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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-03-21 · 12 (21.3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
12 (21.3.1930)
Date
1930-03-21
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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21, Mar/ l'.MO (iEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seid' Ii nicht Indirekt eine neue Beamtenstelle zu schaffen, Herr Markendorl Fragt, wer denn die Vertretung des Gemeindedajans Ubernehmen soll, Herr Kestenbau in teilt mit, daü die Kaschrus koinmission sich schon früher mit der Angelegenheil befaßt habe, Ein Beth Din müsse sein, Dazu sei die Anstellung eines «weiten Gemeindedajans erforderlich. Herr Tumpowsk) stelll Übereinstimmung darüber fest, daß sowohl die Bildung eines 1 >«• 111 Diu wie die Vertretung des Gemeindedajans bei Behinderung desselben geregelt werden muß. Die Zusammenfassung dieser Fragen sei empfehlenswert. Es sei aber nicht richtig, den dritten Rabbiner von Fall /u Fall xu besolden. Herr Dr. Goldschmidt gesteht zu, daß ein Belli Din eingerichtet werden soll. Die Vertretung des Gemeinde dajans müsse indessen durch den Uemeinderahbiner erfolgen. Für jeden Fall der Hinzuziehung zu einem Beth l>in soll eine Vergütung gezahlt und hierzu ein Berechnungsgeld bewilligt werden. Herr Kesten bäum hält es für notwendig, zu dem Beth Din einen dritten Rabbiner, nicht einen Laien, zuzuziehen. Herr Stein erklärt, man könne nicht von Fall zu Fall «las Beth Din zusammensetzen, sondern müsse hierzu eine bestimmte Person wählen. Die Vertretung des Gemeindedajans sei notwendig. Der Antrag Kestenbaum, einen zweiten Dajan anzustellen, wird abgelehnt. Der Antrag Goldrei wird abgelehnt. Es sprechen noch die Herren Stein, Tumpowsky und Pelz. Letzterer erklärt, daß die Vertretung des Gemeindedajans abgelehnt werde, um die Schaffung einer neuen siedle zu verhüten. Herr Aronstein weist darauf hin, daß die Liberalen bei der Bewilligung von Ausgaben für liberale /.wecke sehr zurückhaltend gewesen seien, um so mehr legten sie Werl darauf, neue stellen zu verhüten, um nicht hinterher Vorwürfe von der anderen Seile über eine zu hohe Anspannung des Haushaltplanes zu huren. Der fallengelassene Antrag der liberalen Mitglieder des Vorstandes, für ein Belli Diu und die Vertretung iles Gemeindedajans bei dessen Behinderung ein Berechnungsgeld von 1200 1300 Mark /u bewilligen, wird von den Herren Gottlieb und (int drei aufgenommen mit der Forderung, hierfür 1500 Marl; zu bewilligen; dieser Antrag wird mit 18 gegen 9 Stimmen angenommen. Der Gemeinde ist ein Saal zur Miete angeboten, der für Gemeindesitzungen, Versammlungen und Vorträge sowie gottesdiensl- Itehe Veranstaltungen seingeeignet ist. Als Mietpreis Bind M. 3000 gefordert. Herr Kaufmann hüll zwar für die Gemeindesitzungen einen passenderen Raum als den jetzigen Sitzungssaal notwendig, bittet aber von diesem Angebote wegen des hohen Preises abzusehen. Herr T n in p o w s k y schließt sich dem an. Herr Got 11 ieb atier Irin für die Ermietung ein. schon mit Rücksicht auf die Jugend vereine, die keinen geeigneten Versammlungsraum haben. Herr Dr. Pietrknwsky bittet, den Betrag von M. 8000 für die .Jugendvereine zu bewilligen, aber nicht für diesen Raum, der den ver schiedenen Vereinigungen nicht genügen kann. Dazu sei eine große Wohnung»mit mehreren RIu.....ii geeigneter. Den Gutmunn bittet, die Sache beim Haushaltplan zu behandeln und im Entwurf zu dein Sellien unverbindlich einen entsprechenden Posten vorzusehen, Heri Aronstein glaubt, daß die Leipzig-Loge bereit sein winde, ihre Räume für Gemeindesitzungen zur Verfügung zu stellen. Die Sache wird vertagt, dem Hauseigentümer soll mitgeteilt werden, daü jetzl die Sache nicht weiter verfolgt werden kann. Der Vorsteher teilt mit. daß eine Sitzung des Ausschusses zur Erlangung von freiwilligen Beiträgen für die Wohlfahrtspflege trotz der Bemühungen des Vorstandes nicht ermöglicht werden konnte. Der Gemeindevorstand beantragt die Ermächtigung^ ins zur Verabschiedung des Haushaltplanes 1980 81 Innerhalb des Rahmens des Haushaltplanes 1920 -'.'