, seinem nächsten und bedeutendste Nachfolger, his zu den Modernen. „Je hoher die geistige Itildimg. Uli je bedeutender die Persönlichkeit, desto mehr wird die in der (Jahn In gründete Zweiheit von Umwell und Figetiwelt sieh ausprägen und An druck gewinnen." Dein mächtigen tiestalten dieser Btimmungen Vei dankt Gablrol seine Lebendigkeil his zum heutigen Tage, seine Geget Wartsbedeutung. Das Verständnis des Verfassers für die dichterlache und religiöse Persönlichkeit Gabirokti für die Besonderheil der jOdlschi (ieistigkeit in dem tialut Kapitel 11111U hcsomlcra hervorgehoben Werde 1 Hingegen bleibt Dteyer im folgenden in der Darstellung einzelner thei logiseher Fragen hei Gablrol mehr auf dem Gebiete der Analyse, ohl zu einer einheitlichen Synthese, welehe Wahrscheinlich einem spätere Werke Vorbehalten bleiben soll, zu gelangen. Mit Recht sagt er: ..Nu in der Zusuminensehuu des Gänsen wird das F.inzelne sinnvoll und Vei stündlich. Jede analytisehe Betrachtung hat sieh daher beWuBl zu hlei ben, daQ sie die lebendige Wirklichkeil zunächst serreiBt und verfälsch tSiute und so bleibt uns das Frseheinen des kommenden Teiles im Interesse abzuwarten. Im einzelnen möge dahingestellt bleiben, ob der Verfasser (Sabin auf Grand von Äußerungen über die Obel des menschlichen Dasein und des BQndebewufitseins zu Recht (Seite HB) als Pessimisten beseicli net. l'ns Scheint, daU ein positiv religiöser Mensch wie es (iahirol ist dem in Teschubah und sittlicher Vervollkommnung ein erstrebenawerte Lebensziel winkt, trotz des Hervorheben! der Bchattenaeiten des inli sehen Daseins, doch letaten Fildes eher Optimist als Pessimist ist. Ks wäre erfreulich, wenn Dn-yer, ein BchDIer von Hans Haas um Lasar Qulkowitachi sieh auch weiterhin der Forschung hebräischer Dich tutig. insbeeonden Gabirola widmete, denn die Gewisaenhsftigkeit de Vorliegenden Arbeit, die Fähigkeit sieh in jene Well hilieiiizudenkeii lassen ihn für diese Aufgabe besonders geeignet erscheinen. Der Intel Basierte Leser wird hier viel Wissenswertes und manche neue Anreguni linden. II. Kau e I. Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser, Verzeichnis Nr. 1K (Mai 1980). Hamburg 11, Habntrapp 5. (ierade in der sommerlichen Reiseseit kommt das Verseiebnia det rituellen Speisehäuser und Hotel Restaurants allen, die sieh über zu verlässig rituelle Gaststätten linterrichten wollen, sehr gelegen. Wh seine Vorgänger ist Buch dieses neueste Heft ein übersichtlicher Fülirei und Reisebegleiter, F.- enthält nicht nur die Bpeisohäuser und Hotel Kestaurants. sondern such die Heil- und Erholungsstätten, die den Nachwels ihrer rituellen Führung erbracht haben. Außerdem auch di« Beaugaquellen für rituelle Lebensmittel (Blckereien und Konditoreien Fleisch- und Aufschnitt-Verkaufsstellen, sonstige Lebensmittelhand hingen) und die Konservendepots. Für Fahrgäste des Hamburg Amerika-Linie nach New York ist besonders wertvoll. daU auf Ver anlassung des Hamburger Vereins Vorkehrungen getroffen sind, um den Falirgäst<>n auf Schiffen. «Iiiam Sahbath ankommen, «Ins Verbleiben auf dem Schiffe Iiis nach Eintritt der Nacht zu ermöglichen und auch die Zollabfertigung entweder durch Beauftragte in Abwesenheit der Passagiere oder später nach der Landung der Fahrgäste vornehmen zu lassen.

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