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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-05-02 · 18 (2.5.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
18 (2.5.1930)
Date
1930-05-02
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite (i GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer i i" Brillanten * Go\du. Silberwaren * Uhren Tafelbestecke Trauringe in cdn Silber BDcr Auflage in allen Go>ld.|iulii.iten E l ti E N B 1 ABRIKATION S. ERLBAUM © CO. * JUWELIERE LRcichsstralle 18 20 Gegründet 1911 Bequeme TEILZAHLUNG ohne Preiserhöhung gestattet stets zusammen eine eigene Gruppe sein, die, ähnlich wie die Don- Kosaken, durch Energie und Willen sieh ihren Weg durch alle Hindernisse hindurch bahnen will. Das Orchester will reisen und wenn das Glück ihnen sugetan ist — nicht nur in Deutachland, Mindern auch ins Ausland! Die „Gruppe junger Musiker" ist die erste und einzige ihrer Art! Sie ist aus der Nol der Zeit geboren! Das Interessante an dein Leipziger Konzert ist, daß hier ein junge- Talent also der wirklich bedeutende Nachwuchs, für den sich Musja Gottlieb Stets einsetzen wird auftreten wird. Iis ist dies ler eist 15jährige Georg Günther, der clas wohl schönste Klavierwerk von Mozart mit Orchesterbegleitung spielt. Der Abend ist für uns Leipziger um so mehr ein Ereignis, als ja Musja Gottlieb, der bisher nur als Geiger auftrat, zum erstenmal sich uns als Dirigent vorstellen wird! Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Religioitsgcmcinde zu Leipzig Tnsrhenkalender. Die Gemeinde wird für das Jahr öliOl wieder einen Taschenkalender herausgeben, der wie im Vorjahre ein Verzeichnis aller in unserer Stadt besteilenden jüdischen Vereine enthalten soll. Da erfahrungsgemäß viele Aenderungen vorkommen, erfolgt die Aufnahme in den neuen Kalender nur nach eigenen Angaben der Vereinigungen. Die Vereine werden deshalb gebeten, uns bis zum 15. Mai d. .1. mitzuteilen, in welcher Form die Kintragung vorzunehmen ist. Leiptig, den 31. März 1930. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Personenstandsnarhrirhten Geburten: _:!. Mär/ 1890 Walter (ioldmann und Boitin geb. Rotenberg, Uferstrafie 12, einen Sohn „Klaus Robert". 1\. März 1980 Wolf Hendl Stern und Sura geb. Fleiß, Heinickestrafie 13, eine Tochter „Doris". •J<i. März 1880 David Xoach Holstein und Fünkel geb. Prinz, Yorkstraue '.t. eine Tochter „Lea". H a r m i z w a: Sonnabend, 18 Mai. Horst Abraham, Sohn des Herrn David Abraham und Krau Xanette geh Neunieyer. Hallische Str. 4H. in der Gemeindes\ nagoge. Unsere Jugend STATT KARTEN SalO Erlbaum Und Frau geben sich die Ehre, nur auf diesem Wege alle Verwandten, Freunde und Bekannten zu der am Sonnabend, den 10. Mai 1030, (;•;-- ■—x r.) vorm. 9 Uhr in der Synagoge Ez Chaim, Otto-Schill-Str. 4 stattfindenden BARMIZWAH-FEIER .TIXO "\2 ihres Sohnes BERND ergebenst einzuladen. Leipzig, im Mai 1930 FunkenburgstraBe 9 ' Empfang von 12-2 Uhr /-"-\ STATT KARTEN! Für die uns anläßlich unserer Vermählung in so überaus reicher Weise erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir nur auf diesem Wege unseren besten Dank. Hermann Herz Leisner und Frau Ko n Leipz g, April 1930. Toni geb. Rosenbaum Hechalus. Der deutsche Landesverband „Hechalus" (etwa äiKi Mi gliedert, der dem Welthechalua angeschlossen Ist, erstrebt die Zusa.....tei rassung aller in der Hachscharah (Ausbildung) in Deutschland stehet den Chalusim und Chalusoth. Der Hechalu« besweckt die beruflich und geistige Vorbereitung seiner Mitglieder für Eres Israel und di Organisierung Ihrer Alijah (Übersiedlung). Im Monat Mai werden 0!" "iii Chalusim (meist Angehörige des J.J.W.B.) dem im Lande schon I» Bndliehen JJ.W.B.