Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 3 (17.1.1930)
- Date
- 1930-01-17
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Januar 1930 GEMEINDEBLATT DICH ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite ."> JÜDISCHER FRAUENBUND / ORTSGRUPPE LEIPZIG Dienstag, den 21. Januar, 4,30 Uhr im Hotel Hauffe: ff Politische Richtungen im Judentum" Referate: prau Anna Neumann: Zionismus Frau Dora Ury: Die Ideologie des Centraivereins lube erobern wollen, brauchen wir eine Politik, die getragen ist von •in lebendigen Pulsschlag des jüdischen Volkes. Unsere Macht beihl darauf, daß die jüdische Masse empfindet, dafi unsere Politik ahre jüdische Volkspolitik ist. Die Eroberung <I<t Gemeindestube int Bich in unserer Zeil vollziehen. Ich holte, dafi der gesamte Inlinkl des deutschen Zionismus ihn davor bewahren wird, die Machttellung, die er sich in zehnjährigem Kampfe erworben hat, seihst iu ertrO ininern. Dr. Epstein (Duisburg): Ks liil.lt sich Gemeindearbeil nicht treiben, wenn man sich von zionistischer Arbeit im übrigen absentiert. Wir können uns nicht auf Reformen in der Gemeinde beschränken, sondern müssen neuen zionistischen Geis! in die Gemeinde bringen. Ilberg (Hitachduth) verlangt, dafi die Gemeinden den llechaluz, Alijah und Hachscharah durch Einsetzung eines Postens in das ordentliche Budget unterstützen. In seinem Schlußwort führte lilumenfeld aus. er würde es sehr begrüßen, wenn die Behandlung der sachlichen Prägen der Genieindepolitik fortgesetil würden in einer Atmosphäre, wo wir nicht parteimäßig gespalten sind, sondern die zusaniinensiUen und genieinsam beraten. — linier den Beschlüssen di's Delegiertentages ist ein Antrag von Hitachduth und Sozialist Iehen Zionisten, wonach alle in jüdischen Gemeindekörperschaften tätigen Mitglieder der Z.V.f.D. verpflichtet werden, für die Subventionierung der Chalus-Arbeil durch ihn- Gemeinden einzutreten. Verband indischer Fraeea für Palästina-Wheii. Um ihre Arbeil 'i vereinheitlichen, die Sammeltätigkeit zu vereinfachen und mit inein Minimum von Spesen ein Maximum von Leistungen für Paiistina zu erreichen, haben der Verband jüdischer Krauen ii r Kulturarbeit in Palästina und der Hund zioniti sc h er Frauen sich unter obigem Namen vereinigt. Kulturarbeit, Wohlfahrtspflege, speziell an Krauen und Kindern, rfüllung heiliger Pflichten jüdischer Liebestätigkeil im Heiligen ande ist und soll dir Aufgabe des Verbandes sein. Jede Jüdin, leichviel welcher Wellanschauung, muß einsehen, daß die jüdischen mder in Palästina, die gleichsam Juden in Reinkultur sind, zu Reuden, leistungsfähigen Menschen zu erziehen und sie im Lande der ftter zu verwurzeln eine Ehrensache für uns alle ist. Um die jüdischen Frauen Leipzigs mit den kulturellen und Bolen jüdischen Probl.......u in und außerhalb Palästinas bekanntzuirhen, veranstaltet die hiesige Gruppe des Verbandes einige Voräge bedeutender Persönlichkeilen. Den ersten dieser Vortrage wird der in allen Kreisen der deuten Judenheil hochverehrte Rabbiner Dr. Leo Ha eck. Perlin. r Peraönlichkeitawandel im 10. Jahrhundert am Februar 20 Uhr im Saal des Städtischen Kaufhauses halten. Zun 10. Tadentage Salzers. Am 18. Januar Jährt sich zum 40. Male Tag, au dem der bedeutendste jüdische SynagOgenkoiliponisI für er den inelodienreichen Mund schloß. Es bleibe vorbehalten, •iner der nächsten Nummern dieser