Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 18 (2.5.1930)
- Date
- 1930-05-02
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Mal l!»:in (iKMKINDF.HLATT Dl'.li ISKAKI,ITIS( IIKS RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seit« Den Absolventen mufiten Mitte] zur Heimreise - etwa ">T"„ der samtiahl der Absolventen kehrten nach ihren Heimatländern m- Ick — sur Verfügung gestellt werden. Der Hllfsvoreln trug zu den (»teil «ms seinem Emigrationsbudget vielfach bei. Hin Teil verleb in Deutschland, andere begaben sich nach Prankreich, Paislina und Überseeischen Ländern, wobei wiederum der Hilfsverein ink seinen weitverzweigten Verbindungen mit Jüdischen Organ!- lionen und Institutionell in diesen Ländern die nötigen Informamen einholen konnte. Als die Hilfsaktion eingesetst hatte, hob Paul Nathan in einer »spräche, die er in einer einberufenen Konferenz gehalten hatte, ervor, claU die Studenten aus dem Osten dank ihrer Ausildung in Deutschland e i n e b e d eu t s a m e Mission in I h r e n i m a 11 ü n d i' r n z u e r f ü 11 e n Ii e r u t e n seien. Bs sei darum Niehl d e r d e u t s C h e n .1 u d e n h e 11, die N o t I a g e d e r tudierenden zu erleichtern und ihre inte I I ek- ,i e I I e E n I \v i <• k I u n g 7. u f ö r d e r n. Indisch« AHershiHe in Herl in. nie ...lüdisehe Altershilfe Groß-Berlin E. V." (Charlottenburg Kantstr. 100) versendet soeben ihren Tätigkeitsbericht für die abgerufenen 12 Monate. Wir entnehmen demselben folgendes Ober den Wirkungskreis dieser Wohlfahrtsinstitution: Die „Altershilfe" betreut Männer und Krauen von über tili Jahren, die ehemals den gehobenen Qesellsrhaftsschichten angehörten und durch Kriegs- und Nachkriegsfolgen in Not geraten sind; sie hält Ireimal wöchentlich eine Sprechstunde ah (Montag. Mittwoch. Preitag ron U> bis 1 Uhr), sie leistet materielle Unterstützung, sie leistet individuelle Fürsorge durch Binsetsung von Pflegerinnen, sie erteilt fachgemäßen Rat in allen Kragen des PUrsorgerechts und Übernimmt He notwendigen Vermittlungen, sie vermittelt ärztliche und juristische Beratungen. Die „Altershilfe" bearbeitete in der Zeit vom 1. April 1020 bis St. März 1980 401 Fälle. In den Sprechstunden der „Altershilfe" wurden 900 Personen empfangen. In den Wohnungen wurden 980 Personen im wesentlichen durch ehrenamtliche Helferinnen besucht. Kiu- bis zweimal monatlich, manchmal auch häufiger, werden die einzelnen Personen von den Helferinnen besucht, mit denen sie ihre Sorgen und Nöte besprechen, und denen sie ihre Wünsche iufiern, In monatlich stattfindenden Helferlnnensltsungen wird versucht, die besten llilfsmöglichkeiten für jeden einzelnen F'all ausfindig zu machen. Im letzten Halbjahr wurden durch die „Altershilfe" erwirkt: 08ma1 Beihilfen anderer Hilfsstellen, tmal Zuschüsse von Verwandten. Aus eigenen Mitteln leistete die ..Altcrshilfe" Hilfe in: 7H0 Fällen BarunterstOtsungen, 180 Fällen Lebensmittelunterstütsungen, 28 Fällen ärztliche Beratung und Bewilligung von Medikamenten. 82 Fällen unentgeltliche Aufgabe von Inseraten, lo Fällen Ausgabe von Kleidungs- und Möbelstücken. Der Tätigkeitsbericht ist eingeleitet von einem kurzen soziologischen Aufsatz über die kritische Wirtschaftslage des deutschen Judentums aus der Feder Dr. Felix A. Theilhabers, An der Spitze des Berichtes ist als beherzigenswerter Appell der handschriftliche Widmungsspruch Albert Einsteins an die „Altershilfe" wiedergegeben: ..Am Schicksal der Allen erkennt man die Kultur der .hingen." Unsere Gemeinde Sommers« hiilcn des Jüdischen Frauenbundes. Der Jüdische Frauenbund veranstaltet in diesem Jahr, in dem keine Delegiertentagung stattfindet, in verschiedenen Qegenden