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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1930-03-21 · 12 (21.3.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
6 (1930)
Issue
12 (21.3.1930)
Date
1930-03-21
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite (i KMKIN DKM.ATT DHU ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG \lllillin I 12 Gemeindesitzimg vom 17. März 1930 (Nach der amtliche Gemeindevorsteher Goldschmidl eröffnet die Sitzung um 6H Uhr. In den Fürsorgeausschuß werden gewählt: S. Gott lie b als Vor Ritsender, Rabbiner Cohn, Frau Rabbiner Cohn, A. Csaoskes, w. Dnbiner, J. Engländer, Frau Helene Felsenstein, Rabbiner Dr. Uoldmann, Frau Prof. Rosenbaum, Krau Oberkantor L a in pel, B. Haas, M. M a r eus, Frau Hedwig M athlas, s. Morks, M. PfefferbIQth, M. Tager, M. Kallmann, Mas o s l< . L Unge r. In den Ausschuß zur Verwaltung der Darlehnskasse werden gewählt: S. Qottlieb als Vorsitsender, W. Dublner, J. Engländer, Max Joake, M. Ms reus und als stellvertretendes Mitglied M. Kall in a n D. Iis liegen einige Ablehnungen zu Wahlen in verschiedene Ausschüsse vor. Die Ablehnungen werden genehmigt. Von Ersatzwahlen wird abgesehen. Am Wunsch der Gemeindesitzung ist das Gutachten eines technischen Sachverständigen Uber die in Aussicht genommene Anschließung der Gemeindesynagoge au dir Schwemmkanalisation eingezogen worden. Das Gutachten, welches verlesen wird, spricht Bich für den Anschluß aus. Dir Kosten werden am' etwa M. 1500 geschätzt. Iis «ml beschlossen, die Arbeit ausführen zu lassen,doch stillen vor Verbung bindende Kostenanschläge eingezogen werden. Die Kosten der Instandsetzung der Wohnung des Synagogeninspektors werden sich nach genauer Prüfung und Einschränkung der Arbeiten auf das notwendigste gegenüber dem vorgesehenen Betrag von etwa M. 8000 um etwa M. tiiiiii ermäßigen. Für Behebung eines Schadens an der Decke der Synagoge werden rund M. WO bewilligt. In diesem Jahre vollenden sich 7ö .lahre >eft Einweihung der üeineindesynagoge. Iis wird der Entwurf zu einem Aufruf zur Erlan gung von Geldbeiträgen zur Auffrischung des Synagogengebäudes und Spenden zur Ergänzung der Kultusgeräte verlesen. Der Entwurf wird >_:<■ l>i11iüt und soll vom Vorstand, den Verordneten und dem Rabbinal unterschrieben werden. Au> den, gleichen Anlafi ist die Herausgabe einer Festschrift angeregt worden, die etwa M. 2000 kosten dürfte Herr Dr. Goldschmidt Bpricht sich in Anbetracht der heutigen Verhältnisse gegen eine solche Ausgabe aus. Er regt an, eine Geschichte der Geineinde durch eine fortlaufende Beilage zun: Gemeindeblatt zu bringen. Herr Gottlieb spricht sich für eine Festschrift aus. die eine 'lauernde Erinnerung bleiben und für die kommenden Geschlechter große Bedeutung haben würde. Herr Gutmann glaubt, daB die Hälfte lies vorgesehenen Betrages ausreichen dürfte. Vorsteher Goldschmidl weist darauf hin, dnB die Festschrift such in die öffentlichen Büchereien gelangen soll, wozu eine Beilage zum Geineindeblatl weniger geeignet Bei. Die Kosten könnten nicht niedriger als M. 2000 angenommen werden. Herr Lustig ist für die Herausgabe. Iis ergehl eine Anregung, die Kosten durch Subskrip lion aufzubringen. Herr Breslauer hebt hervor, welche Wirkung auf die Außenwelt eine geschichtliche Darlegung Uber «las Altet unserer Gemeinde und der Ansässigkeil ihrer Mitglieder ausüben wird. Herr .1 oske und I ran Dr. sc h i n d I e r sprechen sich für die Subskription aus. ein etwaiger Fehlbetrag solle dann durch die Gemeinde gedeckt werden. Herr Gottlieb betont, dafl es sich um eine Angelegenheil der ganten Gemeinde handele, für die die Kosten von der Gemeinde aufgebracht «erden sollen. Herr Kaufmann schließt sich dem au und glaubt, daß mau die Festschrift zu einem mäßigen Preis verkaufen kann. Herr Tuiupowsky schliel.it sich dei Meinung der Herren Joske und Dr. Goldschmidl an. Trotz des kulturellen /.«eck.-, müsse die gegenwärtige Notlage ausschlaggebend sein. Herr Dr. Goldschmidt betont, daß eine Auflage von 500 stück bei der Größe der Gemeinde Schwierigkeiten für die Verteilung ergebe. Iiischlägt folgenden Beschluß vor: Der Vorstand wird gebeten, Beiträge für die Herstellung der Festschrift zu erbitten und den Zeichnern von M. 10 au ein Exemplar der Festschrift zur Verfügung zu steilen. Herr Tumpowskj bittet, die Familien, deren Stiftungen in der Festschrift ausführlich behandelt werden sollen, um Kostenbeiträge anzugehen. Herr Markendorf schlägt vor. bandgezeiehnete stücke des Buches zu verkaufen. Herr stein hält eine gleichmäßige Verteilung für notwendig. Herr Gutmann ist für Vertagung der Frage. Herr Dr. Pietrkowsky bittet zu prüfen, ob die Sache buchhändlerisrh erledigt werden kann. Iis wird beschlossen, die- Sache zu vertagen. n Niederschrift.) Den