Zeltung Ausführlicheres über len Lebensgang zu berichten. Heute nur soviel, daß er am 80. März i /.u Hohenems in Vorarlberg geboren und am 18. Januar 1880 in ii gestorben ist. Mit 17 Jahren iu seiner Vaterstadl als Vorbeter •stellt, verbreitete Bich dank seiner herrlichen Stimme und seines musikalischen Vortrags sein Kuhin so schnell, dafi er als 21 jähriger ' ister Kantor nach Wien berufen wurde. Iiier wirkte er ein Mennalter hindurch, und als Frucht seiner Tätigkeit erben die |0dl- " Gemeinden seinen herrlichen |ro Tf Schir Zion, sein grofies Bynagogal-musikalisches Werk dessen erster Band im Jahre 1840 erschien, dem dann 23 Jahre später der zweite Hand folgte. Mit Rechl durfte Sulzer in der Vorrede des J. Bandes darauf hinweisen, dafi seine Gesänge ..in Synagogen beider Hemisphären" erklangen, und heute sind sie so sehr Gemeingut der ganzen jüdischen Well geworden, daß man sagen darf, dafi alle späteren jüdischen Synagogenkomponisten auf Sulzers Schultern stellen. Aus Anlaß seines 40. Todestages werden in dankbarem Gedenken an den unsterblichen Meister in der Genieindesynagoge mehrere seiner Kompositionen den Gottesdienst durchziehen. Am Freitag-Abend: Ms tauwu (D-Dur). — L'cho daudi (K-Dur). - Bor'chu (C-Dur). Adaun aulom (D-Dur). Am Sabatt-Morgen: Waj'hl binfiaua (A-Dur). Kz chajjim (K-Dur). Einleitung zum Hauptgebel (G-Dur). - K'duschschoh (G-Dur). La in pe I. Beth-Jakob-Abend im II»..... Moriti Ury. Heu und I ran Moritz Ury empfingen am II. Januar in ihrem Hause eine ansehnliche Zahl von Gästen, die gekommen waren, um sich von dem Leiter des Heth-Jakoli-Werkes. Herrn Dr. I..... Deutschländer, und Krim lein Dr. Judith Kosen bäum, die an führender Stelle an der Organisation dieses Schulwerkes mitarbeitet, über die Geschichte und die Bedeutung dieses für die soziale Entwicklung der weiblichen jüdischen Jugend im Osten ungemein wichtigen Werkes unterrichten 7.u lassen. Mit fesselnder Klarheit und Eindringlichkeil führte Fräulein Dr. Kosen bau ui iu das Milieu hinein, in dem die Gründung dieses Werkes sich als eine unerläßliche Notwendigkeil herausstellte. In den chassidischen Kreisen des Ostens herrscht noch geringes Verständnis dafür, dafi auch dem jüdischen Mädchen durch eine geordnete Ersiehung eine geordnete Zukunft gesichert werden inufi. Als Folge mangelnder Erziehung -teilt sich eine moralische Verwahrlosung dieser weiblichen Jugend, eine lelisriose Kntfreindimi: und eine politische Radikalität in einem solchen Ausmaße heraus, daß man geradezu von einer drohenden Vernichtung von Zehntausenden Jungen jüdischen Menschen sprechen kann. Ks ist ein ungewöhnlich wichtiges Werk langsam aufgebaut worden, das dieser Vernichtung! entgegenarbeitet. Iu lebendigen Farben schilderte die Rednerin die fortschrittliche Entwicklung des auf modernsten pädagogischen Grundsätzen begründeten Schulwerkes, sprach von dem schon heute sichtbaren Segen, zeigte, wie schon jetzt au vielen orten die Forderung nach Errichtung neuer Schulen erhoben wird. Sie mußte aber ihre Betrachtungen damit schließen, daß ein der Vollendung nahes Zentral-Inslltul zur Ausbildung der erforderlichen Lehrkräfte iu Krakau zur Zeit nicht vollendet werden kann, weil es an den er- || Singer II Nähmaschinen 11 in altbewährter Güto II Weitestgehende B fl Zahlun£serleichterunQen ■ ■ 7 Mäßige Monatsraten ■ ■ SINGER NÄHMASCHINEN AKTIENGESELLSCHAFT