des Reiches sogenannte Sonunerschulen. F^s soll dort (iclcgcuhcit geboten werden, in einem relativ kleinen Kreis von etwa .'i0 Teilnehmerinnen besonders aktuelle Kragen einige Tage lang eingehend von den verschiedensten Richtungen her zu erörtern. Diese geistige Arbeil soll Parfüme Puder Lippenstifte Parfümerie LORENZ s Brühl 4 jedoch nur einen Teil der Tage ausfüllen; es soll vor allem auch (ielegeuheit zu persönlichem Beisammensein, Geselligkeil usw. gegeben werden. Aiis diesem Grunde werden kleine Platte in landschaftlich schöner Umgebung ausgewählt werden. Die erste Sommerschule Andel vom 27.-29. Mai in Oberhol in Thüringen statt. Die Landes- und Provinsialverbände Mittel und Norddeutschland, Hannover. Pommern und Ostpreußen, sowie der Verband Berlin des J.F.B, bereiten diese Veranstaltung gemeinsam für ihre Mitglieder vor und werden selbstverständlich auch Gäste anderer Landes- und Provinsialverbände gern begrüßen. Ks ist mit dem rituell geführten Hotel Blum eine Abmachung getroffen worden, daß für die Teilnehmerinnen der Sommerschule Unterkunft und Verpflegung für ö M. pro Tag berechnet wird. In diesem Hotel selbst Bind etwa 80 /.immer (alle mit Dienendem Wasser); in nahegelegenen anderen Häusern können noch weitere Teilnehmerinnen untergebracht und im Hotel Blum mitverpflegt werden. Die Themen dieser Sommerschule lauten: „Berutsfragen und be v ö Ikerungspolitisc h e F ra ge n." Tagesordnung: Dienstag, den 27.Mai: Anreisetag für die Teilnehmerinnen der Sommerschule. Abends: Geselliges Beisammensein aller Teilnehmerinnen, Mittwoch, den '.'S. Maj: Vormittags: Vortrag von Frau Dr. Zadik, Hamburg, über „Berufsfragen der jüdischen .lugend". Aussprache. Nachmittags: Gemeinsame Ausflüge. Abends: Aussprache. Donnerstag, den 2t). Mai (Himmelfahrt): Vormittags: Vortrag von Frau W r o n s k y . Herliii. über „B e v ö Ike r u n g s poli - I Ische Kragen". In der Aussprache soll auch die Krage der Stellungnahme des J.F.B, zum § 21K neuerlich geklärt werden. Hierzu wird einleitend Frl. Rechtsanwall Dr. He reut. Berlin, sprechen. Nachmittags: Aussprache über das Thema: ..Was ergibt sich für die praktische Bundesarbeit?" Eingeleitel durch ein Referat von Frau V. I s e Cohn. Leipzig. Abends: Fortsetzung der Aussprache. Freitag, den SO. Mai: Morgens: Abreise. Anmeldungen sind so schnell wie möglich an die Schriftführerin der Leipziger Ortsgruppe. Frau Krna Kölner. Schillerweg 11. /." richten. Der Preis für die Teilnehmerkarte betragt •"> M. Die Wohnungsbestellung wird ebenfalls durch die hiesige Ortsgruppe weitergeleitet. Bs darf wohl erwartet werden, daß auch au dieser Veranstaltung zahlreiche interessierte Mitglieder teilnehmen werden. Siiiloiiic-Konzcrt der „Gruppe junger Musiker. Lciniig". Der Leipziger Geiger Musja Gottlieb hat nach etwa dreimonatlicher Arbeit ein Orchester Ins Leben gerufen, das nun zum erstenmal am 15. Mai an die Oeffcntlichkeil tritt. Die Not im Musikerleben. vor allem in den Kreisen der jungen, im Abschluß ihrer Studien stellenden Künstler, die gegenwärtig fast keine Aussicht auf irgendeine gute Anstellung haben, diese Nol hat ihm die Initiative zu diese: Gründung gegeben. Allerdings unterscheidet sich dieses Orchester von andern sehr wesentlich. Hier sind junge Menschen zwischen 17 und 2.") Jahren zusammengekommen, die alle für einen und einer für alle einstellen: sie arbeiten alle vidi Aufopferung künstlerisch und wirtschaftlich für ihre eigene Sache. Der Kapellmeister und die Orchestermitglieiler sind zu gleichen Teilen für alles verantwortlich, und sie werden Begründet 1 R6S Aug. Siebert Fernspr. S.-Nr. 71786 Rauchwaren Versicherungen jeder Art Transport Vers. Promenadenstraße 10 Vers.