Gemeindevertretern ist eine Denkschrift Uber die Vorschläge behufs Übernahme der Synagoge des Vereins Ohe! Jacob zugegangen. Herr G u i in a n n erklärt, daß die Meinungen Innerhalb der liberalen Fraktion geteilt sind. Der Fraktion scheine die Angelegenheit noch uiclii völlig spruchreif, sie verschließe sich nicht den orthodoxen Belangen, wünsche aher. inil einer verantwortlichen stelle der Orthodoxie zu verhandeln. Die Anforderungen von anderer Seile im An Schluß an die von Ohe] Jacob seien nicht abzusehen. Die materiellen Voraussetzungen ihr den Vorschlag des Vereins Ohel Jacob seien für die Gemeinde schwerlich annehmbar. Redner schlägt Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung der Frage vor. Herr Dr. Pietrk o w s k y bittet, die Sache nicht einein besonderen AuS8Chuß, sondern dem Finanzausschuß zu Überweisen, der zu diesem /.wecke durch Hinzuziehung orthodoxer Persönlichkeiten erweitert werden könnte. Herr Kestenbaum erklärt, daß mit einer Unterstützung \on Ohe] Jacob der allgemeinen Orthodoxie nicht gedient sei. Entweder müßte eine große orthodoxe Synagoge geschalten werden oder alle orthodoxen Bethäuser unterstützt werden, da sie alle in Not seien. Nur eine große orthodoxe Gemcindosynagoge könne die gesamte Orthodoxie befriedigen. Herr Tu m powsky begrüßt den von Herrn; ul man ii vorgetragenen Gedanken, daß die Liberalen grundsätzlich die Belange der Orthodoxie anerkennen. Durch Unterstützung zahlreicher Bethäuser könne der Gedanke nicht verwirklicht werden, sondern nur durch eine Vereinigung dieser vielen Betvereinigungen zu einem Ganzen in einer großen Gemeindesynagoge. Wenn diese Voraussetzung erfüllt sei. so sei wohl auch der Gedanke des Baues zu verwirklichen, üis dahin komme eine Unterstützung der verschiedenen Bethäuser nach der Zahl der Synagogenplätze in Frage. Es sei erfreulich, dilti der (iemeinsiun so nrwachsen sei, daß von liberaler Seite das Anrecht der Orthodoxie auf Befriedigung Ihrer KultusbedUrfnisse aus dem Gemeindehaushall anerkannt wird. Zunächst möge man eine Unterstützung der orthodoxen Bethäuser nach einem bestimmten Schlüssel gewähren und die Frage dem Finanzausschuß überweisen. Herr Kestenbaum stellt fest, daß es nur ■_' Riten gebe: Askenas, für den durch die Ez-Chaim- und die Keil- Btraße-Synagogen gesorgt werde, und «lie sephardische Richtung, die in den amleren Bethäusern vertreten sei. Eine Vereinigung sei nur durch eine große üemeindesynagoge möglich. Herr Gelberg häll diesen Weg nichl für gangbar, weil keine einsige Synagoge ihre Selbständigkeil aufgeben werde. Herr Stein fürchtet nach dem Vorschlag des Herrn Gutmann eine Verschleppung der Frage und bittet, dem Vorschlag des Herrn Tumpowsky zu folgen. Tin eine Schließung der Synagoge Obel Jacob zu verhüten, solle die Gemeinde ihnauf dem Grundstück ruhende Hypothek von 16250 Mark wieder auf *_;(tnun Mark erhöhen, wodurch dem Verein auf I Jahr geholfen werde. Der Zuschuß solle unverzinslich gewährt werden. Herr Pfefferblüth verweist darauf, daß der Verein nicht um Unterstützung bitte, sondern ih r Gemeinde sein werlvolles Grundstück nnblete. Man möge die Sache im Finanzausschuß behandeln. Herr (i u i in a n n erklärt namens der liberalen Fraktion'nochmals, dnl> sie bereit sei. den orthodoxen Kultus zu unterstützen und zu fördern, sie verlange aher einen verantwortlichen Kontrahenten, denn mit Iii ein zelnen Bethäusern könne die Gemeinde nicht verhandeln. Mit der Oberweisung an den Finanzausschuß sei die Fraktion einverstanden. Herr Tumpowsky empfiehl! der Orthodoxie, sich in irgendeiner Form, vielleicht ih r eines Synagogenrates, zu vereinigen, damit der Forderung der Liberalen entsprochen werde. Die Frage wird dein Finanzausschuß überwiesen; der Ausschuß soll berechtigt sein. Personen aus der Orthodoxie hierbei zuzuziehen. Die BeitragSgesuche von anderen orthodoxen Synauoeeu und des Vereins Ahawas Thora werden auf Antra!; des Herrn Pelz gleichfalls dem Finanzausschuß zur Mitberatung im Zusammenhang mit der vorigen Frage überwiesen. Gemeindevorsteher Goldschmidt trägt vor. daß sich der Manuel eines Beth Diu. welches nach der Forderung des Herrn Dr. Carlebach aus 3 Rabbinern bestehen soll, sehr störend geltend gemacht hat. Dem Manuel könne dadurch abgeholfen werden, «lall dem Rabbinal ein gewisser Betrag zur Verfügung gestellt wird, damit neben dem Dajan noch ein dritter Rabbiner hinzugezogen werden könnte, der auch den Dajan hei Beurlaubung in der Beantwortung von rabbinischen Fragen zu vertreten hätte. Es sprechen hierzu die Herren Stein und Goldrei, letzterer beantrag! hierzu JIHH) Mark jährlich zu bewilligen. Herr Pelz bittet, die Frage des Beth Diu und der Vertretung des Gemeindedajans nicht tu verquicken, um

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