Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 14 (4.4.1930)
- Date
- 1930-04-04
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit, 4 QBMBINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 14 Vorleger 1,40x0,80........ RM 55.- BrUcken 2 10 x 1,30........ RM 150.- Töbrls, Herl«, Schlraz Oriei*t-TeppicM\aiis S. Gabai Zlmmerlepplche in verschiedenen Größen u. erstklassigen Qualitäten von RM 350.— on Besichtigung chne Kaufzwang erbeten Sohuhmachergasse 2 a Loden 8 / Telephon 21319 Auch für das leibliche Wohl hatten die Damen der Gruppe reichlich gesorgt. Herrn Dr.Woikin und seinen Helfern und Helferinnen gebührt der Pank für die heiteren Stunden, die er den Großen und den Kleinen bei dieser Purimfeier bereitet hat. was er aus seinen kleinen Künstlern herausgebracht hat übertrat alle Erwartungen; wie frei bewegten sich die Kinder, und mit welcher Leichtigkeit bedienten sie sich der hebräischen Sprache. Ks Ist wirklich nicht übertrieben, wenn man behauptet, dal.! sich so mancher Erwachsene, der durch Abwesenheit glänzte, einen seltenen Qenufi dadurch hat entgehen lassen, als er abends den Darbietungen der hebräischen Sprachchöre (ausgeführt von den größeren Schülern und Schülerinnen der hebräischen Sprachschule) nicht lauschen konnte. Welcher Rhythmus der Sprache, welch Einfühlungsvermögen in den Geist der Dichtung, es war wirklich eine Leistung, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. C. S. Eatlassuigsfeier an der Höheren Israelitische! Schule. Am Sonntag, «lein 23. Märs, fand die diesjährige Entlassungsfeier an der Höheren Israelitischen Schule in der Turnhalle der Schule statt. Die im llauptraum und auf der Galerie wohlgetOllte Halle, im festlichen Gewände erstrahlend, hol das gewohnte erfreuliche Abbild eines gehobenen Interesses der Schulgemeinde und einer von Jahr zu -fahr nachhaltiger werdenden inneren Disziplin der Schülerschaft. Besonders an der letzteren liet.1 sich deutlich feststellen, dat.! die Schäden, die Nachkriegszeit, Inflation und eine allzu stürmische neue Jugendbewegung in disziplinarer Hinsicht allen Schulen, besonders alier den I'rivatschulen. gebracht haben — daß diese Schäden an unserer jüdischen Schub' überwunden sind. Die mit der Aufsicht betrauten Lehrer verständigten sich mit den Schülern über disziplinare Maßnahmen durch Austausch freundschaftlicher Blicke, und der gewünschte Krfolg trat sogleich ein. Auch in dem Ergebnis der diesjährigen Prüfung, das es zu feiern galt, kommt die erwähnte Beobachtung zum schönen Ausdruck. Die stattliche Zahl der Prüflinge, von ihrem Ordinarius gelührt. hell bei ihrem feierlichen Einzug manches Elternauge heller aufleuchten, und mit den Eltern teilten viele Freunde der Schule und das Lehrerkollegium Stolz und Freude. Z u m ersten Ma 1 e wa re n die Abiturientinnen an der eigenen Anstalt geprüft worden und hatten durchweg einen besonders ausgezeichneten Erfolg aufzuweisen. — Das Programm der Feier war das übliche. Umrahmt von musikalischen, rezitatorischen und rednerischen Darbietungen aus der Reihe der Schülerschaft stand im Kern der Veranstaltung die Festrede des Direktors, Herrn Rabbiner Dr. Tarleliach. der sichtlich ergriffen das Wort nahm und etwa folgendes ausführte: Bei aller Ähnlichkeit unserer Schulfeier mit denen anderer hiesiger Schulen sei der Unterschied in der bedeutend lebendigeren Anteilnahme der beteiligten Filtern und Freunde der Schule doch unverkennbar. Die jüdische Schule sei eben nicht DHr eine Anstalt zur Vermittlung von höherem Wissen, sondern zur Bildung eines starken jüdischen Charakters, zur Schaffung einer innigen Synthese des Wissens mit der jüdischen Weltanschauung, Die einzige Hoffnung der Leitung der Schule und des Lehrerkollegiums sei, daß die. welche die Schule nach zehnjährigem Besuch verlassen, sie und ihre Lehren nicht vergessen. Die allem unmodernen Autoritätsdünkel abholde Arbeitsweise der Schule, init ihrem wahrhaft kameradschaftlichen Verhältnis zwischen Lehrenden und Lernenden, einem Verhältiiis, das niemals, etwa in falscher Anwendung, zur Duldung eines unbegrenzten Sicbaustobens geführt habe, sei eine gewisse Garantie, daß die Schule den ins Leben Tretenden unvergessen bleiben werde. — Nach Ausgabe der Enllassungsseugnisse und der Prämien an einige Ausgezeichnete richtete der Schulleiter an die Versammelten mit erhobener Stimme noch eine sehr ernste Mahnung: Der Schule, die in ihr 'JH. Lebensjahr eintrete und sich doch noch nicht in dem unbedingt notwendigen Matte durchgesetzt habe, endlich ein auch wirtschaftlich sorgenfreies Dasein zu verschaffen, damit sie in ihren schon jetzt grollen Leistungen die höchsten Höhen schulischer Vollkommenheit ersteigen könne. — Mit warmem Dank an die Erschienenen, besonders auch an die in corpore anwesenden Mitglieder der Sächsischen Israelitischen LehrervereinigUllg, Schlot! die Stimmungsvolle, erhebende Feier. Gedeakwert In seiner Wahlheimat Leipzig, der er BO Jahre die Treue hielt, vrstarb Professor Telemaque Lambrino. Der griechische Pianist von Internationalem Rufe ist hiesigen Musikfreunden aus erfolgreichen Klavierabenden und Orchesterkonzerten in bester Erinnerung. Hilfreich und selbstlos stellte er seine hohe Kunst gern in den Dienst der Wohltätigkeit. Dankbar erinnern wir uns des Konzerles in der Alberthalle. das er im Winter lOIIÖ (Mi zugunsten jüdischer Opfer russischer Pogrome veranstaltete. Auch sonst verband ihn. den geistig Freien, manche Besiehung zu Mitgliedern unserer Gemeinde. Mit dem einstigen Schüler der grollen Teresa Carreno verschwindet aus dein Leipziger Musikleben eine gleich bedeutende wie anziehende Persönlichkeit. Die prominente Gestalt mit dem künstlerischen Charakterkopf war eine stadtbekannte Erscheinung. Seine ausgebreitete musik-pädagogische Tätigkeit wird im Geiste des Dahingeschiedenen von Elaine Lambrino-Feez fortgesetzt, der feinsinnigen australischen Pianistin, die ihm in Kdähriger Ehe verbunden war. Seine Schüler, die er zu voller Konzertreife führte, danken ihm Schulung und Förderung. r. rraw im» Konditoreiwaren ncs * Unter Aufsicht des Rabbinats Makronen, garantiert aus allcrfeinsten Barimandeln, Biskuitzwieback, Löffelbiskuit, besonders empfehlenswert für kleine Kinder. Allerfeinster Biskuitkuchcn und div. Torten in erstklassiger Ausführung, sowie Rührkuchen, Schokoladenkuchen, Dessertgebäck, Käsetorten und Fruchttorten R. 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