^ die von ihm für notwendig gehaltenen Ausgaben zu leisten und Gebühren und Gefälle sowie Steuern einzuziehen. Besonderer Beschlußfassung bedarl es darüber, ob sich die Ermächtigung auch auf das im Vorjahr zu einmaliger Aushilfe bewilligte bes.....lere Berechnung8geld erstreckt. Herr Gottlieb tritt dafür ein. daß die Ermächtigung auch hierauf ausgedehnt wird. Herr Dr. I' i l i k n w s k > unterstützt dies, fordert aber eine Besoldungsordnung, die den Erörterungen über ßesoldungsfragen ein Ende macht. Herr stein fragl an. wann der Haushaltplan zur Beratung Lielamrl. Der Vorsitzende einübt, daß der Entwurf im April an die Ausschüsse gebracht werden kann. Die Ermächtigung wird im erweiterten Umfang, wie vorstehend gekennzeichnet, erteilt, Ein Vermächtnis des sei, Fräulein Mieses wird mit der Auflage der Grabptlege angenommen. Zum /.eichen des Dankes und des ehrenden Gedenkens erheb! sich die Versammlung von den Silzen. Nach Erledigung der Tagesordnung bringl Herr Kestenbaum vor. daß nach einem Beschluß des Vorstandes für Pessach voii Gemeinde wegen nur M. 3000 zur Verfügung gestellt werden sollen. Er beantragt, die vollen im Haushaltplan ausgesetzten M. 6000 zu bewilligen. Auch dieser Betrag reiche nicht aus, nur im entferntesten die früheren Zuweisungen vorzunehmen, da die Spenden von Privaten durch die schlechte Wirtschaftslage beeinträchtigt werden. Der Vorsitzende erklärt, daß der Vorstand sich von dein Gesichtspunkt hahe leiten lassen, daß die Verteilungen in den Vorjahren vielleicht in einem Maße prfolgl sind, das in Anbetracht der schlechten Finanzlage in diesem Jahre nicht gerechtfertigt sei. Herr Sa eh8 unterstützt den Antrag Kestenbaum. Bei Nicht bewilligung müsse der Moaus-Cbitim-Ausscbuß seine Tätigkeit ein- .-teilen. Herr Kesl e n ba u in gehl nicht so weit, erklärt es aber für einzig dastehend, wenn eine Gemeinde wie Leipzig ihren Pflichten mi mangelhaft nachkommen wolle. Herr stein bestreitet die Berechtigung, den im Haushaltplan eingesetzten Betrag herabzusetzen. Den Annen dürfe nichts entzogen werden. Herr Tumpowsky erhält auf Anfrage die Auskunft vom Vorsitzenden, daü die Gemeinde in diesem Jahre nur Mazzos verteilen und im übrigen nie ihre Fürsorgeempfänger bedenken könne. Nach einer Darlegug des Verwaltungsdirektors über die jährigen Pessachunterstützungeii erklärt .-ich die Versammlung mit den für dieses Jahr beschlossenen Maßnahmen des Vontandes einverstanden. Die Sitzung wird um 21,45 I hr geschlossen, es folgt eine nichtöffentliche Sitzung. Unsere Gemeinde Heiraten tun Ausländern. Auf Grand verschiedener Verkennmisse richtet die Vereinigung, der Ituhhiner im Freistaal Sachsen an alle Verlobten nichtdentseher Staatsangehörigkeit die dringende Maliiiuiur. sich sefert nach der Ver IoIiuiik wegen der gesetzlichen Trauung mii dem inständigen Rabbiner /.u beraten, i. A.: Prof......r Dr. Winter, Dresden, Gemeinderabbiner. Midiere l-racliti-chf Schuir im Leipzig. In der vergangenen Woche landen die Schlußprüfungen in der Hohen ii Israelitischen Schule Blatt, die. wie in früheren Jahren, untei dein Vorsitz des /um staatlichen K......nis>ar bestellten Herrn Ober Studiendirektor Professor Dr. Donadl vorgenommen wurden. Zum erstenmal - ii dem Bestehen der Anstalt durften auch die Schülerinnen der 1. Mädchenklasse au dieser Prüfung teilnehmen. Diese Prüfung der Mädchen hat eine interessante Vorgeschichte. Bisher wurden die Schüleri......n irgendeiner städtischen Höheren Mädchenschule zur Prüfung zugewiesen. Das bedeutete naturgemäß eine wesentliche Erschwerung des Exi......ns: trotzdem bestanden immer 75 Pro/, unserer Schülerinnen mit gutem Erfolg das Examen. Nun hat im vergangenen Jahre die Mutter einer Schülerin sich mit etwa folgenden Ausführungen an das Ministerium gewandt: sie ließe aus religiösen Gründen ihr Kind die jüdische Schule besuchen und winde sich nur schweren Herzens dazu entschließen, ihre Toch ler einer anderen Anstalt zuzuführen. Sie könne aber als Muller ihr Kind, zumal da es nicht ganz sattelfester Gesundheil sei, der Beängstigung und Nervenüberreizung nicht aussetzen, die eine Prüfung au unbekannter Schule, vor fremden Herren mit sieb bringen muß. sie bitte deshalb das Ministerium, für sich seihst und andere in gleicher Lage befindliche Eltern doch gestatten zu wollen, daü das Examen für die Mädchen au der Höheren Israelitischen Schule selbst abgenommen werde. Dieser beherzte Schrill war von Erfolg; die Genehmigung wurde erteilt. Der Eindruck, den gerade die Mädchen der jüdischen Schule auf den staatlichen Vorsitzenden der Prüfung machten, war nach seinem eigenen Ausspruch ein ganz vorzüglicher. Das Ergebnis war ein besonders befriedigendes. Von ->7 Absolventen der beiden 1. Klassen haben '.>'< die Prüfung bestanden, und /war mit folgenden Zensuren: Die Note Iii wurde 8mal, 2a lOmal, 2 7ni,iI. 21) ßmal, 3a 3inal, 8 Omni erteilt,

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