-Kibbua folgen. In den letsten Monaten haben sieh 170 Jungen und Mädchen in ■zur Hachscharah gemeldet, die »um allergrößten Teil in den bestehende] landwirtschaftlichen Ohalussentren (Hameln, Georgstal, Ludwlgshorsi Rodges, Bärenklau, Wolfenbüttel, Wollig, Spreenhagen, hei Hamburi iiinl Breslau) arbeiten werden, nur wenige werden handwerkliche Berufi ergreifen. Ihrer bflndischen Zugehörigkeit nach, verteilen sie sich fol gendermaßen: JJ.W.B. 86; SSeire Misrachl Iii: Unorganisierte 17; Kail; mah Ii': Arbeltskreis Jüdischer Jugendgiuppen (der jüdischen Qemeindi Berlin) 10: Zophlm Ii: Bar Kochba Die Chalusweltbewcgung Ist trots der Augustereignisse und geradi deswegen im Aufstieg begriffen. Allein in Polen ist die Bewegung inner haIh eines Jahres um das Ifachc von 8000 auf 12000 Menschen gestiegen In Deutschland wird im Jahre 1080 das Anwachsen der Bewegung seinci Ausdruck in der Übersiedlung von etwa i.'iii Menschen nach Brei Isrse linden. In Leipslg besteht seit v.KKt das Beth-Ghalus, in dem in Chalusim als Kwusah susammenleben. Der Hechalus Loipsig umfaßt zum größten Teil auch diejenigen Chalusim, die nicht im Chalusheint wohnen nie! alle Jungen und Mldchen in und außerhalb der JugendbOnde, die dii Absicht haben, in die Hachscharah zu gehen. Auf regelmUßigen Bichoth (Heimabenden) wird fortlaufend Ober akute Palßatlnafragen informativ berichtet und diskutiert. Neue Bücher Brich Kuttner. Pathologie dos Rasseaaatisemitismns, Berlin mm (Philo-Verlag). Kit bekannte sosialdemokratische Politiker analysiert in dieser politisch-psychologischen Studie den Antisemitismus als psychische Rrkran kungi als eine Neurose, ilie dadurch geheilt werden kann, daß man den Trailern dieser Neurose ihren Zustand bewußt macht. Ks ist Grundregel, schreibt Kuttner, daß der disharmonische Mensch seinen eigenen Seelen zustand nicht kennt und nicht begreift. Kr ahnt ihn höchstens, sein Geltungsbedürfnis »her hindert Ihn wie an anderem such daran, sieh tiefere Einsicht in sein Ich zu verschaffen. Daher lehnt er mit lußerster Entrüstung ah. was ihn in seiner disharmonischen Lebenseinstellung stören könnte: die Mingel und Fehler, die aus seiner Neurose entstehen, ■lichtet er sich in Tugenden um. Will mau ihn auf den Weg des harmonischen Beins bringen, so hilft nur die rückhaltlose Enthüllung seines wirklichen geistigen Zustande*. Die Kapitel des Heftes trauen die folgenden Ueberschriften: Die Eitelkoitsneuroae. Das T rauma von 1018. Abueigungsneurose. Die Phobie der Rassenneurotiker. Feigheit. Führereitelkeit. Die Verlogenheit. Kuttner bestreitet nicht, daß einige der antisemitischen Führer selber so sehr verbissene Fanatiker sind. daU sie au ihre Behauptungen glauben. Die Mehrsahl ih r Führer aber ist von eigener fanatischer Schwärmerei weit entfernt. Sie sind ksltschnlusige Streber, die steh Innerlich über den Käuzen Hokuspokus zu Tode lachen; sie sind abgebrühte, wurstige Demagogen, denen ihre Tiradeti nichts als wohl überlegte Mittel sind, um die gttubige Gefolgschaft weiter in Gehorsam und geistiger Abhlngigkeit zu erhalten. Immerhin bewegl auch sie die grundlegende, die geistige Haltung des Antisemitismus bestimmende Präge: Wie stille ich den Ehrgeia meiner von Minderwertigkeitsgefühlen gepeinigten Seele, wie befriedige ich den ewigen Machttrieb meines geltungshungrigen, meines dreimal leb Ich Ich! Ministerialrat Dr. med. Alfred Beyer gibt dem Heft ein Geleitwort, in welchem er es für verdienstlich erklärt, wenn ein Manu von seelischem Feingefühl und warmer Liebe für seine Mitmenschen die seelischen und geistigen Erscheinungsformen des Antisemitismus zu küren unternommen hat. Kr darf auf den Dank all derer hoffen, denen au der Entwicklung menschlichen Anatandes liegt. Kr hofft, daß Kuttners Abhandlung selbst diejenigen, die sie verletzt, zum Nachdenken anregen .vinl. denn Gedanken sind nicht geeignet zu verwunden, wohl aber machen sie alte, unbeachtete Wunden schmerzen. Wim* also aufschreit. möge bedenken, dal) ihn keine rohe Gewalt traf, sondern daU seine Ueberempflndllcbkeit die Folge einer Bloßlegung eines vorhandenen Leidens ist. Vereinsnachrichten I'oalr-Kion Leipzig. Donnerstag, den t Mai 1000, pünktlich '.'II I hr, ßndet in der Coburger BierhaUe (Brühl *i eine große M aif sie r statt. < ienosse F I e i Ii n e r (Polizeipräsident I Spricht über den t. Mai! Genosse Seil ichter über: ..Die Poale-Zlon und der Feiertag des Proletariats." Genosse Sehr oers bringt Lieder zur Laute und Rezitationen. Genossin

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